Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 43 (5.11.1915)
- Date
- 1915-11-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 43 Wanksurter Israelitisches FamllienVlatt. t i ni f ©ttritmlujngeitftn Höhe von 2500 Francs Vach Palästina' überwiesen'; und bei dem Hauptbüro'des In M jt'« ttojt a Lfv n d S unt Haag-gingeiDweitere. 5000 Francs^ iür,JRo^tiftbäacB'eiten ein, f ... % . ''<►v'? *" Die Hilfsgelder aus Eng l Lud' 'sind, ebenso wiedie. Erträge. dxr Sammlungen in den muß e r eürop 8 i - s ch en. Ländern, de.m^Ämerikanisch-JüdischewHilfskomitee für Palästina zur Verfügung..gestellt worden^, das. aus Bmtretern des Zyv-nZ stischeirEx e c u t i wG omitreS in’ New-Aotk:äiiddes- Anrärienn-J e w rfh - C'omi-. t ee züsmnmengesetzt ist. Diese Beträge sind. , daher in den- Msweisen jenes Comitees inbegriffen. - - Die . Eingänge sowohl der europäischen wie der amerikanischen Hilfsaktion sind dem Berteilungskomite inJafsa unter Vorsitz Won Dr. Ruppin, Kberwiesen worden. : Außer , diesen Hilfsaktionen such auch durch' änderen jüdische Organisationen Hilfssammlungen für Palästina durchgeführt worden. . C a f e Kais er gar ten am Opernplatz .. Erstklassiges Famillen-Caf6 Jeden Nachmittag von 4 bis 7 Uhr und Abend von - 8‘/* Uhr ab _ r BLimsti er-K-onasert. 22 - silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 5 . silberne Verdienstkreuze, 7 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Klasse, 33 silberne TapferkeitÄnedaillen 2. Klasse,. 38. bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 147 Auszeichnungen; hiervon 42 an Offiziere desjSoldätenstandes, 13 an.Militärärzte und' Militärbeamte und 92 an Personen des' Manschaftsstandes. . Warschau. Der Generalgouverneur erläßt folgende Bekanntmachung: „Es ist darüber. Klage geführt worden, daß die jüdische Bevölkerung an einigen Orten gezwungen werde, an ihren Sonn- Feiertagen die. Geschäfte auch für Privatpersonen zu. öffnen. Der jüdischen Bevölkerung darf in ihrer Religionsübung wie in der Gemeinschaft vörgeschrieben, nicht beengt werb en, soweit es die Kriegsnotwendigkeiten zulassen." I LVwn ow ErlanBBr Maehf. ■ Äramer Kaisertotelr.M Waachon, Färben und Faponn/eran a/fer Art Harren- und Damenhüta. -Abholung und Lieferung frei ins Haus. —— I Der Prieg und die deutsche« Jude«. Frankfurt a. M. Die Freie Bereinigung für die JnteresseN 'des orthd. Judentums wird aus zahlreichen Gesangenenlagern fortgesetzt aufs dringlichste um Üeberweisung von. Ritualien, besonders von Tefilin, ' Talesinr, Gebetbüchern und Chumoschim gebeten. Es wird , im religiösen Interesse gebeten, alle entbehrlichen Ritualien zu dem üben genannten Zwecke dem Büro der Freien Vereinigung zu übersenden. Die bisher angesammelten Vorräte sind vollkonimen erschöpft. Frankfurt a. M. Kriegsfreiwilliger Gefreiter Julius David erhielt das Eiserne Kreuz. Frankfurt a. M. Offizierstellv. David Hirsckler und Offizierstellvertreter Eduard Dreh fuß erhielten das Enserne Kreuz. Berlin. Zu Lrebesgabensendungen a.nläßlich d es Chauukafestes, das an^ 2. Dezember beginnt, erbittet die „Zionistische Bereinigung für'Deutschland" Barmittel, Geiinßmittel aller Art und postfertige Packete. Jedem Packete soll'auch in. diesem Jahre, eine Karte beigefügt werden. ^Zuschriften und Geldsendungen sind zu adressieren: Max .Wollsteiner, Charlottenburg, Roscherstraße 5, Postscheck Berlin 3847, Packete: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin IV 15, Sächsischestraße 8. . Berlin. Der Ausschuß der jüdischen Turner» s ch a f t beabsichtigt, zu Chan u k a Liebesgaben an die Front zu senden und fordert deshalb das jüdische Publikum zu Gäben und Spenden auf. Er weist, ausdrücklich darauf hin,'daß ein Teil seiner Mitglieder aus armen Häusern stammt.und nur durch ihn Liebesgaben erhält. Adresse: Fräulein Anni Zucker (für. die jüdische Turnerschaft), Berlin W 15, Bleibtreustraße 25. - Berlin. Martin Jacobowitz, Unteroffizier einer Fliegerabteilung- und Kurt Seligmann erhielten das Eiserne Kreuz. ' ‘ Der Kunsthistoriker Max Rosenthal, ein Sohn Rabbiners, Dr. L. kl. Rosenthal, starb 24 Jahre alt l—i den Heldentod. ' Berlin Dr. Adolf D a n z i g e r. Aisiltenzarzt Dr. Curt Friedmann, Julius Fuchs- Berlin nnd Wil.h. Jacobsohn-Mittweida erhielten das Eiserne Kreuz. Breslau- Erich Blüth, Dr Martin Leuchtag-. Breslau, Weißeub erg-Bcuthen nnd Georg Finke Mhslowitz erhiellten das Eiserne Kreuz. M artin Wachs» cr-Birkenthal, Fritz Goldberger und Heinrich Perl starben Leu Heldentod. Köln- Fritz Falk. Sobn des Juftizrats Falk, M ax Wihl, Sohn von Julius 'Wihl-Köln und Armand Sch o euenberg, Sohn von S. Schoeuenberg-Geislingen erhielten das Eisern e Kreuz. - München. DieOber-eutnants Leovold Schweizer und Sieg fr. Kurz mann wurden zu Hauptleuten und die Vizefeldwebel Salvmou Dorn und Artur Eichen grün zu Leutnants befördert. Die-Stabsärzte Dr. Julius Beith, Dr. Benno Koppenhagen und Dr.LudwigKohnstamm wurden zu Oberstabsärzten befördert. _ Posen, lirtin Friedmann wurde zum 8eutnant befördert. Offi'ierstellvertreier Eugen B r o m b e r g- P o s e n. Oberafwtheker L e o K u t t n e r, Sohn des Kaufmann Kutt- »er in Rogasen, isrhieltcn dasEiserne Kreuz. Stratzbura. Die Jüd. Kriegsfürsorge für Elf aß.- L o thringen (Adresse: Dr. Bruno Weil, Kleberstaten 11) erläßt einen Aufruf. Bon den eingehenden Spenden soll ein Teil der allgemeinen Kriegsspende, der größere Teil bedürftigen Juden in Elsaß-Lothringen Angewandt weihen. Stuttgart. Leutnant Hugo Gutmann Ritter d»s Eisernen Kauzes nnd des Ritterkreuzes des Friedrichordens 2. Klasse mit Schwertern, starb den HeMentod. Eschwege. Leutnant Dr. Martin Katzenstein von hier, Unteroffizier Dr. Her b e r t G r ü u e b au m aus Eisenach und Stabsarzt Dr. .S. Brock aus Gotha erhielten das Eiserne Kreuz. Wien.- Blochs. ,,'O"sterr Wvchenkchnft" verzeichnet in ihreo letzten' Rnmnler. folgende Äv s'zeichnnntz e n .an fanden. . \ ■' . 1 Offizierskreuz des Franz.Josef^Ürdens, 2 Militärberdienstiweuze 3. Hlasse, f26 .Signum laudis, 9. goldeve Berdienstkrcnzeminder Krone, 5 goldene Berdienstkreuze) / Perloualte« «. Kleine Mitteiluuge». BreSlau. Leo Fränkel-Hohenfalza spendete der Universität znm Andenken an seinen Bruder Prof. Dr. Sigismund Frankel 3000 Mk. für eine Stiftung für bedürftige Studierende der semitischen Sprachen. Hamburg. Rabbuer D: David LeimdÜrfer begeht am 8. Novbr. sein 40jähriges Ämtsjubiq länm. ' Er wurde 1851 in Hlinik (Ungarn) geboren. 1875— 83 wirkte er in Nordhauftnl und seitdem an dem Hamburger .Reformtempel, lebt jedoch streng religiös. Er besitzt eine glänzende Rednerbegabung. Infolge seiner persönlichen Eigenschaften-genießt er auch in hohen christlichen Kreisen Hamburgs Beliebtheit. Berlin. Sanitätsrat Dr Max Morris wurde von der Leidiger Universität anläßlich der Goethefeier tznm Ehrendoktor ernannt. Er ist der Verfasser des sechsbändigen Werkes „Der junge Goethe". Posen Tierarzt Platschek ist als Schlachthosdir kor bestätigt worden.' Die Stadt erhielt ein I u l i n s A l p o. r t' s.ch e s Vermächtnis von 20,000 Mk., dessen Zinsen je zur Hälfte jüdischen und christlichen Armen zufließen. Berlin. Gedeimrak Professor Dr. Hermann Cohen hat sich trotz seiner 74 Jahre der Universität Marburg zur Dersü gn n g gestellt. Obwohl er wöchentlich sechs Stunden der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums verpflichtet ist und außerdem an der Vollendung seines großangelegten „Systems der Philosophie" arbeitet, Null er in jeder Woche einmal nach Marburg reisen, nm dort Vorlesungen zu halten, weil die Universität Marburg durch die Einberuftmg einer großen Anzahl von Lehrern in ihrem Betrieb besonders schwer betroffen ist. TEE-SCHMIDTS NEUE ZBAUE 20. Tel. TTansa 1126. Nr.12 Souch -Peko-Congo Miachg. Mk.4.40 „ 7 Ceylon-Orange-Peckoe „ 3.40 Java-Brnch-Tee . . . Llk. 2.70, 3.20 Kakao Dona Hk. 360, 3—. 3S0 Frankfurter Berichte. „Nachlaß ZwiV unÜ „A. J.-Jugenügruppe". , In seinem Vortrage über Religionsdisputationen im Mittelalter ging Prof. Dr. Snlzb a ch von drei Fragen aus. Worüber, wozu wurde disputiert und wie waren die Krastverhältnisse auf beiden Seiten? Es sollte auf den Disputationen erwiesen werden, daß Messias schon gekommen ist. Außerdem sollten die Inden alles widerlegen, was über den Talmud zujammengelogen wurde. Der damit verfolgte Zweck war ein doppelten, Erstens sollte die damals noch schwankende Kirche unterstützt werden und zwar dadurch, daß man dem Judentum öffentlich den Boden unter den Füßen wegzuziehen suchte. Außerdem wollte man einen Grimd haben, die Juden zu verfolgen und das: hatte man erreicht, wen» man in Bibel nnd Talmud Stellen nachzuweisen bemüht war, die das Christentupr schmähten. lieber die Kräfteverteilung ist nicht viel Z» sagen. Während die Ehristen alle. Machtniittel besaßen, hätten die Juden nur das Wort, so daß sie eigentlich schon van Vorneherein unterlegen waren. Das Traurigste aber war, daß in den meisten Fällen die Antreiber zu diesen Dispntationen , gekaufte Juden waren. Die. erste Disputation fand im Jahre 1240 in Paris statt. Auf jüdischer Seite war Rabbi Jechiel aus Paris. Trotzdem er alle Angriffe glänzend zurückwies, war die Folge dieser Unterredung, daß einige Jahre.ffpäter, schon 1244, 40 Wagen mit Talnrud verbrannt wurden; auf dieses Unglück hin dichtete damals Rabbi Meier von Rotenburg sein berühmtes „Schaali Serufo bo-Esch". Die zweite Disputation fand in Barzelona in Spanien statt. Der Ramban verteidigte diesmal 4 Tage lang sich und sein Volk mit glänzender Beredsamkeit, aber auch er erzielte kein besseres Resultat wie Rabbi Jechiel? Pabst Clemens veranlaßte, daß icr aus Spanien ans gewiesen wurde und dringt dann, in: den König, den Talmud verbrennen zu lassen. Dieser sträubte sich dagegen, nnd der Talmud wurde nur korrigiert. In dieser Korrektur ist er uns heute erhalten. , Im Jahre.1413 findet wieder eine Disputation statt, die l1/* Jahre dauert. Papst Benedikt Xlll.. der durch diese Disputation Massentaufen bewirken wollte, führte selbst v Seite 3. den Borsitz. Sie geht ohne Erfolgs, zu Eäde, Benedikt Xllk.- aber verbietet dlch Takmndstndium und vermehrt, irre-Ausnahmegesetze gegen die Juden. ' - Seit dann fand keine Religionsdisputation mehr statt,, denn im christlichen Lager war nicht mehr die Ruhe und Zeit dafür vorhanden, da die neue Lehre auftrat nnd den Päbsten immer mehr zu schaffen niachte. Ben-Zwi. Hespetz auf Rabbt Liepman Pbllip PrinS s. A. „Mein Bund war mit ihm, das Leben nnd der Frieden, die Harmonie; ich gab sie ihiy, da er mich fürchtete und vor lmeinem Namen allein erbebte. Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, llwrecht ward nicht gefunden auf seinen Lippen. In Friedeii und Geradheit ging er mit mir, und viele brachte er zurück von der Sünde. - Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis schützen, Lehre sucht man von seinem Munde, demr ein Bote des Gottes der Schöpfungsscharen ist er." Mit diesen Worten Maleachis schließt der Prophetenabschnitt zur Sidra „Tauldaus". Diese Worte nun legte Herr Jacob S. Posen seinem Hisped in der vollbesetzten Hermesweg-Synagoge zu Grunde. Unter Heranziehung von interessanten Midrasch-Erläuterungen zeigte er, wie treffend sie die Persönlichkeit des Dahingeschiedenen umfassen. In den zweiten Teil des .Hisped stellte dann der geschätzte Redner einen Ausspruch in den Mttelpunkt, den Rabbi Prinz in dem;letzten Monaten des öfteren tat. Er sprach nämlich als seine Ueberzeugung aus, daß die Völker nicht eher einen dauernden, wahren Frieden schließen werden, als bis das jüdische Volk, das vorbildliche Priestervolk in der Menschheit, in sich einig, einheitlich geworden sei, in seinem inneren Leben den Frieden verkörpere. Um dies zu erreichen, bedürfe es, fuhr Redner fort, selbstloser Bescheidenheit, wie sie Rabbi Rrinz schon ldarin zur Schau trug, daß er sein reiches Wissen nie «ls sein Eigen ansgab, sondern stets im Namen feiner Lehrer. ,Die -Schüler der Weisen fuhren den Frieden in der Welt herbei" .heißt es. Das soll sagen Wenn nnsere Führer, Nnsere Weisen laicht stolz aus sich bauen, wenn sie sich bescheiden -nur als Schüler der Weisen betrachten, dann ist der Weg beschr'tten. der z -r Be s hn mi in Israel führt. „Schütze den Rest Israels, damit nicht verloren gehe das Gesamt-Israel, das das .Höre Israel" verkündet beten wir. Der,moch im Sinaiworte fest wurzelnde Rest Israels kann nur in und mit dem Gesamt-Israel seine Pflicht erfüllen. Bedeutet ja auch der hebräische Ausdruck für Frieden Ergänzung. Möge das jüdische Friedens-Ideal Rabbi Prinz', das das Ideal des Judentums ist, recht bald seine Verwirklichung finden! Agndas JiSroel-Jugendgruppe. Der unter Leitung Lehrers iHirschberg stehende Tauroh-Knrsus beendigte letzten Sabbat Berechith. — Von kommender Woche ab wird in diesem Kursus (Samstag llYs—12V») Mischna Schabbos gelernt und zwar für Anfänger. JfetuMim. \ Um das Glück. Novelle von Jacob Levh (Fortsetzung.) „Jenny, ich erhielt beglückenden Bescheid. Der Junge ist so gekrästigt, daß er ruhig studieren darf — Medizin allerdings ausgeschlossen." „Siehst Du liebe Tante, wie nnsere Luft Wunder gewirkt hat, aber trotz seiner Kräftigung muß er doch' noch einige Monate hier bleiben." „Ja, Jemiy, das soll er auch, und das hat mir der Doktor auch empfohlen. Ach, da ist er ja. Guten Morgen mein Sohn, wie hast Du geschlafen?". „Danke, gut, Mutter, aber Du machst ein so vergnügtes Gesicht?" . „Ja Junge, ich freue mich über Dich. Lassen, wir frühstücken, unddann gehn wir in den Wald." . Und so geschah es. Frau Giui konnte ihre Freude nicht länger verschweigen und berichtete ihrem Sohn ihre Unterredung mit dem Arzt. „Und jetzt Karl Günter wirst Du Dich immatrikulieren lassen. Im ersten Semester kannst Du Dich, noch reichlich schonen, wenn Du Rechtswissenschaft wählst." „Liebe Mutter, lassen wir uns auf diese Baick setzen und ruhig sprechen. Ich werde aus mehreren Gründen nicht studieren. Das Studium ist zu kostspielig/ und es dauert zu lange, bis man sein Brot verdient. Der .Vater hat so angestrengt zu arbeiten, daß ich chm nicht noch vielleicht zehn Jahre lang die Sorge für das teure. Studium, für meinen Unterhalt aufbürden kann. Ich habe reiflich überlegt und bin zu dem Entschluß ge» kommen, ins Bankfach überzutreten. Ich bitte Dich, . Vater zu veraul^sen, mir eine Stelle zu besorgen. Wenn, nötig, komme ich zur persönlichen VorstellunK sofort zurück." „Aber Karl Günter, was machst Du Dir phantastische Sorgen. Wir tragen ja gerne die Kosten für. Dein Studium."