Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1916)
- Date
- 1916-02-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Jte. 7: KkTMM-LMW ■ Vitbafärstrafffttoj 3i : -im Esnighaun; : __ RE^RÄfljREN an UHREN . , Gold .iindSIlberwaren. Briilep>-«nd Zwicker. / tz-/Noch ungekocht? Tut nichts liebe,Fräu'.'.dann gehe lch-nÄh für ein Weilchens. :' :i:i: * •. ‘ ,,4lbßr'ivos geht- Ihr weg, lieber dektschei Jüö? 'sis-'dÄch ungekocht -'sis'doch - ungekocht 7 '. °sis doch - ganz''ungekocht -i \ j"-5;v V -:•?->:- „Eben, wenn es doch noch gmiz ungekocht ist, dann, -—.1 ~‘"S. . .........,... .. Doch' ^Mirz" ' rmgrsocht .^^ ^'Seht .- h-ht .... j Und chie>gute unverstandene Frau beeilte sich, das Essen-auf den Tisch zu setzen und nötigte Isi, wieder Platz zu nehmen. * l Skeptisch führte Isi den Löffel 511111 Mund. Aber kaum hatte erden ersten Bissen in der Kehle, da wurden seine Sinne erleuchtet, und er begriff nun, da st' „ungekocht" -im Munde der Frau Liebe soviel wie: abge» '.. ,..»wb .daß nur die. Sprache schlecht, das Essen aber sehr gilt war. . - - - . In der Tat! ° Sie gab ihni das beste Frühstück, das eine arine polnische Jüdin einem „deitschen" Soldaten, der obendrein noch ein „Jüd" war, geben konnte. . . * . . . Endlich! Und Awromele, der aus diesen Augenblick gewartet chatte, näherte sich - dem „Deitsch". Bevor er aber den Mund anftat, sah er sich noch einmal behutsam um: Sie waren fort, beide: Vater und Mutter. „Willst Du mir was sagen, lieber Junge?" - „Joh — ich wollt . . . ich ipollt ..." „Was? was wolltest Du?" " „Ich wollt . . . a Deitsch .;. . a Deitsch sein — wie Ihr." - „Warum möchtest Du a Deitsch sein?" „Weil . . . weil . . . weil 'sis" gut, a Deitsch zu sein . . ." Warum ist es so gut, a Deitsch zu sein?" „Weil a Deitsch alles kann: Schreiben un Rechnen un alles . .'. alles ..." „Willst Du Schreiben und Rechnen können?" v „Oj oj! : . ." ' „Und kannst Du denn gar nicht schreiben?" „Nor a bissel Jiddisch . . . ''a klein bissel . . un ich will alles können, alles ... alles — wie a Dokter?" '" „Ah — Du willst a Doktor werden?" „Nein, nein, kein Dokter nisch. v . ich null blost alles können ... ich null bloß können ... Oj — oj -ßoj . . . 'sis doch so güt zu können . . ." »In Isis Herz kroch eine leise Wärme . . . tief . . . immer tiefer ... Er sah in das blasse Knabengcsicht, > das iturf rot, immer röter ward. Die Augen blitzten, 1 und der kleine Mund bebte: ,,'sis doch so gut ... so schehn zu . können . . . so güt ... so schehn..." „Wir Deutschen werden auch hier eine Schule gründen . . „Auch far Jüden?" „Aber selbstverständlich: für Juden ivic für Nichtjüden . . . Für alle gleich . . ." „Un ivet me nnch dann in de Schul' hereinlassen?" . „Natürlich!" „Un werd' ich nisch müssen mich schmaddeu (taufen)?" „Was fällt Dir ein. Junge? Niemand wird Dich zwingen, Dich zu schmaddcn." „Js dos wahr?!- Js dos take (wirklich) wahr?" „Es ist wirklich wahr!" „Oj—oj—oj! wos seid Ihr doch far güte Menschen, Ihr Deitschen!!. .. Wos sar a guter Kaiser is doch der deitscher Kaiser . . . oj—oj—oj . . ojoj—oj!" Und Alvromelc sprang und tanzte um den ' und auf dem Tisch. . Dann hielt es ihn nicht länger drinnen: Fügsn Sie Ihren Sendungen ins. Feld eine- Schachtel Fays achte Soden er Mineral-Pastillen bei. Sie erweisen damit unseren tapferen Kriegern einen doppelten Dienst. Erstens^ sind „Fays ächte“ ein vorzügliches Mittel gegen alle Erbältnngen und zweitens wirken dieselben durststillend. 'Yerlangen Sie aber ausdrücklich „Fays ächte“, weil minder-' wprtige /Nachahmungen bestehen. Frankfurt«: Israelitisches Faunlienblatt. -'- .^Dos Urüß ich .de Mame sagen'- n>t denk -Täten . ch^oj^-oj!" /v'v'rj- Mägen und Taschen übervoll stand)'Isi hinter dein Städtchen! Ein halbes Huhn/ eine ganze Wurst, Mepfel und) Zigaretten! Was lag nicht in seinen Taschen! Waswar 'du zu machen? Er mußte es den armen Lenieii äbnehcheil: Er mußte! Sie ließennicht nach. 'Sic beschworen ihn . .. . sie. täten es gewaltsam in seine Taschen . . .-Dieser gute Jakob-Mosche — 'diese liebe Frau Liebe — und dieser'allerliebste kleine, blasse Awröinelc! ^Dieser Awromele! ' ' . - Und wieder' kroch jene Wärme in Isis Herz . . . tief . . .. immer, tiefer. . . Er wandte sich um und blickte zurück.' Nur »och die Spitze des kleinen Kirchleins war sichtbar. Jii den neuen, wilden Kamps! Dem »iit neuen Kräften sich iiahenden Feind entgegen! >Fortsetzung folgt.) W Trauring-Eck «M> Frankfurt tu M ,Trlerisobe Gasse al Eake Törgesgasse,vts-ä-vl3 d, Hasengasse. Pp PlatVCeh Uhrmacher * 1 - riOl*Slilli nnd Goldarbeiter. Ecki I Der Rabbi aus Lodz. . Don H. .S'. Reb ' Benjamin Jacobowitsch war der glücklichste Mensch, den man sich denken konnte. Alle die vielen Fragen des Lebens, die großen nnd kleinen Sorgen der Welt, kümmerten ihn nicht. Er lebte zufrieden mit sich und allem, was ihn nmgab, nur seinem Gotte. Aus Russisch-Polen gebürtig, war er von Beruf Holzhändtcr, aber das Geschäft war für ihn gewiß mir Nebensache. Er verstand cs gar schlecht, die Bücher zu führen, weit besser und . wichtiger waren ihm sein Siddur und die Werke des Talmuds/ Nahezu 70 Jahre n>ar er alt, da befiel ihn ein inneres Leiden, nnd dem Rate seiner Familie nachkommend, begab er sich nach Deutschlaich, jim in einem dortigen Bad Heilung zu suchen. Js3. war anders bestimmt. Auf der Reise dahin verschlimmerte sich sein Zustand, und am Bahnhof einer größeren süddeutschen Stadt brach er zusammen und kam als Ausländer in ein ch r i st l iches Krankenhaus. Bei seiner, wie erwähnt, nicht allzu großen Geschäftstüchtigkeit hatte er kein Bermögen erworben. Die Reise nach Deutschland unternahm er mit wenigen Barmitteln in der Hoffnung, 'dM der gute Gott ihm gewiß wciterhelfcn würde. So kam es', daß er bald mittellos ward. Tlber seine Hvfsnnng aus die Hilfe des Älllgütigen trog ihn nicht. Das Krankenhaus, in dem er eingeliefrrt wurde, stand unter der Leitung eines verständnisvollen Arztes. Die durchgeistigten Züge des K-ranken, sein so einfaches nnd doch abgeklärtes Wese» fielen dem Leiter der Anstalt ans, und er bemühte sich, die religiösen Bedürsnisse des-Patienten soweit als möglich zu befriedigen. Rituelle Kost wurde ihm gebracht, nnd selbst seine lieben Bücher durste er benutzen. Die wahrhafte Frömmigkeit dieses rusiisth^poluischeii .Mannes, der, ohne ausdringlich zu erscheinen, seine religiösen Pflichten erfüllte, brachte eß soweit, daß in diesem nichtjüdischen Hanse ihm ein großes Entgegenkommen gezeigt wurde. ' Das Befinden verschlimmerte sich jedoch immer mehr, und es war keine?lussicht vorhanden, ihn wiederhergcstellt zu entlassen. Da wandte sich der ärztliche Leiter des Hauses an eine in der Nähe befindliche jüdische Anstalt wegen dauernder Unterbringung deS Kranken. Die ^lufnahme dieses unter so eigenartigen .Umständen bisher verpflegten Jacobowitsch in dieser Älnstalt erfolgte, nnd nun fand unser Rabbi seine höchste Befriedigung. Wir sehen ihn, den hilflosen Menschen, losgelöst von allen Schmerzen, seelisch glücklich im Studium seines geliebten Talmuds, — und so ganz noch wie zu Hanse konnte er es ausführeu >in einem Raume, der nur zum Gottesdienst bestimmt war. Und doch so anders kam .ihm alles vor. Während zu Hanse so ziemlich alle Gebete nach einem Ritus erfolgen und .nach seiner Ansicht bisher „Daitschland" nicht so ganz. von Jiddischkeit durchdrungen ist, bekehrte er sich schließlich zn einer andere» Ansicht, als er sah, mit welch inniger Empfindung und ausdrucksvollem Bortrag der Gottesdienst abgehalten wurde. Seine. Bekehrung ging schließlich, so weit, daß er erst still nnd dann laut mit dem inneren Wunsche hervortrat, wenn doch bloß sein liebes Lodz „daitsch" wäre. Da brach wie ein. Blitz aus heiterem Himmel der Krieg über Deufchland, und voll Erbeben sah man in die Zukunft. Die Kraft und die Macht Deutschlands zog hinaus zum heiligen Kampfe, und überall in alter Herzen war die bange Frage, ob dieser Uebermacht man Herr werden konnte. Jedoch, nicht überall war es eine Frage, Unser Rabbi Jacobowitsch, er löst sie schon in den ersten '.Tagen mit den Worten: „Makaus bechanraus werden kommen über Rußland, und Lodz wird sein daitsch". Wenn man ihn das sagen hörte mit verklärten Zügen, mit leuchtenden Blicken, so mußte man es gewiß glauben. .Doch die Freude der Erfüllung lönnte er nicht erleben. Es ward anders im göttlichen Rat bestimmt. Kurz nach Kriegsausbruch verschied unser edler Rabbi, nnd in seinem letzten Blick beim Aüsklang der Schemaus lag ein unendlicher- Dank für all die Liebe nnd all das Gute, was er in „Daitschland" erwiesen bekam. Was üer"^prophetische Gex'r dieses gottesfürchlijsen Mannes voraussagte, es traf: Lodz wurde deutsch, und so möge denn die Brücke, die von West! nach Ost auf- . gebaut wurde, ein sicherer Steg werden für die Erbauer. feit* 5. In dem Heim aber, in dem. der Datzingeschiedene weilte, wird die'Geschichte des Wnndermannes noch lange fortleben.' ' ' - . . Eingesandt. Für uachüenanntc Personen sind aus Amerika von ihren- Berwnndteii ,und Freunden Geldsendungen eingelangt: Für H-oronowitz, zßolatzischken. Kr. Heydeknig, Deutschland von M. Jtzkowitz, 335 Montgomery Str. Savannah; fiir Moses Hersch Z a m m - ler, Dorf Nowoselsk», Gmina Poturzin ujd. Tomasbow. Gouv. Cholm von sSam Zannnler, 339 Frederie Av. Detroit Mich.; für Mendel Scharf» Maidan bei Kolbuszowä, Galizien von Rose Jaine, 25 E 99th Str. New- Pork: für Tmibe Feld mann, Maidan bei Kolbuszowa, Galizien von Rose .Jaine, 25 E 99th Str. New- Pork: für Jndel I s p i tz,. Pilwischch, Gouv. Suwalki von H. Benkeim, 228 Lacka 'Av. Seranten Pa.: für Adolph- Gabor, Horny Bela, Post Böhm. Renstadt-Pilsen von M. Gotdschein, 821, Dvwson Street Rew-Pork; fiir Merdche F i l i 0 r, Ostrolenka, Gouv. Lomza von Joh. I. Hyman, 2025 Baltimore Str. Baltinwre: für Czipo Leah Hechtm a n n, Krosnobrod, nj. Znawoisk/ Gouv. Cholm von Wolf Hechkinann, 300 Arskirs Str. Detroit: für Rabbi Uscher L e h »1 a » n, Kolomea von Rabbi B. L. Lehmann, IE Carr Str. St. Louis; für Max Blumenfeld, Hnssy, Rumänien von Aisik Blnmenfeld Mours Bille, Prov. Santa Fe, Argentinien; Esther Benneraz, Bielsk, Gouv. Grodno von Max Blumenfeld, 2549 E 37th Str. Cleveland Ohio; für Abraham Morduk Sniad, Warschau, Dzielna Straße 65, Wohnung Nr. 20 von Joh. I. Hyman, 2025 E Baltimore Str. Baltimore; für I. Jrsak, Kriegsgefangener, Wegscheid bei Linz, Gruppe A, Baracke Nr. 20 von Rabbi M. Posin, 72 Graham Av. Brocklhn: für Hindo Boilo Nagel, Sczebroczyw, bei Zamost, Gouv. Cholm; von Morris Nagel, 621 Camoron?(o. Detroit Mich.; für Mintze Katz, Lemberg, Invalidengasse 23 von Oscar Kleinberg, Room 51—60, Bord of divde Bldg. Louisville; für Mrahäm '«chlager, Nowvsiolo, Post Cieszänow; Galizien von Jda Schlager c/o Brandois Louisville; fürII. Asronowitz, Warschau, Pawia Straße, Polen von Max Aarons, 456 W Broad Str. Savannah; für Esther Rache Schisser, Ostrolenka. Gouv. Lomza K. D. Feldpost-Station 113 Polen von Harry Schiffer, 255 S Wellington Str. Memphis: fiir Josef H a-m m e r, Warschau, Pawia-Straße 52 Wohn. 18 von M. Lizschütz c/o Hilter 27 Carfield Av. Poterson; für Isaak Feuer, Holicz, bei Stanislau, Galizien von Miß Cilie Feuer, 355 Snedekor 'Av. Broolin. Ansprnchsberechtigte wollen sich.unter Beibringung von Jdentitätsyapieren persönlich täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 11—1 Uhr vormittags oder schriftlich an den Unterzeichneten wende». Auch werden dritte Personen, die um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen wissen, um Nachricht ersucht. k. k. Reichsratsrevisor Rudolf Tansfig, -Zionistisches Zentralbüro. Wien, ll. Bez., 'Zirkiisgasse 33. Eleklr. Licht», Kraft-, Sr hellen- und Telefon-Anlagen. Tel. Taunus 4389. ff. Beferenzen. Savlgnystrasse 51. Bunte Chronik. Deutsch od« Polnisch» Eine humorististhe, aber recht treffende Antwort auf die Frage, ob das Deutsche oder das Polnisch: die Sprache der Inden Polens ist, finden wir unter der Ueberschrist „Erlebtes" in der „Jngcnd". Es erzählt da ein Mitarbeiter: , Ich bin ein guter Arier, unleugbar auch meinem 'Aenßern nach. _ Wir liegen in schwerer Schlacht tagelang im Schützengraben. Bor unserer Front stand cinl verlassener Meierhos, iit den, da von seinem Mrstl die Genfer Fahne wehte, die. Verwundeten der Nachtgefechte,. Freund nnd Feind, geflüchtet waren. Da zündeten eines Tages russisch: Granaten im Strohdäch des Hauses. Noch bevor wir- Leute hinschichn konnten/ sahen wir einen Russen aus allen Bieren von dort auf nnsern Schützengraben znkriechen. Er zeigte schon von weitem sein verwundetes Bein. Wir nahmen ihn auf; ich labte ihn — denn dann werden die Rügen viel gesprächiger — und bemühte mich mit ein paar Brocken Russisch, ihn ansznsragen. Da es nicht ging, sagte ich endlich zn meinem Wachtmeister: „Können Sie mit dem Mann reden?" Da erhellt sich das stumpfe Gesicht des Russen, freudig ruft er aus: »Mas, S e reden deitsch?'" Ich ebenso erleichtert: „Ja, warum hast Du mir nicht gleich gesagt, daß Du ein Jud' bist?" Darauf die Gegenfrage: .„Haben S e mir gesagt, daß S e aner sind?" 3«r Psychologie der Ameise«. Zn diesem an der Fft. Ztg. vom 3. d. M. erschienenen FeuilletoiMäber ein von arabischen Priestern in Mpwepwe gesammeltes Material, das geeignet sein soll, die bisherige» Llnsichten über das Seelenleben der Tiere wieder einmal „völlig umzusroßen". ist folgende Stelle aus dem Talmud C hüll in 57 l> „rerwürdig: „R ab b i S inon b en Chalafta war ein Naturforscher und wollte sich von der Richtigkeit des 'Salomonischen Spruches überzeugen «Spr. 6, 7), daß die Ameisen, trotz ihrer demokratischen Staätssorm eine Musterordnung besitze». Er ging zu einem 'Ameiseiiba». hielt seinen Mantel gegen die Sonne, so daß die Ameisen plötzlich in Dunkel