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Neue jüdische Presse · 1916-05-19 · Heft 19 (19.5.1916) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 19 (19.5.1916)
Date
1916-05-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Seite 3. - -Nr. 19 ,1'chem Atitus verlesen, ebenso aus den Propheten und Psalmen. Dazu kamen die Bergpredigt als Sammlung jüdischer Agaoas niid Erzählungen in dem syrischen Dia» lekte Palästinas oder in griechischer Sprache. Diese hatte den Namen Diatheke oder Syntheke, .und erst am Ende ,des2. Jahrhunderts kam der Name „Neues Testament" . auf, demgegenüber dann her jüdische Kanon den lächerlichen Namen „Wies Testament" erhielt, da der unsterbliche alte Gott der Inden nie -in die Lage kam, Testament' zu machen. Es ist ganz unmöglich, . ans diesen Schriften seine Zeit festznstellen. Dionysius Zeitbestimmung, die allgemeine Verbreitung, gesunden hat, läßt ihn 4 Jahre nach Herodes Tod (3757). geboren werden. Dagegen erzählt Lukas . 7/22, Marcus 17/14, Mathias 17M, daß, ihn die. Pharisäer vor Herodes gewarnt hätten, der ihm nachdem Löben trachte. Lukas. (13ZW2, datier den Herodes einen Mauen Fachs' genannt habe, dagegen Marcus 6/3, daß die Pharisäer mit Herodes beraten hätten, wie er aus dem. Wege zu räumen sei. Lukas 8, 23, das; Herodes sein . Freund war. Derselbe berichtet 3, 25, er wäre ein Zeit- - geiwsse Simons des Gerechten gewesen, der zu Mexander des Größen Zeit gelebt hat. Aber selbst, wenn er sich auf dessen Enkel Simon bezogen haben sollte, so hat auch dieser 270—300 Jahre vor denk üblichen Datum gelebt. Aber es kommt schließlich darauf nicht an, iiennen wir den Zeitpunkt pc — 3760, so war das 37. Jahr vorher 3724, in welchem die Schmittah stattfand, da bei dieser schwerfälligen Zeitrechnung die bloße Subtraktion das 37. Jahr „ ganz ab schneiden würde. Deshalb 'ist iNuchl Opperts Bestimmung für die Zerstörung des ersten Tempels 586 v. h. g. Z. mit 3174 falsch/ denn 3760—585 bleibt .3175, da sie im 586. Jahre stattfand. Ist aber x — 3761, dann wäre das Datum 3176. Die Zerstörung des 2. Tempels im ,70. Jahre nach x 3760 wäre also in das Jahr 3830 zu fetzen. . Dagegen scheint aus dem Makkabäerbuch I, wie auch aus JosephUs hervorzngehen,. daß im Kriege des Juda Makkabäus das BraHjahr auf 3599 fiel anstatt 35981 laut Maimonidcs. Dieser Widerspruch läßt sich aber' so lösen, daß das.Seleucidenjahr wie bei Ernennung des Jonatan ersichtlich, der am Laubhuttenfeste im 7. Monate des Seleucidenjahre zmn ersten Mal als Hohenpriester fungierte, erst mit Mssan.3599 ablief, gber das jüdisch: im - Tischri 3598 begann. Sefer Hachinnch bringt noch eine dritte Ansicht des R. Chananel, nach dem das Jahr 5018 (zur Zeit des Verfassers) als siebentes zu rechnen geivesen wäre, nach Raschi 5017, nach Maimonides' (dessen Jahre immer durch 7 teilbar) 5019). Diese Frage ist besonders fetzt aktuell geworden, nachdem tzs izuiir ersten Male seit 1600 Jahren geglückt ist. eine jüdische Kolonisation im heiligen Lande zu erreichen. Die jüdische Lage in Rußland. Von Den-Jephune. Die Dumaund die Juden. — Die.Schikanen gegen Juden. — Ein russischerJudenfreund. Um ein richtiges Bild der jüdischen Lage in Rußland während der letzten Zeit entwerfen zu können, inüssen wir auf die Dumasitzungen znrückgreisen. Der Zusammentritt der Duma hatte keine besondere Hoffnungen erregt, um so mehr, als schön die letzten Augnstsitzungen zur Genüge bewiesen, ivie machtlos alle freiheitlichen Bemü-. Hungen sind. Denn isst mich das Volk mit dem schädlichen Treiben der Reaktionäre vollkommen unzufrieden, so hält doch die Regierung die Zügel des Staates fest —. allerdings merklich weniger straff und sicher als früher — in der Hand. Um das murrende Volk zu beschwichtigen, wurde nun die Duma einberufen. Unter den verhandelten Fragen nahm das Judenproblem eine wichtige Rolle ein. Zunächst hielt der jüd. Abgeordnete Fried mann flammende Anklagereden gegen die Regierung, erwähnte ihr Geheinrzirkular gegen die Juden und rief zum Schlüsse das russische Volk auf, den unterdrückten Juden zu helfen. Ebenso verurteilte der andere jüdische Abgeordnete, Dr. Bam aich saus Lodz scharf das Verfahren der Regierung, besonders gegen die jüdischen Zeitungen, von'denen ein nur sehr kleiner, unwichtiger/Rest geblieben sei. Bon den übrigen- Reden' ist die des 'bekannten Antisemiten PUrischkewitsch Hervorzuheben, der wenigstens zugab, daß die gegen die Inden erhobenen Beschuldigungen wegen der Niederlage Rußlands unwahr seien. In Beziehung zu dieser Rede stand neulich ein offener Brief in der „Rjetsch", an Purschkewitsch gerichtet, der folgendermaßen laiitet: „Wir haben soeben Ihre Dumarede gelesen und wollen uns einige Einwnrfe erlauben. Während des ' ersten Kriegsjahres traf es sich, daß Sie Bialystock besuchten. Nachdem Sie die Organisation des „Roten Kreuzes" besichtigt hatten, spendeten Sie den darin tätigen 400 jüd. Sanitätern reiches Lob und bemerkten dabei. Sie hätten Ihre Meinung über die Juden durch den Krieg gründlich gewechselt. Ferner versprachen Sie, dap es Ihnen „moralische Pflicht", sei, dies in der Duma, öffentlich mitzuteilen. Ihre Rede hat uns aber eines andern belehrt. Sie scheinen Ihre „Pflicht" gänzlich vergessen zu haben. Es liegt uns dennoch fern. Sie zum Erfüllen Ihrer Versprechen zu bewegen, denn als Juden gehen wir von. dem Grundsatz aus: „Nicht von Deinem Honig und nicht von Deinem Gift." Wir bezweckten nur damit, Ihr Gedächtnis aufzufrischen und der Oeffentlichkeit zu zeigen, welch Ehrenmann Sie sind, und wie peinlich Sie Ihren „moralischen Pflichten" obliegen. Die fanitärische Anstalt in Bia- . lystock." Unterdessen nehmen die Unterdrückungen ihren Fortgang. Lächerlich wirkt es, wenn man von der jüngsten Heldentat der russischen Polizei hört. Da findet ein jüd.- lrter. Abend statt, in dem' der bekannte hebräische Dichter Bialik seine Gedichte vorlesen soll; es wird aber ver- ' boten, und der Dichter sieht sich gezwungen, die russische Uebersetzuneg seiner Gedichte vorzutragen. . RpffntTnUec FaMlienWK. Die Gerechtigkeit. erfordert es aber zu sagen, .daß es in beschränkter Anzahl auch vernünftige Russen gibt. Unter diesen wären zwei warme Judenfreünde zu nennen, die berühmten Schriftsteller L. Ändrejew und M. Gorki, die einsichtig genug sind, die Bedeutung der Juden richtig einzufchätzen. Sie gründeten unlängst einen Verein, der sich zum- Ziele gesetzt hat, die Geschichte, Sitten und den nationalen Charakter der Inden zu erforschen. Bei einer Rede sagte Gorki offenherzig, die russische Intelligenz beschästige sich zu ihrer Schande mit den..Juden nur .dann, wenn dies« Ms in höchster Not befinden. „Es .ist", sagte er ferner, „wirklich der Zeitpunkt herangekommen, die Judenfräge gewissenhaft zu betrachten, da der Antisemitismus in Rußland ständig steigt." Man wundert sich, daß man in Rußland noch so „offenmütig" sprechen darf. Die Ursache davon ist wohl darin zu erblicken, daß Gorki gegenwärtig schwer krank ist und sich großen Ansehens und Anhangs erfreut derart, daß es doch zu gefährlich wäre, ihn unschädlich zu machen und' sich seiner zu entledigen. . Was die jüd, Heimlosen anbetrifft, so hat sich ihre Lage nicht unwesentlich verbessert. Zwar bst die Zahl der Flüchtlinge iminer noch gewaltig — nach Statistiken der Regierung 350 000 —, doch sind große Fortschritte zu verzeichnen. Zunächst ist die Besserung den Bemühungen jüdischer Komiteen und Vereinen zuzuschreiben, worunter eine Kommission sich befindet, die den Heimlosen eine Kredithilfe eröfsnete. Eine andere Ursache ist die S e l b st - organifation' der Flüchtlinge, die bewundernswert ist. Ihr allein ist es zu verdanken, daß die Heimlosen zumeist sich in -größeren Massen an einer Stelle niederlassen und durch sofortige Gründung von „Chadorinr" und Synagogen eine Vorsorge treffen, die für die spätere Wahrung der Religion und Verhütung der Assimilation ungemein wichtig ist. Sie haben die drohende Gefahr erkannt und wissen sich.für die Zukunft zu wappnen. Die Regierung hat natürlich böse Augen auf die Heimlosen und hat echö neulich ihre Absichten gezeigt. So verbot sie den .kaukasischen Fabriken, jüdische ßlrbeiter aus den westlichen Gouvernements zu beschäftigen. „In vielen Städten Saratows u. ,a.. befindet sich eine wahre jüdische Kolonisation durch jüdische Flüchtlinge. Kräftige, entwicklungsfähige Zentren >»erden gebildet, zukunftsreiche Niederlassungen erstehen, durch eigne Kraft." Solche und ähnliche Meinungen herrschen bei den jüd. Optimisten. Es ist selbstverständlich daß derlei Hofftmngen — sie enthalten größtenteils einen wahren Kern — aus manche nicht zu unterschätzende Hindernisse stoßen I»erden. Und schön dringen einzelne Berichte zu uns aus jenen Landesteilen, in denen die dortige Lage geschildert wird, freilich in anderer Weise. Wir erfahren dabei, daß die erlittenen Strapazen auf den seelischen Zustand der Heimlosen äußerst schlimm gewirkt haben, daß gesunde Menschen, unter dem fürchterlichen Eindruck des Erlebten steheich sich zu keiner, auch noch so kleinen Arbeit aufrasfen können. Das ist wohl ein Unglück, aber ein immerhin erträgliches, und die nächste Zeit wird wohl zeigen, inwiefern die ersteren und die letzteren Meinungen stimmen. Es ist kaum verwunderlich, wenn das geistige jüd. Leben stark zurückgeht. Ist es doch ein allgemeines Gesetz, daß bei schlimmer physischer Lage die Schaffenskunst sehr verkümmert, andererseits das Interesse und Bedürfnis für geistige Nahrung stark zurückgeht. Ferner kommen noch die Schikanen der Regierung hinzu, die viele jüd. Zeitungen und jeglichen Briefwechsel in jüdischer Sprache verboten hat. Anstatt der Zeitungen entstanden nun viele hebräische Sammelbücher, an denen sich bekannte Dichter, wie Bialik u. a., -beteiligten. Nächstens erscheinen einige Saminelhefte unter Herausgabe von Ben-Zion Katz. Fassen wir das Gesagte kurz zusammen, so ergibt sich folgende Schlußbetrachtung: Die allgemeine Lage der Juden hat sich nicht merklich geändert, wohl aber ist eine Besserung bezüglich der Heimlosen zu verzeichnen. Freilich ist immer noch die Rechte am Ruder der Regierung, so daß wohl keine toesentliche Reformen eintreten werden. Die Hauptsache ist zunächst, daß die linke Partei wenigstens Progrome und Verschlechterung her Lage verhindert. Wer der Sieger in diesem Streite nach dem Kriege sein wird, ist noch zweifelhaft, gegenwärtig besitzen die Reaktionäre—die größte Macht zum große» Schaden unserer jüd. Brüder. Eine jüdische Fraueuversammlung > in Königsberg. In Königsberg (Pr.) tagte eine Versammlung, einbernfen von. Verband der Synagogengemeinden Ostpreußens, der Jüdischen Gemeinde Königsberg, dem Jüdischen Frauenbund, zu der Delegierte der jüdischen Fraucnvereine Ostpreußens in reicher Zahl erschienen waren. Stadtrat .Eichelbaum -Insterburg stellte 5 Programmpnnkte zur Besprechung: a) ergänzende Fürsorge für die Kriegerfamilien, b) dauernde Fürsorge für Kriegswaisen (nicht in Waisenhäusern), o) Fürsorge für die schulentlassene weibliche Jugend (durch Berufsberatung usw.), ä) Förderung des Religionsunterrichts, _ , c) rechtzeitige Vorbereitung für die Arbeit nach dem Kriege. - In verschiedenen Reden wurde die Bereitwilligkeit zur gemeinsamen Arbeit ausgesprochen, und es wurde von der Vorsitzenden des I. F., Frl. Bertha Pappenheim, hervorgehoben/daß die Frau immer zur Stelle ist, wo wie hier jetzt' Not ist und die große Familie ihrer bedarf. Sie lege besonderen Wert auf den Kinderschuh, der sich auf die Kinder aller Altersstufen der Kriegsgeschädigten beziehen muß und auf die hauswirtschrftliche Ausbildung, die jeder Berufsbildung vorangehen oder gleichzeitig Mit ihr stattfinden muß, ferner auf die g leichwertige Ausbildung von Knaben und Mädchen, die besonders bei künftigen Aufgaben der Grenzverschiebung von einschneidender Bedeutung fein werden. Danach wurde eine Ortsgruppe Königsberg des Jüdischen Frauenbundes gegründet. Zahb> reich Vertreter der Frauenvereine aus der Provinz meldeten ihren Beitritt zum I. F. Am Merck) fand eine große Versammlung statt, in der 3 Rednerinnen aus dem Vorstand des I. F. die jüdische Frauenfrage und die Organisation des Bundes beleuchteten. Vor überfiilltem Saal nahm zuerst Frau Dr. F rank l- Berlin das Wort. Sie gedachte der schweren Kriegsschäden Ostpreußens, bei deren Heilung die jüdisch Frauenwelt in geschlossener Gesamtheit nicht fehlen dürfe. Nicht mit Kalk und Eisen allein wird der Wiederaufbau erfolgen, sondern soziale Fürsorge, vereinte Arbeit nach den gleichen Zielen strebenden Organisationen wird mithelfen. Fragen jeder Art, besonders die der weiblichen Jugend, müssen in den Kreis der Tätigkeit mit ausgenommen werden, und man hoffe, daß eine große Landesgrnppe mit ihrer Zentrale in Königsberg sich in gemeinsam gestecktem Ziel an dieser Arbeit beteiligen werde. Wenn die Zeit des Kampfes voriiber und der Sieg errungen sein wird, soll die Nachwelt einst sagen können, daß die jüdische Frau in der Zeit der Not stark und fest geioesen ist. lieber die Ziele und Einrichtungen des Jüdischen Frauenbundes sprach Frau Clementine Krämer- München. Sie sprach von der Gründung des Bundes im Jahre 1904, von seiner 12 jährigen Arbeit, seinen 185 angeschlosseneu Vereinen, die 43 000 Seelen umfassen, erläutert den Begriff einer Ortsgruppe an Hand derjenigen von München, bespricht die Fürsorgetätigkeit, die Mtarbeit des Bundes bei der Bekämpfung des Mädchenhandels usw. Ihr folgt als dritte Rednerin Frl. Bertha Pap- Penherm-Frankfilrt a. M. Sie behandelte Erziehungsfragen. Die beiden Zauberworte der Gegenwart: Organiration und Disziplin seien erst .durch das Hiuzukommen der „Erziehung" vollwertig. Erziehung zur Einfachheit in Lebensführung und Gesinimng, Ehrfurcht vor den Gesetzen des Staates, vor den Geboten der Religion, seien die Hauptmomente. Eine tiefe Ehrfurcht müssen wir hierfür empfinden, eine gleickx, wie wenn wir ein makelloses Stück Bernstein, ein fest gewordenes Stück Sonne, das aus längst vergangenen Jahrhunderten die stürmische See an die Oberfläche gespült hat, in die Hand nehmen. ,/Wenn es stürmt, kommt mehr Bernstein ans Land und stürmisch war es in Ihrem Land." Rabbiuerverbaud in Deutschland. Am 8. bis 10. Mai hielt der Rabbinerverbänd in Berlin seine Generalversammlung ab. Fast hundert Mitglieder waren erschienen (daruter das Ehrenmitgl. Maybaum- Berlin und die Feldrabbiner L e v y - Breslau, Italicner-Darnistadt, und Baeck-Berlin). Professor Dr. Guttmann-Breslau, der Vorsitzende, erstattete Bericht, und Blumenthal -Berlin gab den Ueberblick über die Kasse. Kopfstein-Beuthen referierte sodann über die Militärseelsorge. Er schilderte die Probleme, die der Krieg der Seelsorge gestellt hatte', indenr zu den Landeskindcrn noch der unendliche Strom der Gefangene» kam. Für die bisherige Regelung, die durch den Verband der deutschen Juden geschehen sei, »küsse an sich Dank ausgesprochen werden, wenn auch vieles über den.Kopf des Rabbinerverbandes und seinen Wünschen entgegen geschehen sei. Die Forderungen, die der Redner zum Ausdruck brachte, leiteten zu einer Besprechung der Stellung der Militärseelsorge im Frieden über, für die man Gleichstellung mit den christlichen Konfessionen verlangen müsse. In der stellenweise sehr lebhaften Debatte, die sich auch mit der rechtlichen und sonstigen Stellung des Rabbiners überhaupt befaßte, waren sich alle Seiten darüber einig, daß einerseits der Rabbinerstand vollauf und opferfreudig seine Pflicht in diesen Angelegenheiten erfülle, daß andererseits Mißhelligkeiten entstanden seien, welche aus dem nicht recht geklärte »Verhältnis zum Verbände der deutschen Juden herrühren. Bon vielen Seiten wurde in allen religiösen Angelegenheiten ein durchaus selbstständiges Vorgehen des Rabbinervcrbandes empfohlen, von anderer Seite wurde ein vermittelndes Verfahren gewünscht. Da die Ansichten sich, sehr schroff gegenüberstanden, wurde schließlich eine Berst ändigungskom Mission eingesetzt. Am folgenden Tage legte sie der Versammlung nachstehende Entschließung vor, welche einstimmige Annahme fand: „Als den wertvollsten Gewinn des gegenwlartigen. Volkerringens, in dem unser deutsches Volk gegen eine Welt von Feinden heldenmütig nm sein Dasein und seine höchsten Güter kämpft, erachtet der Verband der. Rabbiner in Deutschland die Erstarkung des religiösen Bewußtseins und die Rückkehr der Seele zu Gott. Der Verband hält es für die vornehmste Aufgabe des Rabbiners als des berufenen . Vertreters der jüdischen Religion, diese Wirkung in unserer religiösen Gemeinschaft für die Dauer zu erhalten. Dazu ist notwendig, daß dem Rabbiner die gesetzliche Stellung gegeben werde, die allein die Erfüllung dieser Aufgabe zu gewährte i st e n v e r in a g. In allen religiösen Angelegenheiten der deutschen Jndenheit hält der Rabbinerverband i ti'S ent schland eine vorg ä ngige selbständige Beh and lang durch seine Organe für unerläßlich. Er ist bereit, zu ihrer Durchführung mit allen anderen Organisationen znsammenzuwirken und erwartet, daß Verhandlungen mit den Behörden, soweit sie religiöse Fragen berühren, nnr im Einverständnis mit dem

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