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Neue jüdische Presse · 1916-07-21 · Heft 28 (21.7.1916) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 28 (21.7.1916)
Date
1916-07-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Seite S Nr. 28. Stutzern so kokett getrogene Hütchen eine notwendige Form des Bekenntnisses zuin Judcniu»; ist, den tvnrdc ich natürlich auslache;;. 2!;c;;;als würde ich es für richtig finden» jemanden, der uns eigenem Antrieb diese Kleidung ablegt. Hindernisse in den Weg zu legen. Roch tveniger wird irgend jemand glauben, das; der, welcher diesen Rock und Hut abkegt, ein weniger guter Jude geworden ist. Ja. ich selbst habe de» dringenden Wunsch, das; diese veraltete Kleidung allmählich verschwinde;; möchte. Aber hier kann man wieder einmal sehen, was das lateinische Sprichwort sagt: „Wenn ztvei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe", oder ganz einfach, was schon einmal in dieser Zeitung erwähnt wurde: „Beim Anstreten in der Oeffentlichkeit mns; man politischen Takt besitzen." __ Warum wird diese Kleidung in Polen von manchen weiten nugegrissen? Doch nur, weit sie die Kleidung der Inden geworden ist. Es kommt hierbei gar nicht mehr darauf an, das; diese Kleidung natürlich weder eine religiöse Borschrift ist, noch tatsächlich eine alte jüdische ist, sondern in Wirklichkeit in früheren Jahrhunderten die allgemeine Landcskleidung war, >vobei man sich nur darum streitet, ob, die Kleidung ursprünglich deutsch oder slawisch ist. Die Juden haben nun einmal diese Kleidung aiigeuonlinen und sie in Polen bis mif den heutigen Tag behalten. Dadurch hatsie Bürgerrecht bei den Juden gefunden' und ist, wenn man ruhig urteilen will, ivenn auch im geringeren Maste, ebenso ei» Ausdruck des geschichtlichen Ganges des jüdischen Volkes im Osten, lvic die jüdische Sprache. Ebenso, >vie die Inden die deutsche Sprache ihrem eigenen jüdischen Wesen angeglichrn und ihr den Stempel des Nationaljüdischen allmählich anfgedrückt 'haben, ebenso haben sie mit der jüdischen Kleidung allmählich allerlei jüdische Gedanken verknüvft. Ein jeder weiß, warum sie gerade den langen Rock, sozusagen geistig, verklärt haben. Er soll Würde und Znriickdrängung des Körperlichen bedeuten, tvie das ja fast überall, auch bei den kirchlichen Gewandungen in den langen geschlossenen Kleidunasstücte», znm Ausdruck koinmt. die gleichsam das Körperliche des Menschen verhüllen sollen. Ein k o n s e a neu t e r Nationalismus müstte also au li für de» langen Rock so lange eintrcten oder zu mindestens Angriffe auf ihn abwehren.' als nicht die Judenschaft selbst sich langsam entschließt, ihn allmählich abzulcgcn. Solche Dinge schaffen sich mit der Zeit selbst ab, wenn man sie nicht znm Gegenstand eines Streites macht. Jetzt wird vielleicht gerade das Gegenteil hervorgernsen, was jedem stolzen und aufrechten Inden eigentlich recht sein sollte. Was? Ihr greift den langen Rock und die Mütze an? Nun gerade jetzt will ich sie erst recht tragen!'Und seien wir ehrlich! Münte nicht eine solche bewußte Ablelmnng, die ich allen den Trägern der lairgen Kleidung wünsche, (leider weist ich genau,, da,st, nur wenige diesen Gedanken dabei haben rind zumeist nur aus Gewohnheit und ans anderen Dingen beim langen Rock bleiben) uns Achtung abringen? Steckt da nicht ein Stück alter jüdischer Volkspsychologie darin? Sind nicht die Juden schon von Moses Zeiten her ein hartnäckiges Volk gewesen, das nicht so leicht, sei es im Guten oder Bösen, von alten Gewohnheiten gelassen hat? Berührt man da nicht eine der lebensspendcnden Wurzel des jüdische» Volkes, der Treue zur eigenen Vergangenheit? Fürwahr wir haben keinen Anlast, gerade jetzt das große England zu schätzen, das sich so selbstsüchtig in diesem Kriege gezeigt hat. aber hat man nicht immer Respekt gehabt vor dein Selbstbewnsttscin der Engländer, das den Wahlsprnch gehabt hat: „Recht oder Unrecht — es ist meine Heimat!" Leben nicht in der Seele eines jeden selbstbewußten Volkes solche Gedanken, und hat nicht schon in alter Zeit im religiösen Sinne das Jndentnni diesen Gedanken zu dem Satz verdichtet: „In Zeiten der Verfolgung, in denen die jüdische Religion angegriffen wird, must >;nan auch für das leichteste der Gebote. das man sonst nicht sehr beachtete, sein Leben einsetzen." Ganz gewiß sollte man diesen jüdischen Gedanken auch ans das Nationalgebiet übertrageil und ihn dort beherzigen. Ich' glaube selbst, dach die Tage der alten Kleidung gezählt sind. Solange aber dieses jüdische Kleid' angegriffen wird, muß (man sich dagegen tvehren, nicht nur ans indischen, sondern aus allgemein inenschlicben Gründen. Welcher Staat nnd tvclche Behörde hat ein Recht, sich darum zu kümmern, wie ich' mich kleide? Es ist überall nur Brauch, anstößige, die Sittlichkeit gefährdende Kleidung in der Oeffentlichkeit zu verbieten. Man darf auch die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, niemandem den Zutritt zu irgend einer öffentlichen Anlage verbieten, weit er ein bestimmtes Kleid anhat. Eins aber sollten die Klciderträger des langen Rockes gedenken. Sie sollen dafür Sorge tragen, das; ihre Gewandung allen Ansprüchen der Sauberkeit und der Reinheit entspricht, woran cs ja leider oftmals sehr mangelt. Ein jeder weist, daß man auch in dieser nicht europäischen (?) Kleidung sehr sauber und sehr vornehm ausiehen kan». Wir hoffen, das; eines Tages diese unglückliche Inschrift am Eingänge des Gartens verschwinden wird nnd das; cs etwa ganz allgemein heißen wird: Menschen mit nusauberer Kleidung (sei sic nun orientalisch oder europäisch) ist der Zutritt verboten. In jüdischen Blättern aber Höffen Ivir, solchen Ratschlägen wegen der langen Kleidung in der nächsten Zeit nicht wieder zu begegnen. De». Trägern der alten Kleidu;rg aber niöchten wir mit aller Ehrerbietung nich Schonung folgenden Vorschlag machen: Man must einen Uebergang schaffen! Die Frauen der Langgekleideten sind leider Gottes ostntals übermodern! Sollen die Frauen ein bischen weniger modern werden und. zur alten Jüdischhcit und Bescheidenheit znrückkchrcn, i wie cs sich jüdischen braven Frauen geziemt. Damit aber die dort bki dem einen Teil verloren gegangene Modernität nicht ganz verschwindet, was ja besonders in den schönen Hütchen znm Ansdruck kommt, sollen sich, die Männer modernere Hüte aussctzcn, die Kleidung kann dabei vorerst ioeiter taug bleiben. Und so wird die Reform, wie sich, geifraiiSfm« 2Sr«elKisch«S FaMlicMM. hört, mit dem Kopf anfangen nnd langsam den ganzen Menschen ergreifen. Es sieht tvie Scherz aus) es ist aber ernst gemeint, nnd ich bitte alte Leser, pon nun an auf die Frauen- und Männcrhntc acht 511 geben. Ich selbst aber harre in Geduld dcS Erfolges dieser Zeilen. „Lodzer Vvlksbl.". Flavins Josephus und seine Zeit.*) Bon Ahrön Marens s. A: (Fortsetzung.) Mau vergesse nicht, was vor erst hundert Jahren Varnhagen von Ense an Humboldt über die Juden geschrieben hat: „Ich bewundere den geistigen Reichtum dieses Volkes, das uns seit fast zwei Jahrtausenden bis Spinoza nnd unserer Zeit die besten Kräfte geliefert hat nnd noch liefert in Tausenden von Renegaten und Halbrenegaten, die cs von sich abstößt, ohne daß sein eigener Bestand dadurch ärmer wird." Wir erfahren aus Josephus nnd ans Strabö, wie mächtig dieser Einfluß auf die ganze damalige Kulturwelt war, getragen durch den äußerlichen Nimbus eines mächtigen Staatswesens nnd eines wunderbaren Zentralpunktes im Tempel für die über die ganze alte Welt zerstreute Diaspora. , Nun bestand die Aufgabe darin, das Genrisch, von Atheismus, Fetischismus nnd Kannibälentum aus der Welt zu schaffcir, ohne die.eigene national-religiöse Sonderstellung aufzugeben, da die Gefahr bestand, in der Umarmung des Heideirtirms erdrückt und zrr einem jüdischheidnischen Brei zerquetscht zu werden. Der Proselytenandrang begann, wie Josephus, Talmud nnd Tacitus übereinstinrmeird berichten, bedrohliche Formen anzunehmen. Dazu hatten die Hasmonäerkönige mit Gewalt nrfcindliche Völkerschaften bekehrt und sich selbst in dem Edomiter Hcrodes den Totengräber geschaffen. Im iveltgesctzlichen Entivicklungsgange eiktstand als Resultante zwischen den beiden in verschiedenen Richtrrngcn wirkenden Kräften das Christentnin, des anfänglich in den zahllosen Gnostikersekten das Judeiitnnr mit sich hinabzureißen drohte. Die Steigerung des Verbotes, die traditionelle Lehre nicht preiszngeben, nicht ausznliefern, erreichte somit ihren Höhegrad. Unsere alten Ueberliefernngen sprechen davon, welche Mühe cs den betreffenden Häuptern - gekostet hat, dein Heidentum den usurpierten Sabbat zu entreißen nnd durch Verniittlnng des Saulus auf den Sonntag zu verlegen, dem dann später der Islam ans den Freitag flankierend folgte. Erst als nach der Zerstörung des Staates und den hadrianischen Kriegen die Ueberschwemmung abgelanfen nnd die reinliche Scheidung vollzogen war, sah sich Raben» hakodansch veranläßt, der Not gehorchend, die *) Pfarrer Borne mann beschäftigt sich in der Zeitschrift „Die Gemeinde" mit einer Stelle dieser Aufsatz- Serie in 4ir. 19 unserer Zeitung. Er kritisiert die Behanptnngen 2lhron Marcus s. A. 'bezüglich des Neuen Testamentes nnd stellt dabei die Wissenschaftlichkeit des rnhmlichst bekannten Gelehrten sowie seine Wahrheitsliebe in Frage. Allein A. M. galt in der wissenschaftlichen. Welt als bedeutender Gelehrter und als Mann von lauteren; Charakter; seine fraglichen Ansfnhrnngen stützten sich, wie er selber angibt, auf das berühmte Werk „Chisnk Emunah", sowie auf die neue hebr. EncyklopMe von Eisenstadt-New Dort. Nun ist dl. M. inzwischen verschieden. Um aber seine Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen, bedürfte es einer besonderen Vertiefung unsererseits in dieses verzweigte nnd viel umstrittene Thema. Da aber die gegen- Ivärtigc Zeit für eine solche Auseinandersetzung durchaus ungeeignet ist, sie auch nicht in der Tendenz, unserer Zeitung liegt nnd wir die Ehre des großen Toten seinem Herrn Angreifer gegenüber wahren wollten, so richteten wir an diesen einige kurze Zeilen privaten Charakters dahingehend, daß. der Verfasser als Gelehrter nnd sittlich ernster Mann bekannt sei nnd wir das fragliche Gebiet nicht überschauen können, denn dazu gehört — wie gesagt — eingehende Vertiefung. Soweit in eigener Sache. Was die Gelehrsamkeit »nb den Charakter des veretoigten Gelehrten anbetrifft, so lassen wir einiges von anderer, autorativer Seite folgen: „Es inag für den, der außerhalb allen Kampfes üeht", sagt N. a. Karl Gebhard in seinen; Nachruf über 20. M. im Abendblatt der „Fr k f. Zeitg." vom 6. März, „eine Erscheinung bedeutend und verehrungswürdig sein, auch wo zu frenlder Ueberzeugnng keine 'Brücke führt." „20. M. ist in der schwierigen;;nd schwer übersehbaren Kabbala zu Hanse geivesen wie wohl kein anderer der im Westen geborene» Gelehrten, nnd er hat in einer großen Monographie über den Chassidismus, die er unter den; Pseudonym Berns herausgab, wichtige Beiträge zur Kenntnis dieser religiösen Bewegung geliefert." Und nachdem G. sodann auf 20. M.'s großes Werk „Barselai" cingcgangen ist, sagt er jveiter: „Er besaß eine nnifassende Kenntnis der neuzeitlichen Forschungen m;s dem Gehiete der Ausgrabungen wie der alten Sprachen, nnd mit großen; Scharfsinn hat er ihre Ergebnisse für seine Wissenschaft nutzbar gemacht." G. schließt seine Ausführungen dahin, daß die jüdische Welt in 20. M. „einen ihrer kenntnisreichsten Vertreter, ihrer charaktervollsten Männer verloren hat." Zur weiteren Klärung der 2tngriffspn;lkte woUcn wir, ohne jedoch in eine Polemik eiiizngchen, folgendes bemerken: »21. M. hat jci;rc Ansichten über das N. Tnur nebenher gemacht, Uch stützend — wie gesagt — ans Werke mrderer, die er zur Zeit der 2lbfassnng vor sich! hatte. Ob er auch das N.. T. damals zur Stelle hatte, ist fraglich: eher ist anznnchmcn, daß er sich auf sein großes Wißen nnd sein großes Gedächtnis verließ, sonst konnte er;;nmöglich die Zahlen der Kapitel des Evaugeliuins 16 aus 17 ». dgl. verwechselt haben, und dabei fand er noch eine.Stütze in den oben genannten Werken. Die Redaktion. Hauptpunkte der Tradition znm ersten Male in der Mischnah niederzuschreiben. Jemehr m;n das Indent;;;» unter den; Drucke seines neuen Feindes aus Palästina in sei» altes Wiegenland am Ensrat zurückwich, in demselben Maße verlegte sich sei» Schwerpunkt nach dem Osten. So war im Laufe der Geschlechter die Notwe;ck>igkeit gegeben, hie traditionelle Lehre so vollstiüwig als möglich niedcrznschreiben, — nnd es entstand das in der 'ganzen menschliche;! Literatur einzig dastehende Meisterwerk des Talmud. Seine Kunst besteht darin, daß ein sechsjähriger Chederknabe sich in diesem Meere bewegen kann wie ei» Fisch in seinem Elemente, daß er — eine Tnrnsthnle des Geistes für alle Geschlechter der Diaspora — in demselben Grade für nichtjüdische Professoren ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch geblieben ist.**) Nun genügte cs nicht, die äußere» Feinde abgewehrt zu haben; diese rekrutieren sich zu allen Zeiten hauptsächlich ans den Kreisen der im;eren. Sektenstifter und 2lntisemite» sind seit Antigonos fadduzäischen Schülern größtenteils auS Jüngerkreisen hervorgegangen, deshalb war eine der ersten Lehren der großen Versammlung (Abot I): „Stellet bicle Schüler aus, .aber nmzänmt die Lehre (d. h. bannt keine Nnberrrfenen sich ihrer bemächtigen)." Dieselbe Taktik besolgten die Verfasser des Talmud, der noch vor der 'großen Weltaufgabe stand^ den Osten durch das Surrogat des Islam aus dem Heidentum zu befreien n;id durch seine musterhaft eingerichteten Hochschulen den von Juden beratenen Khaliseu als Borbrld zu dienen. Die letzteren haben unter Anleitung pon Md. Exilarchen die Hochschulen von Bagdad nnd Cordova errichtet als einzige 2lsyle für die Wiederbelebung und Rettung der Wissenschaft des 2lltertnms. Schließlich sind dann nach diesen Vorbilder» die europäischen Hochschulen entstanden. Erst, nachdem diese weltnmwälzende Prozesse dem Judentum die nötige Muße für die Pflege seiner Lehre geschaffen hatten, konnte der systematische 2lnsban der niedergeschriebenen Traditionswissenschaft seine großartige Entwickelung nehmen. Die Vorsicht nnd die Kunst,;nit der dabei gegenüber dem Andrange der in der Diaspora immerhin halb assinrilierten Volkmasse vorgegangen wurde, entspricht der geistigen Ueberlegenheit, die den Nachkommen der Propheten eignete. So konnte der Talmud von sich sagen: „Höret, denn ich spreche Fürstenwort (Mischle 8, 6). So, wie dieses über Leben und Tod verfügt, so auch die Lehre. Dem Reinen (sochöh) bietet sie ein Lebenselixir, dem Unreinen (tau sochoh) wird sie tätliches Gift." In die Einzelheiten dieser Taktik einzugehen, würde zu weit führen. Kehren wir zu dem Schmittahgesetz zurück. 2lls die Exulanten auf Cyrus Erlaubnis zurückketzrten nnd den Jndenstaat auf Grund des alten Gesetzes wiederherz;;stellen bestrebt waren, fanden sie die Unmöglichkeit vor, das Gebot des Jobeljahres wieder einzuführen. Dieses Gebot beruhte hauptsächlich ans der Unantastbarkeit des Grundbesitzes laut Verteilung des Landes an die einzelnen Stämme, Familien n;id Einzelpersonen bei der Eroberung des Landes durch Josua. Sie .fanden drei Viertel desselben in den Händen fremder Völkerschaften, nnd mehr als nenn Zehntel des ^eigenen Volkes waren in der Diaspora zurückgeblieben vom Indus im Osten bis nach Gallien und Spanien im Westen, vom Ararat nnd dem medischen Gebirge im Norden bis Assuan (Jeb Elefantine) fünf Grad vom 2leqnator im Süden. Von den 42 360 Männern nnd Knaben des Zuges gehörten 15 727 dem Stamme Juda an, 8117 (von Bne Netofa bis Bne Snaah) dem Stamme Benjamin. Zusammen 23 844, die Anrecht ans alten Grundbesitz hatten. 4289 Kohanim, 341 Leviten ohne Grundbesitz, 652, die sich überhaupt mcht mehr als Inden legitinneren konnten, 392 dietini»; (Gibeoniten) nnd Nachkommen salomonischer Halbproselyten nnd 12 842 wie es scheint von den Zehnstäm;nen ohne 2lngabe ihrer früheren in Feindeshände» befindlichen Wohnsitze. Mithin keine 24 060, die kaum für Jerusalem reichte», für ein Land, das in seiner Blütezeit bis 6 Millionen Einwohner beherbergt hatte. Nehmen wir unter Zurechnung der Frauen und Töchter die Gesamtzahl von 100000’ »nb die Gesamtzahl der über die Welt zerstreuten Juden mit 3 bis 4 Millionen an, so beträgt die Zahl der neuen 2lnsiedler keine 5 0/0 derselben. Das Jobel hatte somit keine gesetzliche Grundlage. Es entsteht mm die Frage, ob Jobel nnd Schmittah zwei von einander abhängige oder ein unzertrennliches Gebot bilden. Die Menmngen darüber sind geteilt. Raben» hakodansch, der ^Verfasser der Mischna, erklärt sie für untrennbar, so **) 2lbgesehen von der Curiositätensannnlnng, die »nur aus dem alten Buxtorf zusammenstellen könnte, steht in der neuesten Itebersetzung des Talmud durch einen großen nichtjndischen in; Vereine mit einem kleinen auchjüdischeu Gelehrten bald für den ersten Satz: „Tana heche koe, taut akroo koe, (d. h. worauf bezieht sich der Tana? Er bezieht sich ans den Vers;;sw.)" Folgendes: „Woraus steht der Tana? Der Tana steht auf einem Kürbis (Kara)." Ebenso possierlich beweist P. Oberhummer die Feindseligkeit der Synagoge gegen die Wissenschaft durch die Uebersetznng der Sentenz ljamakscheh azman lodaas jche beniduj (Wer sich anstrengt um Wissen, soll in den Bann getan werden.)" Risum teneatis a;mci. Da wir gerade beim Bann si;ck>: Wie sehr jüdische Renegaten, darunter so mmnher Spaßvogel, die mittelalterliche Organisation beeinflußt haben (der Bann ist eine tal;;n;dischc Jnstit;;sion) beweist der imerftärtc deutsch« Ausdruck „in 2lcht und Bann erklären". Bann heißt nämlich aus Hebr. ChereM. Da man den 2lnssprnch des Wortes mied, das im Zorne gebraucht, die streugeu Consequenzen nach sich zog, so gebrauchte mau dafür den 2lnfangsbuchstaben Chefs uud sagte: Man hat ihn in den Ehest gelegt. Ehest ist aber die Zahl acht, also in die Acht erklärt.

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