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Neue jüdische Presse · 1916-02-04 · Heft 5 (4.2.1916) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 5 (4.2.1916)
Date
1916-02-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Mlnkfurter FSrnelitisches FaMlienAatt. Seite 3. ^Berlin. Blzetvachtmeister Leo «Viaham sohn-er,' hielt daS .Eiserne Kren-z und'StabZarzt Dr.M. <» alo möns ki den bayer.-^Militärverdienstorden m. Dchw.. / Karlsrnüe. UnterarztWillh Meyer. Sohn.des Lehrel§"L. Meyer, erhielt das Eis e r n e K r e n z- Areibura. Leutnant Rechlsanwat De. Hans Jlay Set» in, Mtker des Eisernen Kreuzes, Sohn des verstorbenen" hiesigen Rdbdiners, ist — 27 Jahre alt — gefallen.. ' . . ' Dürnberg. Leopold Heimann, Ritter des Eisern. Kreuzes und der baycr. Tapferkeitsmedaille, wurde zum Leutnant hefördcrt , ' H. hat fünf Brüder unter der Fahne. Gera. O fizierstellvertreter Io i ep d W int er, Ritter ües ^Eilercnen Llreuzes und Inhaber der. reust, goldenen Verdienstmedaille, ist — 30 Jahre alt — gefalle u. Breslau. V>ze>eldwebel M»r Jacob. Dr Ludwig K a t i sch e r -Breslaü> Moritz Mi c d z w i u s ki - Kattowitz, Bernhard Feige--Landshut, Hubert Hirsch- Liegnitz erhielten das Eiserne Kreuzt Wie«. Blochs „Oest'rr. Wochenschri't'l verzeichnet in ihrer letzte» Nummer folgende A u s z e i ch n u n g e n a n Juden: 1 Offizierskreuz des .Franz Josef-Ordens, 2 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens 3 Miliiärverdienst- .kreuze 3. Kl., 26 Signum laudis, 6 goldenen Verdienstkreuze mit der Krone, 3 goldene Verdienstkreuze, 34 silberne Dcrdienstkreuz mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 14 silberne Tapferkeitsmedaillen '1. Kl., 32 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Kl., 69 bronzene Tapserleitsmedaillen, zusammen 191 Auszeichnungen; darunter 39 an Offiziere des Soldatenstandes, 17 an- Militärärzte und Militärbeamte, 135 an Personen des Mannschaftsstandes. Parts. Der Kommandant d-r l. belgischen Dw-sion, General Bern heim, ist Jude- Die von Palästina ailsgewanderte.il fra"nzöfischen In do-u haben sich auf Korsika niedergelassen. iStockholm. Dr. Robert Barranp aus Wen, der Empfänger. des letzteir Nobelpreises, sollte auf Verwendung des Prinzen Carl von Schweden aus der russischen Gefangenschaft entlassen tverden. Dies ist jedoch bisher nicht geschehen, Dr. Barrany ist vielmehr nach Kasan übrrgeführt worden. .... ' .. - Rew-Nork. Das Amerikan.Istd Hilfskomitee sandte letzten Freitag für notleidende Jubelt in den Kriegsländern ab: 190000 Dollar nach Ritßland, 120000 Doll, nach Polen, 80 000 Dollar nach Galizien. 55 000 Dollar nach. Palästina und 25 000 Dollar nach Saloniki IG. G.- m. b. H. Kohlen - Koks - Brikets Nene Hainzerstr. 16. Tel. Hansa 8068/69. Perso»aUeu «. Kleine Mitteilungen. Berlin, - Stadtverordneter Bildhauer Adolf Gottheimer, ein Veteran von 1866 und 1870/71, beging seinen. 70. Geburtstag. Zwinaenberg. David Mainzer und Frau feierten die golde.ne Hochzeit Brrsla«. Das «manuelFröhlich'sche Ehepaar feierte die goldene Hochzeit. ~ «letwttz Emil Kuschnitzkt stiftete 10000 Mark für ein Säuglingsheim. Erlangen. am 2. Februar - war der hundert st e Geburtstag des .hier 1871 gestorbenen Arztes und ordentlichen UniversitLtsprofcssors Jakob Herz, dessen Denkmal auf dem hiesigen Luitpoldplatz steht. Herz kam 1835 als junger Student nach Erlangen und blieb hier bis zu seinem Lebensende. Sein Aufenthalt war eine Ausnahme, denn bis 1860 durften in Erlangen keine Juden wohnen. 1862 wurde Herz Honorarprofessor, 1863 außerordentlicher und 1869 ordentlicher Professor und das auch nur, weil er sich während des Krieges 1866 außerordentlich verdientgemacht hatte. H. war nicht nur ein hervorragender Arzt, sondern auch ein Mensch von einer selten großen Herzensgüter Was er verdiente, schenkte er bedürftigen Kranken, die er nänilich nicht nur kostenlos behandelte, sondern auch mit Arzneien, Nahrungmitteln uüd Geld versah. Er ging in seiner Fürsorge so weit, daß häufig sein Geld nicht reichte und er dann seine beide» Brüder, von denen der eine in Nürnberg die Wärmestuben stiftete und der andere sich hervorragende Verdienste als Eisenbahningenieur erwarb, angehen nnlßte. — Hambura. Die h estge istae»t. Gemeinde bewilligte ftrr die notleidenden Inden in Rußland 300 Mk. Wien. Der Kultusvorstand bat. wie verlautet, beschlossen, der Oberrabbi »erfrage schon jetzt näherzutretell, da Oberrabbiner Dr. Güdemann sich zur Ruhe setzen will. Es herrscht viel Stimmung für die Berufung Rabbiners Dr. Nobel-Frankfurt a. M. auf. diesen Sitz. Doch ist auch eine Gegenströmung vorhanden, die einwenbet, Rabbiner Dr. Nobel „sei zu fromm". Hinter der Gegenströmung stecken wahrscheinlich Herren, die sich gern/ aw Oberrabbiner von Wien sähen. Budapekt. Staatss-kretär Leov.olb Badasz erhielt das Aomturkreuz des Leopold-Ordens, eine sehr hohe Auszeichnung. , W Berbelet tllngnrn). Rach 43jäbriaer überaus segensreicher Amtstätigkeit in luuserer. Gemeinde ist Unser Führer und Berater Rabbiner Moritz Tannenbaum ver-. schind ru. Noch vor der imposanten Bestattung wurde Rabbiner Scholaum Dauw Fischl, der jüngste Schwiegersohn des Dahingegaugenen, zu seinem Nachfolger bestimmt. Warschau Hier wecken vom „Komitee für den O sten"'in.Berlin Fustizrat Dr. Boden.heim«r, Professor Dr. Sobe'ruheim und Dr..Adolf Friedem(tim. ' . ' . t - : .-Dr. Paul Rat han und Dr. Kähn, der Generalsekretär des Hilfsvereins der deutschen Juden, halten, sich/ gleichfalls in'Polen auf. Sie haben gemeinsam mit Feld-, rabbiner Dr. Rosenak ans Bremen Byalostok, Grodno, Wilna, und andere Städte besucht- Auch die deutsche Orthodoxie hat hier ihre iÄrtreter: Rabb- Dr. Kollü-Ansbach, der bei dem Dezernenten Reichstägsabg. Dr. .Haas arbeitet, Direktor Dr. Carlebach-Cöln, der sich mit .dem Schulwesen befaßt, Dr. Biderf eld- Berlin und Dr. Meier Munk-Lemberg. Lodz. Rabdiner Israel Feinberg in Brszecin ist — 76 Jahre alt — verschieden. Soft« (Bulgarien». Anläßlich der Anwesenheit des bent sch eu Kaisers in Ni sch wurde von diesem auch Ministerialdirektor Herbst mit einem hohen Orden bedacht. Ein Brnder dieses hohen Beamten, Ka r l H c rb st, ist ein begeisterter Zionist Und war bereits Mitglied des zionistischen Aktionskomitees. New-N»"t. Louis D B r a » d e i 8, d»r bekannte zionistische Führer, sst von Wilson zum Mitgliede des Obersten Gerichtshofes ernannt worden. Die Ernennung hat großes Aussehen erregt. Frankfurter Berichte. 1 Josef Fromm s. A. | Lebendigste Lebenskraft, das war der erste Eindruck, der von der Persönlichkeit Josef Fromms ausging. Es war eine Lebenskraft, die erst ein hohes Greisenalter allmählich dämpfen konnte. 9knn aber ist Josef Fromm noch auf der Höhe seines StrebenS das Opfer einer tückischen' Krankheit geworden. Doch Joser.Fromm führte keines der Dutzenddaseinc, die mit der Sorge für die Familie abschließen, er begriff sich vielmehr als Glied der Gemeinschaft seiner Geburt: der jüdischen und der deutschen Gemeinschaft. Für beide war er in jedem Augenblicke bereit, freudig sein Bestes einzusetzen, — und so findet die erschütternde Tragik seines Scheidens mitten ans noch jugendfrischem Wollen heraus nicht nur im Faniilienkreise, solcher» weit, weit darüber hinaus schmerzvollen Widerhall. Das jüdische und das allgemeine Frankfurt hatten noch viel von ihm zu verlangen. Das jüdische Frankfurt. — Hier hinterläßt er eine klaffende Lücke. Denn er gehörte zn den heute selten gewordenen Männern, die bewußt inr Judentum lvurzeln. Als Sohn des unvergeßlichen Rabbiners Fronnn s. Awuchs er in einem in den traditionellen jüdischen Tugenden reichen Elternhause auf und wurde heimisch in den Wissenschätzen des jüdischen Volkes. Wo es galt, die Interessen des traditionellen Judentums zu vertreten, durfte man auf seine redegewandte Anwaltschaft rechnen. Aber auch dort, wo es dem jüdischen Menschen galt, stand er stets ans der Wacht. Hier sammelte er Geld für eine arme Familie, dort stieg er trotz drückender Arbeitsüberhäufung vier Treppen hinauf, um Menschenliebe zu üben. Die große Tiefe seines jüdischen Gefühles steht weiten Kreisen vom November 1914 her noch frisch! iin Gedächtnis, als hunderte jüdische Familien, »veil sie zufälliger Weise russische Staatsangehörige waren, interniert »verden sollten; da hat er, der vielbeschäftigte Geschäftsmann, buchstäblich jede freie Minute hingegeben und dank seines Ansehens bei den Behörden von zahlreichen Fainilien das Los der Gefangenschaft abgehalten.- Llber auch im allgemeinen Frankfurt wird man Joses Fromm vermissen, besonders unter Frankfurts Stadtvätern, in deren Mitte fein.kluger- Rat gern gehört und seine unermüdliche Arbeitskraft geschätzt wurde. Ansschutz der israelitischen Gemeinde. Der Ausschuß hielt seine erste Sitzung im Jahre ab. Er »vählte Rechtsanw. Dr. Merzbach, der schon zweimal sein Vorsitzender war, zum Vorsitzenden und Sanitätsrat Dr. Hanauer wieder zum stellv. Vorsitzenden. In die Kommissionen wurden gewählt: Ritualkommission H n g o F r ä n k e l, Krankenhaus Sanitätsrat Dr. Hanauer, Religionsschnle Hugo Frankel, Religiollsnnterrichtskommission Prosessor Dr. G r ä f f e n b e r g und Jsaac L. Gold schm idt, Gemeindeblatt Sanitätsrat Dr. .Haitnucv, Goldschmidt'sche Stift. Ludwig Grödel und Schulratdes Philanthropin Sanitätsrat Dr. H a n a u e r. Der Vorstand macht Mitteilung, daß er zn seinem Vorsitzenden Jnstizrat Dr. Blau, zum stellv. Vorsitzenden Direktor Dr. Herzberg wählte und"daß das ausscheidende Vorstandsmitglied Wilh. Th- Stern dem Dispositionsfonds des Vorstandes 1000 Mk. überwies: ferner hat ein Ungenannter durch die Rechtsanwälte Bärwald, Fnld und Geiger zur freien Verfügung Hes Vorstandes 5000 Mark überwiesen. Kaisers - G«burtStagSfeier. Eine reiche Fülle des Guten und Schönen bor die KaiserS-Gebnrtstagsfeier im Lazarett des Krankenhauses der isr. Gemeinde. Der innsikalische Teil, an dem sich unsere - Verwundeten besonders erfreuten, war neben den sangessrischen Chören des Philanthropins (Leiter: Lehrer Scheu.erm.an n) das Mnstlerqnartett (Herr Lemke, Herr Bauer, Frau Keiper, Frl. Kohl), daS mit Schubert, und Haydn. Ine Seele der Versammelten in die richtige Feierstimmnng versetzte. Inr Mittelpunkt stand die eindrucksvolle Festrede Sanitätsrats Dr. Günzbnrg, die in knapper Darfielkung die Verdienste unseres Kaisers würdigte. Die fürsorgliche Verwaltung des Krankenhanses hatte, es sich nicht nehmen lassen, den Lazarettinsassen noch eine besondere Freude zu bereiten in einem „bunten Nachmittag", der Mannigfaltiges bot. Zuerst den Gesang' des aut dnrchgebildeten Schülerinnenchors der Kirchnerschule (Leitung: Wissend ach) nebst Deklamation verschiedener Gedichte seitens einiger Schülerinnen; später im Hofe einen reizvollen Fahnenreigen. . Run folgten abwechselnd Gesangsvorträge der Frau Thomas-Schwarz, die ihr den reichen Beifall des dankbaren Publikums darbrachtenheitere Rezitationen (Frau Stein) und Zauberkünste des Herrn Elzenyeimer, die Stnrine der Heiterkeit erregten. Die dankbaren Verwundeten tverden diesen Kaisersgeburtstag in bester Erinnnerlmg behalten. m . Franks. Verein für Statistik und Demographie Ser JuÜe». _ lieber das polnisch-jüdische Problem sprach am Samstag abend in der Frankfurt-Loge Herr Professor Nippold. Redner berichtet über divergierende Ansichten in dieser Frage, während Nachnm Gold mann den Standpunkt vertritt, daß es den Juden in Polen ermöglicht werden sollte, sich jüdisch-national auszuleben, meint B. Laner, daß die polnischen Juden in den Polen anfzngehen haben. Dieser Ansicht schließt sich Herr Paul Nathan an, da er glaubt, daß die Zukunft der polnischen Inden mit der der Polen identisch ist. Äkuch der Referent neigt zu dieser Ansicht: er meint als Kirch en-H istoriker, daß der Klerikalismns der friedlichen Lösung der Judenfrago im Wegsteht, und zwar geht seine Ansicht dahin, daß der Antisemitismus überall lediglich ein Produkt-- des Klcrikalismus ist. .Persoualie». Fritz Sondheimer, Direktor der Tellus Alt. Ges., wurde znm stellv. Handelsrichter ernanM- Kleine Notizen. Im Frankfurter Verein für S t a t i st i k und Demographie der Inden wird am Sanistag, 12. Februar Rabbiner Dr. Winter, Bad Homburg, über ,Milder und Typen der jüdischen Aus io and crnn g" sprechen. Rabbiner Dr. Winter har in Kattowitz als Vertrauensmann des Hilfsvereins der deutschen Juden die einschlägigen Verhältnisse kennen gelernt und wird darüber aus eigener Erfahrung berichten. ICigari Meb] Ci Cigarren-MOller, gr. Esehenhfimaratr.31. Mebfiraaeiisnr i/3. TsnnnMtr. 4?. garren garetten e<-ntlcl»8nieen Urepi-nnaa. Partien Feuilleton. Meadel Gibbor. Novelle von Aron David Bernstein (Fortsetzung.) Mendel hatte längst seinen Arm vom Nacken Salmes ivieder sinken lassen. Die Tat seines Vaters war ihm nicht unbekannt; aber in seiner Lebhaftigkeit war sic noch niemals vor ihn hingetreten. Er fühlte das ganze Leben und Wesen des Vaters in sich klar iverden, und. über sein Gesicht flössen im Andenken an den Vater nochmals Tränen. Der zarte Sinn Salmes empfand tief den Seelenznstand des Freundes. Er verstand, daß, lvas auch der Grund seines bisherigen Trübsinns sein mochte, die Mitteilungen über die Eltern nur aufrichtend ans ihn emwirken konnten. Er schwieg. Der Morgen des neuen Tages stieg ans. Mendel richtete sich hochatmcnd enipor. In diesem Augenblicke »vandte sich Salme wieder an ihn. * Jetzund, Mendel, da Du weißt, >vie Deine Mutter- Elke gut und fromm Ivar, und »vie Dein Vater Chaskel ein Gibbor »var, wie ihn unsere Weisen meinen, der stark ist zn tun, >vas gut ist in den Augen von Gott, gelobt sei Er, — jetzund sollst Du sehen, row auch Dir beigestanden hat ihr Verdienst und der barmherzige Gott, der da ist ein Vater der Massen, Dir einen Helfer erweckt hat, der Dich beschützt hat von jener Zeit bis aus den heutigen Tag. Nach dem Tode Deines Vaters bin ich am ersten Pesachtag zu der Großmutter Malkoh gegangen, um mich segnen zu lassen, da hat sie zu mir gesagt), ich möge während des Zivsschenfestes mal kommen. Und lvie ich dann zu ihr gekommen bin — damals sind ihre Augen noch licht gewesen, und cs lebte noch ihre selige Tochter Frommet mit dem Mann, Reb, Nachmann, gesegneten Andenkens —, da ist sie' mit mir allein

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