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Neue jüdische Presse · 1916-01-28 · Heft 4 (28.1.1916) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
14 (1916)
Issue
Heft 4 (28.1.1916)
Date
1916-01-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sei« 4 \ Frankfurter MraeMischeS FamilienMait. Nr. 4. enthält die Schweiz drei Nationalitätetr: Deutsche, Franzosen und Italiener, welche trotzdem einen einheitlichen Staat bilden. Immer ist cs besser, durch blinde Liebe als durch blinden Haß sich! beirren zu lassen. Nicht, weil die Liebe für den Menschen sein natürlichere» Gefühl ist als der Haß, sondern, weil das Gute immer in der Nattlr eine Grenze findet, das Böse hingegen unbegrenzt ist. Am besten ist es jedoch, die beiden Gefühle zu vermeiden und de» Weg der Gerechtigkeit zu wählen, von welch letzterer niemand abweichcn darf, ohne sich selbst, einen Schaden zuzufügcn. Diese Wahrheit dürfen sowohl die Polen wie die Juden sich tief, ins Gedächtnis einprägen." Damit ciüiet der Verfasser steine Erörterungen über die Lösung der Judensrage. Natürlich sind seine Betrachtungen durchaus dilettantische wir geben sie auch nicht dazu wieder, um mit seiner Theorie jemanden zu überzeugen. Die Frage des friedlichen Zusammenleben.verschiedener Natioualitätcn ans einem Territorium haben hervorragende Theoretiker -behandelt und sind znin Schluß gekommen, daß die Entrichtung eines Nationalitätenstaates der richtigste Ausweg wäre. Interessant -ist hier die phycho lö g i s ch, e Seite. In einem Zeitpunkt, in dem die Juden Polens von nationalen Rechten noch nicht einmal geträumt haben, hat sich ein Pole gesunden, der. diese Idee nicht nur zum Wöhle der Inden,- sondern r— nnd vielleicht vornehmlich - — zum Wohle der Polen predigt. S: Hirschhorn. Cafe Kaisergarten am Opernplatz , Erstklassiges Eamillen-Caf4 Jeden Nachmittag von 4 bis 7 Uhr nnd Abend von _ . 8 V* Uhr ab BLünstl©i*-HLonzert. '•I Aus aSXev Wett. DeMsches «eich. Berlin. In der ersten diesjährigen S'tzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde , irnrden gewählt: Direktor Dr. Minden zum Vorsitzenden. und Gcheimrat Blumenthal zum stellv. Vorsitzenden. Die Versammlung nahm u. a. folgende Stiftungen au: Josef Garbatz-Roscnthal 25 000 Akk. für Waisen, Ch. Marcuse 20 OOÖ Alk. für uneheliche Kinder, Jda Röhinauu 10 000 Mk. für die Altersvcrsorgnngsanstalt, Klara Hirsek__": körn und Dorothea Bielschowsky 10 000 Mk. für die Hirse-- . korw-Ssiftung. ä r; Berlin. Unter dem Vorsitz derFrau Sid dy Wronskh ' und der Frau Henriette May hielt die l Ortsgruppe des Jüd. Frauenbundes eine Versammlung ab, in der sie über die Tätigkeit iu ’/.-ir. dieser Kriegszeit berichteten. Aus den Ausführungen sei |.-4 : hier folgendes hervorgehoben: . k fs Die Jugendpflege im Klubhcini — Rosenthalerstr. U ' 40/1 — wurde fortgeführt. Der Verein übernahm die?! Fürsorge für außerhalb des Mädchenklubs stehende, in l:—-; Not geratene junge Mädchen. Den Klubräumew gliederte v*'' - er ein Wohnheim mit 10 Getten an. Eine intensive k Tätigkeit erforderte die Mitarbeit am Nationalen Frauen- - dienst. Der mifklärendeu Mitarbeit in der Eritährungs- 7 frage wurden drei Veranstaltungen gewidmet. TEE-SCHMIDT6,“iso“ M£ÜE TTRA'MTg 20. ZeL Hansa 1126. Nr.12 Soncb.-Feko-Congo-Mischg.Mk.4.40 „ 7 Ceylon-Orange-Peckoe „ 3.40 Java-Brnch-Tee . . . Mk. 2.70,3.20 Eitao Soma Hk. 3.—, Süd. Persoualreu tu Kleine Mitteiluuge«. Berlik. Die.Feier des 25jährigen Amtsjubäläums Rabbiners L. Höxter war der Beweis^ welche .Hochschätzung dieser Alauns der es verstanden hat, iin Zentrum des Großstadtgetricbes jüdischjtraditionelles Leben zn erhalten und zu pflegen/ genießt: Die Festpredigt im Gotteshause der Synagogengemeindc „Bcs-Zion" hielt Rabbiner Dr. Weiße. Am Nachmittag versammelten sich das Lehrerkollegium, die Schüler und Schülerinnen der Religionsschule „Bes-Zion". Die Lehrerin Frau Klein hielt eine Ansprache Posen/ S adtvcro üncier Simon Asch feierte seine 25jährige Zugehörigkeit zur Handelskammer.^ Die Handelskammer wählte Geheimen Kommerzienrat Ka n kor o w ix z wieder zu ihrem Präsidenten nnd Stadtverordneten Justizrat P l a c z e k wieder zu ihrem Vorsteher. — Geh. Sanitätsrat Dr. S a ch s--Schönlanke erhielt den Kronenorden 3. Kl. Posen. Jacob Abraham und Friederike geb. Jacob erhielten anläßlich ihrer "goldenen Hochzeit die E h e j n b i l ä u m s m e d a i l l c. In Berlin verschied Henriette H j r sch b e t"ti, eine literarisch tätige Dame. Sie war aus. Äreschen gebürtig und dort auch! eine Reihe von Jahren Lehrerin. In G » e s e n wurde in einem besonderen geschmackvollen Bau eine städtische Milch kn ch e errichtet. Den Platz gab die Stadt, die 25 000 Mk. für den Bau Pferdehändler B r n m m e r. Nürnberg. Konsul Kommerz'cnrct Bach ist zum türkischen Generalkonsul ernannt wordey; , Die Stadt T r o st b e r g wählte den Direktor - der Bayer. Sticksloffwcrke Professor Dr. Caro in Berlin zum Ehrenbürger. •- BudabM. Morifzk Me zei, Wräsident derkJsxäelit. LanbeskaWM, Mitglied.der? StädtMräscntaiiz/ früher Jteichstagsabgcorducter, feierte feisten 80. Geburtstag. Ministerpräsident Graf Stesthau Tißa sandte an Moriz Mezek folgendes Schreiben: P t Lieber alter Freustd! r 2 . Gestatte mir, daß utichs ich mich der Reihe jener anschließe, die Dich an Deinem heutigen Geburtstage mit ihren Glückwünschen aufsuchcn. Von den Gefühlen der wahren Hochschätzung und Freundschaft erfüllt, wünsche ich Dir, daß es Dir noch viele Jahre vergönnt sein möge, in. Kraft und Gesundheit dje Jahreswende Deines Geburtstages zu erleben. Es grüßt Dich, von Herzen Dein Getreuer . ' ■ Stephan Tißa, Slovtm lPolen». Rabbiner Samuel Weinberg ist im Alter von 66 Jahren Vers ch i e d e. n. Er war „Nässt" des „Kollel Reussen" und hat als solcher bei seinem Aufenthalt in Palästina die Jeschiwa „Anr-Thäuro" gegründet. Er gehörte auch zu den Gründern der „Machsiki Hadaß"-Organisation nnd hat sich an ihren Tagungen in Krakau und in Wilna beteiligt. Bor dem Krieg fuhr er nach' .Frankfurt, da er sich für die „Agudas Jisroel"-Organisation interessierte. Athen. In der neuen Kammer sitz n fünf Juden: Dr. med. Coffin as -Volo, H! a i in a k i Cohen- Trikola, Leo Gottegno-Saloiziki, P eppo Mallah- Saloniki und Bankdirektor Salomon Meier-Trikola. Sic gehören sämtlich der G u n a r i s - P a r t c i an. Der Krieg und die deutsche« Juden. BreSlau. Jakob Zucker aus Löwen, Leo Mendel ans Frauendorf nnd G. R a t h a n ans Ostrowo erhielten das Eiserne K r e u z. München. Die Königin stattete der von Frau Koniinerzieiirat Josef Schäle in errichteten Kricgs- Volksküche, die täglich 500 Portionen abgibt, einen cinstündigen Besuch! ab. Kommerzienrat Schüler n übergab jüngst dein Magistrat 8000 Mk.x um damit 8000 Zentner Kartoffel je eine Mark billiger an Arme abzrigeben. . Hamburg. Oifizierstellv Max v. d. Walde und Leo.Mendel, der bereits das Eiserne Kreuz und das -Mecklenbg. Verdienstkreuzbesitzt, erhielten das Hamb u-rg i s ch e H a u s e a t c n k r e u z. LangSÜorf. Salt» Oppenheimer und Herm. Goldstein erhielten die Hessische Tapserkeitsm e d a t l l e. ' Posen. Eiserne Kreuze er hielten: Unterolfizier JakobScheibe ans Jutroschin, Augenarzt Dr. Georg Spiro, Bruder des. Kaufmannes Spiro in Ostrowo, Unteroffizier Fabian, Sohn des Uhrmachers Fabian in Czarnikan, .Unteroffizier Arthur Bender, früher iu Posen, Arthur Brie nnd Sanitätsrat Dr. Rosenst c i n in Posen. Hamburg. Die Repräsentanten der Deutich-Jsraelit. Gemeinde beschlossen, die P a t e n s ch a f t über die tm Krieg fast ganz zerstörte jüd. Gemeinde Lyck zu übernehmen und. bewilligten für diesen Zweck auf fünf Jahre je 1000 Mk. jährlich. Wie«. Blochs „Ocsterr. Wochenschrift'' verzeichnet in ihrer letzten Mnmner folgende A u s z e i ch n u n g e n an I u den: 4 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 2 Militärvcrdtenstkreuze 3. Kl., 2 silberne Signum laudis, 29 bronzene Signum laudis, 2 goldene Berdienstkreuze mit der 'Krone, ll goldene Vcrdienstkrcuzc, 18 silberne Verdienstkreuzc mit dev Krone, 2 silberne Verdieiistkrentze 5 silberne Tapfcrkcitsmedaillenl. Klaffe, 16 filerne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse, 25 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 116 Auszeichnungen; hievon 39 au Offiziere des Soldatenstandes, 20 an Militärärzte und Beamte, 57 an Manschaftspersonen. Frankfurter Berichte. Soziale Tätigkeit der jüdische« Frauen im Kriege. , Unter dieser Ueberschrtft. berichteten lvir über eine Tagung der hiesigen jüdischen Fraueirvereiuc, und unser Berichterstatter unterzog in feinen Ausführungen eine Aeußerung eines Redners, des Herrn Dr. Den tsch, einer scharfe» Kritik, da er sich durch sie iu seinem jüdischen Stolze verletzt gefühlt hatte. Indem Herr Dr. D. von der Ehanukaferer für die jüdischen Soldaten und von der Weihnachtsfeier für die christlichen Soldaten jm Krankenhausc der israel. Gemeinde sprajch schloß er diesen Teil seiner Rede mit Worten, die nach dem Empfinden unseres Berichterstatters ande»- teten, Herrn Dr. Dhabe die christliche Feier besser ge?-, fallen. Da sicherlichein christlicher Redner in einer chrisk lichen Versammlung eine solche Redewendung nicht gebraucht hätte, so sah sich unser Berichterstatter aus gekränktem jüdischen Stolze also veranlaßt, energisch Verwahrung einzulegen. Diese Verwahrung galt nicht der sehr würdig verlaufenen Versammlung, auch nicht dem Menschen Dr. Deutsch — von hem Menschen Dr. D. wissen wir viel Rühmliches zu sagen, denn er hat besonders in seiner Tätigkeit als Armenarzt häufig geling schon echte Menschlichkeit bewiesen sondern der Sache des Judentums, über dessen Ehre der Berichterstatter einer jüdischen Zeitung umso peinlicher zu Wachen-hat, 'als er weiß, baß uns Juden häufig die gebührende Tkch!- tnng vor uns als Juden abgeht. Gegen die Kritik unseres Berichterstatters sind nun bei uns sowohl seitens des Herrn Dr. Deutsch wie auch seitens der hiesigen Ortsgruppe des Jüdischen Fraucn-- bundes Briese eingelaufen. In deni Briefe der Ortsgruppe heißt es hinsichtlich des in Frage stehenden Teiles der Rede: Im Gegenteil hat Herr Dr. D., während er über die Weihnachtsfeier .im Lazarett - des Jüd. Schwcsternhauses nur erzählend berichtet hat, im Bericht über die eben daselbst abgehaltene Chanukaseier die Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. Nobel und ihre Wirkung aiif die Anwesenden besonders hervorgehoben; über diese letzte Feier mehr Rühmendes zu sagen; mußte Herrn Dr. D. sein Taktgefühl verbieten, da er der Veranstalter nnd nach! Herrn Dr. Nobel der Hauptredner dieses Abends gewesen ist.. Verglichen hat Herr §)r, D. auch nach, Ausweis des vorhandenen Stenogramms nur die Wirkung beidcx Abende auf da« Tolcranzenrpfinden .und 'das mit den Worten: „Welcher Abend nun eine tiefere Wirkung .hinterlassen wird, wüßte ich persönlich nicht z n n n t e r s ch e i d e n." Diese wahrlich überflüssige Bemerkung, die eine Parallele zwischen der Chanukaseier nnd der Weihnachtsfeier - zog nnd überdies seitens eines sehr ruhigen und bedachten Redners gemacht wurde, berührte peinlich, was auch! tatsächlich bei einer 4lnzahl Zuhörer, denen die Stelle anfsicl, geschah. Da aus drm Briese des Herrn Dr. Dhervorgeht, daß es ihm fern lag. Las Judentum zu verletzen, und da eine Anzahl Anwesende die Bemerkitng des. Herrn Dr. D. als harmlos empfunden haben, so nehmen wir gern Veranlassung, die Kritik.'als nicht geschehen zu betrachten. Chawischo Osor-Feier der Hermann-Lehmann-Schule. Mittwoch, de» 19. d. Mts., fand i» Offenbach in, den Räumen der Mädchenschule, Kaiserstr. 16/ eine kleine würdige Feier, die Chamischo-Osor-Feier der Hermann Lehmann-Schnlc, statt. v Diese Stiftung nuferes unvergeßlichen Hermann Leh- >nann s. A. hat auch Imter.den Stürmen' der witdbc-- hegten Zeit gelitten. Der eine Lehrer war eingezoge», der zweite interniert gewesen, viele Schüler und Schülerinnen mußte» mit den Eltern Offcichach verlassen, so fand im verflossenen Jahre keine Feier statt. Nun aber vcr- ' sanmielten sich im neuen Raume doch eine stattlich: Zahl, neunzig Kinder, »m unter der Obhut der früheren Lehrer und der Leitung ihres Direktors Prof. Dr. Fink, das Fest zu -begehen, das Damen der jüdischen Frauenvereinigung ihnen bereitet hatten. Gedichte, meist religiös-patriotischen Inhalts, von den Schülerinnen teilweise musterhaft gesprochen, leiteten die Feier ein. Besonderu Eindruck machten die vor Lehrer. Diamant*) verfaßten Gedichte nnd unter diescnu„Chanuka 5676". Hierauf sprach Prof. Dr. F i»k zu den Kindern Vvn der Bedeutung des Tages und von dem gewaltigen Ernste der Zeit. Seine' bcwcgkcn, mahnenden Worte forderten die Schüler änf. zu treuer Pflichterfüllung, zu pünktlichem Schulbesuch, zu Fleiß und Eiier. 4lls leuch-' tendes Vorbild stellte er ihnen'den Gründer der Schule vor Augen, den Mann, der nnermttdltchj gewirkt, der nicht befriedigt, die Seinen, Kinder und Enkel, zur Gottes-- fnrcht zu erziehen, Hessen liebevolle Fürsorge vielmehr, die Grenzen seines Hauses lveit überschreitend, auch andere der Segnungen unserer hl. Lehre teilhaftig machen wollte. Der bestrebt war, die Jugend zum wahren Judentum zu erziehen, und der diesem Gedanken Folge gebend, unter große» Mühen und Opfern die Schule gegründet. Mitwirken sollen die Schüler, daß^ diesem Streben Ersiillung werde, zu echten.wahren Jchndim sollen sie heranwachscn, nnd so das Andenken ihres Wohltäters ehren. Die Präsidentin der Indischen Frauenvcreinignng, Frau Henriette B e st h o f f, daiÄe in herzlichen Worten allen, die sich! um das Bestehen und' Gedeihen der Schule bemühen. In ihrer Ansprache au die Kinder fand die Rednerin besonders treffliche Worte; der trauliche, liebevoll ernste und wieder heitere Ton derselben suchte und fand die Herzen. Und nun kam die für die Kleinen vergnüglichste Teil: die Verteilung der wirklich reichen Geschenke. Da waren Hosen und Sweater für die Jüng'ens, Kleider, Schürzen, Wäsche für die Mädchen, von den Damen der Rähstnbe gearbeitet; Chmnoschim, Tesillos (mit einer sinnigen Widmung von Herrn Herm. Eramer), Halter, Federn und Bleistifte — natürlich! auch, cs galt ja Chamischo-Qsor — Obst und Lebkuchen. Vergnügt ivaren die Kleinen, glücklich die Großen! Und die Herzen derer, die ihn gekannt, dachten tu'dankbarer Rührung und Verehrung des Mannes, der nicht nur hier so herrlich nach seinem Tode weiter lebt. M. Der Krieg in der.Dichtung Ser Bibel. Am Sonntag abend hielt Dramaturg Dr. S iiuch o w i tz- Köln im Verein für jüd. Geschichte und Literatur einen ^Vortrag über den Krieg in der Dickjtung der Bibel. Er führte ungefähr folgendes ans: Die Bibel gehört;$» de» wenigen Büchern, die i m m e r aktuell sind. Das ist kein Minder, denn die Bibel ist nicht das Werk eines Einzelnen, sondern das eines ' ganzen Volkes, der Niederschlag einer Geschichte von lVi Jahrtausenden. ~;~ Eincrscits ist die Bibel das Buch?, in dein zum ersten Mal der Humanitätsgedanke niedergelegt wurde, andererseits hallt es jn ihr von Schlächtgeschrei und Waffenge- - töse wieder. Doch ist der Kampf firr den Juden etwas anders als z. Bfür den Griechen. Während er für letzteren geivissermaßen ein Sport war, sieht der Jude im Kriege die Offenbarung der göktkichen Gerechtigkeit. Es ist bekannt, daß Hic jndisch!e Geschichte erfüllt ist von Verteidigungskriegen, und aus dein Bestreben heraus, die damaligen Ereignisse wiederzugeben, entstand die biblische Kriegspoesie, die realistisch und impressionistisch gehalten ist. Es sind besonders die zwei großen Propheten Jesaijas und Jeremijas, an die sich der Referent anlehnt. Während Jesaijas zu der Zeit lebte, da sich die großen Kämpfe von welthistorischer Bedeutung zwischen-Assyrien nnd Aegypten abspielten, ' miterlebte Jeremijas beit Kampf zwischen Assyrien nnd Babhlonien. Die Schildertuigen beider Propheten sind iinpresstönissisch. Maitchnial sind cs nur ganz *) Verfasser der hübschen 'Gcdichtesniitiiiltt'ng „Israel int Kriege". ~ s£mg98&5msaasxm

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