Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 32 (20.8.1915)
- Date
- 1915-08-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite « Frarirfurter Israelitisches Faurilienölatt. Oberapotheker Iritz Aschkowitz, Harry Wiener-Breslau und Dr. Alfred Wermuth erhielten das Eiserne Krenz. — Rechtsanwalt Dr. Manneber g-Oppeln wurde zum Oberleutnant befördert. Mannheim. Stellv Feldmagazinstnspektor Josef Erlanger, gebürtig aus Wtcnstadt a. Iller, Prokurist der Eisengroßhandlnng M. Warum, Gl m. b. wurde mit dem daher. Militär-Berdienstkreuz 2. Kl. mit Kroire und Schwerter am Bande für Kriegsverdienst ausgezeichnet. Rürnbera. OifiziersteUve tretet Max Bauer. Leutnant Dr. Eismann, Leutnant Hans Hesselberger, Hauptmamr Dr. Kenn, Assistenzarzt Dr. Berdjnand Löwenheim und Bizewachtmstr. Rob. vhler erhielten das Eiserne Kreuz. Königsberg. Arrneemterinär Lev in erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Hamburg. Albert Baltin, Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, wurde für seine Dienste um die deutsche Kriegsbereitschaft mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Rorbbausen. Erich Heilbrunn, Ritter des Eiscir'nen Kreuzes, erhielt -auch! die daher. Mo l d e ne Tapferkeitsmedaille, die dem Mseruen Kreuz 1. Klasse entspricht. Wien- .Moch's Oesterr. Wochenschrift" weist in ihrer letzten Nummer folgende Tapfcrkeitsauszeichnungen an Inden aus: 1 Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens, 9 Militärverdienstkreuze 3. Kl-, 35 Signum laudis, 9 goldene Vprdienstkreuzc mit der Krone, 2 goldene Verdienstkreuze, 7 silberne Berdienstkrcuze mit der Krone, 1 'silbernes Verdienstkreutz, 1 goldene Tapfer- Litsmedaille, 16 silberne Tapferkeitsrnedaillen erster Klasse, 55 silberne Tapferkdtts'ntrdatllcn zweiter Klasse, 27 bronzene TapferLitsmedaillen, zusammen 163 Auszeichnungen; darunter 65 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 17 Ml Militärärzte, Rechnungsführer und Militärbeamte und 9l -an Personen des Mannschaftsstandes. — Die Majore Bernhard Dattner und Moriz Friedmann erhielten den Titel Oberstleutnant. Advokat Dr. Gelrson Zipper, der Leiter des jüS>. Nationalfonds für Galizien, wurde zum Oberleutnant-Auditor befördert. Prag. Die galtzrschen Flüchtlinge machten anläßlich der Nachricht ihrer Rückkehr nach Galizien einen festlichen Unitzug vom jüdischen Rathaus bis zum Statthaltorschloß. Der Statthalter empfing eine' Abordnung der Fllichtlinge. Koukanttoopel. Der Kriegsminister veröffentlicht eine Bekanntmachung, wvrin er den jüdischen Gesellschaften in Deutschland die für die Türkei mehr als 100,000 Mk. sanrmelten und 47 Waggons Arzneien, ärztliche Instrumente und Feldküchen sandten, dankt. Rew-NoÄk. Auf der letzten Versammlung der E ewerkschaften crschjeiwn Schalom Asch, Abraham Reisen und -Kaplan im dünnen der ,LilfKkonferenz für die jüdischen Kriegsopfer Europas" und baten uin die materielle Unterstützung der Gewerkschaften. Die Versammlung wählte sofort eine fünfgliedrige Immission. ILomler & Lait^ehl TeLHanBa3148. Frankfurt a.lL, Liebfr&nenbergSä. B Specialhaus für Unterkleider und StrOmpte. B Niederlage echter Dr. Lahmann-Wäsche. | Persouatte« «. Kleine Mitteilungen. Berlin. Dr. Eduard Boneth. Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, feierte seinen 60. Geburtstag. Dr. Baneth, ein Schüler Israel Hildesheimers s. A., hat eine überzeugt traditionelle Gesinnung. Seine wissenschafllichen Arbeiten sind sehr zahlreich und haben ihn zu einem der angesehensten und fruchtbarsten jüdischen Gelehrten der Gegenwart in Deutschland gemachjt. Berit». Max Weinberg, brr du-ch len Werk „Ewige Weisheit', Spruchpoesie des „Talmuds" in weiteren Kreisen bekannt' gewordene Schriftsteller, beging seinen 70. Geburtstag. Offevbach «. M. Der Neubau unserer Synagoge ist trotz der durch den Krieg verursachten Schwierigkeiten Nun so weit gediehen, daß er zU den hohen Feiertagen bezogen werden kann. Eine Einwekhungsseier findet vorerst nicht statt, sie soll mit der Friedensfeier verbunden werden^ illnhausen bei Neckarsulm. Aron Hirt ch, der älteste Bürger unseres Ortes, feierte seinen 80. Geburtstag. BreLlau. Dr. Jakov Rosanes, oidentl. Universitätsprofessor .der Mathenmtkk u. Geh. Regierungsrat, eLn Enkel von Rabbi Miba Eger, begeht am 21. August sein öOjähriges Doktorjnbilännt. München. De von dem P ivatier S>mon Herrm an n mit einem Kapital von 400,000 Mk. errichtete Stiftung „Israelit. Siechenanstalt für Bayern" erhielt die staatliche Genehmigung. Pose«. Oberprimaner ÄLaliver Neufeld. Sohn des Mobelsabrikanten Neuseld, hätte während der vorjährigen großen Ferien Verwandte in New Jork besucht und wollig bei.Kriegsausbruch! aus einem holländischen Dampfer zurückkehren, um das Notexamen abzulegen und sich als Kriegsfreiwilliger melden. Im Kanal wurde der Dampfer von den Engländern angehalten und Neuseld mit einer großen Anzähl Deutscher sestgenommen. Man brachte ihn zuerst nach Falkmouth, von wo er seine besorgten Eltern von seinem Schicksal benachrichtigen konnte, dann nach Dorchestrr, von hier nach -er Insel Wight, weiter aus ein Gefangenenschiff bei Southend und endlich nach London. Dort befindet ficfj; Neuseld in Gesellschaft zahlreicher Leidcnsgeiiosfen im Mexandra-Palast. Nenseld hätte nach dem Zeugnis seiner Lehrer vergangene Ostern sicher die Reifeprüfung bestanden; auf Grund dieser Bekundung ist ihm jetzt das Reifezeugnis durch eine» Beschluß des Kultusministers zugesprochen worden. Wie«. Reichsratsabgeordneter und Bürgermeister Bernhard Stern in Buczacz (Galizien) ist im Alter von 62 Jahren verschieden. Er war der einzige jüdische Abgeordnete, der während des russischen Einfalls in Galiziens blieb und hätte durch/ die Russen sehr zu leiden. — Unter der Redaktion von Jonas Kreppe! erscheint hier unter dem Titel „Jüdisch^ Korrespondenz" ein neues jüdisches Wochenblatt. Wie«. U'-iversttärsproressar Dr. Klein, eine Größe auf deni Gebiete der Augenheilkunde, feierte seinen 70. Geburtstag. ' Der gefeierte Pianist Professor Julius Epstein feiert in Baden seinen 83. Geburtstag. Marienbad. Hier verschied im Alter von 67 Jahren Moritz Landau, langjähriger Vizepräsident - der Handels- und Gewerbekammer Brvdy. Warschau. Hieo starb jüngst Manele Rosenst rauch, einer der angesehensten und reichsten chassidischen Juden. Loudo«. Auf einer zionistischen Massenverluiifl, die für den Zionismus propagiere» sollte, sprachen Herbert B e n t w i ch, Oberrabbincr Dr. G a st c r und N a ch u m S o k o l o w. TEE-SCHMIDT Ä1 NEUE KBÄMF, 20. Tel. Sansa 1126- Nr. 17 Fünf-Uhr-Tee . . . Mk. 5.40 „ 11 Ningcbow-Congo-Miscbg. „ 4.— Java-Broken-Tee Mk. 2.30,2.70,3.20,4.40 Kakao Soma Hk. S 40, 3.—, 3.50. leailletoii Um das Glück. Novelle v u Jacob Levy. Bevor luir beginnen, tvolleu wir uns mit Dir, liebenswürdige Leserin, geneigter Leser auseinandersetzen. In dieser wahrhaften Geschichte Iverdct Ihr Leuten begegnen, bei denen Ihr lebhaft ausruft: Das ist ja unser iFrcund 3E., unsere Frcuendin P. Nur mit Einischränkung können ivir dies bejahen. Wir nahmen veüschicdcnc Pcrsoneir, die Euch und uns bekannt sind, steckten sic in den Topf, taten Sauce daran, um sic genießbarer zu machen, mischten sie und bildeten neue Menschen daraus — aus Wohlwollen, damit Ihr sagt: ,/S o sind unsere Bekannte nun doch nicht." Im Bcijtrauen gesagt, sic sind wohl so. Aber niemand kaum sich so genau wicdcrfindcn, daß er mit drohend geschwungenem Gcsetzcsparagraphcn uns in unserer stillen Klause heimsiichcn kann . . . Und nun, zur Sache. Kapitel 1. .„Hcntc nachmittag besuche ich mit Fra,l Doktor Beitel den Vortrag von Doktor Ipsilo» über Verbcsftj-, rung der Schiffsmaschinen. Dann komme ich zurück und esse rasch Abendbrot. Danach hole ich Frau Doktor Bonn ab. Wir gehen iu den Frauenklub, dort spricht Fräulein Mx über Kindererziehiurg bei beit Japanern. Du beaufsichtigst wohl unsere Kleinen und achtest, daß sie vom Mädchen pünktlich Abendbrot erhalten und Erna, gebadet wird, wenn sie ihre Flasche getrunken hat. Und 10 Uhr komme bitte ins Restaurant Zur Börse. Gelt, lieber Wiktor, Du hast Dir's doch gemerkt?" Der liebe Viktor, ein kleiner Mann Ende der dreißiger Jahre, sah seine Frau mit zagem Blick am an und erwiderte: „Liebe Gini, ich konime doch erst um 8 Uhr aus deni Geschäft, und unser Karl Günther muß bei seinen Arbeiten beaufsichtigt werden, daß er sich gerade hält. Der Doktor meint, dies sei so außerordentlich wichtig für seine Augen und auch für seine Brust, cs müsse unausgesetzt darauf geachtet werden, das Kind könne dies unmöglich selbst." Sic stampfte ein wenig mit dem Fuß auf. „Ich kann meine Dispositionen nicht ändern. Wenn Du nich't früher aus dem Geschäft kommen willst, so beauftrage das Mädchen, auf den Jungen zu achten. Er dürfte sich schon ohne Aufsicht gerade halten, ein Junge von neun Jahren! Ich werde einmal mit ihm reden!" Unterdessen war der Tisch gedeckt, und aus dem Gong in der Diele wurde das Zeichen zunr Essen gegeben, obgleich die Kinder im Nebenzimmer mit der Stimme erreichbar lvarcn. Sie stürmten ins Zimmer, zjvci Knaben von 7 und 9 Jahren und ein Mädchcck von etlva 5 Jahren. Die Mutter rief streng: „Karl Günther, komme einmal zu mir." Der Aclteste, ein mageres Kerlchen mit zlvinkcrnden Augen, trat näher. Nr. 32 Nr. Die Mutter sprach -in strafendem Ton: „Karl! Günther, D» bist doch ein großer, verständiger Mensch, der lvissen sollte, was ihm taugt. Du darfst Dich bei! Deinen Beschäftigungen nicht über den Tisch bücken, sondern mußt Dich gerade halteri, Deiner Brust und! besonders Deiner kranken Augen lvegcn. Geht cs denn! nicht gegen Deine Ehre, daß Du imnier Aufsicht Habens mußt? Soviel Selbstbeherrschung solltest Du doch bcsitzen." Karl Günther sagte gehorsam: „Ja, Mama" nndl setzte sich. — Das lvar eine häusliche Unterhaltung, wie sic der! brave Wiktor Kurz fast jeden Tag hörte. Der Mann)! der iil seinem Kurzwarcngcschäft angestrengt tätig >00,1,1 hatte zu .Haus die Kinder zu beaufsichtigen und deren körperliche Pflege, die dem Dienstinädchcn oblag, zu kontrollieren, da seine Frau Gini jeden Tag Vorträge,! Gesellschaften und dergleichen besuchte. Sic hatte deshalb kaum Zeit für die Haushaltung übrig, sondern! ordnete nur an, lvas geschehen sollte. Die Ausführung! überließ sic vertrauensvoll ihrem Gemahl. Und dieser! Gemahl, .sonst ein praktischer, verständiger Mann, war! stolz auf die gesellschaftlichen Erfolge seiner Frau und! ordnete sich deren „besseren" Einsicht vollkommen unter:! Wenn er einmal ausnahmslvcisc gegen den Stachel lökenl wollte, genügte ein vorivurfsvoller Blick, eine gckränktas Miene, um ihn lvieder zum Gehorsam zu bringen!. Er selbst niachte sich nicht viel aus dem gebildeten! Verkehr, er fühlte sich am lvohtsten, wenn er mir! feinen Landsleuten aus dein Osten, die gleich, ihm in! die westliche Großstadt übergesicdelt waren, zusammen! lvar. Dies geschah jeden Samstag Abend im Cafe! Hirsch. Und über diesen Samstag Abend hatte Frau! Gini keine Macht, für den kämpfte er, wie die Löwin fürs ihr Junges. . Auch durfte Gini über seine Freunde, von denen I allerdings kein einziger Akademiker lvar, llichts sagcil, — und in diesem Fall lvar sie die Klügere, sie gab nach. Also Viktor Kurz-hatte seine Pflicht getan. Sein! Geschäft konnte er nicht vernachlässigen, er gab deshalb dem Mädchen eindringliche Vorschriften, und lutr | wollen mit ihm hoffen, daß die Kinder bezüglich Abendbrot und Sauberkeit ihr Recht erhielten, auch daß die! Haltung Karl Günthers beaufsichtigt wurde. — setzen schlecht den Ti der N setzen, Dazu Er na S cmc: gelten 1 Li bejahe, haben, suhlt, er ent Herr Kurz ging ins Cafe Börse und wartete. Es! lvährte nicht lange, da erschien seine Frau mit einigen | Damen und Herren. Er erhob sich und begrüßte die Herrschaften: Herr Doktor, Herr Doktor, Herr Baumeister usw. Die Unterhaltiiiig wurde lebhaft. Sie knüpfte an den gehörten Bortrag an, und die Damen äußerten bclvllnderungswürdige Ansichten darüber, daß man japanische Kinderpflege und Erziehung auch tciltveise bei uns einführeil müsse. Frau Giiii's Lippeil eiitströiiltc die Behauptung, mau müsse die Pflegerinnen dafür gclvinnen; sie wolle cs übernehnicn, mit den Schwestern im jüdischen Waisenhaus darüber zu reden. Ucberhaupt, die körperliche.Pflege der Kinder, gesunder Geist im gesunden Körper, unausgesetzte Aufmerksamkeit uslv. uslv. Und sic sah sich triumphierend um. Ein Herr der Gesellschaft, der später erschienen lvar, mit geistvollem Gesicht und scharfen Augen, hatte sich an der Unterhaltung nicht beteiligt und rauchte ruhig feilte Zigarren. Bei einigen merkwürdigen Aussprüchen aus weiblichem Mund beobachtete er die Herren, die alle gleich verbindliche Gesichter .machten. Als Frau Dr. jBonn jedoch meinte, die ganze Art und Weise der heutigen Kinderpflege sei verfehlt, stimmte er durch lebhaftes Kopfnicken bei. „Gnädige Frau, ich muß Ihnen vollkvmmen beipflichtcn, jedoch mit einem kleinen Vorbehalt." „Mit welchem Vorbehalt, Herr Professor?" riefen einige Damen und blickten gespannt auf den berühmten Kinderarzt, der sich einen Augenblick zu dem ihni befreundeten Baumeister Solins gesetzt hatte. Der Kliniker strich seinen Bart und sagte: „Die Frauen der Klassen, deren Verhältnisse nicht gestatten, Dienerinnen für die Kinderstube zu halten, die also die Last des Hauswesens und der Kinder aus sich nehmen müssen, sind die besten, treuesten Pflegerinnen ihrer Kinder, die aufopferungsfähigsten Mütter. Ich könnte Ihnen rührende Geschichten von solchen bescheidenen Heldinnen erzählen. Aber die Mütter der sogenannten besseren Klasse, die weder Zeit noch Lust haben, sich ihren Kindern zu tvidmen, die ihr Leben mit Nichtigkeiten, mit Zerstreuungen vertrödeln und die Kleinen den Dienstboten überlassen, solche Frauen, die die Welt verbessern wollen, anstatt mit sich selbst anzufangen, — Frau Dir g obacht« C Söhne nähme hast. stellte öffcntl eben : 3 ja, tut Pflicht müsset damit gemäß >vic e zuverl in Gl Kindei tut, c bin ei und d sehe, sic im Ruhe Aussp ll Gesell bespro 8 leme zählte, fandei! da w Jahre Gini lim d Gesell 3! Bäuch wunde heimli Entwi verschi ist, al zweite sind ki mit se trage» die £ dcsha! sind i prima Klasse gymm mache stellen ziplinl durch ©1 Off« Bew 8owi