Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 48 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2692297-2692924-2692971--09248-2704447- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
FV «il KB Nr. 48 ci ic )- in tc m cl :r Z- :n ch it= [if rer n, :n rgc m er Geschichte und die Kultur' der Türkenvölker in einer früheren'-Zeit werfeil.' —- ,, ,Dr. Aaki Behar, Professor'au der Handels ho ch s chu l e Konstantiiiopel, hat. ein brauchbares N a ch s ch l a g e b n ch für die Fragen Hes türkischen Rechts herausgegcben. — . , ,Die Konstantinopcler Handelshochschule besteht aus" zwei Haupt- und zwei Rebenabteilunge». Die Schulzeit der beiden-Hauptabteilungen beträgt drei Jahre. Die l. Hauptabteilung nimmt 16—20 jährige Schüler höherer Schulen auf, die 2. Hauptabteilung 19—26 jährige Absolventen ,der 1. Hauptabteilung oder eines Gymnasiums, die fremdsprachigen Vorlesungen zu folgen vermögen. Die Lehrgänge der Nebcnabteilungen sind mehr für Haudelsangestelltc bestimmt. Direktor der Hochschule ist Hikmed Bcy Efendi. — ~ - . . . Unter der Firma Levante Tabak" Handels A.-G. hat sich mit zwei Millionen- Francs in Zürich eine Rtticngcselischast gebildet. Präsident des Pussichtsrates ist Kiazim Emin in Saloniki, Vizepräsident Rechtsanwalt Dr. Otto Kahn in München. — i' rff Die Valuta hat sich trotz, des (Krieges, ans hervorrägender Höhe gehalten. Das Pfund, gegen Mark steht heute 5—7 »/»höher (als in, gewöhnlichen Zeiten, d. h. sür ein türkisches Pfund sind heute Mk. 19.50'bis 19.80 gegen Mk. 18.50 isrühcr erhältlich. — Für das diesjährige Erträgnis der Seid e-n z n ch t besteht fast" keine Verarbeitungsmöglichkeit. Die großen Seidenspinnereien in Brussa, die in französischen Händen waren, sind eingestellt. Eine'Ausfuhr findet nicht statt. So liegen denn He Speicher voll von Kokons, deren Preise von 10 Pihster das - Okku (1300g) auf 6—7 Piaster gefallensind. — Der H a n d e ls in a r k t i n S.my rn a ist sehr lebhaft. Bisher - kainen 6500 Ladungen Feigen und 1200 Säcke Sultaninen an. Groß ist die Nachfrage (nach Rosinen, da Griechenland nur mäßige Ernte hat. Es wird auf eine glänzende Wallnuß- und Olivenernte gerechnet. — , ■ Dank der Unterstützung durch tatkräftige deutsche Ingenieure ist es igcrade in der letzten Zeit gelungen, recht ertragreiche Kohlengruben aufzuschließen. Die Kohle ist der Ruhrkohle überlegen. Auf dem Gebiete des Abbaues der Kohle wird sich nach, dem Kriege ein ungeheueres. Arbeitsfeld erschließen. ' ' , Die Regierung richtete im Frühjahr einen neuen Regierungsbezirk im südlichsten Teile Palästinas unter dem Namen Tnr Sina (Berg Sinai) ein. Die Verwaltung wurde provisorisch dem Oberst -Ali Behd schet Bej anvertraut; nach arabischen Blättern von Mitte Oktober ist dieser Offizier jetzt endgültig znm Mntesarrif von Tur Sina ernannt worden. Seinen Sitz hat er in Bi'r asseba' - - , - R. O. cht je* icl )ic ge »cs »er :n. mt :It* llkt I ich äiicit moir cht lds och che seil!Ns gt, I Cigarren I lilebfrai ICi- Cigarren'MQllep, gr. Esehenheimerstr.äl. riebfraaengtr. 1/3. - Tannnaslr. 45t. garreu garetten cjrstklassigen Ursprungs. Partien I 1011 teilte-?, jati 050 der ist. lks die, eine eine' eres dcrchen Zu- AUS aSXex WeLt.< Deutsches Reich. Berlin.- Der Borftand des » „Jüdischen Frauenbundes" , (Vorsitzende Berta Pappenheim, Frankfurt a. M., Schriftleitung Frau Henriette May, Berlin-Wilmersdorf, Gieselerstr. >16) faßte in feiner letzten Sitzung folgende Beschlüsse : 1. Bewußte Erziehung der Frauen und Mädchen für jüdische soziale Arbeit und die Bund es int er essen, 2. Antrag Frau Helene Meyer, einen „B u n d c r w e r - bender Frauen/' zu gründen, der nach 4 Punkten erörtert und beschlossen wurde: a) Es besteht die Notwendigkeit einer Organi- ' sation der erwerbenden jüdischen Frauen, weil , die jüpischeu Arbeiterinnen in anderen Organisationen vielfach sticht zu ihrem Recht kommen v und Werk sie eine' gemcsnsaiüe Vertretung nach;liiaußen brauchen. '.' ■ i"; _;-,(i 5) Die Organisation ist nötig, um die Undiszipliniertheit der jühischen Arbeiterinnen selbst zu überwinden. . ' »'' e) Die Organisation fördert die Hebung des- Standesbewnßtseins der arbeitenden Frau gegenüber der unterstützten Frau. ' ä) Die Organisation wird den erwerbenden jüdischen Frauen jeder religiösen Richtung gerecht werden:. 3. Anregung, Gcfängnisse und Krankenhäuser zu besuchen.' 4.Saminlung Franendank. Die Sammlung wird allmählich, planmäßig in de» einzelnen! Städten ausgenommen. Der Jüd. Frauenbund wird jcorts in den einzelnen SaiinnlungeiU initgehen und hat seine Vertretungen in den Provinzial-- niid Landesausschüssen. 5. Die Frauenarbeit in Polen ist zur Zeit abgelehnt worden. 6. Der Vorstand des Jüd. Franenbujndes überniinint cs, die synagogale Einrichtimg einer ostpreiißischcn Gemeinde .wicderherzustellen. 7. Die Beamtinnenbrosche ist bei der Schriftleitung erhältlich, sic kann den Beamtinnen brr angeschlossenen Vereine übergeben werden und muß bei Aufgabe der Stelle zurnckgegeben werde». oMMälMse s!lgsrns>n' gelobt Frankfurt« Mraelitifches Familienbtzm. mockerne Vordsng- "anck Lödslstolko, Tlsodn. Llvnnckevksu eto. Sari Bisehoff 19 Neue Malnzerstrasse 19 am Schanspielhans. Der Krieg und die deutschen Inden. Frankfurt a. M. Leutnant Ludwig Rokenthal, Sohn des Kaufmanns Siegfr. Roseythal, Oederweg 14, wurde mit dem bayer. Militärverdienstorden 4. Kl. m. Sch werter n u nd Berthold Lewin, Sohn . der Frau Moritz Lewin, Uhlandstr. 58, (mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Berlin. Paul Nehab, Leutnant Walter Callm mm, Dr. med. H a n s Co h n - Berlin und Unterarzt Erwin I a f f e - Dresden erhielten, das Eiserne Kreuz. ■ - Posen. Leutnant De jnr Beruh. Jaffe wurde mit dem sächsischen R i t t e r k r e n z d e s Militär- Heinrichs-Ordens und Herrn ann Israel, Sohn des Glasermeistcrs Israel in Fordon, mit her Roten-Kreuz-Medäille 3. Kl. ausgezeichnet. Mainz. Der Großherzog von Oldenburg verlieh^dem Generalbevollmächtigten des Deutsche» Vereins für ^anitätshnnde für Süddentschland . Ä e r n h a r d G o l d - schmidt, zur Zeit Feldwebellcntnant und Komp.-Führer im Jnf.-Regt. 117, und dessen Sohn, dem Kriegssreiw. Gcfr. Dr. E r n st Fr i e d r i ch G o l d s ch in i d t, das Friedrich August-Kreuz 2. Klasse. Bizefeldwebel A r t h ut Lüwenstein, Ritjer des Eisernen Kreuzes, erhielt die hessische T a p f-e r t c i t smcdaille. Binnen. Wachtmeister Edmund-. Simon erhielt das Eiserne Kreuz. - Stuttgart. Herbert Gntmann. Teilhaber der Firma Hermann Gutmann, wurde zum Leutnant befördert. Nentershausen 'Bezirk Caffell. Julius Katz, der Sohn unseres Lehrers, erhielt das Eiserne" Kreuz. BreSlau. Kriegsgerichtsrat Rechtsanwalt Dr. Willy Weiß erhielt das Eiserne Kreuz, Fcldrabbincr Dr. Sali Levi das Ritterkreuz 2. Kl. vom Zähringer L ö w e n - O r d e n m. Schwertern. Hannover. Max Elias. Leutnant im Lustschifferbataillon, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Hamburg. Alexander Frankenthal, Sohn von John Frankenthäl, erhielt das Eiserne Kreuz. . Grotz»Umstadt. Unteroffizier Albert Ravp, welcher seit Kriegsbeginn int Feindesland (Westen) steht, wurde die hessisch e T apferkei tsmed aille ver- , liehen. ' i H ' Wien. Bloch's „Oesterr Wochenschrift" verzeichnet in ihrer letzten Nummer folglende Tapfcrkeitsans-' zeichnungen an Inden: 1 eiserner Kronenorden 3. Kl., 3 Militärverdienstkreuze 3. Kl-, 2 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens. 1 silbernes, 26 bronzene Signum . laudis, 11 goldene Berdienstkrcnze mit.der Krone, 2goldene Verdienstkreuze, 18 silberne Berdienstkreuze mit der Krone, 6 silberne Eerdienstkrelize, 12 silberne Tapferkeitsmedaille'n'1. Klasse, 44 silberne Tapferkeitsmcdaillen 2. Klasse, 90 bronzene Tapferkeitsmebaillen, zusammen 175 Auszeichnungen, darunter 48 an Osfiziere des Soldaten- . standes, 19 an Militärärzte und Militärbeamte und 111 .(.gn Personen'des Mannschaftsstandes. Persoualieu u. Kleine Mitteiluugeu. Berlin. Anläßlich der diamantenen Hochzeit .des/durch seine soziale Betätigung bekannten Ehepaares Moritz und Bertha Mannheimer fand eine synagogale Feier statt. Die "Stadt war durch Bürgermeister Dr. Reicke, Stadtverordnetenvorstcher Michelet nsw. vertreten. Bon der jüdischen, Gemeinde waren sämmtliche Vorsteher, Repräsentanten und Rabbiner anwesend. Rabb. Dr. Wei ß e hielt.die Festpredigt. Fulda. Der ln letzter Aummer erwähnte Fall der zeitweiligen Auflösung dcr israel. Schülstclle zu Wehrda - steht nicht vereinzelt da, sondern bildet im. Bezirk Fulda die Regel.;; Auch dis, Stelle zu Mansb ach hat dasselbe Schicksal ereilt, und hat der Lehrer Stein die evangel) Schule in Oberbreitenbach ^übernommen, während seine Schüler der Ortsschüle überwiesen sind und von ihin mir noch in Religion rniterrichtet werden. Genau so ist cs in T a n n, wo auch Lehrer Hecht wandern nmß, während in Burghaun Lehrer Strauß außer, an seiner Schule an der Ortsschüle unterrichtet und auch ^nach Rotenkirchen muß. Dieser Herr verrichtet, da er. äußerdem Religionsunterricht in Eiterfeld und Hnnfcld und die Schechita für den ganzen Bezirk hat, eine kaum zu bewältigende Ltrbcit. Lübeck. Rabbiner Dr. Carl^ebach beging seinen 70. G e b n r 4 s t a g. Rabb. Dr. C„ eine Zierde der orthodoxen Rabbiner Deutschlands, amtiert hier seit 45 Jahren. Er erfreut sich der Liebe seiner Gemcindcmitalieder und der uneingeschränkte» Hochachtung der christlichen Bürgerschaft. Während 18 Jahren "gehörte er dem Stadtkollcgium an. - Polen Proüffor Dr( Korach. leitender Arzt des städt. Krankenhauses, ist verschieden.. Budapest. Dr. Franz Däri, der neue BizeVnrgerineister, stand bisher an der Spitze des hauptstädtischen Unterrichtswesens. Als Jude charakterisiert ihn seine Ansprache bei seiner . Aufnahine in die Cheivra Kadischa. Er sagte, er' bekenne . sich stolz als Jude und werde niemals seinem Volke nntren werden, das stets mit Blut. Wissen und Können auf dein Altar der Kultur der Menschheit Opfer gebracht hat.- _ Jaffa- Oberbefehlshaber General D.jenral Pascha besuchte Rischon le-Zkon und Petach-Tikioah. In Rischon - le-Zion spendete er 10 Lstr. für arme Kinder. ' i Seite ä. Rew-Pork. Jfaac Leovold Rice' (eigentlich Reiß: er war ans Bayerir gebürtig), ein hervorragender' Industrieller der elektrischen.Industrie und Philanthrop," ist im Mter von 65 Jahren verschieden. Frankfurter Berichte. „Montenore"-Vereiu. Die Chanukafeier deL.Montefiore" ist seit jeher als die glänzendste und größte Veranstaltung der Frankfurter Judenheit bekannt. In diesem Jahre hatte man Wstand genommen und mir inr engeren Rahmen des Vereins und unter Einladung feldgrauer Verwundeter das Fest gefeiert. War die Zahl der Zuhörer auch geringer, so hielten sich die Leistungen doch ans der früheren bewährten Höhe. Rezitationen (Schauspieler Otto Bernstein. Erna B l o ch), Violinvorträge (L i s b e t h L o r ch) und Gesangsvorträge (B. Nanmow, Erna Bloch),alles bot Vollwertiges. Die Festansprache hielt Se. Ehrw. Rabb. Dr. H o r o v i tz. Die feldgrauen Gäste lvurden bewirtet 'und beschenkt. . Verein für jüd. Geschichte «ui» Literatur. Der Verein eröffnet seine Wintertätigkeit mit einem Bortrage des König!. Bibliothkars Dr. H e i n r i ch L ö w e- Berlin, der als vorzüglicher Kenner des Orients und insbesondere der jüd. Verhältnisse sowie als glänzender, temperamentvoller Redner rühmlichst bekmmt ist. ' . Der Vortrag findet am Sonntag, 19. Dezember.abends 8V2 Uhr im Hotel Schwan statt. - Monistische Jngendgruppe. Am vorigen Donnerstag veranstaltete die zionistische Jugendgruppe eine Chanukafeier vor einem — für Kriegszeiten — zahlreichen Publikum. Herr Kantor Neumann entzündete in weihevoller Weife die Lichter, worauf nach gemeinsamem Sang des „Moans Zur" eine Vorlesung ansgewählter Stücke aus den Makkabäern durch Frl. Irma Weinberg folgte. Der Wolinvortrag des, Frl. Gertrud Emanuel und die von Frl. Alice Kassel vorgekragene Arie wurden gebührend gewürdigt. Den Höhepunkt aber bildeten die Rezitationen des Frl. Cilly Rapp, die daS tiefempfundene Gedicht des bekannten toten Dichters Znckermann „Du wirst den Kindern heut' die Lichter zünden" mit ebensoviel Kunst wiederzngeben wußte, wie die fast dramatische Dichtung des Freiherrn Börries v. Münchhausen: Rahab, die Jerichonitin. Eine Leistung, für die das Publikum durch stürmischen Beifall dankte. Auf den' sehr schönen Gesangvortrag des Herrn Girdisky folgte^ wieder eine Rezitation. Diesmal war es Frau Dr. Irma Cobliner, die in verständnisvoller Weise „Die Menorah" von Herzel und ein „Makkabäerlied", die letzte" Dichtung des oben eriväynten Dichters Hugo Zuckermann, vortrug. Znm Schlüsse dieses schönen Abends wurde noch gemeinsam „Hatikwah" gesungen. K. D. Soldatennachmtttage in der Agudas JiSroel.JugeudgrnPpe- Lehten Samstag nachmittags 3 Uhr fiand znm ersten Male im Bereinslokale eine Zusammenkunft-, mit den in hiesigen Lazaretten weilenden jüd. Verwundeten statt. Es herrschte eine recht gemütliche Sttmmung. AnSschutzwahlen. Die beiden Gemeindevereine haben sich, wie wir hören, auf folgende gemensame Kandidaten geeinigt: Handelsrichter Arthur Fo r ch he tut c r (lib.), Rechtsanwalt Dr. Merzbach (lib.) und Ludwig Grödel (kons.). Kleine Notizen. Im Aufträge des Franks. Vereins für S tatistik und Demogravh ie wird nächsten Mittwoch abend Herr N a ch u m G o l d m a n n im großen Saal betr Frankfiirt Logg über das Thema „Der Krieg und die Lage der osteuropäischen '-Juden" sprechen. Bei dem Rufe des Referenten als Redner und der aktucllstsk Bedeuttnig dcs, Thenias rechnet der Berenr auf einen großen Zuspruch. _- _ G. m. b. H. .. Kohlen - Koks - Brikets Nene Malnzeretr. 16. Tel. Hansa 8068/69.' Mendel Gibbor. W JeaiOetmi Novelle von Aron David Bernstein (Fortschung.) v Zur Erklärung des Mißgeschickes, das Mendel Gibbor getroffen hatte, brauchen wir den Lesern nicht viel zu sagen, deren "Gedächtnis noch in die Zeiten hinein reicht, wo eine väterliche Regierung vor lauter Sorgfalt für das Wohl der kindlichen Untertanen garnicht wußte, welche Mittel und Wege sie ausfinnen sollte.