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Neue jüdische Presse · 1915-08-27 · Heft 33 (27.8.1915) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 33 (27.8.1915)
Date
1915-08-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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wgsemmmsmmssmssmssmmsm Seite 2. men werden wird. Wer aber wie wir von dem jetzr bereits entschiedenen Siege Deutschlands und der damit bereits sichergestellten Erhaltung und Integrität der Türkei überzeugt ist, muß diese Forderung Nordaus als durchaus verfehlt ablehnend Sie würde nicht nur nicht den geringsten Nutzen bringen, well die Türkei und mit ihr die Zentralmächte mit vollem Rechte jede Erörterung und Berücksichtigung dieser Forderung ablehnen würden, sie würde rmr im Gegenteil den zionistischen Bestrebungen und der jüdischen Zukunst unheilbaren Schaden bringen können, indem sie bei der Türkei das Mißkauen und den Verdacht gegen uns aufkommen lassen könnte, wir hätten ihren Zusammenbruch erwünscht, um dann vom Friedenskongreß für uns Palästina erbitten zu können. Me zionistische Polllik war von Anbeginn an getragen und beherrscht vom. Vertrauen und unbedingtester, treuester Loyalllät gegenüber der Türkei; ihr Grundgedanke war stets der, daß nur innerhalb einer starken, gesunden Türkei eine Verwirklichung unserer Hofstmngen möglich ist- Von dieser Politik dürfen und werden wir auch jetzt, in der Zell der Not und der Krisis, die die Türkei durchlebt, nicht abgehen. Und aus diesem Grunde mehr als aus allen anderen müssen wir trotz unserer zionistischen Ueberzeugung die Einreihung des pa- - lästinensischen Gedankens in das Programm unserer Forderungen beim Friedenskongreß ablehnen und' müssen es bedauern, daß Max Nordau auf eigene Faust — ohne sich, mit der Leitung der zionistischen Organisation in Verbindung zu setzen — eine solche Einreihung gefordert hat, womit er den zionistischen Interessen und Bestrebungen nur schaden kann. So bleiben denn als erwägenswert die. zwei ersten Forderungen übrig, diejenige der vollen Gleichberechtigung in den Ländern mit relativ geringer jüdischer Bevölkerung und die andere der Anerkennung unserer Nationalität in den Staaten -inll ansehnlicher jüdischer Einwohnerschaft. Diesen beiden Forderungen wird man wohl gewiß zustimmen können. Sie betreffen die beiden kardinalen Freien unseres jüdischen Lebens in den Ländern der Diaspora und sind das selbstverständliche Minimum dessen, worauf wir als Menschen, als Bürger, als Juden Anspruch haben. Allerdings bleibt auch hier der starke Zweifel, ob man auf den zweiten Punkt, der die Anerkennung unserer Nationalllät betrifft, die Mehrzahl der großen jüdischen Organisationen wird einigen können, von denen ja viele bisher den national-jüdischen Gedanken energisch abgelehnt haben. Aber wir hoffen, daß angesichts der unerhörten Wandlung der Verhältnisse, die der Krieg gebracht, auch diese Organisationen sich jetzt der Erkenntnis nicht verschließen werden, daß die osteuropäische Judenheit sich unbedingt als Nationalität organisieren muß, will sie im Kampf gegen die anderen Nationalitäten des Ostens bestehen bleiben können und sie so auch der zweiten Forderung, die ja nur die Juden des Ostens betrifft, zustimmen werderr. Natürlich bedarf die 'ganze Angelegenheit noch eichender Erörterung und lleberlegung. Mer es wäre sehr zu wünschen, daß durch den Appell Nordaus endlich mit dieser Erörterung begonnen und die jüdische Bevölkerung zu der Erkenntnis erwachen würde, daß für eine Vertretung unserer Interessen beim Friedenskongreß unbedingt Sorge getragen werden muß, wollen wir nicht das einzige Volk sein, das sich unfähig erwiesen, die große Zeit in ihrer weltgeschichtlichen Bedeutung zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Die Lyuchnug Leo Franks. Aus Amerika kommt eine erschütternde, grausige Nachricht: Leo Frank, der seit mehr als zwei Jahren unschuldig Leidende, ist a u s d e m Gefängnis von einem Pöbelhaufen herausgeholt und an einen daneben stehenden Baum gehängt worden. Mit diesem Ausbruch bestialischen Hasses hat eine Tragödie ihr Ende genommen, die sich den furchtbarsten Märtyrerepisoden unserer Geschichte zur Seite stellen kann und die unbegreiflicherweise von der jüdischen Oeffentlichkeit nicht mit der Anteilnahme verfolgt würde, die sie hätte erregen müssen. Unsere Leser, denen wir des öfteren von der Entwicklung der Tragödie berichteten, werden sich erinnern, wie Leo Frankfurter Israelitisches FamilieMatt. Frank, ein reicher angesehener Fabrikbesitzer in Atlanta, wegen eines angeblich von ihm begangenen Mädchenmordes unschuldigerweise verhaftet und trotz aller offensichtlichen Beweise seiner Unschuld von einem unter der Furcht vor dem Mob urteilenden Gerichte zum Tode verurteilt ward; wie alle Bemühungen, eine Revision des Prozesses herbeizuführen, stuchtlos blieben, bis schließlich der Gouverneur von Atlanta ihn begnadigte und die Todesstrafe in Zuchthaus wandelte. Gleich nach seiner Ueberführung ins Zuchthaus ward er von einem dort befindlichen Verbrecher schwer verwundet und kam noch wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Und nunmehr hat ihn das furchtbare Geschickereilt: ein rasender Mob hat ihn gelyncht. Eine erschütternde Tragödie! Erschütternd nicht nur durch die persönliche Tragik, die das Leben eines jungen, tüchtigen, anständigen Mannes vernichtete, sondern vor allem erschütternd durch ihre allgemeine Bedeutung. Denn es steht heute fest, daß Frank ein Opfer des Judenhasses geworden ist, ein neuer Märtyrer in der unendlichen Reihe jener unglücklichen Helden, die mit ihrem Leben für das Ahasvergeschick ihres Volkes büßen mußten. Eine zweite Dreyfusaffäre, nur daß ihr die große politische Bedeutung fehlte, weil sie fern von den Zentren der Kultur, in einem entfernten Staat Amerikas, vor sich ging und weniger eine Intrige der Regierung, als ein Ausbruch des amerikanischen Pöbels war. Dennoch aber trifft die Schuld an dem Fall weit über die Regierungsbehörden Atlantas hinaus die gesamte amerikanische Nation, die es nicht hat verhindern können, daß ein Unschuldiger den brutalen Instinkten eines rohen Pöbels geopfert wurde. Gerade der letzte furchtbare Akt der Tragödie, die Lynchung des Unglücklichen, zeigt wiederum, wie machtlos in Amerika die Regierung gegenüber den Leidenschaften des Mobs ist und bedeutet in Wahrheit einen Bankerott aller Staatsgewalt und Regierungskunst in den Ver. Staaten. Für die gesamte amerikanische Kultur und darüber hinaus für unsere gesamte Gegenwart bleibt der Fall Leo Frank eine unauslöschliche Schande. Denn was bedeuten alle Phrasen von Humanität und Fortschritt, wenn auch in unseren Tagen ein völlig unschuldiger, anständiger Jude durch den Judenhaß des Pöbels Ehre, Freiheit und Leben verlieren kann? Uns Juden aber sei das Schicksal Leo Franks ein erneutes Zeichen unserer anormalen, traurigen Lage, ein erneutes Symptom unseres leidreichen Golusdaseins. Als ein Märtyrer unseres Golusschicksals wird Leo Frank in unserer Geschichte fortleben, als einer, der zusammen mit der unendlichen Zahl seiner Vorgänger für alle Zeiten von uns unvergessen und unvergeßbar bleiben, zu dem noch in einer späteren besseren Zukunft die Erinnerung unserer Enkel zurückkehren wird als dem unglücklichen Künder und Verkörpere! unserer Not und unseres Leides. Mit dem Burgfrieden ist es so ein eigen Ding. Bedeutet er nur ein Schweigen ohne Aenderung des gegenseitigen Verhältnisses, dann bedarf es nur einer passenden Gelegenheit, damit er gebrochen werde. Das zeigte sich in einer der letzten Reichstagssitzungen, in der der plälzische Zentrumsabgeordnete Rechtsanwalt Pfleg er in unberechtigter, einseitiger Weise die Kriegsgetreidegesellschaft („K. G. G."), deren glänzenden Organisierung der Broternährung des deutschen Volkes wir es verdanken, daß man uns nicht aushungern kann, kritisierte und' bei dieser Gelegenheit seinem antisemitischen Herzen Lust machte. Denn Herr Pfleger sah, daß an dieser glänzenden Organisation auch jüdische Intelligenz und Arbeitskraft stark beteiligt ist, und er hätte es lieber gesehen, wenn diese für den Sieg des deutschen Volkes so bedeutungsvoll gewordene jüdische Intelligenz und Arbeitskraft in den Schützengräben den Kugeln ausgesetzt gewesen wäre. Das Zentrum war sonst ein Kämpfer für die konfessionelle Gleichberechtigung. Sollte es jetzt schon so sehr die Rechte der Katholiken gegen jede Verletzung gesichert wissen, sich schon so sicher fühlen, daß es selber diese Gleichberechtigung verletzen darf? Es scheint schon so zu -sein, denn der Zentrumsführer Spahn hat seinen Kollegen noch heraus- Nr. 33. znhauen gesucht und kein Wort des Tadels für ihn gefunden. Wohl ist es sehr ersteulich, daß man vom Regierungstisch aus sofort den antisemitischen Allüren des Zentrumsabgeordneten energischst entgegentrat. Aber als Symptom müssen wir die Aufmerksamkeit auf dies Vorkommnis lenken, denn es beweist, daß selbst die schweren Prüfungen des letzten Jahres es nicht vermochten,' den Antisemitismus großer Kreise zu dämpfen. Brief aus Rußland. Die Hunderttausende von Heimlosen, die von Kurland und Polen in die östlich angrenzenden Gouvernements gekonimen sind, bilden für die Regierung und für die. Gesellschaft ein schwieriges Problem. Es ist nur teiweise Möglichkeit vorhanden, diese Massen von Menschen unterzubringen, noch weniger Möglichkeit aber, ihnen Arbeit zu verschaffen. Dazu herrscht eine furchtbare Teuerung, und es besteht die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen. Im Ministeriuni des Innern ist deshalb eine besondere Abteilung errichtet worden, der die Interessen dieses Teils, der Bevölkerung unterstehen. Zur Beleuchtung der Last, welche die Heimlosen bedeuten, möge nur die Tatsache dienen, daß allein das jüdische Hilfskomitee in Wilna für 6000 Menschen zu sorgen hat. An der Entfernung dieser großen Bevölkerungsmasse von Haus und Hof ist die Regierung nicht direkt schuld, sondern es sind Maßnahmen der unverantwortliche» höchsten Militärmacht. — Wie man hierbei mit den Juden verfuhr, dafür heute wieder einmal ein Beleg. Das jüdische Städten Osscharow liegt 12 Werst von Ostrowze entfernt. Einige Tage bevor das russische Heer sich zurückzog, wurden auf Befehl des Kommandanten alle Juden — groß und klein, jung und alt, krank und gesund — des Nachts aus ihren Betten geholt und in der Richtung nach Lublin aus der Stadt getrieben. Sie dursten nichts mitnehmen; auch wurden ihnen Wagen verweigert. Selbst einige hundertjährige Greise mußten den Wanderstab ergreifen. Fünfzehn ältere Leute starben unterwegs. Das Hab und Gut der Juden wurde eine Beute der polnischen Bevölkerung. Sodann wurden die rund 680 jüdischen Häuser angezündet. Nach der Einnahme von Lublin verfügte der nunmehrige österreichische Kommandant, daß die Osscharower Bevölkerung innerhalb dreier Tage nach ihrem Orte zurückkehre. Die Juden fanden natürlich nur Trümmerhaufen vor. Doch es wurde sofort der christlichen Bevölkerung befohlen, den Juden alles Geraubte zurückzugeben; bei wem sich noch etwas von Hab und Gut der Juden finde, verfalle der Todesstrafe. Dieser energische Befehl hatte den entsprechenden Erfolg. — In den letzten Wochen wird den Juden eine bessere Behandlung seitens der russischen Regierung und sogar seitens des russischen Militärs zuteil. Die militärisch verzweifelte Lage, die Tagung der Duma, die revolutionäre Stimmung im Land haben die herrschenden Kreise eingeschüchtert. Es zeigt sich hier wieder einmal, daß Rußland nur an einer großen Niederlage gesunden kann. Nr. schüldba ist es n inia 12 I o j a t ch a n a daß bei getötete von E Nainent Es Persern erwähnt als hoi Palästii «»tritt 73 Jak Mann schenk i 73 Iah Satze: Jvja! Familir auf d Diese 1 Befrei» Abgabe die Be Nn mit de würdig Alex, währen dir f, Weise, dessen Farben Schilde sehen, t Alex > und ftt ©eiten] leons Schlack außer Di totzusck A lex! scineni behänd für ihi er S , feit vo eine .0 hatte, barr ai nach s, splitter kleinen beweist Bl Ale x gezeigt auf ih brachte tung a Zeiten Flavins Josephus und seine Zeit. Bon AhronMareus. (Fortsetzung.) E s r a hatte, später von Rehe m £ a unterstützt, der, ebenfalls ntft königlichen Bollmachjten ausgerüstet, seine» weltlichen Arm darstellte, große Reinigung gemacht. Maimonides führt E s r a als Hohenpriester an, ohne Quellenangabe. Aber es gibt dafür einen gewissen Beweis e silentia. Sowohl Esra, dessen Buch unvermittelt abbricht, als au,ch Nehemia, der die.Erzählung wieder aufnimmt, aber sehr vieles im Dunkeln läßt, um nicht aus die betrübeichen Ursachen zurückkommen zu müssen, berichtet in Kapitel 8, (das sich! unvermittelt an den weit in Vergangenheit liegenden ähnlichen Akt bei Serub a b e l anschließt) von der Feier des! Neujahxfestes unter Esra und des SuKotfestes, schcheigt aber vom Versöhnungstage. Von Esra's Begegnung mit dem Hohenpriester Jochanan ist nur die Erwähnung bemerkenswert (Esra 10,6): „Und ging in das (für den Hohenpriester in den Nebenräumen reservierte) Gemach des Jochanan beu Eljaschib (ohne Titel), ging dort auf und ab, nahm weder Speise noch Trank zu sich], denn er trauerte über die Vergehen der aus dem Exil Heimgekehrten." Hier ist stillschweigend angedeutet, was das Volk der späteren Generationen nicht zn wissen brauchte, daß er den Hohenpriester als Totschläger für den Dienst unverwendbar abgesetzt und an seiner Stelle an diesem Versöhnungstage die Abodah getan hat! Da Josephus punkto Nameuängabe nicht als unfehlbar verläßlich zn betrachten ist und unter den Verhältnissen, unter denen er schrieb, viele ent- N die B Ve berätst ob dt ciin'ejji der u stantir D vcrtrii bei de E Päischr Vertri daß weit gleichz gebrm müsse ebenso Lande haben ruropl haben cutsai die a> richtet Unter und i Prost

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