Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 14 (1916)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1916)
- Date
- 1916-01-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Wankfarker JtzraMtisches AMÄienWM. Nr. 1. Amerika. New-Aork. Die hiesige orthodoxe Judenheit hat eine siebentägige glänzende Feier begangen. Sie galt der . H a u s - E i u w e i h u n g des Rabbinerseminars .nnd der Einführung dessenlDirektoxsDr<DavidRevel. Das Seminar besteht aus zwei Abteilungen: der vor dreißig fahren gegründeten „Ez Chäjim"-Jeschiwa, deren Ziel^ jüdische und allgemeine Bildung ist, als Unterstufe uuddcr „Jizchok Elchanan"^Jeschiwa als Oberstufe. Das neue Gebmrdc enthält «übt große Bortragssälc, eine große Synagoge, eine Bibliothek ein Spcisesaal usw. Cigarreii'HIOll er, gr. Esßhenheimer8tr.31. XieMfcanenstr. 1/3. Tannasstr. 47. ICigarrai IriebCra CIgarreu garetten erstklassigen Ursprungs. Partien I Der Krieg rmd die deutschen Juden. Frankfurt a. M. Fritz Wolf aus Langen «hielt die Hessische Tapferkci tsmedaillc. München. Bizekeldwebet Oskar Kullmann- Bamberg, Leutnant Moritz^Kupfer-Fürtlh Rudolf Freuden berger-Maßbach, Stabsarzt Dr. Bertold Buff, Mzewachtnleister Franz Gutmanu- München, Vizefcldwebel Benno Löwen stein, Dr. Louis Lindenheim, Stowsarzt Dr. Siegfr. Bauer, Offizierstellv. Ludwig K i r s ch b ä u m- Nürnberg erhielten das Eiserne Kreuz. Alex Wetzlar wurde zum Leutnant befördert. Saarbrücken. Oberveterinär Dr. Eugen Neumark, Sohn der Frau Neumark Wwe. in Guicheiwach, erhielt das Eiserne Kreuz und den Oldeuburgischeu Verdienstorden. Geusuuge« bei Caffel Louis Loew-enstein, Sohn' der Frau Johanna Loeweustein, erhielt' das Eiserne Kreuz. Kissingeu. Nathan Bamberger, Sohn des verstorbenen Rabbiners Dr. B-, erhielt das Eiserne Kreuz. Pose«. Alexius Lewin und Siegfr. Hirsch erhielten das Eiserne Kreuz. Wörzbnrg- Wilh. Bach ara ch. Sohn Professors Dr. B-, ist seinen schweren Verwundungen erlegen und auf dem hiesigen Friedhofe unter militärischen Ehren bestattet worden. BreSla«. Unterarzt Erich Büchler, Olfizierstellv. Martin Herrnstadt, Alfons Jacobssohn, Professor Dr. Gott st ein, Oberarzt am israelitischen Krankenhanse, erhielten das Eiserne Kreuz. Westerburg. Unser Bürgermeister bebändigte dem Kriegsinvaliden Moritz Schau mburger das Eiserne Kreuz., AW) Ist Schaumburger aus Limburg erhielt das Eiserne Kreuz, sowie außerdem die Hessische Tapferkeits Medaille. Wie«. Blochs „Oesterr. Wochenschrift" verzeichnet in chrer letzten Nummer folgendse Auszeichnungen au Juden: 1 Ritterkreuz des Franz Josefs-OrdenS, 4 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 5 silberne, 31 bronzene Ber- * dienstmedaillen (Signum laudis), 7 goldene Berdienstkreuze mit der Krone, 2 goldene Verdienstkreuze, 13 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 1 silbernes Verdienstkreuz, 21 silberne Tapferkeitsmedaillen L Klasse, 29 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse, 41 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 155 Auszeichnungen; hiervon 53 an Offiziere des Soldatenstandcs, 14 an Militärärzte und'Militärbeamte, 88 an Personen des Mannschaftsstandes. Paris. Henri Frank, der Vertreter des Barons Rothschild in Palästina, ist äls Offizier in einem der letzten Kämpfe gefallen. Franks Tod wird in Palästina allgemein bedauert tverden, denn er war eine anständig denkende Persönlichkeit. Die nationalistischen Blätter hetzen immer noch gegen die russischen JiuLeu1nFra^krejV,8ie sich Nicht zum Militärdienst gestellt haben. Win$chermann&Cie G. m. b. H.. v Kohlen - Koks - Brikets Nene Mainzerstr. 16. Tel. Hansa 8068/69. Persomttie» «. Kleine Mittetluuge«. . Burgpreppach. Rabbi Emanuel Adler, ein hervorragender Laindon — er beherrschte vollständig die gesamte Midraschlitcratur, den Sohär, den Scheloh, wie alle Werke, unserer Rcligionsphilosophcn — ein Mann, der „Talnrud Thauro im derechs cr-ez" verband, hat sein Leben vollendet. Es tut der Gegenwart not, sich an dem Beispiel solcher Männer aufzurichten und den Segen des Wortes zu erfahren, daß „der Gerechte in seiner Treue lebt", daß das Hauptprinzip und.das wesentliche Moment des Zidkus, der wahren Frömmigkeit, ist, sich selbst jederzeit treu zu bleiben, ein in sich geschlossenes, von einem Grundprinzip beherrschtes Leben zu führen, das so rein und fleckenlos eben dadurch ist, daß es nie Haaresbreite in Gesinnung und Handlung von den Normen abweicht, die in unserer Lehre und in ihren Schriften nicdergelegt sind. Rabbi Emanuel Adler s. A. wurde am"2l. Juni 1841 zm Kleinsteinach als Sohn des Rabbi Hirsch Leb Adler s. A. geboren. Schon im elterlichen Hause tvurde der Grundstein seines umstergiltigcn Lebens gelegt. Später saß er zu den Füßen seiner beiden Onkels Rabbi Josef Gabriel Adler s. A. in Burgpreppach und Rabbi Abraham Adler s. A. in Aschaffenburg. In Burgpreppach gründete er sein Heim', ^lieber ein halbes Jahrhundert hat er in diesem „Mischkon mead", einer Heimstätte für Thoraweise und für Arme, rastlos und unverdrossen gctvirkt und geschaltet. Was war dieser Talnnid Chochom seiner Gattin, seinen 10 Söhnen und . 3 Töchtern? Da versagt die Sprache, da schcheigt das Wort des Nachrufes, und aus den gebrochenen Herzen der Witwe und Kinder dringt der Klageruf:-„Wehe, Zierde unseres Hauptes!" In seinem Nachlasse wendet er sich au seine Kinder, ganz in seinem heiligen Sinne tveiterznleben, alle Mizwaus ernst und gern zu betätigen, der Armen zu gedenken und besonders die Mutter zu ehren. In diesem Schriftstücke spiegelt sich sein heiliges Leben wieder. In seiner großen' Bescheidenheit, verbunden mit persönlicher iLebenswürdigkeit und Nachsicht mit den Schwächen anderer, hatte er einen tiefen Blick für die Tiejen des Elends und überblickte in seinen vier Ellen der Halachäh die Welt mit ihren Lockungen und Jrrgängeu und war.jedem, ein freundlicher, milder und gütiger Berater nnd Helfer._ In dem gleichen Maße, wie er sich in seinem Hause betätigte, war er auch fstr die Gemeinde Burgpreppach zum Frommen nnd Nutzen bedacht. In Gemeinschaft mit dem chm im Tode vorausgegangcnen Rabbi Meier Ullmann s. A. leitete er die Gemjeinde. Der Verein „Bikkur Cholim", dem er sich ausschließlich widmete, verdankt ihm sein Aufblühcir. Auch für die Präparendenschüle. deren Vorstandsmitglied er war, setzte er stets seine Kräfte ein. Die vielen Jünglinge, die während ihrer Studienzeit an der Präparantenschule ihn als den warmen Freund und als Leuchte in Israel erkannten, ans diesen Jünglingen sind Männer geworden, die heute dankbar bezeugen, was Rabbi Einaimel Adler s. A. gewesen, der Mann, der die Thora pflegte, der religiöses und prosamcs Wissen zum einheitlichen Ganzen verbunden hat. Mönche«. Oberlandesgerichtsrat Dr Paul Hombergcr wurde zum stcll-v. Schwurgerichts- Präsidenten ernannt. Breslau. Synagogendiener Moritz Durva und Frau feierten die goldeue Hochzeit. Jeuuy Cohn geb. Krebs beging den 80. G e burtstag. Koste«. Die Stadtverordneten-Bersammlung hat den Stadtältesten Julius 'Jsakiewicz auf weitere 6 Jahre als Beigeordneten wiedergewählt. Die Wiederwahl erfolgte trotz des hohe» Alters — 85 Jahre — einstimmig- Der Gewählte bekleidet noch in voller Rüstigkeit das Ehrenamt»als Kreisäusschüßmitglied, Mitglied des Kuratoriums der Kreissparkasse nsw. Pose«. Stadtrot Abraham Jasfe -Posen beging den 75. Geburtstag, Abraham Brasch-Posenj den 80. Geburtstag und Lehrer Jacob Speicr- 'Schrimm das 25 j ähr i g e D i e ustj u b i l ä u m. Me alljährlich fanden im Laufe des Monats Dezember Stadtverordnetenwählen in unserer Provinz statt. Soweit wie bekannt, wurden von jüdischen Mitbürgern gewählt: Karl Kompel in Samter, Fabrikbesitzer i®.- Levy, Kaufmann Löwensohu in Hohensalza, Kaufmann Schwcrsenski, Rechtsanwalt Cohn, Brauercibesitzer Manaße in Gnesen, Kaufmann Louis Schweriner in Schneidemühl, Kaufmann Bernhard Kaiser in Zuin, Kanfnmnn Hermann. Ziege l in Mesche», Kaufmann Freudenthal, Kaufmann L e w i n und Kaufmanu Becher in Wongrowitz. Zahnarzt Schwerscnz in Hohensalza und Sanitätsrat Dr. Peiscn in Pieschen. Parts. Der im Mai verstorbene Adolf Händler hinterließ 100 000 Fr. fiir die jüdische Wohltätigkeitskasse, -100000 Fr. fürdie Ecolc normale orientale, 50 000 Fr. für das Rothschild-Spital, 60 000 Fr. für das Heim in der Ruc Guy-Patin, 5000 Fr. dem Konsistorium fiir ein Kaddisch am Sterbetage, 50000 Fr. der Handwcrkerschulc. Die jüdische Gemeinde von London erhielt 300 000 Fr. für ihre Wohltätigkeitsinstitute. Ursprünglich hatte der Verstorbene auch eine große (Summe für den Hilfsverein der deutschen Juden bestimmt, inr April 1915 hat er seine erste Bestimmung geändert. Warschau. Aus Kjelz wild berichtet, daß der Schewziner Rebb e, Rab b i Chaj im Schmuel im Alter von 80 Jahren verschieden ist. Rew-Aork. In Philadelphia feierten Aaron Eiscmann und Frau die goldene Hochzeit. Andrew F r c e d m a n, der letzte Woche hier starb, hinterließ sieben Millionen Dollar. Er bestimmte seine Hinterlassenschaft für die Errichtung eimK Altenheimes, das ohne Unterschied der Nation inibi Religion aufnimmt. I Offenbaeber Druckluft-Anlage I Qffanbach a. H. Telefon 123. (Anschluss mitFrankfurt). I Bewährteste Tapplchrelnlpung (100,000 "qm jährlich) ■ sowie un&bertroüane Battenu. Bettfedernrelnlpnnn mittelst Drncklnft nnd Wasserdampf. mmm Hrarrlsrrrter Berichte. 3io«iMche Jugendgruppe. Am 3. Januar fand eine Bersaininlung der Zionistischen Jugendgruppe unter dem Vorsitz von Frl. R. Grünblatt statt. Frl. Krämer, Referent!» des Monds besprach das Paquet'schc Buch „Palästina". Zunächst führte Rednern airs, daß das Buch Paguets deshalb wertvoll -sei, da tzns. die Stellung eines talentvollen christlichen Dichters gegenüber dem Zionismus' überaus interessiere« kimß. Und es ist erfreplich, daß Paquet,:,AD. der übrigens stets objektiv zu sein sich-bemüht, so gerechh/'-^H über die zionistische Tätigkeit in Palästina urteilt. Dichter hat, da er die eigenen Rciseimprcssioiicir in eiiiciA/Ms schönen klaren Sprache schildert, der Abhandlung ri»eirH»W§»„, fesselnden gieiz lverliehen. Reducriit las—nnu einige beMl-KM/ zeichnende Stelle» aits. dem Buche vor und ging sodann aüs^E' Paqucts Urteil über die jüdischen Kolonie» über. Dcr;HK Dichter anerkeimt die Energie und die Erfolge der zioyisti^-^H scheu Bewegung und sagt, d'aß diese sich iallmählich eure ganH/ aiischnlichc Macht in Palästina geschaffen hak Für die interessanten Ansfi'chrnugcu wurde der Rcdnerin dankbarer; e-.- Beifall gezollt. Im Anschluß daran meldete sich Herr RedaktcilH:jf, S. - Geis, um die Bersanunelte»; ju einer lebhaftc^".-.^ Diskussion aiizuregcn, zur Debatte. Redirer sagte, daß- Paquct christlicher Mystiker sei, und darum seien einiget!^^ Stellen im Werke für rurs Juden befremdend rmd unver-e stündlich. Wir wollen jedoch gcr^i zugcbcn, daß der DicH^r Jh. ter mcistciis rmparteiisch und imbeciirflnßt urteilt. DHr7.^^ Buch, schloß Herr Geis, sei für zionistische Propagairda-'» zwecke in assinnlatorischen jüdischen Kreisen, die leider christlichen Autoren mehr Achtung als jüdischen entgegen-/- bringen, sehr gut geeignet. K. Sch. Verein Tifereth vachurlm. Infolge Einberrlftmg zunr Heeresdienste fast aller Ai iS- : % glieder ,mib Vorstandsmitglieder konnteu int abg'c^-/-p... laufeneu Jahre keine größeren Borträge veranstaltet tverden. Doch'wurdcn im bngeitjKyeisaregelmäßig Schinrim". £' und von Zeit zu Zeit Besprechungsabende abgchalten.^! Mit den iin Felde stehenden Mitgliedern wurde eist'/ ailsgedehnter Briefwechsel geftihrt. Durch größere Bei-'-'// träge von Mitgliedcnr und Freunden des Vereins war,'.) es möglich, einen Liebesgabendienst cinzurichten Wir/- 7; sandten n. a. die Psalmen in deutscher Ucbcrsetzung ins.-' | Feld. Neue Feldadessen erbeten an Wilh? Rosen, (Ber?'? ein „Tifrcs Bachnrim") Bleichstr. 70. - k. SA1NT-DENIS. «LLSLMK ALLE REPARATUREN an UHREN Gold und Silberwaren, Brillen und Zwicker;/' / Mendel Gibbor. Li ' "v \ Novelle von Aron David Bernstein 7? (Fortsetzung.) , f§|>^ Draußcil im Flur wollte auch bei dent genu" ruhigen Wachtmeister der einmal unterbroch Schlummer sich nicht leicht fortsetzcn. „Weißt Jankele", sagte er leise zn seinem Freunde, „w> Mendele nit bald aus. der Khille geht, dann-stürzt! sich, wie sein Vater Reskcl, bei der ersten besten legenheit in die Weichsel." - „Wachtmeister", erwiderte Jankele etivas hitzig": / / „Du redest wie ein Goi. Man darf den Mund nit/zn^ so was Bösem anfmachcii,'' und in den drei WoDyd '- crst recht nit!" — Dann aber fügte er hinzu: „Ich will Dir sagen, was ich meine: >veM Du, ich mein', er hat sich verliebt!" v „Jankele, istarr, Du redest wie ein Tredlcr!" / gcgnete der Wachtmeister, „Du hast, Du hast in Hen^/-- drei Wochen auch Deinen Kopf voll Hochzeiten. *£?-''• . Er ist ein Gibbor, und ein Gibbor kann cs nicht halten, wo' er seine Kraft nit zeigen kann!" Und hiermit brach auch dies Gespräch ab, die Welt lag lvicder in der Ruhe eines Spätiiachmitchgs., - - der drei Wochen über unserer Gemcinde. Wie die Hitze des Tages und die Stille der drei"/ Wochen eine Schlumniermüdigkeit über die GeuieiHe, ausgcgossen hatte, brachte die Kühlung des Abends Mld/ die fronime Klage der Trauerzeit ein Rege» und wegen um die mitternächtliche Stunde hervor. Ju den .Hausfluren, au den offenen Läden ' Fenstern, auf den kleinen Sitzen vor den Türen, Wif^ Steinen, Haustürschwcllen' und Treppenstufen nahmDE/f unter dem späten Sternenlicht die leiblichen JnsEE^^.- dcr Häuser im Freien Platz, um in Besorgnis die ‘gsj>. cignisse des Tages nochmals an sich vorübcrzie lassen. Aber auch die wenigen Greise, die trotz ihnen sehr günstig lautenden Regierungsverordnungen,-D ihre Tage in der Gemeinde verlebten, iveil sie ihrer Hansicrscheinbcrcchtigung keinen Gebrauch zu inaUurMä imstande waren, harrten ans der Straße und in Mtc§^ Hlnistürcn des froniinen Klagerufes, der die Gctr«^^^ zur mitternächtlichen Trauer um den Fall Jerusalchi rust, in Erfüllung des Schristwortes: „Stehe aus wehklage in der Nacht bei,» Beginne der Wach) Schütte aus >vie Wasser Dein Herz vor dem Angesi( Deines Gottes! Hebe empor zu ihm Deine Hände >v^ des Lebens Deiner Kinder, die vor Hunger verschnmM an den Straßen!" . * I Wenn ein »Alter von Jahrtauscndeil gar wenig VZ bleichen ließ an den natiMalen Gefühlen und Emps