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Neue jüdische Presse · 1916-02-25 · Heft 8 (25.2.1916) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 8 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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HM 2: _ -- /' es das Alltägliche, dasWrkliche, das - es /darstellt, in Verbindung bringt mit dein Ewigen,' Absoluten; : daß sie ihr Dfijeft. semer irdischen Zufälligkeiten und Begrenztheiten entkleidet und seinen letzten allgemein gültigen, ^ewigen Sinn aufdeckt. Dazu aber ist cs erforderlich, daß' der Künstler nicht ganz innerhalb der Grenzen der Welt, die er verewigen soll, eingeschlossen bleiht, daß er sich über sie erheben und sie /schließlich sub specie aeternitatis zu betrachten vermag. Diese Fähigkeit fehlt Mendele, der ganz urrd gar innerhalb des Horizontes der ihm als Objekt dienenden Sphäre verbleibt, und diese Begrenztheit ist umso fühlbarer, als diese Sphäre bei all ihrem inneren Reichtum doch eng und klein ist im Vergleich zur großen Welt, in der wir heute leben. So mangelt es seinem-Werke an der letzten metaphysischen Tiefe, an der letzten Ewigkeitsgröße, wie sie eben nur das Sichemporheben über die Grenzen der irdischen Wirtlichkeit und das Emporfliegcn zum Ewigen, Absoluten, Allgemeinen ver-- leihen kann. Daher mangelt cs auch feiner psychologischen Darstellung an jener Tiefe, wie wir sie bei den wenigen größten Menschendarstellern der Weltliteratur, einem Aesschylos, einem Shakespeare, einem Goethe, einem Dostojewski) finden. Mendeles Helden bleiben stets und allezeit Juden, genau noch osteuropäische Kleinstadtjuden; das Tiefste, Allgemein-Menschliche in ihnen kommt nirgends zum Ausdruck. ■ Vielleicht aber wurzelt diese Begrenztheit seiner Kunst in einer solchen seines Objekts? Vielleicht erstreckt sich diese Uebereinstinimung von Form und Inhalt in Mendeles Schaffen auch auf diesen seinen Mangel? Vielleicht ist cs eben die Eigenart, der Grund der Anomalie und Krankhaftigkeit dieser jüdischen Kleinstadtwelt, des Ghettojpdentums überhaupt, daß es, gezwungen, all seine Kräfte zu-, ^sammenzuraffen, um Judentum zu bleiben, sich nicht zum Allgemein-MenschWen durchrnMN konnte, da es, stets in Gefahr, ans sein Judentum verzichlcn zu müssen, schließlich auf sein Menschentum Verzicht leiste» mußte. Vielleicht... wir wollen hier kein Urteil fällen, wo die letzte Wurzel dieser letzten Begrenztheit Mendeles zu finden sei.. Die Erkenntnis der Existenz ist nächtiger und mag genügen. Mag aber diese Begrenztheit auch der Kunst Mendeles etwas von ihrem rein künstlerischen Ewigkeitswerte nehnlen, ihre Bedeutung in der Geschichte und Literatur des jüdischen Volkes wird dadurch nicht gemindert. Hier besitzt sein Werk Ewigkeitswert als die klassische, u n ü b e r - treffbarc und unvergängliche künstlerische Objekt vierung jener oft jüdischen Lll einst ad twclt, wie sie durch Jahrhunderte hindurch das Zentrum des jüdischen Lebens und.Schaffens war. Die letzten Jahrzehnte haben dicsx Welt in ihren Fundamenten erschüttert; dieser Krieg wird sic vielleicht vollends einstürzen lassen. Aber ebenso wie sic als der charakteristische Ausdruck einer großen und bedeutsamen Epoche der jüdischen Geschichte für alle Zukunft unseres Volkes hinaus unvergessen bleiben wird, so wird auch das Werk Mendeles Mocher Sforim für unser Volk unvergänglichen Wert stets behalten. Ms der größte Dichter einer bedeutenden Epoche unserer Geschichte, als ihr genialster Repräsentant hat er sich der Zahl jener großen Gestalten eingerecht, die in der Geschichte jeden Volkes unvergeßlich sind als die Marksteine und Wegweiser seines Entwicklungsganges. Bo» re» jüdische» Volksschulen in Polen. Das neueste „Schulverord'nungsblatt' für Po len" bringt Bestimmungen über die Lehrziele und Lehraufgaben der Volksschulen. Der jüdische Religionsunterricht hat nach der Verordnung das religiöse Gefühl zu wecken, die jüdische Tradition lebendig zu erhalten uyd Liebe zur jüdischen Vergangenheit den Kindern einzuprägen. Jüdische Eigenart und bisherige Entwicklung des Judentums sind ini Religionsunterricht zu berücksichtigen. Die Grundwahrheiten der Religion, die wichtigsten jüdischen Religionsquellen, jüdische Geschichte und jüdische Gebräuche sind mit dey Kinder» zu betrachten. Es sind demnach zu Lrantlurtm.MrmlÄsches FaMilteMÄ. - ' Mbcl' schichte,.- PftlMsttMsi: /V-- '; /. ' : x ' " ' Hits,-Hp Sri & i sH-e wisd schon auf her Unter-; stufe unterrichtet. Die Kinder sollen so weitim Lesen geübt werden/ daß sic leichte Stücke - aus der Bibel/Gebete und Abschnitte daraus ./übersetze» können. Auch die. notwendigsten Kenntnisse der hchräischen -Grammatik werden, übermittelt. Die Kinder lernen auch.hebräjsch schreiben. 'Es wird , ferner genau bestimmt, welche Gebete die Kinder zunächst zu lernen haben, wobei den religiösen Gebräuchen zu Hause und dem öffelltlichen Gottesdienst der Ostjüden Rechnung getragen' wird. Die biblische Geschichte wird, ebenso schon. aus der Unterstufe , gelehrt. Die Kind.ex leruen zunächst in Einzelbildern, später — auf den oberen Stufen — im Zusammenhänge die Biblische Geschichte bis zur Rückkehr vom Babylonischen Exil die Zeit des 2. Tempels, das Wichtigste aus. der späteren Zeit -des Judentums, möglichst bis zur Gegenwart. In der nachbiblischen Geschichte sind hauptsächlich die Geisteßheroen des Judentums zu berücksichtigen, wie z. B. Hillel, Rabbi Akiba, Maimonid'es u. a., wie auch das jüdische Märtyrertum . des Mittelalters. Auf de» Geschichtsunterricht kommt die Verordnung ferner auch noch in 8 5 zurück, in dem ausdrücklich gesagt wird, daß die Kinder die wichtigsten Vorgänge aus der Geschichte des eigenen Volkes kennen lernen solleit. Die Verordnung, die in einer mustergültigen Weise den Unterricht in den Volksschulen regelt, ist ein Beweis d e r B o r s o r g c, die die deutsche Zivilvcrwaltung den Volksschulen der eroberten Gebiete angedcihen lW: Httfr»?! Wiederum koiuyien Nachrichten aus Palästina, die alle Juden z»r Hilfstätigkeit aufrufen. Dw jüdische Bepölkerung des heiligen Landes hat in "nugushörlich steigendem Maße imt Mangel und Not zu kämpfen. Sie kqnchst und leihet iü dem Bewußtsein, daß ihr Aiisharren Verständnis und Mitgefühl, aberaych tatkräftige Linderung bei all denen quslösen wixd, denen Erez Israel ein heiliges Wort und eine teuere Hoffnung ist. Die Arbeiter, die — zumal in der Kriegszeit — mit dem Geringsten sich bescheiden, leiden bittere Not. Einige Tage der Woche müssen Arbeiter, Handwerker, Schüler und jene Kreise, die auch sonst aus Unterstützungen augewiescu waren, hungern, weil die Mittel nicht reichem Der Bericht, -der dem Hilfswcrk für Palästina erstattet worden ist, verlangt ungesäumtes und großzügiges Eingreifen zu Gunsten unserer palästinensischer Brüder. Die Organisation des Hilfswexkes in Palästinaist vorhanden. Volksküche"/ Darfehnskassen ^bestehen, und lange Zeit hindurch wurde eine Katastrophe vermieden, da Hilfsgelder aus Europa und ans Ayierika Vorhänden waren. In der letzten Zeit hat aber die Hilsstätigkeit versagt. Eine neue Aktion tyt not. Wsr.hoffen, daß die Juden Deutschlands ihre Pflicht tust werdest. Es geht um ejne Hilfe, die den Hmiger stillt uyd unsere Brüher und die Arbeit ihrer Hände künftigem Wirken bewahrt. Hilsswerk für Palästina.*) *) Geldstndungen sind zu richten an das Hilfswerk für .Palästina, Mrlsn W. 15, ..Postschestkonto , Nr. 4192. Pie „Sc*" iy frMschex Lage. Die Baron Hirsch-Stiftmig Fest befindet 4jch> wie mgI aus London beruhtet, inefper kritischen Lage. Infolge dest Kriege? W hie Verivaltnng dieser großen jüdischen Kvlonisqnons-Gesellschast'/TchwierigWteil mit ihren Geldern/die in" Papiären tsestgelegt sind/ Man hätte gern ip Amerika einen Hilfsfonds äufgähracht; mit Ausnahme von H. SMjf/ der löst 000 Dollar gab, har sich' jedoch' keiner der "Md.ischcst Millionäre eriveichest lassen. Die jüdische Gleichberechtigung i» Wilna. / Die ösfentljchen Bekannhnnchuygenioerden in -Mlna jetzt in vier Sprächen crlassmi: Deutsch, jüdisch, Pofnssch und littauisch. Die Pässe werden für die Christen-in '___, %; Adeulschiw.und ^N-polnWer-.nnd/füstwie-Kiidenin deutsch!!'. und in jttdischer/Sprache-ausgestM - ' Die Ktädt - Hatsechs/Boikskstcheu -errichtet, drei' für Juden und drei, für' ChrWst,. und dreißig/billig^ rÄWkaüfsstellen, die zur-Hälfte: in Händen ston Judsii -üstd zur Hälfte jn Händen/von Christen sind. DevtscheS Reich. Frankfurt a. M. Ans dem Büro der /f r e i e n B erei'njgnng f ü'r die -In t er essend e r or th od o x e n Jud e n t u-W wird uns geschrieben: Es hä/ sich gelegentlich der Gottesdienste an de» letzten Feiertagen , ün .Felde als ein fühlbarer Mangel hcräusgestcllt, däß sticht genügend Machsorim vorhanden, waren/ sodaß die Mannschaften vielfach dem Gottesdienste nicht folgen konnten. Wir bitten unsere Glaubensgenossen, uns^entbehrliche Pcssach-Mach s orinr umgehend geschenkweise oder leihweise zu übersenden. In letzterem Falle .werden wir die Rückgabe de» Empfängern zur Pflicht machen/ohne natürlich jedoch dafür eine Bestantwortung übernehmen In können. Ferner bitten wir um Ueberlassnng brauchbarer Exemplare von - ' -:r' Megilath Ester zur Verwendung bei Gottesdiensten int Felde iindiiiGjfangeiienlageru. ' - / Frankreichs - Parts. „humanitS" bringt unter Duldung des Zensor einen heftigen ' Leitartikel gegen die russische Regierung, weil sie ihre jüdischen Untertanen auch jetzt noch als rechst-, los behandelt. Dadurch erkläre sich das Verhalten jener amerikanischen Geldlente, die cs stblehnten, die Entente-Älpleihe zu zeichnen, wenn Rußland ton ihr tchlnehmen ivürde. Die Neutralen können'es nicht verstehen, daß die"Berbündeten den Krieg des Rechts führen und dennoch zngcben, daß ein ganzes Volkaußerhalb des Gesetzes gestellt wird. ' * Die Gcldhilse Amerikas iverde den Verbündeten innuer nötiger':- Frankreich und England müssen daher dafür sorgen, daß Rirßland von seiner bisherigen - Judenpolitik abstehe.; Amerika. Rew-Aork. Auf Veranlassung von Harry Fische l, dem Schatzmeister des Jüd. Hilfskomitees, hatte der SeiiLtor Tartin die VeranstalMng eines .! Iudcutages in den Vereinigten Staaten zu Gtmsten der notleidenden Juden im Kstiegsgebietc in, S e n a t behandelt, und -der Senat hat den 27. Janu'ar in einer Resolution für dieser; Tag bestirmrrt. Präsident Wilson hat den Beschluß in empfehlenden.Worten bestätigt. - Es snrd 21/» Milliorrerr Dollar am 27. Januar bei den Bürgern der Bereinigten Staateir gesanuiitzlt worden. '' Perso«alie» «. Kleine Mitteil«»ge». Berlin.. Geh.SanitStsrat Dr. Julius BlUm.ent hak, konservativer"Repräsentant der.iübikchen'. rrnd Vorstandsmitglied in mehreren jiMscheDMKMrj/Mhe. in weiten Kreisen hochgeachtete Persönlichkeit, ist bersch i e d e n. Berlin. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. August von Masse r in a » n, Direktor des Kaiser Wilhelm-Jnstiints für experimentelle Therapie, feierte am 21. Febriiar seinen r>01 Geburtstag. / Dr. Ernst Herzseld, Privatdvzent für Archäologie und historische Geographie' des Orixnts, erhielt den Titel Profcsso"r. " Der Grostherzog von Mecklenburg sandte seinem Hofbankier Geh. Kommerzienrat E dm und Helfft anläßlich dessen 80. Geburtstages ein Handschreiben. München. Hier verschied im Alter von 73 Jahren der Major'a. D. Maximilian Marx. Er war Zeit 1886 pensioniert. Leipzig. Archiv kt Wilhelm Haller erhielt den zwei'ten/'PreiS M dem Wetthewerb für die künstlerische Gestaltung der Ueberführu'ng 'der Mecklenbiirgsträßt. Posen. In diesen Tagen länd die Sikbe'rhochzeit unseres Rabbiners Dr. Freimann und feister Gättjn statt. Verschiedene KörpeAchäfteii und Vertziste waren erschienen, und' es wurde , von lallest Rxönerii die rnstigc Uebereinstimmustg, die' zwischen deist Rähbiiierpaare äind der ' Gemeinde Mrrscht, hervorgehoben. Es gratulierte n. a. die Syiiagogeii-Gemeiiide (I s r a % 1 Friedländer), die Repräsentanten (Manassc Werner),— dje Kultus-Koiiimissioii der Synagoge L (S. Geliert), das Rabbinat der Synagoge //"(RabbinatS- Ässessor Kr an s e), das Lehrerkollegium der Religiönsschinl« (Dr. Joseph Fcilchenfeld), das Rahbinersetznnar in Berlin (Rabbiner Dr. Rose »w a s sc r ai,ts Labischin), der Pysener 'Rsthbiiierverband (Rabbiner D^, Wreschner aus'Sämter). Heimann PSwenste.in.jn Kletzko/-früher Städtverordneter, Vorsteher der Synagogengemeinde usw-, feierte den 80. Geburt?tag. ' WieM. Der Schriststrller, Regierunasrat Dr. Th eovHl. 8i-S l rn g und-d'er'Räbbine'r ä.'D'?Dr:'Ndo-l f Fr astZ-k-/ r(ü u sind v e r schi'ed en. ' . ' . Hnag. Es kost» unstemittelten Glaubini g en o fs e n nur 'vavost ' ab geraten"" tÄrkien, 1 Holland an S zu wandern. ArbeitSmöglichkäÜen

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