Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1915-08-20 · Heft 32 (20.8.1915) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 32 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2692297-2692924-2692955--09103-2704286
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Serie 2. um später dem internationalen Ausschuß überwiesen zu werden, der die Vertretung in aller Formj zu bestellen und zu entsenden hätte. Me Einzelheiten wären später festzulegen. Hier seien nur die allgemeinen Richtlinien gezogen. Me Vertretung darf nicht allzu zahlreich sein; etwa fünf Männer, die ihren Vorsitzenden selbst zu. wählen hätten, und einige Hilfskmfte für die Schreibarbeit. Sie müßte namhafte Juden'. aus jedem der großen kriegsführenden Läiü>er in sich schließen, bereit Stimme auf der Friedenskonferenz von Gewicht sein wird. Sie zu bezeichnen, werden alle große jüdischen Organisationen ohne Einseitigkeit einzuladen sein. Lehnen einzelne von ihnen ab, an dem Werke teilzunehmen, dann umso schlinnner für sie. Das jüdische Kolk wird nicht in Verlegenheit sein, Anwälte für seine Sache in seiner Mitte zu finden. Der Zionismus muß in der Vertretung einen breiten, Loch nicht den ganzen Platz cinnehmen. Das letzte Wort für deren Ernennung wird jedenfalls der Stelle bleiben, 'die über die Mittel ihrer Ausrüstung verfügt. Das ist meines Erachtens zu dieser Stunde die Aufgabe der Zionisten. Wir müssen um jeden Preis unsere Organisation erhalten, weil alle künftigen Entwicklungen der Judenheit nur von ihr ausgehen können, und' wir nrüssen mit aller Energie materiell und nwralisch die Mion vorbereiten, die dein jüdischen Volk seinem Platz inmitten der anderen Völker und die Rechte einer fteien, selbstbewußten und lebenskräftigen Volksindividualität sichern soll. Z«r Bostouer Jahreskousereuz -er amerikanische» Zionisten. Der Jude, der in diesen furchtbaren Monaten noch irgendwo einen Winkel finden will, in dem die Judenheit unberührt von den Schlägen des Krieges in ungestörter Entfaltung ihrer Kräfte an der Erfüllung ihrer innerjüdischen Aufgabe arbeitet, muß'seinen Blick über den Ozean hinüber, nach den Vereinigten Staaten von Amerika schweifen lassen. Mitten in dem brandenden Meere, dem jetzt die europäische Judeicheit gleicht, steht das amerikanische Judentum, fest und aufrecht wie ein Fels da und bildet den einzigen Punkt, vor dem der Jammer und das Leid des Krieges Halt macht. Es ist klar, daß unter diesen Umständen die amerikanische Judeicheit eine einzigartige, außerordentliche Bedeutung erhält, daß chr die gegenwärtige Lage sehr viele und große Pflichten auferlegt. Und cs bildet einen Quäl des Trostes und der Beruhigung für jeden Juden, der von der Zukunft seines Volkes sinnt und sorgt, sich sagen zu dürfen, daß die amerikanische Judenheit diese chre außergewöhnlichen Pflichten von historischer Bedeutung wohl erkannt hat und entschlossen ist, sie zu erfüllen. Die furchtbare Not, in der sich gegenwärtig Millionen Juden befinden, hat auch in vielen von jenen in Amerika, die bislang für jüdische Dinge nur wenig Interesse bekundet haben, chr jüdisches Empfinden und Solidaritätsgefühl aufgerüttelt und in ihnen den heiligen Willen erstehen lassen, ihren unter der Furie des Krieges so namenlos leidenden Brüdern Helfer und Retter zu werden. Viele Ereignisse der letzten Monate zeugen von diesem immer mehr fortschreitenden Erwachen und Erstarken des jüdischen Solidaritätsbewußtseins innerhalb des amerikanischen Judentums, keines stärker und deutlicher als die vor kurzem stattgefundene Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten. Die Konferenz bildet ein historisches, bleibendes Ereignis in der Geschichte der amerikanischen Juden. Sie fand in Boston statt, in der Stadt, die der Ausgangspunkt des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges geworden und bis zu heutigen Tage die Trägerin und Repräsentantin der besten und wertvollsten Ideale und Gedanken des Amerikancrtums geblieben ist. Und es ist keine Uebertreibung, wenn man die Erwartung und Hoffnung ausspricht, daß auch diese Bostoner Zionistenkonferenz den Ausgangspunkt einer neuen, glänzenden und machtvollen inneren Entwicklung der amerikanischen Judenheit bilden wird und spätere Generatiomn mit Stolz und Freude dieser Tagung gedenken werden. Eine solch imposante Versammlung, wie es diese zionistische Konferenz war, hat das amerikanische Judentum noch selten erlebt. Sie legte in einer in diesem Umfang auch für europäische Zionisten überraschenden Weise Zeugnis ab von dem mächtigen Frankfurter Israelitisches Famitienblatt. Fortschritt, den der Zionismus in den letzten Jahren, vor allem aber in diesem Kricgsjahr in Amerika gemacht hat. Dieser Fortschritt vollzog sich in einem Tempo, der wahrhaft amerikanisch ist. Haben sich doch in den letzten Monaten einige jüdische Orden Amerikas den: Zionismus angeschlossen, die zusammen etwa 280000 Mitglieder zählen, eine Zahl, die jene der bisherigen organisierten Schekelzahler erheblich übersteigt. Aber nicht nur quantitativ, auch qualitativ hat der amerikanische Zionismus große Erfolge zu verzeichnen. Was der Bostoner Konferenz ihre besondere Weihe verlieh, war nicht allein die große Zahl der Teilnehmer — bei der Eröffnungssitzung waren etwa 15000 Menschen anwesend, wobei Tausende, die keinen Platz mehr fanden, hcimkehren mußten — sondern vor allein auch der Kranz bedeutender, führender Männer des amerikanischen Judentums, der die Konferenz beherrschte. Männer wie Nathan Straus, Rabbiner Wise, vor allem aber Louis Brandeis hoben die Konferenz auf ein hohes Niveau und zeigten, daß der Zionismus in Amerika nicht nur die breiten Massen, sondern auch die besten und bedeutendsten ihrer Führer für sich zu gewinnen in der Lage ist. Es ist ganz naturgemäß, daß die Konferenz sich diesmal nicht allein und ausschließlich mit parteizionistischen Fragen beschäftigen konnte. Keine jüdische Partei kann sich in dieser Zeit der heiligen Pflicht entziehen, vor allem für die Interessen der jüdischen Gesamtheit Sorge zu tragen, keine aber ist berufener und stärker verpflichtet, dafür zu sorgen wie der Zionismus, der ja den Anspruch erhebt, Vertreter des gesamten Volkes zu sein. Die Zionisten Amerikas, die besser als alle anderen ihrer Gesinnugsgenossen in der Lage sind, frei diese Pflicht zu erfüllen, haben dies sehr wohl erkannt, und ein erheblicher Teil der Beratungen und Beschlüsse der Konferenz galt der Organisierung der Kriegshilfe. Daß die Konferenz hierbei beschlossen hat, sich für den Gedanken eines allgemein-jüdischen Kongresses einzusctzen, ist besonders erfreulich und zeigt, wie populär der Gedanke bei den jüdischen Massen wie bei allen wahrhaft jüdisch-empfindenden Führern des amerikanischen Judentums ist. Wir hoffen denn auch, daß der Widerstand, den der enge Kreis einigerweniger Notabeln und Philanthropen dem Gedanken in den Weg legt, sich beseitigen lassen und es gelingen wird, mit ihnen zu einer Verständigung zu gelangen. Neben der Beratung über Mittel und Wege zur Linderung der furchtbaren Not der vom Kriegselend betroffenen osteuropäischen Juden ward natürlich auch der Frage der Hilfleistung für die palä st inen fische Judenheit besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und man darf mit Bestimmtheit erwarten, daß soviel auch bisher schon von Amerika aus für die notleidende jüdische Bevölkerung Palästinas getan worden ist, auch, in Zukunft für sie Sorge getragen und ihnen wirksame Hilfe von jenseits des Ozeans her geleistet werden wird. Es würde zu weit führen, hier all die Be- ' schlösse der Konferenz im einzelnen anzuführen. Das wichtigste: sic zeugen alle von dem machtvollen Erstarken des Zionismus in Amerika, und darüber hinaus von der außerordentlichen Kräftigung des jüdischen Solidaritätsbcwußtseins innerhalb des amerikanischen Judentums. Die Persönlichkeiten der Führer des amerikanischen Zionismus, vor allem die unermüdliche Tatkraft und faszinierende Begeisterungsfähigkeit Louis Brandeis', zudem auch die Anwesenheit bedeutender Vertreter des zionistischen Gedankens aus Europa, wie des Dr. Schemarjahn Lewin, geben die Gewißheit, daß dieser begonnene.Fortschritt der Bewegung in Zukunft immer stärker und stärker werden und die amerikanische Judenheit in immer größeren Scharen dem nationalen Gedanken folgen wird. Stets war es in der jüdischen Geschichte so gewesen, daß, wenn die Not in einzelnen Ländern stieg und wuchs, dasjüdische Solidaritätsgefühl in den anderen Ländern erstarkte und so mit dem Elend zugleich die Kraft sich entwickelte, ihm abzuhelfen. Die Judenheit Europas, vor allem diejenige Rußlands und Galiziens, durchlebt jetzt eine Zeit noch nie dagewesencr unerhörter Leiden und Verfolgungen. So mag' es uns beim Anblick dieses Jammers zum Trost dienen, daß drüben in Nr. 32. Nr, Anrerila das jüdische Bewußtsein, der jüdisch-nativ nalc Gedanke so machtvoll sich entwickelt und erstarkt. Dies mag uns mit so vielen anderen Erscheinungen dazu verhelfen, jede Verzweiflung in unserem Herzen zu unterdrücken und die Hoffnung auf eine große, herrliche Zukunft unseres Volkes, auf seine Erlösung aus dem Elend der Diaspora in unseren Seelen zu festigen und immer stärker und tiefer zu verwurzeln. Devlsche und Jude« i« Pole«. In der „Boss. Ztg." schreibt Kaplun-Kogan über das Thema „Deutsche und Juden in Polen", nachdem er die zahlenmäßige (über 300,000 Seelen — 40 "/o der Gesamtbevölkerung) und wertmäßige Bedeutung der Juden Warschaus fcstgcstcllt hat: Durch die Einnahme von Warschau sind die Juden in Polen von der russischen Knechtung erlöst;.sie sind von der Hoffnung getragen, daß ihre politischen und sozialen Bestrebungen nunmehr in Erfüllung gehen werden. Warschau ist keine rein-polnische Stadt mehr; denn neben dem großen Prozentsatz der Inden gibt es auch noch eine ansehnliche Zahl von Deutschen. Zusammen machen Deutsche und Juden die Mehrheit der Warschauer Bevölkerung aus, so daß sich das Majoritätsverhältnis im Vergleich mit anderen polnischen Zentren (Lodz) zu Ungunsten der Polen verschiebt. Es liegt im deutschen Interesse, diese Tatsache mit allem Nachdruck zu betonen. Welche staatsrechtliche Stellung Warschau in Zukunft auch einnehmen möge, die Rechte der deutschen und jüdischen Bevölkerung werden dort geschützt werden müssen, weil dieser Schutz für das Gedeihen der Stadt und für die Kräftigung des Deutschtums im Osten von allergrößter Bedeutung ist. So wird auch ohne Zweifel das große Werk der Verwaltung Warschaus auf Grund der gerechten und großzügigen Städteordnung, die Generalfeldmarschali v. Hindenburg für die von den Deutschen besetzten östlichen Städte erlassen hat, in vollem Einklang mit der Tatsache durchgeführt werden, daß die Warschauer Bevölkerung eine gemischtnationalc ist. Den Bedürfnissen der verschiedenen Nationalitäten der besetzen östlichen Städte ist schon jetzt in verständnisvoller Weise Rechnung getragen worden. . . „Sie vertrete« «icht vieJ«de«Ameritas". Unter dieser Stichmarkr wendet sich „The Pewish Daily News" in New Jork, die älteste und beocutcndste Jargon-Tageszeitung der Welt, an die Inden Europas. - - Die Juden Europas schauen nach Amerika, um zn erfahren, was man dort für die jüdischen Interessen nach dem Kriege zu tun beabsichtige, und sie -wollen sich mit den Juden Amerikas zu gemeinsamem Vorgehen vereinigen. Aber — so sagt das Blatt — die sich als die Vertretung der drei Millionen Juden Amerikas ausgeben, dieser enge aristokratische Kreis hat kein Recht dazu, denn sie sprechen in ihrem eigenen Namen und die Judenheit Amerikas hat vorläufig noch keine Vorsteher. Erst jetzt wird begonnen, auf demokratischer Grundlage eine Vertretung der amerikanischen Judenheit zu schaffen. Der kleine aristokratische Kreis, der als „American Iewifh Comittce" sich die Gesamtvertreinnz übertragen hat, steht weit entfernt von den Meinungen, Wünschen und Anschauungen der Mehrheit der Juden Amerikas; er nimmt in den jüdischen Fragen seinen einseitigen Standpunkt ein; das Fühlen und Denke» der breiten jüdischen Schichten ist ihm fremd. Wohl sind in diesem Kreis Männer, die glänzende Leistungen auf dem Gebiete jüdischer Tätigkeit aufzuweisen haben. Diese Männer werden sicherlich in der Vertretung der amerikanischen Judenheit Sitz erhalten; „aber nur dann, wenn sie Vollmacht vom Volk haben und gewillt sind, im Geist der Mehrheit des Volkes zu handeln. Nur wenn sie mit anderen zusammen von den Juden Amerikas entsandt weroen wollen, werden sie reden und unterhandeln dürfen im Namen der amerikanischen -Judenheit. Bis dahin aber vertreten sic nicht die Juden Amerikas." Flavins Josephus nud seine Jett. Von Ahron Marcus. (Fortsetzung.) Wir kommen nunmehr zu dem unersetzlichen Material, das uns Josephus für die Perserzeit geliefert hat, die uns die ganze Dunkelheit verscheucht, die bisher auf den heiligen Büchern D aniel, Esra und Nehemia gelastet und die Verstümmelung-' versuche vandalischdr Antisemiten und ihrer charakterlosen t'scudo lieber Entdec seit 2 ein Hl folge I Einkla richtig Es he scindse deren werdet lieber, die A (Kap. Juden lpcrsis der gc und „ non h spcs) Ü ft m G. Nächst tont t scligke $ folgen lehrt: Augri Zeiten gcblie! gcgebk 7 iiimnt mit fi Titeln 3! Nt Herrst Änsick tewan iu ar iu de heran zeuge den i den ' zum unter <ä die d D arbereit chischc pädie dort nristvi dauia Erlös Jahr, „70 « 2tad fühne Bcrs Mosel Titel es 7 Jahr <i2. a gegen aufg« der , ichah schien der)* Hcili «oder Ende der , viele' halbe uitb Bern nach (mit Brief Apis Bei öntiti ein sich erst er i Selb Daß Jerr seine wir mit und die Hasel Spr zieh, gebr Bru ermi

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.