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Neue jüdische Presse · 1915-09-21 · Heft 37 (21.9.1915) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 37 (21.9.1915)
Date
1915-09-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 zwischen Verwundeten uitb Pflegepersonal geherrscht habe, wie denn auch noch alle entlassenen Krieger dankbaren Herzens von den Anstalten geschieden seien Pe n slo n Deutsch, Qlßsbti den Tauim-str ase 49 30 modprne Zimmer mit Salons. Balkons. Vo'Zfielirh« Wi-n^r KOrh« ltnt das Gluck. Novelle v » Jacob Ledh (Fortsetzung.) Frau Mm «hob sich 'mit der Miene einer beleidigten Königin und sagte: „Man muß Dir die Aufregung zu Gute halten, Du weißt nicht, was Du sprichst." Und sie entfernte sich. Währenddem saß Karl Günther bei Jenny und schüttelte sein Herz aus. Er sagte mit zuckenden Lipcpn: „Meine Mutter hatte keine Zeit für mich, als ich ein Keiner Junge war. Ich erinnere mich gut, daß der Arzt damals sagte, meine körperliche Haltung müsse unausgesetzt beobachtet werden. Mein Vater konnte dies nicht, er müßte von früh morgens bis abends im Geschäft sein. Und meine Mutter, — doch wozu klagen? Jetzt muß ich es büßen, ich bin nur ein halber Mensch." Jenny tröstete ihn. „Junge, schäme Dich. Du hast das Examen glänzend bestanden und damit den Beweis geliefert, daß Deine Kräfte den größten geistigen Anforderungen genügen. Oder hast Du nicht häufig bis zehn Uhr abends und länger.gebüffelt? Sei ein Mann und zeige der Welt, daß Du.'rn der Arena des Geistes mit den Stärksten kämpfst. Wenn Du auch körperlich kein Riese an Kraft bist, — auch hierin wirst Du bei richtiger Lebensführung der Natur noch manches abringen, was sie Dir bis jetzt versagt. Sei nicht sentimental, sondern trete frisch ins Leben, dann wirst Du der Stärksten Einer sein. Ich werde übrigens für Dich sorgen und Dich pflegen, Du armes Jüngelchen", fügte sie Hefter bei. Sie lachte und küßte ihn auf die Stirn. „Mache nur keine Märtyrermiene und sei vergnügt." Kapitel 7. An diesem Abend gingen die Kinder ins Theater. Die Mütter hatte keine -Lust auszugehen, und i so waren die Ettern mit Jenny Mein. BikÄr''rauchte und bjlickte nachdenllich Iben Kringeln nach, die Damen lasen. Der Vater sagte: „So schön wie heute abend ist es lange nicht mehr bei uns gewesen, so ruhig, so ohne fremde Menschen." Seine Frau'erwiderte: „Solche Abende unter Klausur sind gut zum Ausruhen, aber immer ohne Anregung möchte ich doch nicht leben." „Liebe Gini, wenn wir früher mehr solche Abende gehabt und uns den Kindern gewidmet hätten, wäre es besser gewesen." „Ach Viktor, fange doch das alte Lied nicht wieder an. Ich glaube, daß es mft Karl Günther nicht so schlimm ist, wie Dottor Lambert uns glauben machen möchte. Was meinst Du, Jenny, Du hast ja noch kein Wort darüber geäußert." „Liebe Tante, ich glaube, -aß die Ansicht des Doktor Lambert die richtige ist, daß aber aus dem lieben Jungen ein gesunder und verhältnismäßig kräftiger Mensch zu schaffen ist, — und ich unternehme das Wagnis, wenigstens den Grundstein dazu zu tragen." Die Eltern sahen sie sprachlos an. Endlich begann Kurz: „Jenny, wenn es wahr ist, was Du sagst, wenn Du das vermöchtest, — wir würden Dich segnen —, Du würdest eine Schuld von uns nehmen, denn wir haben den armen Jungen in seiner Kindheft vernachlässigt." Jenny wollte ihn unterbrechen. — „Still, ich weiß, was ich sage. Was denkst Du, was zu geschehen sei?" Lieber Onkel, Karl Günther muß körperlich gekrästigt weiden, das ist vorab das Wichtigste. Hier kann er nicht erstarken, auch nicht in einem Kurort, wo er seinen quälenden Gedanken nachhängen würbe. Ich fahre mü ihm nach Ruland, wo ich noch mein Haus besitze. Karl Günther bleibt mü mir den Sommer, auch vielleicht den Herbst dort —, und Ihr werdet staunen:, wenn ich ihn Euch zurückbringe, dann ist er ein anderer Mensch geworden." Elektr. Licht-, Kraft-, '*-und Telpfon-Anlagen. Tel. Taunus .4389., SL Btferenzen. äaTlgBjptmsse 61. Frankfurter Fs«reMschÄ FaMlienWäÜ. Kurz ergriff ihre Hand und drückte sie krampfhaft. „Jenny, das ist das einzig Richtige. Wenn Du das tun, wolltest." ... „Aber gewiß, lieber Onkel- Ihr habt mich mit elterlicher Liebe ausgenommen als Schwester - Eurer Kinder, nun muß ich doch für meinen Bruder sorgen. Aber Ihr tut mir selbst einen Gefallen damit. Ich wollte wirklich einige Zeft nach meiner Heimat, die Briefe der Frau Doktor weiden immer dringlicher, — und nun habe ich an Karl Günther angenehme Gesellschaft." Frau Gini meinte in elegischem Ton: „Wenn es nöttg ist, gehe, ich mit, um mich mft Dir in die Pflege des Jungen zu teilen." > „Nein Tante",- sagte Jenny rasch, „er bedarf keiner Pflege, er darf wie ein Gesunder fühlen, und Deine mütterliche Obhut würde ihn deprimieren, well er sie nicht gewohnt ist. Dü darfst ihn mir ruhig allein anverttauen." „Nun gut, dann muß ich mich darin schicken, ich könnte ja auch momentan nicht gut hier abkommen. Aber ich werde Euch einmal besuchen." „Gewiß liebe Tante, die Freude mußt Du uns machen, später." — Mit Karl Günther sprach Jenny jedoch etwas anders. „Ich werde den Sommer, und auch vielleicht einige Herbstmonate in'meiner Heimat bleiben, ich habe es meiner Freundin, der ich so viel verdanke, versprochen. Tue mir den Gefallen, bei mir zu bleiben. Ich habe so manches abzuwickeln, wobei ich Deine Hllfe gebrauchen kann, und dann, die Frau Doktor hat nicht viel Zeft, Nur gehen zusammen spazieren. Du leistest mir Gesellschaft; das Landleben tut Dft auch gut, denn es kräftigt Dich für Deine zukünfttge Laufbahn. Willst Du? Allerdings gibts in Ruland kein Theater, keine Konzerte und keine Borttäge." „Ach Jenny, wie schön wird es sein! Nur in der Natur und mü der Natur leben, dort kann ich vielleicht gesund ,werden." — Hermann Beck hatte seit dem letzten Gesellschaftsabend bei Kurz mehreremal Gelegenheft gefunden, seinen Freund zu besuchen. Frau Kurz schrieb dies seinem Bedürfnis zu, sich mü der modernen Frauenftage zu befassen und von ihr, der berufenen Vertreterin, sich belehren und leften zu lassen. Er hörte auch gutmütig lächelnd zu; — aber ach! wenn Jenny auf der Blldfläche erschien, war es mit seiner Aufmerksamkeit zu Ende, er wandte sich zu dem' Mädchen, und dann zog die Frauenftage meistens den Kürzerem "Einmal ftagte er neckend: „Fräulein Jenny, Sie scheinen eine Gegnerin des Frauenfortschrftts zu sein?" „Herr Beck, ich habe darüber nachgcdacht, so gut wie Eine; doch kann ich michmft der Art und Weise, wie die, Bewegung meistens propagiert wird, nicht befreunden. Endlose Reden in zahllosen Vereinen, vielfach Utopien — und die Resultate, die Leistungen, die Arbeiten sind vielfach überflüssig. Aber" — sagte sie mit geröteten Wangen und glänzenden Augen — „weshalb sorgen die Frauenrechtlerinnen nicht für die armen Wesen, die ihre Jugend ihren Eltern opfern, die ihnen für die Pflege unentbehrlich sind, deren Opfer als selbstverständlich angenommen wird;, die langsam altern, und wenn die Eltern sterben, verblüht, vergrämt, mißmuttg sind, ohne Hoffnung, ohne Zukunft. Wenn Ihr für solche Unglückliche ein Heim, eine Zukunft schafft, habt Ihr segensreicher gewirkt, als wenn Ihr armen jungen Mädchen Gelegenheft zum Studium schafft. Wer gibt diesen denn »ach der Gymnasialzeft Mittel zum wefteren Studium, zum späteren Unterhalt, so lange wie es nöttg ist. Und wenn diese Mädchen sich Sorgen um die Zukunft machen müssen, die mft allen schönen Reden nicht zu verscheuchen sind, dann werden es bleichsüchüge, nervöse Geschöpfe, zu nichts tauglich, noch nicht einmal zur Ehe." Gini und Beck horchten noch, als sie geendet hatte. Gini aber meinte: „Nun, die meisten heiraten ja doch, daran hindert sie das Studium nicht." „Gewiß", entgegnete Jenny, „und ihren Männern versage ich mein Mitgefühl nicht. Tante" — und sie schlug die Hände zusammen — „was habe ich bei Dft für Frauen kennen gelernt." Gini wurde purpurrot. „Kind, das kannst Du gar nicht beurteilen. Aber Deine Anregung verdient immerhin Ueberlegung." Beck dagegen meinte: „Fräulein Jenny, ich pflichte Ihnen vollkommen bei. Ich dachte wohl schon dasselbe, hätte es aber nicht so — so schonend ausdrücken können." Am Samstag Abend aber sagte er zu Kurz: „Höre einmal. Deine Nichte ist ein prachtvolles Mädchen. Ich glaube" Da grübelte er vor sich hin, — §ind Nr. 37. Cafe Kais er gar fei am Opernpl&tz i' , Erstkliumlges Fs»inillen-Caf$ Nachmittags Konzert«. - — _ Fr. Hansolmann, Besitzer. Kurz konnte ihn nicht: weiter befragen, da gerade ci Anekdote die Aufmerksamkeit fesselte. Kapitel ft Am Tage vor dem Montag, da die beiden it, Ruland reisen wollten, kam Beck zu Kurz. Er h Jenny im Wohnzimmer . ©ie‘ empfing ihn mit ihr, reizenden Lächeln und sagte: „Meine Tante ist in bei der Tollette, Sie müssen ein Biertelstündchen ti mft vorlieb nehmen." „Fräulein Jenny, mein Besuch gllt nur Ihn, es fteut mich. Sie ungestört sprechen zu können." Jenny zeigte auf einen Stuhl und sprach mft lei, bebender Stimme: „Bitte", und sie setzte sich. „Fräulein Jenny, ich kann nicht viele Worte mache Liebes Fräulein, wir kennen uns jetzt einige Mona in dieser Zeft habe ich Sie liebgewonnen, Sie si die Frau, die meinem Ideal entspricht, die mft e glückliches jüdisches Heim bereiten wird, und die > glücklich machen werde. Jenny, wenn Sie mich etw lieb haben können." — Sie stand vor ihm, verwirrt, verschämt, und ih Züge hatten etwas seliges, jugendliches. Sie blii schüchtern den vor ihr stehenden stattlichen Mann a sie duldete, daß er sie in seine Arme zog und erwidei seinen Kuß. „So kannst Du mich gern haben", fragte er zärtli, „Als ich Dich zum ersten Male sah", sagte sie, dai schwieg sie erglühend. „Aber bald die Hochzeit", rief er — „ich to mein Glück sobald wie möglich bei mir, in meine Heim haben.". Sie entwand sich seinem Arm. „Liebster, ich ha noch eine Pflicht zu erfüllen, bevor wir uns ga angehören können." „Eine Pflicht?" „Dft sind ja, als alter Freund, die Famllienve hältnisse hier im Hause bekannt. Du hast ja auch m niemals verschwiegen, daß Dft verschiedenes mißsäl In dieser Weih des. Pathos, der lehren Reden Müßt die Kind.er zurückstehen, sie verdankennur ihrew'Wem guten Anlagen, dem Beispiel der treuen Pflichterfilllui ihres Vaters, daß sic mit Fleiß arbeiten und in d Schule gut vorankommen .Die körperliche Entwickeln! läßt leider viel zu wünschen 'übrig. Nun ist Karl Günth durch das Scheitern seiner Hoffnung auf die Zukunft furchtbar niedergeschlagen, so in Verzweiflung' über sein siechen Körper, daß das Schlimmste zn befürchten i Es ist schade um den braven, gescheiten Jungen." Hermann unterbrach sie. „Ich habe diese Zukrn schon vor Jahren Deinem Onkel vorausgesagt. U> nun?" _ (Fortsetzung folgt.) _ . I dffenbaebor Dmeklnft-lnlag' I Iffanbacb a. HL Telefon 123. (AnmAlnen mit Frankfurt I ftewährtente T«Bnlsbr»ln>0ons (100.000 qm jfihrlid I ->owie unQbartroflana Bettenu. Battfedsrnrelnl- QUno mittelst Druckluft nnd .Wasserdampf. Abeudgluteu. Der Abend sfteut aus reicher Hand Funkelndes Gold über's ganze Land. Und die Wollen erglühen in goldenen Gluten, Golden erglänzen des Stromes Fluten, Und die dunllen Berge all in der Rund Küsset der Himmel mit goldenem Mund. Und alle die Menschen, die vorüber mir zieh'n, Haben im Anllitz.ein stilles Glüh'n, Haben alle den leuchtenden Blick. Seele, du ahnst nicht, wie groß dein Glück! Siehe, die Welt im goldenen Schein, ' Die ganze Welt, sie ist dein! WM Eilbott Abend. Ein Rauschen durch alle Wipfel geht. Daß sanft sie sich neigen. Es raunet der Wald wie in stillem Gebet, Dann sinkt er in Schweigen. Es ziehen die Wellen bas User entlang. Träumeumsponnen, Es flüstern die Blumen am steilen Hang Bon Tageswonnen. N 1 lichte Jon man schon rxistn baten weit wurd «rinn H fegen me i bändi mend Gesui legun Raus Sabb willst ( reli fern ermih zu ve und erwec gische gefäh c der, Uch i Wurf Klar! sei e AVer Äesei zu N u. A die wir erwi! sen Krje, ohne bewr Ein Maä wirb berei Not lich nng selbst Sa! Ort von zelne sehen nur Wün von Truf . < sind, bei d b in Wichi schrei 5 Sold troff

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