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Neue jüdische Presse · 1916-06-23 · Heft 24 (23.6.1916) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 24 (23.6.1916)
Date
1916-06-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 Saite 8. Man kann ruhig sagen, daß Griechenland hieran allein zu Grunde gegangen ist: der Mangel des Zwanges zunl Staat und die unbeschränkte Möglichkeit der.Abwanderung und Gründung von Kolonien hat es verhindert, daß, die Griechen in Wirllichkeit vom Wort zur Tat übergingen und zu jenem Heldenvolkc wurden, welches sie so gern werden wollten und als welches ihre Geschichtsschreiber sie hngestellt habein. Wenn hier darauf hingewiesen wird, so geschieht es in der Erkenntnis, daß ähnliche Strömungen sich des Goluthjndentums bemächtigen. Auch hier fehlt der Zwang zur Einheit, der Zwang,zum Staat. Der zionistischen Organisation, welche alle nationalen Aufgaben der Inden &u den ihrigen gemacht hat, fehlt jede Möglichkeit, auf die Juden einen Zjvang auszuiiben. Ein jeder kann, wenn es ihm in der zionistischen Organisation nicht gefällt, abwandern. Und eine Kolonie gründen, wo er die erste Rolle spielt. Schon mancher, der im Zionismus an beachteter Stelle stand, hat es Vorgängen, diesen Weg zu 'gehen. Es sind neue Organisationen, Gruppen Und Komitees entstanden, die einen losen Zusammenhang zu den Zion. Organisationen bewahren, so wie die griechischen Kolonien zur Muttcrstadt, die aber ihrem Einfluß doch entzogen sind. .Zu leicht ist die Möglichkeit, sein Ich zur Geltung zu bringen, so oder so. Und auch hier bleibt es nicht mt§> daß die geistige Entwicklung zum Spiegel wird, und ein jüdischer Sophisinus beginnt, sich mit EitelLit und persönlichem Rivalentum um die Herrschaft der Volksversammlung zn streiten. Die Geschichte hämmert uns eindringliche Warnung ins Gehirn: Lassen wir die Entwicklung gehen, wie sie geht, so werden auch wir — wie einst die Griechen — nicht mehr unseren Erben hinterlassen, als schöne Micher über das, was wir wollten. Die Tat aber werden wir einem überlassen müssen, der — wie Philipp — von außen und als Feind kam. Vergessen >vir ganz, daß wir von je die Antipoden der Griechen Ivären? Daß bei uns und bei uns Mein die Idee der Einheit und der Einigung entstand und behütet wurde? Daß wir das Volk sinh, in dessen Geist die Gesamtheit alles, das Individuum nichts bedeutet? Wahrlich, ein krankes Judentum ist das Galuthjudentmu; — darf es aber zu einer Aufhebung, des Judentums werden und.zu einer Nachahmung.des Griechentums? Seien tvir dessen stets eingedenkt! Nicht die Schlechtesten waren es, die Griechenland an feine Kolonien verlor. Wer cs verstand nicht, sie daheim nutzbringend zu vertoerten, es war nicht stark und weitherzig genug, um ihre Kraft in den eigenen Grenzen zu binden.' Wo der Zwang zur Einheit fehlt, muß er ersetzt werden durch eine Größe, die überwindet. < Wir müssen denjenigen, die glauben, sich nur in Kolonien betätigen zu können, die Möglichkeit geben, die gleiche Arbeit in unserer Mitte zu tun. Unsere Grenzen müssen weiter, nicht enger werden. Und da wir mir auf die Liebe des Einzelnen aufbauen können, müssen wir sie uns erwerben. Es sriuhtet nichts, die Schuld nur dem zu^ geben, der aüwandert. Dadurch wird nichts geändert, und die Verhältnisse bleiben stärker als der Einzelne. Es ist leicht, zum Ostrazismus zu greifen und die Verbannung zu verkünden; ein Nutzen davon ist aber Mr dort zu erwarten, Ivo der Zwang zum Staate vorhanden, Ivo die Verbannung ein Strafe ist Und wo ein starker Staat den Einzelnen entbehren kann, — nicht dort, wo er erst durch ihn entsteht. Die Schuld mag der Einzelne tragen, den seine Eitelkeit und die Leidenschaft seines Ich zur Abwanderung und damit zur Verneinung des Mutterstaates verleitet. Mer ändern und helfe» kann allein, der Mutterstaat selbst. Er muß zur allumfassenden Organisation werden, die jeder, auch ohne Zwang, als seinen Staat eiupfindet. Gelingt es ihm nickK diesen ZVilleU pnd diese Kraft zu erweisen, so geht die Schuld am Zerfall von dem einzelnen über apf die Organisation, und was beim einzelnen kleinliche Schwäche, ist (6ci der Organisation ein Verrat am Volke. Denken, wir daran, ünd mühen wir uns, daß uns die Kraft beschieden wird, wieder zu Zion, der Stadt des Tempels, zu werden, welche von allen als ihre Stadt des Tempels im Herzen getragen wird. Hüten wir uns, daß das Ich in den Vordergrund tritt, und seien wir eingedcnkt, wie es den» Griechen erging. Möge täglich unsere Seele uns ermahnen: Herr, gedenke der Athener! Vom jüdische« Ratio«alfo«ds. Im Mai 1916 erreichten die Spendeneinnahnien des Jüdischen .Nationalfonds den Betrag von 61701 Mk. Es beteiligten sich hieran Oesterreich mit 18938 Mk., Rußland 7166 Alk., Deutschland 7368 Mk., Nordamerika 7079 Mk.. Ungarn 7066 Mk., Rumänien 3127 Mk., Canada 2502 Mk., Holland 2005 Mk., Südslavische Länder 1312 Mk., England 1218 Mk., Aegypten 906 Mk., Italien 706 Mk., Frankreichs Und Tunis 685 Mk., Schweiz 556 Mk. und Belgien 110 Mk. . . Wie diese Aufstellung zeigt, hat Oesterreich an dem für Kriegszeiten recht günstigen Gesamteingang an Spenden einen bedeutenden Anteil. Auch Ungarn ist mit einer ansehnlichen Summe vertreten. In diesen Ländern wurde fiir die „Kriegslandspende des! I. .N. F. eifrig gesammelt, und es wurden flir diesen Zweck bereits 125 000 Kr. aufgebracht. Dieser besteht darin, Boden in Palästina zur Auswirkung jüdischer Kriegsopfer, die für die Landwirtschaft geeignet snrd, nach Friedensschluß zu erwerben. Der Preis eines Dnnam Land (Vs da) beträgt durchschnittlich Frcs. 50. In Höhe des entsprechenden Betrages von 50 Kr. oder 10 Mk. werden Spenden ent- . gegengenommen. Die Sammelstelle des Jüdischeir Nationalsonds siir Oesterreich gibt demnächst ein Sonderheft des Organs „Erez Israel" heraus, das die Kriegslandspende und ihre kolonisatorischen Aufgaben behandelt. Wa-MkS« Kk«MWS ffiMiliEM. |UbFBD,GoldWilFBn,TPOUrlBaB^^t^r^^C ■f* Trauring “Eck "MW Frankfurt a. M , Trierische Gasse Sl Eoke TÖDgesgasse,vls-ä-vis d. Hasengasse. Fr. Pletzsch.^aSte, I Aus aSCex Wett. Deutsches Reich. Berlin." Hier tagte der Bor st and des Verbandes der jüd. Lehrer vereine, im deutschien Reiche. Rektor Feiner-Hamburg und Lehrer Mannheim- Graudenz referierten über die Militär für sorge. Es wurde nach längerer Debatte folgende Resolution angenommen: „Der Vorstand des Verbandes der.jüdischen Lehrervereine spricht seinen Dank und seine Anerkennung all den Amtsgenossen aus, die in Sachen der Mlitärseelsorgc die Interessen der Lehrer und Kultusbeamten mit Tatkraft und Erfolg vertreten haben. Er erklärt sich, mit der Regelung, die diese Angelegenheit schließlich gefunden hat, einverstanden." ' > „Der Vorstand des Lchrerverbändes richtet an den Verband der Deutschen Juden das dringende Ersuchen, bei allen .Eingaben an die Behörden in Fragen des Unterrichtes, der Erziehung und des Kultus sich vorher mit dem Lchrerverbandc ins Einvernehmen zu setzen." Der Krieg und die Jude«. Berlin. Erich Friedländer und Vizew'chmeister Reinh old Schotem erhielten das Eiserne Kreuz. Berlin. Professor Dr Felix Liebermann hat zum vierten Male 60 000 Mk. für die Kriegswohlfahrtspflegc gespendet. Frankfurt a. M. Julius Sichel. Zeil 13, Sohn von Samson Sichel in Oberscemen, erhielt das Eiserne Kreuz. Heldenbergen. Bertb. Strauß, Sohn deS hiesigen Vorstehers Simon S., ist zum L eutnant befördert worden. Mannheim. Dr. med. Sallh Friede. Ro os- Lichtenau und Feldzahnarzt Hermann Mansbach- Mannheim erhielten das Eiserne Kreuz. Bundei Wests. Paul L e v i s o n erhielt das Eiserne Kreuz München. Max Weinberger-Bahreuth, Alfred und Fritz Kahn- Mannheim und Student Fritz Mayer- Schw. Gmünd wurden zu Leutnants befördert. Nürnberg. Oifizkerstellv WaltherFreudenthal, Sohn des Rabbiners .Dr. F., ist mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. BreSlau. BIzefelbwebel Kurt Brann e hielt bas Eiserne Kreuz. Rechtsanwalt Dr. Paul M a r k o w i tz wurde zum Leutant befördert. Men. Bloch's „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet in ihrer jüngsten Munincr folgende Auszeichnungen an Juden: 5 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 1 Militärverdienstkreuz 3. Klasse, 2 silberne Signum laudis, 31 Sigimm laudis, 15 goldene Berdienstkreuze mit der Krone, 9 goldene Verdienstkreuze, 21 silberne Berdienstkreuze mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 6 silberne Tapferkeiksmedaillen erster Klasse, 22 silberne Tapferkeitsmedaillen zweiter Klasse, 17 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 167 Ausezichnungen; hiervon 43 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 36 an Militärärzte und Militärbeamte, 88 an Mannschaftspersonen. RewPork. DaS Hilfskomitee für die notleidenden Juden im Kriegsgebiete beschloß, 100000 Dollar nach Polen, 150000 Dollar nach Litauen und 100 000 Dollar nach Galizien zu finden. Personalien n. Kleine Mitteilungen. Berlin. Hier verschieden Donat Herrnfeld, der bekannte Theaterdirektor und GeorgeBendix, Seniorchef der Leinenweberei Julius Bendix Söhne, Ehrenbürger der Stadt Schönberg, Ritter des Ototen 4ldlerordens.- Berlin. Der B-richt der S nntme Ito ormund kchaft der jü d ischen Gemeinde gibt die Zahl der unehelichen jüdischen Kinder in Berlin wie folgt an: 170 unter ihrer Vormundschaft, 51 unter anderen Vormundschaften. > .Berlin. Professor Dr. Martin Philivpso.n, Ehrenvorsitzender des Deutsch-Israelit. Gemeindebundes, Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, des Verbandes des Vereins für jüd. Geschichte iind Literatur in Deutschland usw., feiert am 27. dss. Mts. seinen 70. Geburtstag. Berlin. Kommissionsrat Heinr. Sachs ist zum Ehrenbürger von Friedenau mit dem Titel „Gemeindeältester" ernannt worden. vayertal (Baden). Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich letzten Freitag. Der Noch ganz junge Viehhändler Marx wurde schon seit zwei Tagen vermißt, und nach langem Suchen fand man ihn als Leiche in einem Bache. Eine Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Am Sonntag würde er beigesetzt Der große, imposante Leichenzug legte beredetes Zeugnis ab von der allgemeinen Beliebtheit und Wertschätzung, die sich der Verblichene sowohl bei Juden, wie bei Nichtjuden erfreute. München. Der Münzkenner Ar. Jakob Hirsch erhielt den Titel Huf rat. Köln. Am Mittwoch, 31 Mai 1916, sprach im großen Saale der Rheinlandloge in einer von der Zionistischen Vereinigung Köln veranstalteten Versammlung Nachnm G o ld m a n n, Berlin, über „Die Emanzipatton der Ostjuden". Redner ließ sich über die zn Erwartende Emanzipatton der Ostjnden ans. Er meinte, die dorttge Judenheit. die durch die Erfahrungen des Westens klug geworden sei, würde nicht von außen über Nacht emanzipiert, sondern selber den Weg zur eigenen „Antoemanztpatton" finden. Dann würde auch der Assimilationsvorgang sie nicht so Plötzlich dem Judentum entftemden wie die Juden des Westens, sondern ihnen die -Selbstbesinnung lassen,. nm langsam ihr jüdisches Denken mit den Errungenschaften der modernen Kultur in Einklang zu bringen. Das sei wünschenswert, denn nicht aus dem Ghetto-Jüdischen heraus, sondern nur aus einem modernen, auf der Höhe der Kutknr stehenden Judentum könne ein Nattonaljndentum entstehen, das eine Gewähr für die Entwicklung eines gesunden neuen jüdischen Gemeinwesens auf.eigener Scholle biete. Der Redner fand bei dem außerordentlich zahlreich erschienenen jüdischen und nichtjjßischen Publikum starken Beifall. Leipzig. AIS man am 2. Tage des Schewuaus-FesteK die Synagoge verließ, durchlief eine dumpfe' Schreckenskunde unsere Stadt: Rabbi Simon Waltuch ist nicht mehr! Er hatte noch die ganze erste Nacht des Wochenfestes bis worgens 5 Uhr in der Synagoge lernend und. lehrend verbracht, war auch noch am Jlbend zum 2. Festtag beim Beten gewesen, hatte bann am frühen Morgen des 2. Festtages ein leichtes Unwohlsein verspürt, dem oer schnell herbeigerusene Arzt keinerlei Bedeutung beimaß. In der Mittagsstunde hat er sich dann von seinem Sohne das Sefer Hamizwaus erbeten, da er eine Stelle nachsehenwolle. Als er das Gesuchte gefunden hatte, entglitt das heilige Buch seinen Händen; — er hatte seine reine Seele ausgehancht. Rabbi Simon entstainmte einer angesehenen Brodyer Famllie. Er war viele Jahre hindurch in Rußland Rabbiner gewesen, wurde aber von dort als Oesterreicher ausgewiesen und kam, nachdem er einige Jahre bei Rabbi CH arm Mosel als Privatrabbiner gewohnt hatte, kurz nach dem Tode des unvergeßlichen Rabbi Simon Hnrw ktz s. A. üor 17 Jahren als Dajan hierher nach Leipzig. Er war der echte Typ!dcs sttllen, anspruchslosen, Stubengelehrten. Man hat ihn niemals gnders als jiber Talmudfolianten gebeugt gesunde». Lernen und Lehren war die einzige Beschäftigung» die ihm Befriedigung gewährte. Seine Hausesführung war ärmlich, ja. geradezu dürftig zn nennen. Aber seine nngünsttgen äußeren Verhältnisse haben ebensowenig wie vielfache Verkennung und Anfeindung seine heitere Frömmigkeit und sein Gottvertrauen zn erschüttern vermocht. Still und friedlich , zog er seinen Lebensweg, ohne dem Schicksal zn grollen, ohne jemals auch nur einen Anflug von Haß gegen seine Widersacher im Herzen zu tragen. Wer ihn verstand, der blickte ehrfurchtsvoll empor zn diesem Großen in Israel, und fühlte, daß unsere Genwinde sich glücklich schätzen müsse, einen Mann von solch lauterem Charakter und solch umfassender, tiefgründiger Thoragelehrsamkeit in ihrer Mitte zn haben. Es hat ihn gewiß niemals jemand um eine Entscheidung in religiösen Dingen befragt, ohne eine, prompte, auf inttinster Sachkenntnis beruhende Antwort zu erhalten; es ist ihn gewiß niemals jemand nm eine Erklärung angegangen aus den weiten Gebieten unserer gesamten.heiligen Literatur, ohne ihn gewappnet zn finden. Der Talmud und alle Religionskodices waren ihm bekannter, er war in ihnen vertrauter als in den Straßen seiner Stadt. Mit dieser überragenden.geistigen Größe verband er eine seltene Menschenliebe. Seine Kinder haben oft beobachtet, wie'er, speziell in der letzten Zeit des Fleischmangels, erblaßte, wenn er eine.Gans oder eine Henne für rituell unzulässig erklären mußte; es tat ihm wehe ob des Schadens, der dadurch dem Fragesteller erwuchs. Am letzten Rüsttage das Pepachfestes kam kurz vor Mtttag ein Mann, der ein großes Quantum Getreide als Chomez zu verkaufen vergessen hatte. Da war es rührend zn hören, wie Rabbi Simon ihm zu Herzen redete, es sei jetzt religionsgesetzlich unmöglich, den Verkauf noch zu vollziehen, Gott habe ihn, den Bittsteller, vor eine große Versuchung gestellt, er solle jetzt zeigen, ob ihm irdische Vorteile mehr von Bedeutung feien als das göttliche Gesetz, das jeden Genuß von Gesäuerten mit unerbittlicher Strenge verbiete. Der Mami.brachte das Opfer, er wollte doch lieber Schaden haben, als znm Gcsetzesübertreter werden. Es bedarf kaum des Hinweises, daß dieser Mann von Gesinnungsgegnern nicht genügend geschätzt wurde, ja, daß man in neologen Kreisen glaubte, ihm jede Beachtung versagen zu wollen, weil seine Profanbildung nicht auf der Höhe stand. Wer es hat sich an ihm wieder das alte Wort.unserer Weisen bewährt: „Groß sind die Gerechten in ihrem Tode, größer als» in ihrem Leben." Des Festtages wegen war jede Mitteilung von dem erfolgten Ableben des Rabbi Simon unmöglich. Trotzdem hatte sich am Abend nach .Ansgang des Festes kurz vor Mitternacht eine nach vielen Hunderten zählende Menschenmenge vor dem Sterbehause angesammelt, und es wird jedem Teilnehmer eine unvergeßliche Erinnerung bleiben, wie dieses unübersehbare Trauergefolge durch die dunklen, menschenleeren Straßen zog, um Rabbi Simon ans seinem letzten Wege das Geleite zu geben. Bei der Behörde war die Erlaubnis erwirkt ivorden, im Sinne des Heimgegangenen seine Beerdigung nach Ablauf von kaum 21 Stunden, am Freitag mittag, vorzunehmen. Die weite, geräumige Friedhofshatte konnte die Trauerversammlung nicht lassen. Die Türen konnten nicht geschloffen werden, und weit hinaus' bis ans Gräberfeld standen und bxängten sich, die Mensche». Mit tränenerstickter Stimme entwarf Herr Rabbiner Dr. Carlebach ein Lebensbild des großen Toten. Im

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