Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 10 (10.3.1916)
- Date
- 1916-03-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. I M Düth Hat, v. WM SchlHormtfm 18m Telepfipn I, 8630. Seifen, Mchtej Kamm- und Bfirstenwaren, . , Besen etc. Cosroetische Spezialitäten. I Da sagte sie: „Du sollst erfüllen das Wort unserer Weisen: Steig' eine Stufe herab und nimm ein Weib."" Da ivar Mbbi Reb Haschil sehr erschrocken und " cntgcgnete; „Handele, .weißt Du ull, was mbH hat Dino beschworen vor ihremTod?" - Sic bückte sich demütig und sprach: „Nit voll mir käme Lehre ausgehen über erpreßte Gelübde!" Sie kehrte sich ab und ging Heini. Nach drei Monaten hat Rabbi Reb Haschil mit Genehmigung des Rabbinats zum Weibe genommen Handele, unsere Aeltermutter, von der abstammen die starken (Fortsetzung folgt.) So ei» Pech! Einer Begebenheit aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts nacherzählt von L. R o s e n t h a l, Basel. In einer der schönsten Gegenden des ehemaligen Knrfürstentmns Hessen liegt, non hohen, waldigen Bergen umgeben, das altertümliche Städtchen Z. Noch heute sieht man die Spuren seiner ehemaligen Wallgräben, Teile der Stadtmauer mit' epheuübersponncncn Turmstümpfen und einige halbverfallene Tore. Ein urgemütliches altes Nest. Auch ein Dutzend jüdischer. Familien wohnten darin, die mit den christlichen Einwohnern im besten Einvernehmen lebten. Am Marktplatz stand das Haus der alten Joel Ster», der im Erdgeschoß ein Gcmischtwarcngcschäft betrieb, dessen Hauptstütze zur Zeit unserer Geschichte sein .einziger Sohn Sally war. Er hieß eigentlich Salomo», und Biele namiten ihn noch immer so; aber er hörte es nicht gern: Sally klang entschieden schöner. Er zählte jetzt 28 Jahre und war verlobt mit Riebchcn, der hübschen Tochter des Pferdehändlers Juda Hamberg, dessen stattliches Giebelhaus schräg gegenüber lag. In 4 Wochen sollte die Hochzeit stattfinden. 'Wie das so üblich ist, beabsichtigten die Brautleute sich vorher gegenseitig ein wertvolles Geschenk zu machen. Sally dachte an einen bescheidenen Brlllantring, den er in der nahen Residenzstadt kaufen wollte und Riekchen au eine schöne Uhr mit KMe, beides von feinstenr Golde; aber damit war er leider schon versehen. Da mußte also etwas anderes gefunden werden, und sie beschloß, ihm dicscrhalb vorsichtig auf den Zahn zu fühlen. Die Gelegenheit dazu stellte sich auch bald ein. Der Kammerherr von Sch.ein reicher, etwas wunderlicher Jungeselle, war plötzlich vom Schlage gerührt worden. Sein Neffe und Erbe, der sich auf Reisen befand, hatte von Palermo aus den Notar des Städtchens —.Möllmann hieß er.— beauftragt, seine Rechte wahrzunehmen und die bewegliche Habe an Möbeln/ Spiegeln, Bildern, Teppichen und. Kuriositäten (der alte Herr war cin lcidenschaftlicher Sammler uon letzteren «gewesen) Öffentlich versteigern zu lassen. In kurzer Zeit würde er selbst nach , Z ....... ... kommen, um die. Erbfchaftsangelegenheit endgültig zu erledigen. Notar Möllmann war. gleich daran gegangen, dem Wunsches seines Klienten Mchzukommen und richtete den ganzen Nachlaß zum Verkauf Hill In.acht Tagen schon sollte die Auktion (stattfinden. Den Kaufliebhabern war es freigestellt, sich vorher die Sachen in der Wohnung des Verstorbenen ansehen zu können. Schon aus Neugier gingen viele hin, und auch Sally und Riekchen kamen überein, mal hinzugehcn, um die ausgestellten Gegenstände zu betrachten. Von ihren beiderseitigen Hinterg«danken ließen sie nichts verlauten. Jedes von ihnen dachte nämlich : „Vielleicht findet sich da etivas Passendes was man schenken kann." - Das ivar wirklich wie aufeiner Ausstellung. Hier Tische, Stühle, Sessel und Sofas, dort vcnctiauische Spiegel, geschliffene Krystallgläser, seltsam. gemusterte Teppiche, allerlei altmodische Pendulen, dazwischen Waffen aus allen Zellen und Ländern, Rüstungsstücke, Meißner Porzellan usw.. Das Schönste aber waren die Bilder, die in einem besonderen Zimmer, ausgestellt waren. Sally sowohl als Riekchen glaubten, noch nie so etivas Herrliches gesehen zu haben. Besonders das größte Biü>, das llr der Mitte des Raumes auf einer Staffel« stand, gefiel ihnen ausnehmend gut. Es stellte eine dramatisch bewegte Szene aus aller Zell vor; man — sah darauf behelmte Reisige in Harnisch oder Ledcrkollcr, Mmkfiw«'/ zDraeiÜiWe- FoMiEan. Nr. 10. Hdelleute in spanischer Tracht,, aber .auch Damen in brokätnen Gewändern/ Spitzenkragen- und reichem Soldschmuck, ferner Bauern, fahrendes Volk, zigeunerartige Weiber und .Kinder. Sally drehte das Kartonblättchen, das unten an dem Bilde hing und die Nummer 16 zeigte, um — vielleicht, daß da was Näheres über den Titel oder Preis stand—, aber diese Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Die Rückseite 'war leer. . Nun, es war jedenfalls ein Prachtstück, und aua) der prunkvoll, reich verzierte Goldrahmcn imponierte Sally nicht wenig. Die Malerei schien ihm freilich schon etwas alt und mitgenommen zu sein, aber sie konnte sich doch noch sehen lassen; aus beit nachgedunkelten Farben leuchtete es noch hie und da goldig von den Gewändern der edlen - Herren und Frauen, blinkten Panzer und Schwertgriffe, und ein Wachtfeuer seitwärts warf glühende Streiflichter über die verschiedenen Gruppen. „Wenn das in unserer guten Stube hängen würde" dachte sich heimlich Sally „das wär' eine Pracht. Wahrhaftig, — ich möchte es kaufen und Riekchen schenken. Ist besser wie so'n Brillantringelchen, das leicht verloren gehen kamt und kostet vielleicht nicht-halb so viel. Aber wer weiß, ob es ihr recht, isst" —7 Seine Zukünftige hatte ihn scharf vdist-der Seite beobachtet. Sie sah, daß das Gemälde ihn höchlichst interessierte, wollte aber noch weitere Gewißheit darüber haben. -„Wirklich ein schönes Bild" sagte sie, „gefällt es Dir nicht auch?" „Gefallen?" antwortete er, „großartig ist es; ich meine, noch niemals so etwas Prächtiges gesehen zu haben. Das hat „Chain" (bestechende Wirkung) — wirklich Chain!" „Wie freut es mich, daß unsere Empfindungen immer übercinstimmen; — auch ich finde das Bildentzückend." Sally's Blick hatte etwas Lauerndes, als er frug: „Ist.das wirklich, war, Riekchen?" „Wie Da nur fragen kannst? Ich habe-Dir doch gerade gesagt, daß ich es einfach himmlisch finde." r Zeichnet die Kriegsanleihe! FBnfprozentlge Deutsche Reichsanleihe zu 98,50 oder Tiereinhalbprozentige auslosbare Deutsche Beichsschatzanweisungen zu 95. ' ' / ' Die Kriegsanleihe ist das Wertpapier des Deutschen Vqlhes die beste Anlage für jeden Sparer; - sie ist zugleich die Waffe der Daheimgebliebenen gegen alle unsere Feinde die jeder zu Sause führen kann und muss ob Mann, ob Frau, ob Kind. Der Mindestbetrag von Sondert Mark bis zum 20. Juli 1916 zahlbar I ' ermöglicht Jedem die Beteiligung. Man zeichnet bei der Beichsbank, den Banken und Bankiers, _ den Sparkassen, den Lebensversicherungsgesellschaften, den Kreditgenossenschaften oder bei der Post in Stadt und Land. Letzter Zetehnmigstag ist der 22. lärz. Man schiebe aber die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage auf! Alles Nähere ergeben die öffentlich bekanntgemachten und auf - jedem Zeichnungsschein abgedruckten Bedingungen.