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Neue jüdische Presse · 1915-12-31 · Heft 51 (31.12.1915) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 51 (31.12.1915)
Date
1915-12-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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5« l>IN DO* llci, jciw sich iomdem 1.40 3.40 3.20 'Jlr: 51.. )ic Grabsteine verwendete man HN öfftntlMN Bauten, [uf einem im Weißen Turm emgemaNarteN Grabstein l' ludet sich folgende Inschrift: „Dieser Grabstein ist zu ö" sichten der ehrbaren Jungfrau Rebekka, Tochter Mosches ö" es Leviten, gesetzt worden; welchje in die Ewigkeit einegangen am 6. Tag im Monat Adar im Jahre, da man z'hlte 5068 -. (1308). Ihre Seele sei eingebunden ins jündelein der Lebendigen im Paradiese mit den übrigen commen der Welt. Amen! Sela!" Snlzbürg «Obervfalzi Im Alter von 71 Jahren verisHhied der Kultusvorstand I o s e f R e g e n s b u r g e r. Geldecht und .mildtätig waren die beiden hervorstechenden ügenschaften seiner Persönlichkeit, die ihn zu einem wütigen Haupte unserer Gemeinde machten. Seine Frau, >cs geborene Sondheim aus Rödelsee, und eine stattliche Zahl ^-Mackerer Kinder verlieren in ihm den Stolz der Familie. An der Bahre sprachen Distriktsrabbiner Dr. Weiner g-Neumarkt, Beigeordneter Haas (für Kultus-- md politische Gemeinde), und ein militärischer Vertreter *r das Freistädter Militärlazarett, für welches der Dertorbene stets mit Rat und Tat helfend eingriff. Köln« Nh. Bei den Repräsentantenwahlen » der südischen Gemeinde wählten in der 2. Kl. von 86 Wahlberechtigten 17 und in der 1. Kl. von 60 Wähler, «rechtigten 6. Es wurden die Kandidaten der liberalen Partei — Beruh. Goldschmidt, David Cohen, Simon :amuel Josef Schlüchterer, Jakob Gottschälk, Emil Mayer, Daniel Kaufmann, Philipp Merfeld — gewählt. In der rth!. Kl. wurdest Konservattve gewählt und zwar Jakob iio* David, Simon Lachs und Dr. Albert Grödel mit 39 stimmen von 3380 Wahlberechtigten, ich Köln «. Rh- Der Verein „Haschachar" ist trotz >cs- « Unsgunst der Zeit, sehr tättg. Er gliedert sich in vier :gclbteilüngen: Schiuv-, Vortrags-, Nationälfonds- und twi jibliotheksabteiluchg- Es sprachen in diesem Winter b«- nseits folgende Herren: Rabbiner Dr. Hannover, Schnelling» ■'o&= Dt. Gidion, Goldreich) Rabb. Dr. Rosenthal. Auf Chänuka indte der herein seinen Mitgliedern im Felde Liebeswben. Der Haschachar-Garteu.im Herzlwalde weist schon ich me stattliche Anzahl Bäume auf. ®- Lange«. Lehrer Moses Fuchs wurde unter Geichmiming des Hess. Ministeriums im öffentlichen iolksschuldienst verMstdet. Me«. Das MKtnisterium des Aeußern bat er. israelit. .Hilfskommission 1915 für a l ä st in a eine. S p e n de von 10 000 K r. überwiesen. Das ungarländ. Zeutralkomiteeän Budapest hielt unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Alexander bi, >ederer eine Sitzung ab, in der es beschloß, weitere 500 Kr. nach Palästina zu senden. Zürich. Die' sozialdemokratische Fraktion^ hat Rechts- Dü mwalt Färb st ein, Mitglied des-Kantonrates und buni icg großen Stadtrates und Ersatzmitglied des Kassations- ^richtes, als Oberrichter vorgeschjlagen. Die liberale burj md..die demokratische Fraktion sind gegen den Vorschlag, l> u Hicil F. Jude und kein geborener Schlveizrr sei. Die ozialdem. Fraktion wendet sich in einem Rundschreiben legen diese Gründe und würde die Nichtwahl Dr. F's. als ine Vergewalttgung und als ein Aufhören des Bnrgriedens betrachten. . Warschau. Als Abgesandte des AmerianisH-jüdischen Hilfskomitccs sind hier die ftrren Lewin-Epstein und Hirsch Finkel einetroffen.' - Warschau.. Von 841 Aufnahmegesuchen hat die Uni» jdet ersität nur '41 zurückgewiesen. Unter den 800 Studen- 0 m, die ausgenommen wurden, befinden sich 287 Juden. PeterSburg-LDumaabgeord. Fried mann ist infoige Urmckfurter MraelitifcheS FaMlienAdü. Seite 3. Überarbeitung schwer erkrankt. Paris. Die medizinische Akademie wäbtte >r. Simon Flexner, Direktor des Rockefcller-Juituts in New Jork, znM Ehrenmitglied. Nom. Senator Ludovico Mortara wurde trotz stiger Gegenagitation von auttsemitischer Seite zmn iräsidenteN des obersten Kassalionsgeich tes ernannt. t hiel i Dor- Nürnwoi» ich bei hlager mg de erbau! Jed. Ait u. Preislage kauft man gut ond preiswert im ■V Trauring-Eck Frankfurt a. Bf »Trierische Gasse 31 Ecke Töogesgasse,vls-a-vl3 d« Hasengasse. Fr. PletZSCb^nnÄÄter. I bron-;!c# Frankfurter Berichte. ^«eralversammluug der Israelit. Religionsgesellschaft. oillc* - I" den Lücken, die diesmal die immer noch stattii'ieii Teilnehmerzahl der Generalversammlung aufwies, ilitürs'Ole sich die Zeit. Sie sprach aber auch aus dem Berichte des Vorstandes, auS dem- Ausfallen einer Debatte 'nd eines Wahlkampfes. Der Bericht erwähnte eingangs, daß infolge des tieges die Errichtung des ueueir Krankenhanses bei Seite >»nd chE und die ganze Aufmerksamkeit derßVohlfahrts-. .""Dflege gewidmet werden mußte. Für den Hilfsfonds, er nach Ausbruch des Krieges gegründet wurde, gingen ' 000 SDtt: ein. Es wurde 58 Familien und einer Auch! Soldaten aus der Gemeinde Beihilfen (i. Sa. über OOOO Mk.)' gewährt. .Ausländische Glaubensgenossen, die JJU'cf) den Krieg hier undin der Umgegend festgehälten “ mden sind, würden unterstützt., Ferner wurde ein ialüstinatag veranstaltet; Ergebnis : 11341 Mk. Schließwurde ständig für das Rote Kreuz gesammelt. Die waren icmeinde liest Fleischkonserven anferttgen und gab sie en w - - ' —.. icn be “in Kostenpreis den Mitgliedern ab ,, >ch. Es ergab sich' die Notwendigkeit, die MazzoS- Äi bei leckerer in eigene Verwaltung zm übernehmen, da pch Bäcker eingezogen worden sind. Die Herreil Michael asrmann' und. Leopold Meizbacher übernahmen die Instandsetzung und UeberwcüHüng des Werkes, das sich über Erwarten günstig bewährt hat. '-c, - Die ans Kosten des Meier Selig Goldschmidt'schen Ehepaares erbaute Mikweh, eine der schönsten Deutschlands, ist bereits eröffnet worden. Die Gemeinde sprach den Spendern in einer Adresse ihren Dank aus. , Rabbinat, Vorstand und eine besondere Kommission waren lebhaft bemüht, die Vorbedingung für Errichtung eines Eruw zu schaffen. Ob die Verwirklichung möglich sein-wird, läßt sich heute noch 'nicht sagen. Rabb. Dr." Breuer feierte sein 25jähriges Jubiläum als Rabbiner der Gemeinde in Rücksicht auf die Zeit in der Stille. Isaak Isaak beging sein 50 jähriges Jubiläum als Mitglied des Chores, Jsaac Seligmann sein 40 jähriges Jubiläum als Schammes. Die auf dem Felde der Ehre gefallenen Söhne der Gemeinde werden zum dauernden Gedächtnis in das Memorbuch eingetragen werden. Es verschieden von Persönlichkeiten, die sich im Ehrendienste der Gemeinde betätigten: Frau Direktor Hirsch, N. Elkan, Max Schott, Jakob de Gorter, Emil Levis und von Gemeindebeamten: Jakob Schüler und Samuel Königshöfer. - Die Gemeinde bezw. ihre Jnstituttonen erhielten u. a. folgende Zuwendungen: Nathan Sondheimer 8000. Mk., Kommerzienrat Feist Kinder 700 Mk.,- M. S. Goldschmidt 950 Mk., Mbert Stein 1000 Mk., Eduard Feist 2000 Mk., Wilh. Milner 500 Mk., lR. N. 1000 Mk., Dr. Sondheimer 900 Mk., Moritz Wallerstein 500 Mk., Jakob Besthoff 2000 Mk., Waronin Rothschild 5500 Mk., Marius Bender in Erinnerung an seinen Enkel Benny Benjamin 1000 Mk., Julius Werner 5000 Mk. für eine Leutnant Adolf Caro^tifttmg, ,Leo Wreschuer 10000 Mk. und ans der Hinterlassenschaft Baruch Lippmann Wolfs 15000 Mk. ~ Die Rechnung schließt mit einem Fehlbetrag von 11000 Mk. ab (Sesselmiete ergab 62 720 Mk., Mizwaus 9214 Mk.; Schillkasse verlangte 20000 Mk. Zuschuß). Die Wahl ergab: Meier Nußbaum (Vorstands- Jacob Rosenheim und I s.a.a c Wolfs (Ausschuß). ,.Moutestore".Verei«. In richtiger Erkenntnis der schwierigen Frage, die in der Zusammenhaltung und Fortbildung der schulentlassenen Jugend gerade in dieser Zeit sich für die Jugendpflege eröffnet, hat der Montefiore sich veranlaßt gefühlt, seine Tättgkeit mich im neuen Jahre fortzusetzen. Bon .den seitherigen Arbeitsgebieten werden fortgeführt: die Freitagabendzusammenkünste, die Wanderungen; die Teilnahme am militärischen Vorb ereitungskurs, der englische Sprachkursus und der literarische Lesezirkel an den Doimerstagabenden. Ferner werden neu beginnen ein Kursus in der ftanzösischen Sprache sowie ein Buch!-. fiihningskurs und ein Lehrgang in der Stenographie. Ein eignes Vorttagsprogramm gibt der-Verein nicht heraus, da den Mitgliedern der Besuch der vorzüglichen Vorträge des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur gegen Vorzeigung ihrer Karten frei steht. Au den Dienstagabenden finden gesellige Zusammenkünfte statt, bei denen die Teilnehmer zugleich Gelegenheit hüben, sich über allgemein interessierende Fragen aufzuklären:' Ferner ist noch' vorgesehen eine Purimfeier und eine vierte gesellige Zusammenkunft der in hiesigen Lazaretten sich befindlichen Verwundeten. In'unveränderter Weise fortgeführt wird der Liebesgabenversand des Vereins, der jetzt schon tausende von Paketen, Zeitungen, Bücher etc. ins Fell» sandte und ein inniges Band der Freundschaft zwischen den vielen Kriegern und ihren Vereinskameraden bildet." Weitere Ildresseir werden im Büro, Bleichsttaße 70, gerne entgegengenommen. Es ist aber zu wünschen, daß sich auch das neue Programm der gleichen Erfolge erfreuenwerde, wie die früheren und dem Verein eine weitere Zahl neuer Mitarbeiter' zuführt, die gerade jetzt doppelt willkommen find. ■ Jüd. Ideen im Lichte der Zeit. In "einem gemeinsamen Borttagsabend der A g u d a s Jisroel-Jugendgruppe"wie des'Nachlaß Zwi sprach vor zahlreichem Publikum Dr. A. tze vH -München. Sein Thema „Jüdische Ideen im Lichte der Zeit" behandelte die Begriffe „Schöpfung", ..Freier Wille", „Kultur" und „Meuschh'eitszukunst" und zeigte) .wie sehr sich unsere Zeit der jüdischen Auffassung dieser Begrifft genähert hat. SouutagSkochkurse. - Der Verein'Weibliche Fürsorge veranstaltet Sonntagskochkurse für rituelle Kriegsküche. Anmeldungen und nähere Auskünst in der Stellenvermittlung der Weiblichen Fürsorge, Langestr. 30.! PersouaUeu. . E. Rosenheim, eine allgemein sehr geachtete Per-. sönlühkeit, ist im Mter von 79 Jahren verschieden. Baron RotUchild ß U. hatte in ihm auf dem Gebiete der Wohltätigkeit einen gerechten und Menschenfreundlichen Berater und Verwalter. Sein einziger Sohn gehört zu den führenden Persönlichkeiten der orthodoxen Judenheit. Kleiue RottzeN. Die Franks. Zion. Bereinigung wttd bei genügender Beteiligung einest hebräischen Sprachkursus einrichten. Anmeldungen an, I. L. Goitein, Uhlandstr. 40. I ßigarren-MQllep, gr. Esehenheimerstr.äl. LleMranenstr. 1/3... ^sonnaatr. 47. igarren ■ gavetten i erstklassigen Ueaprmigs. Partien I onnefeldtsThee 'äügemetnr gelobt. Thee-Jmport Ronnefßidt.Frankfurt -W. Mendel Gibbor. Novelle von Aron David Bernstein (Fortsetzung.) So unmotiviert vorläufig der erste Teil der Prophezeihüng Jankelcs war, so schien er doch' seinen Eindruck auf Mendel nicht zu verfehlen. Mindestens lvar sein verneinendes Kopffchütteln diesmal weniger entschieden, und sein Seitenblick schien fast mit Verlegenheit im Antlitz Jankeles forschen zu wollen, wie er zu solchem Trostsprnch komme. Der zivcite Teil der Prophezeihung war Praktischerer Natur und fand beini Wachtmeister einen besseren Boden des Vertrauens, denn obwohl der neue. Gendarm sich durch die Jagd auf die hausierenden Juden seinen Dienst leicht und einträglich zu machen suchte, war es doch bekannt, daß ihm berufsmäßig noch eine schwere Pflicht oblag. Aus der jüngst eingerichteten Strafanstalt in Koronowo waren ein paar Banditen entsprungen, und die einzufangen und auszutteiben des neuen Gendarmen Hauptaufgabe hätte sein sollen. - Der Gedanke, daß diese Banditen ihm einmal anflauern und zur guten Stunde ihm einen Denkzettel geben möchten, erschien dem guten Wachtmeister eben so himmlisch gerechtfertigt wie im Interesse der seiner Obhut anvcrtrauten Khille menschlich erwünscht zu sein. ~ Unter den tröstlichen Aussichten des genialen Jankelebetraten sie nun den obrigkeitlichen Hausflur, um sich in die Amtsstube zu begeben. Der Hahn, ihr treuer Begleiter, machte sich's bequem und wählte den kürzeren Weg durchs Fenster, und da er auf dem Amtstisch den Packen Mendels liegen und den Gendarm, seinen ausgemachten Feind, neben, demselben stehen sah, stieß er einen Decken Schrei aus, der es bekunden sollte, daß er in diesen geweihten Räumen städtischer Obrigkeitdie Autorität ländlicher Gendarmerie sich nicht brauche gefallen zu lassen, und als Demonstration dieser kommunalen Gesinnung flog er direft auf den Amtstisch - zu und ließ sich auf den Packen Mendels nieder. Ob das gute Tier in Vorahnung der Tage, in welchen die damals geltende Städteordnung einer revidierten, verbesserten und maßregelungsreicheren werde weichen müssen, zu solcher Demonstration politischen Sinnes hingerissen wurde, wollen >vir dahingestellt sein lassen. Diesem Hahn war schon etwas Derartiges znzutrauen, weil er erstens in den Augen der Jugend der ganzen Gemeinde als der eigentliche Hahn galt, dessen Weisheit, Tag und Nacht zu unterscheiden, im allerersten Segensspruch des Morgengebets, von jcbent frommen Juden gepriesen wird, und weil er zweitens in seiner höchst eigenen Person Gegenstand einer ritualen, - kasuistischen und juridischen Debatte unter allen Gelehrten des Beshamidrasch gewesen, wie wir dies noch später dartun werden. Wie dem aber auch sein mochte, ein Schlag , des " Gendarms gegen den Hahn, ein Wutschrei des Tieres, als eben sein Gebieter zeitig genug zur Tür einttat, . um die Brutalität des Gendarms zu' sehen, war die Einleitung zu einem heftigen Wortwechsel zwischen dem ^Repräsentanten der ländlichen und dem der städtischen Obrigkeit. — Der' grundsätzliche ^Ansttag dieses Wortwechsels konnte in der Tat nur in dem rnheverheißmden. System eiuör gründlichen Zentralisation liegen, die Stadt wrb Land gleichmäßig des verderblichen Selbstregiments überhob. Der vorläufige Austrag desselben -bestand indessen darin, daß der Gndarm nachdem er dreimal mit dem Säbel respektwidrig auf die Erde gestampft, uw) der Wachtmeister - dagegen ■— mit harmonischer Begleitung Jankeles und unter Wutschreien des höchst . erzürnten Hahnes»— ein datzend Mal auf den Llmts-; tisch'mit der Faust ausgeschlagen hatte, ttotz aller Ein-, reden und Ausreden sich aufs Pferd werfen und davonreiten mußte, ohne die amtliche Versiegelung des kon- . fiszierten Packens in seiner Gegenwart durchsetzen zu können. Welche Wünsche den Ritt des Bösewichts durch die "Gasse begleiteten, brauchen wir nicht näher anzngeben. Der gelehrte Reb Abele kam noch einmal vor seine Tür, als der Gendarm eben vorbei wollte; das Pferd, schreckte vor seiner grüßenden Gestalt zurück und drehte sich aus einen heftigen.Sporenstreich des Reiters unter . /

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