Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 17 (5.5.1916)
- Date
- 1916-05-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 17. ffconff artet Mr»eMsch«S FamilienMkt. Seite 8. wird, wenigstens in ihrem äußeren Wesen, ihrer Form und ihrem Bau, seiner alten, von ihm mitgebrachten Volkssprache ähnlich ist, und es ihm dadurch ermöglicht wird, die neue Sprache wenigstensin die Form seiner alten Sprache zu gießen, sie mit einem Wort mittels der ihn: so teueren hebräischen Schristzeichen darstellen kann. In anderem Falle hätte es sicherlich nicht seiner Umgebung die geringste Konzession gemacht. In Babylonien, wo die Inden im Altertum eine verhältnismäßig kurze Zeit in der Verbannung lebten, hat die hebräische Sprache inr wahrsten Sinne des Wortes eine Verschmelzung und Assiinilierung mit den anderen semitischen Sprachen ihrer Umgebung, wie der chaldäischen und der aramäischen, die ihr ja ebenso gut stammwie Wesens verwandt waren, widerstandslos erfahren. . Die daraus entstandene hebr.-chaldäische Mischsprache wurde dann ohne Kamps und Reibung nicht nur die Umgangs-, sondern sogar die literarische Sprache der babylonischen Juden. Das ganze religiöse Leben und Schaffen wickelte sich in dieser Sprache ab, die Gesetzeskodexe, wissenschaftlichen Abhandlungen etc. wie der Talmud wurden in dieser Sprache verfaßt. Das war und ist aber nur unter Mitgliedern desselben Sprachzweigs möglich. In Europa jedoch fanden die Juden keine stammverwandten Völker und somit auch keine stammverwandten Sprachen vor. Hier konnte also im günstigsten Falle nur won einer sprachlichen Assimilierung im Sinne des Znrücktrctens und Sich-Verdrängenlassens die Rede sein. Sie gaben daher denr Einfluß der Umgebmug nur insofern nach, als sie ganz instinktiv nur die ihrer hebr.-chaldäischen Muttersprache in der Form ähnlichen und mit ihr wesensverwandten Sprachen, die ihnen etwas mehr oder weniger vertraut klangen und ihnen bei deren schriftlichen Darstellung die Verwendung der hebr. Schriftzeichen erlaubten, annahmen. Mit den anders gearteten Sprachen dagegen lehnten sie in ihrer Gesamtheit fast ganz unbewußt jede Verbindung ab. .(Schluß folgt.) Jed. Axt a. Preislage kauft man gut und preiswert im Trauring-Eck 'VB Frankfurt tu M , Trlerlsche Sasse 31. Ecke Töogesgasse,vis-a-vis d* Hasengasse. Pt* PlAtsenll Uhrmacher » IvlMWI, und Goldarbeiter. Flavins Josephns und seine Zeit. Von Ahron Marcus. (Fortsetzung.) Ferner über Herodes Verhältnis zu Hillet und Schaniinai Daß. er Hillel Ptollio nennt, kann nicht Wunder nehmen, wenn man die Blutenlese graczisierter hebr. Eigennamen bei ihm durchsieht, von denen schon einige Beispiele besprochen wurden. Ebenso nennt Kaiser Julianns Hillel's späten Nachkommen, den Patriarchen Hillel in seinem Schreiben an denselben: Mein teurer Bruder Julius, latinisiert. Als Herodes unter Hyrkanos Regierung die freiheitsliebenden Patrioten Galilaea's unter Führung eines Chiskija auf die grausamste Weise nmbrachte, ohne Gericht, gegen das Gesetz und deshalb vor das Synedrion geladen, mit Bewaffneten erschien, war Sameas (Schammai) der Einziges der furchtlos gegen ihn auftrat und gegen den wankelmütigen Hyrkanos, der ihm die Flucht ermöglichte. Als Herodes später ini Anfänge seiner Negierung das gegen ihn aufständische Jerusalem belagerte, war es Hilleh der das Volk bewog, ihm Einlaß zu gewähren. (Daß Jos. den Schamniai Schüler Hillel's nennt, wird durch den in obiger Mischnah erwähnte» Umstand erklärlich, daß er erst nach Menachein's Austritt an seine Stelle trat als?lb Beth Din, der dem Nasi Hillel lintergeordnet war.) Als er nach Ernwrdung des Hyrakanos seine Gegner grausam verfolgte und allen Untertanen bei Todesstrafe den Trenschwur abnahm, ehrte er Hillel und Sch'ammai und erließ ihnen und ihren (5000 Schülern, die sich weigerten, den Eid zu leisten, die Ablegung ebenso wie den Essenern. (S. 290.) Doch hätte Pheroras, des letzten Hasmonäers Tochter, für dieselben (6000 Schüler) eine Geldstrafe erlegt. Eine dritte, ebenso mcrklvürdige Episode. Während Herodes Todeskrankheit entstand ein Aufruhr in Jerusalem (3766) Juda ben Sariphens und Mathias ben Margaloth, zwei große Redner und.Gesetzesausleger, deren tägliche Zuhörerschaft, namentlich aus der Volksjugend, Legion war (Doroth Harischvnim, Halevi) forderten das Volk auf, alle Gesetzcsverletznngen des Herodes rückgängig zu machen. Vor allem sei der gewaltige goldene.Adler, den er über dem Osttor des Tempels habe anbringen lassen, selbst auf die Gefahr umgebracht zu werden, zu entfernen, (lieber das Halachische dieser Lehre später.) Auf das Gerücht von Herodes Todeseintritt wurde der Zldler hernntergcrissen und in Stücke zerhackt. Der Statthalter sängt 40» junge Leute Und die .2 Gelehrten,, die nicht flüchten wollten. Sie werden vor Herodes Krankenlager geführt -und bekennen sich freimütig der Tat. Sie werden nach Jericho gebracht, ebenso Herodes mit seinem Bette ins Theater, wo er vom Krankenlager aus alle seine Taten ausrechnet. Darunter den Tempelbau, den seine Vorgänger während 125 jähriger Regierung nicht zustande bringen konnten. Die versammelten Vornehmen stimmen ihm aus Furcht zu. Juda und Mathias und einige seiner Genossen ließ er lebendig verbrennen. ,Auf dem.Sterbebette unter entsetzlichen Qualen und. einem vereitelten Selbstmordversuch diktiert Herodes 'noch! 'einige Hinrichtungen seiner Verwandten und läßt einige Hundert Vornehme in die Rennbahn einschließen mit dem-Befehle an seine Schwester Salome und deren Gatten Moxas, dieselben bei.Eintritt seines Todes sofort erschießen zu lassen, damit sein Leichenbegängnis nicht mit stiller Freude, sondern mit wirklicher Trauer bei dem gehörigen Pompe gefeiert werde. Doch blieb dieser Befehl unausgeführt. Sein Todestag wurde unter die Freudentage der Megillat Taanit äüfgenomnicn. Sein Sohn Archeläüs folgt - ihm auf dem Throne. Er wird beim Erscheinen im Tempel von den Frauen und Verwandten der getöteten Märtyrer (der Adlerzerstörer) mit Klagen und Forderungen von Bestrafung der Schuldige» bestürmt. Seine Soldaten, die er aus das Volk hetzt, werden zu Tode gesteinigt. Am Erew Pesach (Rüsttage des Pesachfestes) läßt er 3000 Inden durch seine Reiterei zusammenhanen, hebt den Opferdienst des Festes auf und treibt alle nach Hause. Sein Bruder Antipas von her Samariterin Malthaka reiste ihm nach Rom nach und verklagte ihn wegen dieser Mordtaten und anderer Me vor Octavian. Nikolaus von Damaskus verteidigt ihn wiederum, wie einst den Vater. Aufstand. Siegreiche Kämpfe gegen die römischen Soldaten, die Feuer anlegen und Tempelschätze rauben und in der Königsbnrg belagert werden. Juda, Sohn des getöteten Galeläers Chiskia erobert Scpphoris (Zipori) Simon, Knecht des Herodes, setzt sich die Königskrone ans, plündert und verbrennt den Palast in Jericho und andere Königsschlösser. Gratus besiegt ihn. Ein Schafhirt Athrongis, ein Riese mit 3 Riesenbriidern, setzt sich die Krone auf, umzingelt eine röm. Cohorte und töteten den Kommandanteu Arius. Später sielen 3 Bsrüder, der 4. ergab sich dem Archilaens. Varus dämpft den Aufstand. Nach einiger Zeit erlaubt er einer Deputation von 50 Vornehmen, nach Rom zu gehen, um Religionsfreiheit zu erbitten. In Roni schließen sich ihnen 8000 jüdische Einwohner an. Ratsversammlung im Apollotcmpel unter Vorsitz des Kaisers. VaruS meiiO, das Königreich werde geteilt werden. Die Juden fürchten, von einer Teilung zu sprechen, beklagen sich nur über die Regierung des Herodes, der ein blutdürstiger Mörder, Aussauger des Volkes, schamloser Schänder, ärger als das wildeste Tier beispiellos in der Geschichte dastehe. Deshalb wäre Archclaeus anfänglich begrüßt worden, weil er nicht schlimmer sein konnte. Aber diese Hoffnung habe sich als unbegründet erwie'en. Bitten um Befreiung von solcher Herrschaft und um Zuteilung an das römische Syrien unter römischer Landpflcge. Octavianus teilte das Land unter Herodes Söhne, gibt die ihm und seiner Gemahlin von demselben testierten 1500 Talente und 600000 Schekel zurück und behält mir einige Geräte als Andenken. Nach Ablauf von 10 Jahren erneute Klagen gegen die Tyrannei des Archilaens. Octavian läßt seinen Gesandten in Rom, der auch Archilaens hieß, rufen, mit denr Befehle sofortiger Einschiffung behufs Vorführung des Archelaeus, der beim Erscheinen in Rom abgesetzt und nach Vienna — Gallien — verbannt wird. Wir kommen nun zn einer der wichtigsten strittigen Halachoth, die aus Josephns Berichten gelöst werden könnte: die B e st i m m u n g des S ch m i t t a h , des siebten Brachjahres. Nach Raschi. gestützt auf die Stbhandlung in Traktat Erachin 12, wäre das Jahr 5676 Schmittah, nach Maimonides bas Jahr 6677. Nun berichtet Josephus, daß das letzte Jahr der 184. Olympiade, welches mit 37 vor der gew. Zeitrechnung zusammenfällt, ein Brachjahr war. Das entspricht dem Jahre 3724 j. Aera. Bis 5677 ergibt dies einen 7 jährigen Cyklus von genau 279 Perioden — 1953 Jahren, der Rechnung Maimonides entsprechend. Dieser beruft sich auf R. Hai Gaon, der von seinen Vorfahren, den Gaonini, die mündliche Tradition hatte, daß die Abhandlung in Traktat 'Erachin als nicht maßgebend zn betrachten sei. Diese höchst merkwürdige Tatsache hat tiefe Ursachen, die init dem S o d h a i b b u r, denr Geheimnis des Kalenderwesens, verknüpft, sind, ivelches nur besonders vertrauenswürdigen Häuptern der Synoden anvertraut wurde. Das waren eben auch R. Hai und sein Vater R. Scherira, die als „die letzten der Gaonim der Zeitfolge nach und die ersten dem Range nach" acheronim bisman werischonim bemaalah bezeichnet werden. Sie standen :iu volles Jahrhundert an der Spitze des jVaonatS. eine Würde, chie nicht nur der Vater und der Großvater'R. Scherira's, sondern noch frühere Ahnen bekleidet hatten, bis auf den Urahnen R. Dime, den ersten Gaon im Jahre 4349. Das gilt bis 4798, dem Todesjahre N. Hai's und Untergange des Gaonats, eine Zeit von 149 Jahren. Sie führten ihren Stammbaum auf den großen Amora Rabba bar Abuhä zurück, dessen Vorgänger die Grilarchenwürde mit ihrem Prunk, Stolz und Herrschsucht mit der Bescheidenheit, Demut und Selbstverleugnung, (Anawah, Nemichut .we Schiflut) des Bethhamidrasch vertauscht hatten. Kein Wunder, daß sich in ihren Händen der Sod haibbur befand. In Menachot 82 b wird angedeutet, daß die- Jeschibot in zwei Rangklassen zerfielen: eine exoterische, bne tarbiza (die Schüler der Aula) und' eine esoterische, bne kallah.) Äergl. Jacob Levy Wörterbuch, zn Mischnah. Es handelt sich da keineswegs um eine blosse Geheimniskrämerei, sondern um Dinge - von (historischem Einflüsse. Die Bestimmung dcr Schaltjahre und der Festtage, ein Band, das die ganze Diaspora in der ganzen alten Welt einheitlich zusammenhielt, lag in den Händen des Patriarchenhäuses, und selbst die Christen, die sich erst nach und Nach vom Judentum abtrennten, feierten ihr Osterfest nach den Daten des Patriarchenhauses Erst bei dem Co nzil in Ri kaea, dem der zwar ungetanste Kaiser Constantin d. Große (groß in allen Mordesarten) persönlich präsidierte, wurde der letzte Faden der Verbindung mit dem Judentum abgerissen, nachdem durch schlagende Argumente nrit wuchtigen Knüppeln und Flüchen die Arianer besiegt, und der Katholizismus proklaniiert wurde. Llber der ncrvus rerum fehlte ihnen ebenso wie später den Mohamedanern mit ihrer plumpen Nachahmung des jüdischen Mondjahres, die ihr Bairamostersest durch alle Jahreszeiten wandern läßt. Es war jenen nämlich nur die exoterische Tekufat Samuel von 36514 Tagen bekannt, nicht aber die genaue esoterische .des R. Ada. Durch diese Differenz hat sich schließlich die Kluft des Schisma zwischen dem gregorianischen und griechisch-russischen Kalender so sehr erweitert. Welch kulturelle Ueberlegenheit das Judentum gegenüber dem heidnischen Rom durch den Kalender gewann, was auch Eindruck auf den so judenfreundlichcn Julius Caesar gemacht zu haben scheint, beweist die erst -von diesem eingeführte Zeitordnung oder vielmehr die bis zu ihm herrschende geradezu unwürdige Unordnung. Die Römer hatten zuerst das alte Jahr der Albaner 10 Monate mit 304 Tagen. Numa Pompilius um 3043 j. jAera, der aus dem Orient das 12tafelgeseh eingefiihrt hatte und die sybillinischen Bücher, der auch wegen seiner seniitischcn Allüren von manchen Modernen dazu verurteilt worden ist, überhaupt nicht existiert zu haben, führte das Mondjahr von 12 Monaten mit 355 Tagen ein, wozu alle zwei Jahre abwechselnd am 23. und 22. Februar ein Schaltmonat, genannt Mercedonius, pon 22 und 23 Tagen hinznkam, so daß in 4 Jahren 1465 Tage ä 8661/4 per Jahr nusr 1 Tag 11 Min. 14 Sek. — i/129 Tag das Jahr größerchar als das wirkliche.. Die Feststellung der Festtage lag in den Händen der Pontifices. So entstand eine derartige Verwirrung, daß 3712 (48 v. d. g. Z.) bereits ein Unterschied von 67 Tagen eingetreten war. Caesar erklärte dieses Jahr als Jahr der letzten Confusion, „annum conftisionis ultimäe" und setzte für das folgende Jahr (708 n. Gründung Roms), das bereits einen Mercedonius hatte, also 378 Tage zählte, noch 67 Tage hinzu, sodaß es auf 445 Tage kam, wodurch der 1. Januar auf den ersten Neumond nach dem Wintersolstitium (am 24. März) der Tag und Nachtgleiche fiel, und führte das /Jahr Von 365 Tagen niit einem Schalttage in jedem vierten ein. Nach seinem Tode wurde der Schalttag irrtümlich für jedes dritte Jahr eingcfnhrt, bis Octavian 50 Jahre später de» Fehler berichtigte. Beim Coucil von Rikaea fiel das Aequinoctium anstatt auf den 24. schon auf den 21. März, der von demselben für immer festgesetzt wurde, bis im Jahre 1582 Gregor X. sich veranlaßt sah, 10 Tage ausfallen zu lassen und am 5. Oktober den 15. zu zählen befahl. Das gleiche wurde nach und nach auch in Deutschland eingeführt, wo auf den 18. Februar 1700 statt des 19. der 1. März folgte, wobei das Jahr nach 400 Jahren immer nochum 2 Stunden 53 Min. zn groß ist. Nicht viel besser ging es den Griechen. Solon hatte 8 Jahre vor der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnczar in Athen das Mondjahr von 354 Tagen mit einem Schaltmonat von 30 Tagen in jedem dritten Jahre cingesührt, wodurch das Sonnenjahr 364 Tage zählte, also um 1 Tag 5 Stunde» 48 Minuten 15/97 Sekunden zu kurz kam. 54 Jahre später führte Kleostratos den 8 jährige» Cyklus mit 3 Schaltmonaten ein, so daß das Jahr auf 365i/t kam, bis Meton 108 Jahre später (3328 j. .Aera) den 19 jährigen Cyklus von 235 Mondmonaten — 19 Sonnenjahren ein führte mit 7 Schaltjahren, von dem sich der von Hillel II 3821 festgesetzte dadurch unterscheidet, daß die 9 Schaltjahre bei M. in das 3., 5., 8., 11., 13., 16., 19., bei H. dagegen anstatt 5 «uf 6 Anstatt 13 aus' 14 und anstatt 16 auf 17 fallen. (Fortsetzung folgt.) Cigarren-MQIiei*, gr. Eschenheimersfrr.31» UebCranenstr. 1/3. Taonasatr. «. I Cigarren LiebCrai Cigarren garetten erstklassigen IJraprnngs. Partien In memoriam. „Mehr als viel' andre Menschen Achte den Arzt ich wert." Dies alte rühmende Wort des unsterblichen Homer hat in unfern Tagen, da das einzelne Leben für Staat und Familie erhöhte Bedeutung erlangt, neuen und reicheren .^Inhalt gewonnen. In kluger Voraussicht der gewaltigen Aufgaben, die unsere Aerzteschaft zu bewältigen hat, um die Gefechtsbereitschaft der Truppen zu sichern, die Verwundeten im Felde und in den Lazaretten kunstgerecht der Heilung zuzufntzren und schließlich die Daheimgebliebenen vor schweren, im Kriege besonders gefahrvollen Volkskrankheiten zu bewahren, — hat die Militärbehörde den Aerzten eine Sonderstellung - eingeräumt, der es an Ehrungen nicht gebricht. Wer da aber zu Beginn des furchtbaren Weltkrieges meinte, daß dadurch den Aerzten wenigstens Gesundheit und nacktes Leben gesichert sei, hat, wohl nur zu bald erkannt, in welchem Wahn er sich befand. Erschütternd äst schon heute die Zahl der Aerzte, die in treuester Pflichterfüllung, während sie im Unterstand die Verwundeten behandelten, dem mörderischen, nichts schonenden Granatfeuer zum Opfer fielen. Biele erlagen auch tückischen Seuchen die sie sich in den! vor Schmutz starrende» Ländern Rußlands znzogen, oder sie kehrten zwar heim, aber mit einem Gebrechen, das sie sich infolge unsäglicher Strapatzen oder innerer Krankheit zuzogen, und das sie auf Jahre hinaus, wenn nicht gar dauernd in ihrer Arbeitskraft behindern dürfte. Daß auch die im Heimatsgebiet wirkenden Aerzte täglich und stündlich Gefahren ausgesetzt sind, beweisen die Fälle, in denen bekannte Präses-, soren einem in russischen Gefangenenlager e worb' neu Flecktyphus erlagen. - -