Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 38 (4.10.1915)
- Date
- 1915-10-04
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 38. Bulgarien, Rumänien nach Budapest zu gelangen. _ Der Preis von 100. Stück fiel gestern ans 400, heute auf 250 Kronen. Die mitgebrachten Lnlowim sind meist verfault, so daß in Budapest unter 6—12 Kr. ein Lulow »ficht zu haben ist. — Das Kartell der hiesigen Esrogim-Häiidler hatte seine Ware schon vor Eintressen des Waggons zu fabelhaft hohen Preisen abgesetzt." In ihrer sttnmmer vom 23. September fügt die „Allg. Jüd. Ztg." noch hinzu: ,Leute sind hier schöne Esrogim schon zu 1 Kr. erhältlich. Doch die Preise grüner Lulowim und Hndassii» haben sich noch erhöht." Amerika. Rew-Nork. In den großen christlichen Krankenhäusern Nkwhorts — es sind 19 Krankenhäuser — weigert man sich, an jüdischen Knaben ** die Beschncidung durch M o h e l i m vornehmen zu lassen, — - und christliche Aerzte oder Schwestern vollziehen unglaublicher Weise diese jüdische Handlung. Die Proteste des Mohelimveteins, dessen Mitglieder nach den besten Methoden die Handlung vollziehen, haben nur bei zwei Krankenhäuser Berücksichtigung gefunden.. ir Straussfedern Waseken, FiAts, Stanzen, sowie EnBpfez von Plntenies, SdhetSiaien, Farads u. Flügel, Sddget, AalartdSes, Iblstaldetes n. Henanfetögen säa'Hehn Feisn- Soas etc. Grösstes Geschäft am Flaue. Gegründet 188s. Garenfeld-Rahn, Bömerberg 3t, IL Telephon Börner, 3175. Der Krieg «ud die devlschen Juden. Frankfurt a. M. Offiziei-Stellv rlreter Dr. Felix Kaufsmann, Dr. Franz Herzberg in der Bankabteilung beim Generalgouverncur in Belgien und Verpflegungs-Offizier Bert hold Strauß, "Reisender der Firma Schwarzschild-Ochs, erhielten das Eiserne Kreuz. Frankfurt a. M. OsfizierSstellvertreter Kann, Sohn der Frau Emilie Kann, Unterlindau 15, erhielt das Eiserne Kreuz. Leutnant und Bataillonsadjutant Ern st L o c b l, Sohn des Besitzers des Kafiechauses Astoria, erhielt de» daher. Militärvcrdicnstorden 4. Kl. mit Schwertern. Stabsarzt Dr. Alfred B i s ch o sswe rd e r erhielt das hessische Sanitätskrcuz am Tapferkeitsband. Berlin- Stabsarzt Dr. Georg Davidsohn erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. BreSlan. Richard Bock, Dagobert Friede, Leo Sternfeld, Karl Wen drin er - Breslau und ErnstPeiscr-Liegnitz erhielten das Eiserne Kreuz. Sm». Paul S v ier, Sohn des Herrn Simon Spier, erhielt das Eiserne Kreuz. Pose«. Eiserne Kreuze erhielten: Gefreiter Rudolf Muskat, Ofsizicr-Stellvertretcr Erich Max Simon aus Jastrow. - Wie«. Die Majore Moriz Mansch und Eduard Goldmann wurden zu Oberstleutnants befördert. Oberst Maximilian M a e n d l erhielt das M i l i - tärverdienstkreuz und den Orden der Eisernen Krön e 3. Kl. Auf dem jüdischen Friedhof-zu Krakau befindensich bereits 94 Soldaten grab er, darunter 30 von russische» Kriegsgefangenen. . Wie«. Die „Oesterr. Wochenschrift" hat in ihren letzten zwej Nummern folgende Auszcich'nnngen an Juden verzeichnet: 1 Militärverdienstkreuz 3. Kl., 19 Signum laudis, 8 goldene Berdieustkreuze mit der Krone, 1 goldenes Verdienstkreuz, 7 silberne Berdieustkreuze mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 3 goldene Tapferkeitsmedaillen, 23 silberne Tapserkeitsmedalllen 1. Kl., 38 sflberne Tapferkeitsmedaillen 2. Kl., 21 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 119 Auszeichnungen; 'darunter 42 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 13 an Auditorc und Militärärzte, 64 an Personen des Mannschastsstandes. 2 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, .4 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 2 silberne Verdienstmedaillen, 17 Signum laüdis, 5 goldene Berdienstkreuze mit der Krone,' 2 goldene Verdienstkreuze, 10 sflberne. Verdienstkreuze mit der 'Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 8 sflberne Tapferkeitsmedaillcn 1. Kl., 33 silberne Tapserkeitsmedailleu 2. Kl., 39 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 124 Auszeichnungen; hiervon 54 an Offiziere des Soldatenstandes, 12 an Militärärzte, Rechnungsführer und Militärbeamte,, 58 an Personen des Mannschaftsstandes. Cigarran-Mflllep, gr. Esehenheimerstr.Bl. UebCranenstr. 1/3. Tanmustr. 47. garrcn garetten erstklassigen Ursprungs. Partien I Perfosaiie« u. Kleine Witteilunge«. Karlsruhe. Leopold Weil -Schmieheim wurde zum Professor am Reagymnasium in Villingeu befördert. Pr. Stargard. Der Komme! zieuial Ariw Goldfarb vollendete sein 60. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß hat -er als Borzahlung aus seinem Testament für seine Vaterstadt Pr. Stargard 40,000 Mk. vermacht zur Begründung einer Selma- und Ariw Goldfarb-Stiftung. Zweck der Stiftung soll die Unterstützung Hilfsbedürftiger sein. Wie». Geh. .Justizrar, Regierungsrat Dr Adolf B a ch r a ch wurde vom Kaiser, in den A d e l s st a n d er-, hoben. ' - . , Hofrät Professor Adam Politzerfeierte am 1. Oktober den 80. Geburtstag. Der Kaiser hat dem Revidenten der Staatsbahnen M a r k u s P o m e r an z in Anerkennung besonders geistesgegenwärtigen und aufopferungsvollen Verhaltens gelegentlich einer Explosionskatastrophe das goldene Berdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapfcrkcitsmedaille verliehen. Dr. Lazar Zipfer, Landesadvokat in Kolom ea, Mitglied des dortigen Gemeinderats, des Bezirksausschusses, des Bezirksschulrats usw., ist hier verschieden. Wie«. Der dieser Tage an einem Herzschlage verstorbene Baron Hermanu v. KönigsWärter war mit einer seinetwegen zum' Judentum übergetrctenen Christin verheiratet. Sein Vater ‘ hatte deshalb letztwillig verfügt, daß er von der 40 Millionen-Erbschaft 1 Million an seinen Bruder zahlen müsse, wenn er seine Kinder taufen lasse. Kurz nach dem Tode des Vaters ließ sich Baron Hermann mit Frau und Kind taufen und zahlte die 1 Million. Später wurde die Ehe -geschieden und der Baron vergeudete sein Vermögen auf der Börse und beim Pferderennen. Frankfurter Berichte. Kleine Notizen. Durch Magistratsbeschluß ist eine Nebenstraße' der Saalburg-Allce zur Erinnerung an R a p h a e l Ettl i n g e r s. A. Ettlinger-Straßc benannt worden. TEE-SCHMIDTS' NETTE ZB.AHTE 20. Tel. Hansa 1126. Nr. 12 Souchong Peckoe-Congo- Mischnng ..... Mk. 4.40 „ 7 Ceylon-Orange-Peckoe 3.40 Java-Bruch-Tee . . Mk. 2.30,2.70,3.20 Kakao' Soma Hk. S.40, S —. 8.50. leuidefoti Um das Glück. Novellevon Jacob Levy (Fortsetzung.) „Hermann, Karl Günther hat zu inir Vertrauen, ich darf sagen, daß ich der einzige Mensch bin, der Einfluß auf ihn hat. Und Onkel und Tante haben mir ein Heim geboten, mich wie ihr Kind ausgenommen; — muß ich nun nicht meinen Bruder retten? Ich weiß es, ich kann ihm seinen geistigen Frieden wiedergebcn, ihn mit Hoffnung. auf die Zukunft erfüllen, ich vermag seinen armen 'siechen Körper zu kräffigcn, ihm Vcr-- trauen auf seine Stärke beizubringcn,. und dazu bedarf ich den SvIimer, vielleicht auch den Herbst, den ich mit ihm in meiner Heimat, im Wald verleben will — ich allein, fern von jeder Kultur. Wenn ich ihn dann seinen Eltern ganz gesundet zurückgebracht habe, — dann, dann will ich Dir ganz angchören." Hermann sagte ernst: „Du hast Großes vor, möge Gott seinen Segen dazu geben. Meine Wünsche müssen selbstverständlich zurückstchen. — Wenn Dein Vorhaben Dir aber nicht gelingen sollte;" „Dann habe ich das Beste gewollt, das muß mir zur Genugtuung gereichen. Möge Gott dann die Eltern vor den Sclbstvorwürfen schützen. Deine Liebe aber wird mir dann die Enttäuschung überwinden helfen." „Und das wird sie Jenny. Denke aber nicht an die Möglichkeit eines Mißlingens. Karl Günther soll mit Deiner Unterstützung in der Natur und durch die Natur gesunden. Und Du wirst den Eltern einen gesunden, tapfer in die Zukunft schauenden Sohn zurückgeben. Dann aber, mein Lieb, fordere ich Dich. Während Du in Ruland bist, bereite ich unser Heim vor." Frau Gini wunderte und freute sich außerordentlich, als ihr die beiden als Brautpaar antgegentraten. Aber gleich darauf Ivurde sic kleinlaut. „Jenny, jetzt wird auch wohl ans Deiner Reise mit Karl Günther nichts?" „Daran, liebe Tante, wird nichts geändert, ich habe das schon mit Hermann besprochen. Das Wichtigste für jetzt ist, daß der Junge dem Lebe» zurückgegeben wird. Ich habe mir diese Aufgabe gestellt und werde sie lösen, bevor ich an mein Glück denke. Ich habe Hermanns .volle Billigung." „Mir fällt ein Stein vom Herzen, liebe Jenny, ich wüßte nicht, was ich mit dem Jungen, anfangcn sollte. Ihnen auch mein Dank, lieber Hermann. Während der Abwesenheit Jennys ist unser Haus das. Ihrige, Sic kommen als lieber Verwandter, nicht nur als Freund zu uns." — „Ach, wir werden Jenny sehr entbehren." Frankfurter Milchkuranstalt unter Kontrolle des ärztlichen Vereins Scbwarzborgstr. 2-.6 Tel. Hansa 1108 einzige Anstalt Frankfurts, welche aussohUessUob -' kafinarme Karmileh : _nur aus Milch der eignen Stallung liefert. „Liebe Frau Kurz, Jenny ist Ihnen. doch nicht verloren, allerdings — ich glaube, daß ich Anlage» zum Tyrann habe. Jenny, hüte Dich." „Herniann, Du kennst die Frauen noch nicht. Wir haben scharfe Krallen unter Sanimtpfötchen." Frau Kurz endete das lustige Scharmützel mit De» Worten: „Hermann, jetzt müssen Sie uns verlassen. Aber heute Mittag sind Sie unser Gast, Jenny wird kochen,- und dannbleiben Sie mit Ihrer Braut zusammen, so lange Sic wollen, denn morgen reist sie mit dem Jungen fort." — Viktors Freude war groß, und ein so fröhliches Mittagessen hatte noch nicht bei ihm stattgefnnden. Es darf nicht verschwiegen werden, daß Hermann durch die Fürsorge seiner Braut ungefähr das Doppelte, aß wie sonst, und daß er und Viktor durch das häufige Anstößen am Schlüsse der Mahlzeit sehr rote Köpfe hatten, auch besonders munter waren, sodaß der schwarze Kaffee nach Tisch als Wohltäter angesehen werden mußte. Viktor sagte gerührt: „Hermann, laß sie verreisen, meinetwegen nimmt sie auch meine Fran mit. Wir aber gehen ins Cafe Hirsch — und —" und damit umarmte und küßte er ihn. Kapitel 9. Nach einer Bahn- und mehrstündigen Postfahrt war Jenny mit ihrem Schutzbefohlenen nachmittags in Ruland angclangt und.betrat mit Rührung ihr Haus, das sie in fünfundzwanzig Jahren ihres Lebens nichi für eine Nacht verlassen hatte. Der jetzige Bewohner des Hauses, ein unverheirateter Händler, hatte außer dem Laden und Schuppen nur ein Schlafzimmer inne, da er bei einem Verwandten speiste, und so hatten die 'Wohn- und Schläfräumc die alte gemütliche Einrichtung von Jennys Eltern behalten. Das Mädchen hätte diese Wohnung unverändert im alten Zustande für sich frei gelassen. Sie führte ihren Vetter ins Wohnzimmer, dann ergriff sie seine Hand. „Mein lieber Karl Günther, ich heiße Dich herzlich in meinem Hause willkommen, möge der Aufenthalt hier Dich erfrischen und erfreuen." Der Junge lächelte mühsam und sank erschöpf! aufs Sopha. „Die lange Postfahrt, die man nicht gewöhnt ist" — sagte er. Sie unterbrach ihn. „Die hat Dich müde gemacht, ich kann es mir denken. Ruhe Dich aus, ich sorge für Kaffee."— Damit eilte sie in die Küche. Sie hatte das Nötige in ihrem Täschchen mitgebracht. Flink war Feuer gemacht, der kupferne Wasserkessel aufgestellt, und sie eilte in den Laden, um Brot und Butter zu holen. Im Nu war der Tisch gedeckt, und der würzige Duft des Kaffees durchzog das Zimmer. Karl Günther beobachtete mit' Erstaunen das flinke Hantieren Jennys, wie sonnig heiter ihre sonst etwas gemessenen Gesichtszügc waren, und er konnte nicht umhin zu bemerken: „Jenny, jetzt müßte Dich Dein Bräniigam sehen. Du hast ein ganz anderes Aussehen als zu Haus." „Das tut die Heimatlnft, lieber Junge. Hier war ich Kind, hier habe ich gespielt und" fuhr sie ernst fort, „hier habe ich in Haus und Geschäft gearbeitet und Die letzten fünf Jahre meine lieben Eltern gepflegt. Ich möchte die Erinnerungen nicht inissdn. Ich wäre allerdings geistig verkümmert, wenn Frau Doktor Mehler sich meiner wicht angenommen jhütte. Dieser seltenen Frau verdanke ich meine Geistes- und Charakterbildung." Karl Günther sagte nachdenklich : „Ich glaube nicht, daß ich schöne Erinnerungen an meine Jugend habe. So recht froh bin ich nie gewesen. Deine kranke Mutier ist Dir Mutter gewesen, — aber ich, was bin ich, was werde ich?" 'Jenny cntgcgnctc in ziemlich entschiedenem Ton: „Höre einmal, Dü mußt nicht zu viel Mitleid, mii Dir haben, ich möchte auch nicht gerne Dich, cmen junge» Menschen, immer aufheitern müssen. Siehe, ich bin ver- Fügen Sie Ihren Sendungen ins Feld eine Schachtel Fays ächte Soden er - Mineral-Pastillen . bei. Sie erweisen damit unseren, tapferen Kriegern einen doppelten Dienst. Erstens sind „Fays ächte“ ein vorzügliches Mittel gegen alle Erkältungen undzweitens wirken dieselben durststillend. Verlangen Sie. aber ausdrücklich „Fays ächte“, weil minderwertige Nachahmungen bestehen. , \