Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1916)
- Date
- 1916-03-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite'4 Fränfft-riei" jfahulicitHah. 3ir- 9. die Rosele — — und die Ostpreußen! .. ... die Ostpreußen!! . . . *'.•./ ■*'' „Ruhe, lieber Freund . . ." „Horch, horch! . . . Hört Jhrs nicht? —Sie schreien . . . sie rufen ... sie bitten um'Hilfe '. .' . ran Rettung . . . die Rosele ... der Awromelc . . . die Ostpreußen! ... — Ich — ich will euch retten! ich schlag! --" „Aber lieber Freund! Mir haben längst gesiegt Sic, Sie haben gesiegt! Seien Sie nun ruhig." „Laßt mich! ich muß sie retten! ich Hab' cs geschworen! heilig geschworen! — Rache! — Rache! — Tod den Mördeni! den Menschemnetzgeni! — den Frauenschändern! — —" \ , /,Du lieber Gott! —. Schwester! kommen Sie doch schneller her — Danke, Herr Hanptmann, danke. — So — so-Still — er wird bald einschlafcn, -— sicher — leise — leiser; entfernen wir uns-— Bleiben Sic in seiner Nähe, Schwester — — Ah, da kommt -Dr. Weiß, der mich ablöst. — '» Abend Herr Kollege — er schläft — ob er noch erwacht? Armer Junge! Hat gewiß Frau und Kinder. — Krieg! — Sollten Sie meiner bedürfen.? Bin drüben, 'nabend!"- Nach einer halben Stunde. „Bitte, Herr Dollar: er ist ivach. Er scheiitt das Bewußtsein erlangten haben." Dollar Weiß konnte'die Bermutung der Krankenschwester nur bestätigen. _ „Haben wir gesiegt, Herr Doktor?" „Ja, lieber Kamerad: Sic, Sie haben gesiegt ..." Ein mattes Lächeln. Und dann! Die Aizgen irrteil, suchten ... Die Sttrn verzog sich. Das Hirn strengte sich an, rang, känipftc mit der Vergessenheit. Er seufzte. „Bitte, streirgen Sie ihren Kopf nicht an. Denken Sic nicht nach." Ta — endlich! „Herr Dollar — eine kleine Bitte: Können Sic mir meinen Mantel geben? — Bitte, Schwester, bringen Sie ihn mir." Die schwachen Hände wühlen in den Taschen. Ein schmales Päckchen kommt zum Vorschein. „Wenn ich ^ie bitten darf, Herr Dollar,, ivenn ich Sie sehr bitten darf: Helfen Sie mir, diese Lichtlein, anzuzünden. Dollor Weiß verstand ihn nicht: „Lassen Sie es lieber Freund; Sic sterben noch lange nicht . . . Sie werden iwch leben!" Jsi lächelte traurig: „Es sollen noch keine Totenlichter sein; es sind Fcst-Sicgcslichtlcin: Wir Juden haben heute das Einweihungsfest .-. .-Ein.kleincr, lieber Junge brachte. mir diese Lichtlein: ich solle sie anzünden, wenn wir siegen, wie jene . . . jene . . . Makkabäer sic angezündet, als sie siegten^D: ." Tr. Weiß sah seinen Kranken tief gerührt an. Mit bebender Stinüne kam es von seinen Lippep: - „Wir werden sic gemeinsam anzünden die Channkahlichtlein: auch ich bin Jude! ..." Alles Leben, alle Wärme, die der Sterbende noch besaß, verneigte sich in seinen Augen. Ein langer, inniger Blick... Auch ich bin Jude! So hat auch er, der gefallene Freund damals . . . damals, als er ihn zum ersten Male sah, gesprochen!- ... Daß cs aber jeder heute laut ausspricht, daß sich niemand mehr schämt, ein Jude zu sein! ... Die Lichtlein raunten ... flüsterten ... lächelten ... Jsi schloß die Augen. Der Hauptmann kam. „Schon tot?" Der Arzt verneinte es. „Aber diese Lichter?" Dr. Weiß beeilte sich, ihm ins Ohr zu raunen: „Siegeslichllein . . . War. sei» Wunsch . . . sein lchsirWnnML^' ■’;.C V ■, Und er erzählte laütlos, was ev: gehört Hatte. «Ach'Hrdig^HN'-dösWfexne -Ktestz erster Klasse . ." Dr. Weiß nickte traurig: „Ob er cs noch sehen wird?" Elektr. Liebt*, Kraft-, Schellennnd Telefon-Anlagen. Tel. Tannas 4389. L Referenzen. Savigny-trasse 51. Elektr. Liebt-, Kraft-, Gebellennnd Telefon-Anlagen Kimst rmL Literatur. Monatsschrift für Geschichtp und Wissenschaft^ es Judentums. Herausgegeben von Professor Dr. Krann. 59, Jahrgang. Novbr./Dezbr. 1915. Breslau, Koebnersche Berlagshandluug. Inhalt: Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus . (D. Feuchtwang). — Berichtigungen znm Sklchrenrechte in der talm. Archäologie von Kraust (Simon Rubiy). —, Ein Judentag. aus, Süd- und Neuostpreußen (L. Lewin). — Besprechungen Nsw. > F. SAINT-DENIS, Y'STESSÄ^ ALLE REPARATUREN an UHREN Gold und Silberwaren, Brillen und Zwicker. Woche»-Kale»der. (Zeitangaben nach dem lwacb.) Samstag, dm 4. März (= 29. ÄdarRiscbaun.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. S Uhr 40 Min Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 55 Min. in Berlin 8 Ühr<60 Mm. Wvchenabschnitt: Pekudei. — Die Summe der eingehobenen Silbcrschekel. Die Priesterkleidnng. Die Stistshütte und deren Einweihung. Die Priesterweihe. Perschas> Schekolim. — Rausch--Chaudes chSonntag und Montag. Wochengottesdienste in Frankftkrt ä. M. Morgens: 6ZH Uhr in den mristen Sy>-a, ogen ^Locken- Heim, Unterlindan 7 Uhr, Hailptsynagoge, Köniqsteinerstr. 7!/ä Uhr.) Abends: 5Vs Uhr in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge 4 Uhr, Königsteinerstr. .7 Uhr). Spende«. Bet der Nationalfondskommission i). Hrimann, Zeil 21) gingen ein: Adolf Dorfzaun Jk Spendenbnch, Frau Alice Stein zum Andenken aif ihren unvergeßlichen Gatten 10.— Mk. Die Hinterbliebenen znm Andenken an ihre unvergeßliche Frau Estella Simon geb. -Goidschmidt 25.— MarL- ' . Palästina Notstands-Aktion. Jsenbcrger anl. Jahrzeit 6.— Mk.; Grete Kraemer entschuldigt sich bei Rose Weinberg 2.— Dtk. Ara»kf«rter KamMepnachrichte«. Geboren. Ein Tochter Hermann D. Ster». Gestorben. Mina Levi geb. Levi, Wwe., 85 I., Merianstt. 39. — Güthel Fuld geb. Mayer, Wwe, 77 I., Leerbachstt. 22. — Heinrich Levi, 73 I., Fellnerstr. 7. Helene Mainzer geb. Koschland, Mve., 71 I., Hananerlaiidstraße 1. — Clara Frankel geb. Zunz, 75 I., Jügclstr. 7. — Amalie Hirsch. — Moritz Ziegelstein, im Feld. — Ignay Mandelbanm, 77 I., Barckhausstr. 2. Auswärtige Familiemmchrichte«. Geboren. Ein Sohn Georg Roscnbcrg sSeligsohn), Hettstedt. Eine Tochter Heinr. Levy (Weiß), Landau. — Paul Oberdörfer (Äayer), Bamberg. — Dr. Carl Marcus (Schmul), Posen. — Carl Lipmann (Elsbach), Hamburg. Verlobte. Bianca.Schulvater mit Friß Dessancr, Berlin. — Gertrud Spiegel, Berlin niitBinrt Loewcnthäl, Königsberg. Gestorben. Kommissionsrat Moritz'Boden, Breslau. — Moritz Austerlitz, Neustadt O.-Tchl. -- Unterarzt Kurt Cohn, 24 I.; Eugen Lipmann; Sicgfr. Klarer, 36 I., Berlin, iin Feld. — Sarah Abrahamsohn geb. Machol, Bereut, Westpr. — Flora David geb. Cohn, 71 I., Bischofsbnrg. — Geh. Sanitätsrat Dr. Adolf Berliner, Kattomitz. — Jacob Cohnberg, 65 I., Breslau. — Salo Neubauer, Bresla», in, Feld. — Ferd. Roos, Wwe, geb. Mayer, 61 I.. Bingen. — Moritz Mendelsohn, '60 I., Pajanowce --- Rtldols Roseiibaum, 45 -I., Plcschen. — Gotthold.Gütz/ 58 I., Posen. '— Jacöb Levy, 82 I., Hagenau. — Mina Cah» geb. Bayer, 64 Bayreuth. —-Bertha Hotzinger geb. Arnstein, Atnnchen. — Jnstizrat Dr. Emil Loewy, '57 I., Charlvtteubnrg. — Jacob Simvtisohn, 43 I., Charlottenburg, im, Feld. — Marianne Beschütz geb. Philippsoii, ' Göllinge». - Moritz Kohn, 65 I., Ulm. Briefkasten R. Der Aufsatz in Nr. 6 unserer Zeitung „Eine alte Urkunde ans dem Archiv der israelit. Gemeinde zu Frankfurt a. M." beschästtgte sich kurz mit dein Fett m ilch- Anfstand. . Die Ursache des Aufstandes war fvlgendc: Die Ziiiiste lehnten sich gegen die Macht der Patrizier im Magistrat auh und um nun den Herren im Magistrat ihre Kraft zu zeigen, ging's gegen die Inden. An der Spitze der Bewegung stand der Lebllichenbäcker Bincenz Fettmilch. Am 1. Septeinbcr 1614 wurde die Judengasse geplündert und die Inden — etwa 1400 Personen — vertriebe». Erst am 28. Februar 1616 zogen sie — imtcr Musik, und von kaiserlichen Koiiimissaren geführt — wieder in ihre Gasse» ein. Fettmilch, der sich der neue Hmnan der Inden genannt hatte, N'urde gevicrtcilt, sein Haies geschleift und seine ' Familie in die Lerbaiinuiig verjagt. Der Kaiser verurteilte die Stadt zu einem Schadenersatz von 175 919 Gulden für die ^nt de» Juden verübte Plünderung. "D. Louis Dembitz Brandeis,, der bekannte dcinv- ' kratische Polittkcr und zionistische Führer, ist der erste Jude, der in das hohe Amt eines Richters an dem Höchsten Gericht der Bereinigten Staate» berufen wurde. Er wurde am 13. Nov. 1856 in Louisville geboren. Vereins-Kalender. Freitag. Mekor Ehaj im, Uhr: gemütl. Znsmumenlunft (Schlnßabend). Samstag. Me kor C h a j i »i, 12 Uhr: Melochi», (Prof. Wehl); N,ä Uhr: Mikroh-Vortrag (L. Lob)! ' Sonntag. M e k 0 r E h a j i m , 6 Uhr: Jirmijohu (Dr. Jos. Breuer). Mittwoch. I ü d. F r a n c n v c r e i»i g u n g, 0 Uhr, Hörsall: Zwischen den Zeilen des Estherbuches (Tchachnowitz). / Kriegsanleihe und Bonifikationen. Die Frage, ob die Verinittelungsstellen der Kriegsanleihen von der Bergütnng, die sie als Entgelt für ihre Dienste, bei der Unterbringung der Anleihen erhalten, einen Teil an ihre Zeichner lveitergebeii dürfen, hat bei der letzten Kriegsanleihe zu Nieinungsverschiedenheiten geführt und Berstimnulngen hervorgerilfcn. Es galt bisher allgeinein als zulässig, das; nicht nur an Weitervermittler, sondern auch an große Lermögensverwaltungen ein Teil der Bergütnng weitergegeben werden dürfe. War dies bei den gewöhnlichen Friedensanleihe» unbedenklich, so ist anläßlich der Kriegsanleihen von verschiedenen Seiten darauf hingcwiesen lvorde», das; bei einer derartigen allgemeineit Noitsanleihe eine verschiedenartige Be- , Handlung der Zeichner zu vcrnteiden sei nnd es" sich nicht rechtfertigen lasse, bcu großen Zeichnern günstigere Bcdingnngen als dcir kleinen zn gewähren. Die. zuständigen Behörden haben die Be- .rechtigung dieser Gründe anerkennen müssen Änd beschlossen, bei der bevorstehenden vierten Kriegsanleihe den Bermittelungsstelleil jede Weitergabe der Bergütnng außer an berufsmäßige Vermittler von 'Esfektengeschästeu streugstens zu untersagen. Es wird also kein Zeichner, auch nicht der größte, die vierte K riegsanleihe unter dem amtlich - festgesetzten und öffentlich bekanntgemachten Kurse erhalten, eine dlnordnn'ng, die. ohne jeden Zweifel bei allen billig denkenden Zeichnern Verständnis und Zustiinmung finden wird. 2Pfd.-Sose lP/d.-Dose Stangenspargel, mittelstark.. . 8.— 1.03 „ stark. 225 1.20 „ sehr stark ....... 2.40 1.30 „ extra stark . . . . ,. . . 2.65 1.35 Griitfe SpargelkSpfe . ..1.25 — „ „ stark ........ 1.55 —.86 .Schnittspargel nrit Köpfen . . ... . . . 1.20 —.65 . mittel. . ..1.60 —.85 „ stark.. . 180. — 95 „ extra stark . '.. 1.90 1.— ’5% Rabatt bei Abnahme im Betrag v. Mk.20. n. Bai Zahlung. Max Haasen. (loh. Victor Harz) Alte Rothofatr. 6. Fernruf Hansa 611. Gemälde alter Mister und feine Antiquitäten AN- UND VERKAUF. Adolf Klein, Frankfurt am Aain Tel. semer 709t - 11 Grosser Htrschgraben 11 Tet.Löne, 70gg Haus „Zum Hirschgrabenhof“. ^orilsn schön uuä schnell gem., gefärbt uoä umgearbeitet. 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