Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 47 (3.12.1915)
- Date
- 1915-12-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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_ I Nr. .47. Frankfurter Fsraelitifches FaWüienMtt. Setze rer »ge der b t und licht licht ten, am och: Besche, iden sic ibessen .afte Es lkehr bendeeit zugchen, rurist, lems Us. NI' inter Verricht erber ilichlcidie Beieder tntcn Mitverscher tische >ränsgabe die i in >egen zwar igten >ensld in nicht asur, geht, i ein vielt, aufxem- ^ung tzahl wie die den des stand mockvrue Voriumg- - uns L8de1» stvlks, Ilsoku. Dtrandeckea etc«: Carl Bisehoff 19 NeuaMainzerstrasse 19 -; am“ Schäüspielhäüs.'v Aus offer Wett. Warschau. Die Warschauer zion. Organisation faßte in der > Schulsrage folgende Resolution: Hebräisch ist die einzige nationale Sprache des jüdische Volkes.. Die Umgangssprache der jüdischen Massen im Land ist das Jüdische. Das Verstehen des Polnischen ist für die Inden als Bürger des Landes sehr wichtig. “Ans diesem Grunde stellt die zion. Organisation folgende Forderungen in der Schnlsrage: Alle jüdischen Schulen, in denen das Hebräische die Unterrichtssprache ist, sollen das gleiche Recht wie ähnliche Schulen mit anderen Sprachen haben. Hebräische Fächer (Religion, Bibel, jüdische Geschichte usw.) sind als Grundstein der jüdischen.Erziehung verpflichtend für die jüdischen Kinder aller Schulen und werden in hebräischer Sprache gelehrt. In den jüdischen Volksschulen ist das Jüdische die Unterrichtssprache, wo es nicht das Hebräische ist. Das Polnische darf in allen jüdischen Schulen gelehrt werden. Großbritannien. London. Robert Cecil,> Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußercn, empfing den Redakteur der russischen Zeitung „Gazeta Kopejka" S. Gorodezki, dem er jm Lause einer längeren Unterredung über die russische Judenfrage nachstehende Erklärung gab: Die englische Regierung hat immer mit der Forderung einer völligen Emanzipation der russischen Juden sympathisiert, allein die In de »frage ist. eine .i n n e r e Mm g e l e g e n h e i t des russischen Reiches, in die wir, die Verbündeten Rußlands,“ uns nicht e i n mischen dürfen und wollen. Die Verbündeten respektieren sich gegenseitig, und wir werden uns deshalb mit jeder Art der Lösung dieser Frage durch die russische Regierung zufrieden geben müssen." jed. Art n. Preislage kauft man gut und preiswert Im ■V* Trauring-Eck ' Frankfurt a. BL, Triertsohe Gasse 31. lEoke Töngesgaase,vls-h-via d, Hasengasse. Fr. PletZSCh, naSSSter. I Der Krieg ««- die deutschen Inden. Tapferkeitsmedaillenzusammen 127 Auszeichnungen; darunter 13 an Offiziere des Soldatenstandes,- 14 an Militärärzte und Militärbeamte und 100 an Personen des Mäiinschaftsstandes. Warschau. In Bodrinsk Hallen sich an 700(0 jüdische Heimlose auf und leiben große-Not Bei den Unruhen in Moskau wurde die wertvolle Bibliothek der „Chauwewei Sesas Ewer" veruichtet. , Moskau- Die.Gesellschaft zurjUnterstützirng der jüd. Kriegsopfer hielt unter dem Vorsitz des bekannten Zionistensührers Dr. Tschlenow eine Versammlung ab. Der. Bericht der Gesellschaft stellte fest, daß sie in den letzten zehn Monaten in Moskau 663 OOÖ Rubel sammeltel _ io tt.er, “all; t ndcankicgcii ,.se" canklurde c - in Berlin. Nach einer Zusammenstellung der „Nationalzeitung" seien bis jetzt 483 Juden zu preußischen, 176 zu bayerischen und je 21 zu württembergischen und sächsischen Offizieren befördert worden, 2070 Juden auf dem Felde der Ehre gefallen. Berlin. Der Bildhauer Benno El kan lAlsbach bei Darmstadt), der hier krank in einem Reservelazarett liegt, hat eine große M ed aille Generalseldmar^ schalls v. Mackensen geschaffen, zu der ihm der Feldherr wiederholt gesessen hat. Breslau. Dr. Erwin Dresdner-Beuchen, Offizierstellv. .Richard Löwenberg -Glogau und Herm. Wolsf-xOppeln erhielten das Eiserne Kreuz. Ballenstedt. Siegfried und Norbert Eohn, Söhne von “Hermann Cohn, erhielten das Eiserne Kreuz. . Hamburg. Sally Rosen st ein und Ludwig Meyer erhielten das Eiserne Kreuz. Magdeburg Referendar Gl eg fr. K atz mann wurde zum Leutnant befördert. ' . - Nürnberg. O finernellvertreter Walter Er lang er erhielt das Mi litärp er dienst kreuz -2. Kl. m. Krone und Schwertern. München. Ernst Wilmersdörffer, Otto Merz b a ch e r und Bertold Kukuk wurden zu L e u t n ä n t s befördert. Posen. Omziecnellvertr. Hermann Wolltzeim, Rudolf Glogowski, Dietrich Matzdorff und Max. Lewinsohu erhielten das Eiserne Kreuz, - Dr-. Kairtorowicz erhielt den. Charakter als Oberstabsarzt: ' - Wurzdurg Dcm soeben erschienenen Jahresbericht der“ Js rm e l i t. L e h r e r b i l d u n g s - A n st a l t entnehmen: wir folgendes: Die-ehemalige» Schiller der Anstalt I. Stein-Mellrichstadt, I. Langstädte r-Memmelsdorf, I.. K r chm e r- Frmikeiupinheim, M. Goldma n n-Burgpreppach erhielten das Eiserne Kreuz, der letztere und. A. Kaufmann- Hainstädt 'das bayer. B e r d i e n st kr e u z., I. K r ä in e r- Rockenhausen “wurde zum Leutnant befördert. Cassel. Franz Hallo von hier, Hugo Stern aus: Nordhausen vfnb Bataillonsarzt B ach a r a ch aus Reichensachsen erhielten 'das Eiserne K r e u z, -- Bachen, - O'sizierstellyertr. Landgerichtsrat Dr. A d. R o s e n th ä l erhielt das Eis er ne Kreuz. ■ Wie«. B loch s „O esterr. Wo ch ensch^ift"verzeichnet in ihrer letzten Nummer folgende Auszeichnungen an Juden: 1 Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens, 2 Militärverdienstkreuze; 21 Signum lauins, j 3 »loldene Verdienstkreuze mit der Krone,. 4 goldene Ber- Perso«aNe» «. Kleine Mitteilnnge». Lffeubach a. M. Der unter der, Leitung Lehrers Gabriel stehende Channkaverein hat in diesem Jahre 120 arme Kinder mit warmen Kleidungsstücken beschenkt. Außerdem hat er sämtliche “im Felde stehende Offenbacher jüd, Soldaten, sowie die jüd: Soldaten der hiesigen Garnison und die jüd. Berwundeteteu der hiesigen Lazarette mit Chauuka-Gaben erfreut. - Wehrda bei Hünfeld. Dem Lehrer S. Oppenheim, der (außer dem Religions-Unterricht) den gesaniten Unterricht an der ev. Schule in Wetzlos erteilt und an der ev. Schule hier vertritt, ist jetzt auch die Leitung der hiesigen ländlichen Fortbildungsschule übertragen worden. Die hiesige jüdische Volksschule ist für die Kriegsdauer aufgehobyr. Würzburg. Die J,r. Lehrerbildungs-Anstalt begann ihr voriges Schuljahr, mit 28 Zöglingen, von denen inzwischen 4 militärisch “eingezogen sind. Unterricht und Wohnung erhalten die Schüler unisonst, während die Verköstigung ganz oder teilweise von den Schülern bezahlt wird. Die Anstalt verausgabte au Lehrergehalt 15 663 Mk.. Pensionen 4470 Mk, Verpflegung der Zöglinge 10385 Mk. -usw. .Von ihren Einnahmen feien.hier tzrwähnt: Zahres- und einmalige Beiträge 15 300 Mk., Jahrzeitsstistungen in bar 12 960 Mk., Bezahlung der Schüler fiir Verpflegung 7 835 Mk., Kapitalzinseu 3 638 “Mk. Wie». Am 22. November verschied Anna Benv e ii i ft i geb. Adult, Besitzerin des goldenen Berdienstkreuzes mit der.Krone. Frau Benveiristi, die ein Alter von 81 Jahren erreichte, war als Wohltäterin bekannt. Budapest. Der 41jährige MagistiatSrat Dr. Franz D e j r j ist mit 262 von 312 Stimmen zum Bizeb ii rg er me ist er der Hauptstadt Budapest gewählt worden. Er verdankt seinen glänzenden Aufstieg von unten aus seinen hervorragenden Eigenschaften und Fähigkeiten. Prag. „Hier verschied Dt o r i tz Lauer, Vorsteher der Meiselsynagoge usw. Paris- Gerson Fribourg, Generalinspektor der Post, ist im Alter von 78 Jahren v e r s chi eben. Loudou. Wie „Dewish World""“berichtet, gehören dem neugewählten südafrikanischen Parlament sechs Juden an: Sir David Harris, Morris Alexanderehemals Mitglied des großen Aktionskomitees der zionistischen Organisation, Harry Graumann, Emil Nathan, Moritz Kent'ridge und C. P, Robinson. Sämtliche sechs Abgeordnete sind Anhänger der jüdischnationalen Bewegung. Zürich. Das Israel. Altersasyl erhiett von einem Ungenannten 10000 srcs. £ Warschau. Dr. Simon Goldlust hat die'Erlaubnis zur Eröffnung eines acht!lassig en Gymnasiums für Knaben und Mädchen in Lomza erhalten. Der Samstag ist schulfrei. Dr. Goldlust ist seit Jahren bekannt infolge seiner.jüdischen Betätigung. Smolensk (Rußland,. Das Kri.egsgernvt verurteilte den Advokaten Israeli tan wegen seiner Zugehörigkeit zur z i o n i st i s ch e n Organisation zu drei M o n a t e n H a f t. . Konftanttnopel. Advokat Moses Kohn ist zum Professor für Fi n an z w is ien fcha f t au der hiesigen Universität ernannt worden. K. ist aus Saloniki gebürtig. Zur Zeit des Balkankrieges siedelte er nach hier über und erwarb sich schnell einen großen 4iamen als Schriftsteller. . Die hiesige Universität hat unter ihren Professoren noch einen zweiten Juden: Moses B.entnrä, Professor für römisches Recht und vergleichende Rechtsgeschichte. TEEeSCHMmr.iär NEUE KBASEE 20. Tel. Hansa 1128. Nr.12 Souch.-Peko-Congo-Miachg.Mk.4.40 „ 7 Ceylon-Orange-Peekoe „ 3.40 Java-Bruch-Tee ... Mk. 2.70,3.20 . Kakao Soma Slk. 260, 2.—, 300. Frankfurter Berichte. Ausschuß der Israelit. Gemeiube. Mittwoch, 1. Dezember, abends. 6V2 Uhr, begann die letzte Sitzung des bisherigen: Wüschustzss .Dr. Bärw ald“^ der Vorsitzende, teilte mit, daß der Vorstand aus finanziellen Gründen von der Frage eines Gemeindeorgaus Llbstäud genommen habe, aber eine Kommission ernennen werde, die die Angelegenheit weiter behandle. Der Ausschuß bewilligte dem Gesamtarchiv für das deutsche. Judentum wieder 500 Mk.. Jahresbeitrag. Der Ausschuß hätte von dem Schulrat des. Philan^ thropin por Genehmigung der Schulrechnung Mitteilung chber den Stand seiner Stiftungen verlangt. Die Antwort des Schulrates fiel so aus, daß der Ausschuß in seiner^ heutigen Sitzung unter Genehmigung der Schulrechnung s einem Befremden Ausdruck gab: daß die Wcchrung des Rechtsstandpunktes in einer Weise erfolgt ift>. die nicht seine Billigung finde. Auch wünsche er. daß de>s Schükrat — unter Wahrung des beiderseitigen, zur Ge» nnge erörterten Rechtsstandpunktes — in Zu.unst von selbst die Rechnung, über die Stiftungen der Schnlrechnnng beilege. Zum Schluß der Sitzung erstatteten die in die verschiedenen Körperschaften delegierten Herren Bericht: Sanitätsrat Dr. Hanauer über das Krankenhaus, Hng» Fraenkel über Religionsschule und Ritualkommissiön» Dr. Baerwald über die Rießer-Stiftung und die Sichel-Stiftung. Letztere Slistung ist infolge des Krieges bcreitz jetzt in Tätigkeit getreten: sie hat drei Schüler des Philanthropins ganz versorgt und einer Reihe von Schülern Beihilfen zur Erziehung gewährt. Von Bedeutung ist, daß die Flersheim'sche Stiftung, die ja gleichfalls eine Erzic- Hiiiigs-Stiftuiig ist, ihre Einheitlichkeit in Satzung und Verwaltung nrit der Sichel-Stiftung beschlosfcir har. In seinen Schlußworten drückte der Vorsitzende seine Befriedigung über das einträchtliche Zusammenarbeiten der verschiedenen Richtungen im Ausschuß aus. Er bedauere nur, daß die Verwirklichung der neuen Gemeindesatzungen in den drei Jahren nicht weiter gekommen sei. Die bisherigen Satzungen seien noch viel reformbedürftiger, als man allgemein glaube. Sanitätsrat Dr. Hanauer sprach dem Vorsitzenden den Dank des 2lusschusses sür seine unparteiische und vorzügliche Vlnrtsftlhruug aus. „Mouteüore"-Bereiu. Mit Rücksicht aus die Kriegszeit hat sich der Vorstand veranlaßt gesehen, von einer Chanuckafeier größeren «tiles, wie sie in den Friedensjahrcu üblich gewesen, abzujeheu. Dafür soll den Mitgliedern Gelegenheit geboten werde», sich Freitag 3. Dezember und Samstag 4. Dezember tu zwangloser und geselliger Weise zusainiiienzusinden. Am Freitagabend wird außer einer Erklärung s Toraabschnittes . (Herr Speier) durch Einzelvvrträge des Strau.ssfe<i©rrk treilnehmer und Erfrischungen für die Unterhaltung der gesorgt werden. Am S am s t a g a b e n d wird der Verein das Vergnügen haben, die sich in den hiesigen Lazaretten befindlichen jüdischen Verwundeten als liebe Gäste bei sich zu sehen. Auch diese Beranstaltnng, die durch eine Rede Sr. Ehrw. Räbb. Dr. H 0 r 0 v i tz eingeleitet wird und außer der üblichen Bewirtung noch eine Reihe vorzüglicher musikalisch-deklamatorischer Darbietungen mit sich bringtverspricht einen in jeder Beziehung schönen Verlauf zu nehmen. Kleine Rotizeu. A«f Ausiortern des Frankfurter Vereins für Statistik und Demographie wird Herr Nachum Goldmann demnächst über ,/Der Krieg und die Lage der oft europäischen Inden" sprechen. Zeit und Ort des Vortrages wird noch bekannt gegeben werden. Vast«. Vlrden, Ktaman, sowie Knöpfea toa Flsnratosa. Seiher Bfalea, Ewula n. Flügel. Sainlgen, Anlarbelten. Kodetablern n. Henaafeiägea sJatllohar FUam- Boas etc. Grösstes Gescbäft am Fiats-. Gegründet 1885. Gapeifeld-Hahn, ßömerberg 34, II. TelepboB Rüner« 3475. Mendel Mbbor. Novelle von Aron DavL Bernstein. (Fortsetzung.) „Wachtmeister", ließ sich der'Gendarm vernehmen, „ich habe euch den Arrestanten übergeben, aber dies > hier", es wies hinter sich auf den Packen, den jeder als das transportable Warenlager Mendel Gibbors erkannte, „dies bring ich selber zum Herrn Bürgermeister, um es ' amtlich versiegeln zu lassen, denn, ihr wißt, ich habe meinen Anteil "daran." Der Wachtmeister zuckte die Achsel lyie jemand, der zwar viel vermag, aber dennoch nicht jeden Schlag s des Schicksals vom Nacken der Menschheit abwenoen kann. „Der Herr Bürgermeister", sagte er wütend, „ist über Land; aber meinethalben, bringt's nach der "Amtsstube", und damit wandte er dem Gendarm den Rücken und sagte zu seinem Arrestanten: „Komm' Mendel, geh'“ mit mir!" . „Wachtmeister", sagte Mendel mit einer Traurig- ' keit, die zu seiner starken gewaltigen Figur in einem rührenden Kontrast stand, „kommt unten herum, ich roill. nit wie ein Dieb durch die Gaß geführt werden." Der gute Wachtmeister entgegnete nichts daraus, sondern schüttelte bejahend den Kopf und trat mit ihm auch sofort, begleitet von dem guten Hahn, dem guten Freund Jankele Klesmer und den gutem Wünschen aller“ Weiber den Weg seitwärts zur Weichsel himinter an-, während sich bald darauf auch der Gendarm in Bewegung setzte, indem er — begleitet von Schniähungen' und Verwünschungen, die wir angesichts der strafrechtlichen Bestimmungen selbst historisch zu referieren Anstand nehmen — in einem recht boshaften Trott seines boshaften Pferdes den Weg durch die Gasse zum Häuser der hohen Obrigkeit auf dem Marktplatz einschlug.