Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 35 (8.9.1915)
- Date
- 1915-09-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35. Nr. 35. Mranksurter FsraelitischrS FamflienAM. Seite 3. >en da- Kausch :s, bc; es cn, Zamw ib rubens Liefstei cchtbari ■x Lei! c miede tuf da- WinteDr ch, ck wan ng nch se ne Tröste> den un ird? Pose«. Eiserne Kreuze erhielten: Walter »hu, Sohn Rabbiners Dr. Cohn in Rawitsch, Vizeeldwebel Markus Brock-Gnesen, Hugo Hey mann- Üakel, Matthias-Meseritz unter gleichzeitigen Beförderung zum Leutnant, Joseph Goetz--Hohensalza, chtsanwalt Dr. Cohnberg -Graudenz, Leo Karr-Czarnikau, Hermann Sch-'mul-Neumark, Leütlant Referendar Wougrowitz-Posen, Unterarzt Dr. riedlaender-Posen, W. David, Louis Judelamotschin, Rudolf Berwin-Wollstein, Joseph aer--Posen, Martin Zlotnicki und Rudolf pritz in Gnesen. Wien. Hermann Friedmann, Chef-Ingenieur « Automobil-Abteilung der Raaber Waggon-Fabrik, hat ,ährend seiner Genesung von den schweren Wunden des Feldes eine bedeutsameErfinduug hergestellt: ein ragbares und auf ein kleines Maß zusammenstellbares Krankenbett, von dem jedes Automobil bequem zwei Stück »itführen kann. Der Kranke kann sogar während der ei» il lc wn )es den, si Anstal den ein" jen äume jüdische. amtliche! St ' ntbungi tche bloj erschii gen cm ersönlich fahrt operiert werden. Erzherzog Franz Salvator, der Ehrenvoritzende des Roten Kreuzes, hat dem Erfinder seinen Dank ^gesprochen. Die Heeresverwaltung führt bereits die xrsindnng ein. Lemberg. Brody, das jetzt wieder in unserem Beiße ist, zählte vor dem Krieg unter 20,000 Einwohner ca. 5,000 Juden. Brody, „Galizisch-Ferusalem" liegt 60 sjlometer östlich von Lemberg hart an der russischen Grenze mb ist ein bedeutender Handelsplatz. Warschau. Zwei Mitglieder der jüdischen Hilfsmmission. Wegmeister und Farbstein (Bruder von )r. Farbstein, Zürich), haben mit Erlaubnis der deutchen Behörde eine Reise durch die jüd. Gemeinden ans «m rechten Weichselufer unternommen, um die Lage der üdischen Bevölkerung zu studieren. Sie besuchen mittelst ines ihnen von der Militärverwaltung zur Verfügung jestellten Dienstautos die Städte Pjassetschno, Gritza, Gör, lmschinow u. w. m. Sie habett die Aufgabe, überall ,,e Voraussetzungen für die Wiederherstellung des Ge- „eindelebens festzustellen und damit die Grundlage für *'e weiteren Aktionen des Hilfskomitees zu schaffen. Abs Partien n IC! latt jtw jen Uni und Di c. Hen aus de m dich der ei jülluuge rahrhcit; , sonder ich dun en Press a man ngen m en Press e. Wed, Zeiten ein Pläh Commi- Machern ,g in d! run übe, suden belohne lvouicre, BrS Platz ros, i Esrogi ,rscheinl' weiß tu Auch ei Sendm «den bestehend rmehr ' und je -Kren Richa d, Al Mori .heim« tzt, erh« hnbers Hirschba chls, R d Hah ich, K» P. Mv ,li Len elsoh borze § Eiset md Ku beförde garren garetten erstklassigen Ursprungs. Cigarren-MOller, gr. Esehenheimerstr.31. Uebfranenslr. 1/3. Tannratatr. 47. I Perfosatte» u. Kleine MitteUunge«. Frankfurt a. M. Dr. M e i e r S ch ü l e r. Oberlehrer m der Realschule der Jsr. Religionsgesellschaft, erhielt ict Titel Professor, .— bei dem jugendlichen Alter ics Herrn Dr. Schüler eine bemerkenswerte Auszeichnung. Breslau. Geh. Justizrat Dr. Wrlb. Salomen freund, eine der angesehensten Persönlichkeiten der sudenheit Schlesiens, ist im Wter von 84 Jahren verchieden. Er war von 1887 bis End«' vorigen Jahres der orsteher der Stadtverordneten der Stadt Breslau und nährend 23 Jahren der Vorsitzende der Repräsentanten ,er jüdischen Gemeinde. -.Die Stadt verlieh ihm das hrcnbürgerrecht. Bocholt- Die Familie Moritz Braunschweig iberwies der Stadt 20,000 Mark für eine „E r i ch B r a u n - 'chweig Stiftung" zum Andenken an ihren Sohn und!rüder Erich Braunschweig, der als Vizefeldwebel den beldentod starb.. Aus den Zinsen sollen Kriegsinvaliden und »dürftige Angehörige vor dem Feinde gefallener Bocholter mterstützt werden. Dürrheim. Dag Friedrich-Luisen-Hospiz war Juli und August voll besetzt und wirb es auch nährend des Septembers sein. Auch in den Wintermonate» rird der Betrieb voll offen gehalten. Blutarme, Ge- »sende usw. jüdische Kinder und Frauen finden Aufnahme. Anmeldungen an die Oberin. Pose«. In Deutschen verschied im 74. Lebensjahre MeyerLewY, Vorsitzender der Repräsentanten der Gemeinde. Wien.. B. Popper, Direktor des Wiener Bankvereins, wurde vom' Kaiser in den Adelsstand erhoben. Salo Lippa und Frau, die Eltern des bekannten Uavierhumoristen Sigwart Lippa, feierten die goldene Hochzeit. Rew-Aork. In der Zeit vom 1. Juli 1914 bis . Juli 1915 betrug die Einwanderung 326,700 Personen gegen 1,218,480 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Italiener sind 238,000 weniger angekommen und Juden >11,000 weniger. , Rew-Aork Admiral Arthur Straus, der einzige jüdische Admiral der Welt, ist zum Chef des Flottenöüro für Erfindungen bestimmt worden. PeiulonDeutschMtien Tanniuistrasse 49. 30 moderne Zimmer mit Salons, Balkons. . Torzflgliche Wiener Kflche. Frankfurter Berichte. Ausschuß »er Israelit. Gemeinde. In der letzten Sitzung war. der interessanteste Gegenstand der Tagesordnung — Referent: Elias Oppenheimer — die Rechnung des Krankenhauses für die Zeit nom 1. Juli 1914 bis 30. Juni 1915. Die Gemeinde hat iür diese Zeit einen Zuschuß von 197,038 Mk. zu leisten (Voranschlag 154,021 Mk.) gegen 59,862 Mk. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Danach beansprucht das Krankenhaus in seiner neuen/ großzügigen Gestaltung ein Drittel der Einnahme der Gemeinde aus ihren Steuern. Uehex den jetzigen Umfang des Betriebs gibt z. B. der Posten „Gas" einen Begriff: 23,700 Mk. Ausgaben gegen 7,700 Mark im Vorjahre. Es sind des Abends allein 400 Eier auf dem Gas zu kochen. Die erhöhten Preise für Lebensmittel, die kostenlose Zurverfügungsstellung von 50 Betten auf drei Monate für das Rote Kreuz usw. erklären die Ueberschreitung des Voranschlages. Es war seitens des Herrn Jsaac Goldschmidt der richtige Augenblick, in der Debatte an die Frankfurter Jndenheit zu appellieren, das Krankenhaus mit Stiftungen zu bedenken. Besonders bei der Abfassung von Testamenten möge an diese segensreiche Jnstutition gedacht werden. Vorläufig nimmt das Krankenhaus nur 429 Mk. jährlich aus Stistungen ein: Hugo Fränkel wies auf Berlin und Breslau hin, wo das Krankenhaus der Israelit. Gemeinde ständig von Gemeindemitgliedern bedacht wird. Rechtsanwalt Dr. Bärwald» der Vorsitzende, gab ein Bild von den gegenwärtigen Leistungen des Krankenhauses. 984 Zivilpersonen und 617 Militärpersonen wurden verpflegt. Zum Schluß der Debatte wurde der Posten „Rechnung des Krankenhauses" genehmigt, dem Pflegamt des Krankenhauses für die in diesem Jahre besonders große Mühe der Dank ausgesprochen und beschlossen, nach Schluß des Krieges die Verpflegungssätze einer Revision zu unterziehen. i ' Der Vorsitzende verlas sodann aus dem Berichte des Fcldrabbiners Dr. Salzberger des Wesentliche, und es wurden dem Verband der deutschen Juden für drei neue Feldrabbiner — Dr. Sali Levr-Breslau, Dr. Rosenack- Bremen und Dr. Sänger-Berlin — und für die Festschrift an die jüdischen Soldaten in der Front Beiträge bewilligt. Agubas Jisroel-Jugeudgruppe. Samstag den 11. ds. Mts., mittags 4 Uhr spricht Direktor Dr. G. Lange über „Die Awaudoh am Jom Kippur". — Dienstag den 14. ds. Mts., abends 9 Uhr wird in der „Liederhalle", Langestraße 26 Wolf S. Jacobson-Hamburg über: „Die Lehre der Zeit" sprechen. — Zu beiden Veranstaltungen sind Gäste, Damen und Herren willkommen. Wie man uns ferner mitteilt, gelang es der Jugendgruppe, für den Winter eine Reihe von Vortragsabende zu arrangieren, zu denen sie bekannte Persönlichkeiten als Redner gewann. Näheres wird in. Kürze in einem Rundschreiben den Mitglieder der Gruppe mitgeteilt werden. TEE-SCHMIDT NEUE KEÄHE 20. Tel. Hansa 1X26. Nr. 17 Fünf-Uhr-Tee, . . . Mk. 5.40 „ 11 Ningcbow-Congo-Mischg. „ 4.— Java-Broken-Tee Mk. 2.30,2 70,3 20,4.40 Kakao Soma Hk. 2 40, 3.—, 3-.0. leinßetoiL Um das Glück. Novelle von Jacob Levh (Fortsetzung.) Die Schiwohtage waren vorbei: Während derselben ließen die Besuche der Tröstenden das nun verwaiste Mädchen nicht über seine Lage Nachdenken. Aber die Nächte, da sie allein im vereinsamten Hans war, floh der Schlaf, sie dachte nach, wie ihr Leben sich jetzt gestalten sollte. Eine Nacht ist unendlich lang, wenn man sie schlaflos verbringt. Da kommen die Sorgen, die quälenden Gedanken und weichen nicht. Allein, so ganz allein, ohne teilnehmende Verwandte. Sie hatte eine Tante, die jüngere Schwester ihrer Mutter, Frau Gini Kurz, in der Stadt, aber mit der hatten sie gar keinen persönlichen Verkehr. Herr Kurz kam auf seine Geschäftsreise nach Ruland und besuchte auch stets ihre Eltern; er hatte Jenny verschiedenemal herzlich eingeladen, sie zu besuchen, aber sie war eben an's Haus gefesselt. Nun kanr — die Eltern waren gerade vierzehn Tage tot — der Onkel Kurz wieder ins Dorf. Er begrüßte Jenny herzlich und drückte sein Bedauern aus, daß die Trauerbotschaft ihn erst am Tage der Beerdigung erreicht habe, sonst hätte er es sich nicht nehmen lassen, der Nichte väterlich beizustehen. Jenny hörte aus dem warmen Ton, daß cs dem Onkel ernst gemeint war und das tat ihr' wohl. „Mein Kind, was. gedenkst Du jetzt anzufangen, Du wirst doch nicht in diesem Dorf bleiben?" „Onkel, ich weiß es noch nicht. Ich werde das Geschäft aufgeben, und wenn alles verkauft, erledigt ist, — ach, ich bin so einsam, fühle mich so überflüssig in der Welt." „Nein", sagte der Onkel gütig, „Du bist nicht allein. Du bist auch gar nicht überflüssig. Bei Ordnung Deiner Angelegenheiten hier werde ich Dir zur Seite stehen, und wenn wir beide alles gut erledigt, — dann kommst Du zu uns. — Deine Heimat ist bei Deiner Tante und bei mir. Deinem alten Onkel. Ein willkommener Hausgenosse wirst Du uns allen sein. Deiner Tante eine Helferin, wir können einen lieben Hausgeist gebrauchen. Also — Jenny — oder hast Du andere Pläne?" „Ach Onkel, wenn ich Euch wirklich willkommen bin, wenn ich mich bei Euch nützlich machen kann, so komme ich gerne." „Gut, Du kommst als unsere liebe Tochter, als Schwester meiner Kinder. Ich bin zwar der einzige meiner Familie, den Du bis jetzt kennst, aber die anderen werden Dir auch gefallen. Meine Frau, na, die ist sehr gebildet, von der kannst Du lernen. Und jetzt gehe ich zur Kundschaft, zu einigen Hausierern, die mich heute erwarten." Der brave Onkel hatte ein bischen schön gefärbt. Seine Frau hatte durchaus nicht nur als liebende Tante von Jenny mit ihm geredet, sondern gesagt: „Lieber Viktor, wenn Jenny wirklich so tüchtig und brav ist, wie Du immer erzählst, so kann sie ja zu uns kommen, wir können ein zuverlässiges Fräulein gebrauchen." Er hatte darauf in seiner geraden Art erwidert: „Ich lasse das Mädchen nicht als Dienstboten zu uns kommen. Sie würde sich auch dafür bedanken, sie ist selbständig und hat auch Geld genug." „Aber Viktor, was denkst Du denn von mir", verbesserte sie sich, „Sie soll mich als jüngere Verwandte unterstützen, gewissermaßen als älteste Tochter, und welche Gelegenheit hat sie bei uns, das großstädtische Leben kennen zu lernen und besonders sich auszubilden, ihre Kenntnisse zu erweitern darin, was heute jedes weibliche Wesen, das die nötige Intelligenz besitzt, wissen muß!" „Gut Gini, sie ist Deine Nichte, Du bist ihre einzige Verwandte. Das Mädchen, das sich in der Pflege ihrer Eltern aufgeopfert hat, verdient eine glückliche Zukunft." „Und", rief nun wirklich ergriffen Gini, „soll sie bei uns finden!" > Kapitel 4. Und so kam Jenny zu Tante Gini. Es war eine ganz neue Welt, in die sie eintrat. Sie war großgezogen im Dorf, im kleinen fromm jüdischen Haushalt. Im Verkehr mit den Bauern und mit den ländlichen Glaubensgenossen, die im harten Kampf um das Dasein als Lichtpunkte nur den Sabbath und die Feiertage kannten, hätte sie in der Prosa des Alltags geistig nntergehen müssen, wenn nicht Frau Doktor Mehler gewesen wäre. Diese wurde aus das aufgeweckte Kind, aufmerksam, und, selbst kinderlos, widmete sie der Kleinen alle freie Zeit. Jenny verehrte leidenschaftlich die feingebildete Frau und ward ihre eifrige Schülerin. Die Frau Doktor erschloß dem Mädchen die Schätze der Literatur, lehrte sie französisch und englisch, und wenn Jenny am Kochtopf stand oder mit feilschenden Bauern um Pfennige handelte, konnte niemand ahnen, daß in müßigen Abend- oder Sabbathstnnden sie sich an den Werken der Dichterfürsten begeisterte. Das geistige Innenleben hielt sie geheim, auch ihre Tante Gini, die bereits in den ersten Tagen ihr viel von der Kultur, die jetzt — nicht zum wenigsten durch ihre gütige Beihilfe — den Frauen zugänglich gemacht werden sollte, erzählte, ahnte nicht, daß das junge Mädchen, das so gut kochen konnte, den Laokoon mit Verständnis gelesen hatte. Tante Gini zog Jenny in ihren Verkehr. Sie stellte sie (bar Gesellschaft Äs ihr neues, Hiebes Töchterchen vor und gab sich, von des Mädchens liebevollem Wesen bezwungen, wirklich von Herzen Mühe, ihr Hans ihm als elterliches Heim zu gestalten. Und wenn auch ihr Charakter von dem Jenny's grundverschieden war, — das Mädchen fühlte die verwandschastliche Herzlichkeit und war der Tante dafür dankbar. Sie wurde auch der Liebling, die Vertraute der Kinder. Sie kamen zu ihr mit ihren SchÄarbeiten. „Jenny bitte überhöre mich doch einmal." Und Jenny hatte für die Kinder immer Zeit. Diese sagten auch ihre französischen und englischen Gedichte auf und wunderten sich, eigentlich gao nicht, daß Jenny sie hier und da. auf einen Akzent, auf eine unrichtige Aussprache aufmerksam zu machen verstand. Etwas hatte Jenny in ihrem Dorf, bei ihren Ellern, das sie in ihrer neuen Heimat entbehrt: das jüdische Leben, die Betätigung der Religion im Hause. Schon als Kind mußte sie der Mutter bei der Vorbereitung zum Schabbos helfen, die sich jede Woche mit der gleichen Weise widerholte. Und dann der Schabbos selbst? Mochte der Vater die wichtigfldn Geschäfte haben, zur bestimmten Stunde wurde geschloffen, die Elle, die Feder niedergelegt, und wenn die Eltern sabbathlich gelleidet am Tisch saßen, die Schabboslampe ihre milde Strahlen darüber warf, wahrlich, dann waren sie andere Menschen als an den Wochentagen. Die Sorgen des Alltags waren entschwunden, (und (ans dem feüschenden, rechnenden Geschäftsmann ist ein heiterer Gelehrter geworden^ Und O