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Neue jüdische Presse · 1915-07-02 · Heft 25 (2.7.1915) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 25 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Frankfurter Israelitisches FamilienNatt. Nr. 25 T_ fffiq «n ai« Erlanger Naebf. MSm AXämiir Kalserbofslr.14 Waschen, Färben und Faponnteren aller Art Herrenum/ DamenhOte. --Abholung und Lieferung frei ins Hans.- Der Krieg rmd die deutsche» Juden. Frankfurt a. M. Ainstcn^arzt Dr. S. Adler. Sohn von I. Adler, Schützcnstr. 2, ,erhielt das Eiserne Kreuz. Frankfurt a. M. P aul S tied el, Sobn des Stadtrats Stiebel, erhielt das Eiserne Kreuz. Frankfurt a- M. Obetteutnant Alfred Weil, Mitinhaber der Firma S. u. Äl- Weil, und Gefreiter Ernst Schragenheim aus Verden a. Aller, ein eifriges Mitglied des Frankurter Atontcfiorc-Bereins, erhielten das Eiserne Kreuz. Berlin. Das Eiserne Kreuz erhielten: Gefreiter Walter Glückstcin, Truppenarzt Alfred Cohn, Unteroffizier Referendar Martin Rosenthal, Vizcfeldwebel Richard Adler, Oberlehrer Dr. Julian Hirsch, Unteroffizier Rathe, Unteroffizier Georg Wedell, Feldunterarzt Fritz Riescnfeld, Veterinär Dr. Bach, Kriegsfreiwilliger Fritz Hauser, Assistenzarzt Dr. Ernst Marcuse. Berlin. Gottfried Sender. Lehrer am hiesigen isroelit. Lehrerseminar, Ifitter des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klaffe, ist gefallen. Er war der erste und bisher einzige jüdische Lehrer, der cs im deutschen Heere zum Leutnant brachte. Berlin. Zu Leutnants wurden befördert: Dr. Ernst Bein-Würzburg und Bennv Dembinski- Tilsit. Margoniu. Max Manasse erhielt das Eiserne Kreuz. BreSla«. Sallo Geliert, Dr. med. Josef Reich, Josef Winter-Breslau und Erich Böhm- Ratibor erhielten das Eiserne Kreuz. — Erich Bar ber wurde zum Lazarett-Juspektor ernannt.;— Erich Bönisch und Erich Cohn-Breslau starben den Heldentod. ICi ■ Cigan ■ UAI Partien garren garetten erstklassigen Ursprungs. I Cigarren'MOllep, gr. Eschenheimerstr. 31. Mebfranenstr. 1/3. Taunnsstr- 47. I Personalien u. Kleine Mitteilungen. Berlin. AuS dem Berichte der „Jir. Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder (Wilhelm--Auguste Victoria-Stiftung)" in Beelitz ergibt sich aufs neue, daß die Anstalt, deren bisherige Räume mst 33 Knabe» und 12 Mädchen voll besetzt war, einem dringenden Bedürfnis entspricht. Ein als Lehrlingsabteilnng gedachter Anbau des Knabenflügels, der neben den für seinen Smwcrzwcck notwendigen Räumen noch der Aufnahme von weiteren 14 Zöglingen dienen kann, soll, da zur Zeit Mangel an Handwerksmeistern ist, mit jüngeren Zöglingen belegt werden. Eine zweite Schwierigkeit erwächst auf finanziellem Gebiete. Durch den Neubau, der ca. 40,000 Mk. beansprucht, ist das Vermögen des jungen Vereins zunr größten Teil äufgezehrt und die für den jetzt besonders teuern Anstaltsbetrieb so notwendigen Zinseinnahmen fallen fort. Dazu kommt, daß durch die Zeitverhällnisse dem Verein eine Anzahl von Mitgliedern öcrlordh gegangen ist, und daß die Angehörigen der Zöglinge sich vielfach außer stände erklären, die Verpflegungsbeiträge zu leisten. Unter diesen Umständen ist cs dringend erwünscht, daß dem seiner schweren Aufgabe in erhöhtem Maße genügenden Vereine neue Gönner erwachsen. Berlin. Adolf Willdorff, Verlagsbuchhändler, Vorstandsmitglied mehrerer jüdischer Wohltätigkcitsvcreiiic, verschied im Alter von 57 Jahren. ftStn. Am diesige» jüdischen Lehrerseminar fand unter Vorsitz des Königlichen Provinzialschulrats Vollmer die zweite Zivtcntlaffungsprüfung im Kriege statt. 5 Schüler des obersten Kurses, 3 in Uniform und 2, Kriegsfreiwillige, die in den nächsten Tagen eingestellt werden, nahmen an ihr teil und bestanden sie mit gutem Erfolge. Köln. Die Kultusiieuer für das Etatsjahr 1915/16 ist für die Synagogen-Gemeinde Köln auf 30,65»/«, der Einkommensteuer gegen 27,43«/«' im Vorjahr festgesetzt worden. . Neustadt a. Hardt. Das Altersherm des Jsr. Kreisashlvereins für die Pfalz, das rund 200,000 Mark kostete, hat bis jetzt 18 Personen vcrvflegt, von denen 4 starben und 4 ausschieden. Die Kosten für jeden Pflegling stellen sich auf 1100 Mark.jährlich. Bad Ktffingen. Die Israelit. Kinderheilanstalt blickt auf ein zehnjähriges Bestehen zurück, in welcher Zeit sie 1559 Kindern ohne Unterschied der Konfession Aufnahme gewährte. (L.» Posen. Solo Ryczywol. ein angesehener Großkanfmann, ist — 41 Jahre alt — und Frau R v - salie Grüuthal, gcb. Last, Mutter Rabbiners Dr. Grüuthal-Berlin, — 73 Jahre alt — verschieden. Hamburg. Julius Rosenstock, der eine Zierde der jüdischen Orthodoxie Hainbiirgs war, ist verschieden. Allvua. Oberrabbiner Dr. Lern er erlitt vor einigen Wochen einen Schlaganfall. Es geht ihm jetzt etwas besser. Guefe«. Eine Säuglings-MUchhalle wird in unserer Stadt erbaut werden. Zu diesem Zwecke hat der Pferdcgroßlieferant Moritz Brummer die Mittel gestiftet. Der Bau wird gegen 20 000 Mk. kosten. Einen qualvollen Tod erlitt die 51 Jahre alte Rentierin Fräulein Martha Schlesinger. Beim Anzündcu eines Gaskochers ivurdcn durch eine Stichslaniinc ihre Kleider erfaßt und bald stand die Bedanernswertc ganz i n Hellen Fla m m e n. Lodr. Das kaiserl d eutsch e Bez irks g er ich t verlirtcilte die Brüder Michael und Josef Sgurz wegen Raub m v r d s an dein jüdischen Händler A b b o Baltsanski zum Tode. Der Vorsitzende bemerkte nach Verkündung des Urteils, cs sei die ganze Strenge des Gesetzes erforderlich, da die deutschen Behörden der BcvölLerung zeigen müssen, daß das Leben der Einwohner gehörig gesichert sei. Basel. Das Jsr Hilfskomitee fordert zu weiteren Spenden ans. Dem nach Ausbruch des Kriegs, gegründeten Komitee sind bisher 41,000 Frcs. zugeflossen. New-Aork. Ben Jehuda aus Jerusalem, der geniale Verfasser des großen hebräischen Wörterbuchs, von dem bereits sechs Bände bei Langenschcidt in Berlin erschienen sind, wird hier erwartet. H OMM. 11 Die Verjagten. Eine Erzählung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bon C. Berg. (Fortsetzung statt Schluß.) Schnell wie das Licht fliegt, flammt es auf — in der nächsten Sekunde bricht Benno blutend zusammen. Feuer — Dampf — Rauch — Geschrei. Das zu Tode erschrockene Publikum lärmt, ruft nach Hilfe, drängt hinaus, die Frauen kreischen und weinen. Auf der Bühne rinnt echtes Blut, stirbt ein echter Sterbender — mit wahnsinnigem Schrei stürzt Kalagiceanu über den Liegenden: „Wortbrüchiger Jude!" Aber der ungehorsame Schüler antwortet dem wütenden Meister nicht mehr. Er bekommt bald hitzigere Gegner, der alte Rebell. Es ist nicht der erste Freundschaftsgruß, den er mit den rumänischen Schergen besiegelt — wie der Hirsch die Hunde abstößt, hielt sich der Lange die Meute vom Leib. Der Kampf wird immer erbitterter. Einen furchtbaren Stoß erhält Kalagiceanu von Salomon, der wie ein Wilder um sich schlägt, die Leiche seines Bruders zu gewinnen; lau Kopf und /Brust blutend, .streckt Kalagiceaun mit jedem Hieb einen Rumänen nieder, aber viele Hunde sind auch des mutigsten Wildes Tod. Obwohl ganz nahe der Tür, steht Jcmilian im ärgsten Gedränge: Schauspieler, Sängerinnen, Arbeiter rasen über die Bühne in den Orchesterraum und versperren mit den um den Ausgang kämpfenden Musiken: die Tür; rings um sich hörte er Rufe: „Hülfe — man zertritt mich — das Haus brennt." Der Erste, ivelchcr die Tür cinstößt, ist George — die Vordersten fallen,, da hat George seinen Herrn erblickt; cs gelingt, ihm die Hand zu reichen und ihn hcrauszuzichcn — endlich — sic wissen beide selbst nicht wie, stehen sie, erregt, kreidebleich in ihrer Wohnung in Sicherheit. „Packen!", schrie Alcxandru; „wir reisen noch heut, nicht eine Stunde mehr bleiben wir in diesem Räubernest." Schweigend machte sich George au die Arbeit. Nach einer Viertelstunde sagte er: „Es ist alles bereit bis auf die Pässe." „Die Pässe! In diesem verfluchten Lande ist alles mit Weitläufigkeiten verknüpft", rief Jemilian Ivütend, „selbst das Davonlaufen. Sie haben einen Ausländcrpaß, ich nehme einen unausgefüllten meines Bruders Lconid; für Geld und gute Worte muß uns Grodnrza die Dinger sofort visieren . . . Den ganzen Plunder hier wird der Spediteur nachscndcn, kommen Sic! Ivas zögern Sie noch?" „Ich wollte Monsieur um ein Andeuken bitte», um dieses." George schritt zum Schreibtisch und ergriff Claudias Bild. Dabei stieß feiu Fuß an einen harten Gegenstand, er hob ihn auf, cs war eine kleine Elfcnbcinplattc, beschrieben, tvic er sah; ohne Säumen gab er sie seinem Herrn. Annoncen fQr sämtliche Zoitnngen nnd Zeitschriften, spczioli Familienanzeigen fQr die Frankfurter Zeitung besorgt prompt und zuverlässig zu Orloioal-Proison nnd zu den ermässigten Lokal-Preisen (Nie teurer wie bei den Zeitungen direkt) H. Oppenheim (Inhaber Bernhard Rubinstein) Frankfurt:a. M.,- Börsenplatz 1. Telefon Amt Hansa 2005- Cafe Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges JF»milien-Cai4 Nachmittags Konzerte. Fr. Hanselmann, Besitzer. Jemilian las: „Werter Herr! Claudia von Moorbach kam heut hierher, Sic zu sehen. Für das Wagnis dieses Besuches schulden Sie mir ein Gastgeschenk — erwirken sie die Freilassung des unglücklichen Herrn Liedcrtrost." Er mußte sich setzen. „Seit wann liegt das hier?", fragte er tonlos. „Vermutlich seit gestern Abend. . ." „Eine Dame war hier?" „Ja." „Warum habe» Sie mich nicht benachrichtigt?" „Die Dame hatte es verboten." Jcmilian fragte nicht mehr; er ging in heftigster Erregung über eine Stunde im Zimmer auf und ab. Endlich setzte er sich an den Schreibtisch; George wollte ihm die Lampe auf dem Bordbrett anzünden, aber er wehrte ab und schrieb im Halbdunkel in fliegender Hast: „Mein lieber Groducza! Anbei zwanzig Francs Stcmpelkosten für das Visieren beigefügter Pässe. Ihnen selbst, mein Alter, erlaube ich mir als Abschiedsgruß Ihren kleinen Schuldschein von heut morgen zu retournieren. Die dreifache Summe sind Grünberg senior fünf Tage dato beauftragt von Ihnen quittieren zu lassen, sofern sich in einer Stunde das Gerücht bestätigt, daß der alte Liedcrtrost seinem Gewahrsam entwischt ist. Sie wissen doch, daß der alte Mann zeitweilig irre ist? Leben Sic wohl Ihr ergebenster Alcxandru." Er siegelte den Brief, übergab ihn George nnd befahl: „Groducza junior persönlich einzuhändigen. In einer Stunde sind Sie wieder hier. Eilen Sic!" Nicht ganz so pünktlich, wie Jemilian gewünscht hätte, kam George zurück; es war über Mitternacht, da er bei seinem Herrn, der ihn fiebernd, in hoher Ungeduld erwartete, »nieder eintraf. „Persönlich abgegeben?" „Herrn Groducza selbst. Er empfiehlt sich hundertmal. Ich bringe eine Neuigkeit: Der alte Abraham Liedertrost ist seiner Zelle cntspr»mgen." „Gelobt sei Gott!" George sah seinen Herrn verlvundcrt an; solange er ihn kannte, hatte er noch nie eine solche Aeußeruug von ihm gehört. Mit noch größerem Erstaunen geivahrtc er, daß Monsieur schon wieder die kleine Elfenbcinplattc in seinen Händen hielt, sie jetzt behutsam in Seidenflor wickelte und nebst Claudias Bildchen in seiner Brusttasche verbarg. „Sie werden ein Duplikat erhalten", sagte er hastig, da er merkte, daß George ihn beobachte. „Und nun zur Bahn! Wir »verdcn diese Stadt nie »vieder betreten." Zehntes Kapitel. Die Verjagten. Die Polizeiivache in I., von den Eingeborenen spöttisch die Kose genannt, »velche zugleich als Stadtgericht und Stadtgefängnis mit ihren drei häßlichen, dicken Türmen »vic eine architektonische Hydra den unbotmäßigen Einwohnern droht, ist ein vierstöckiges, unverhältnismäßig breites Gebäude — cs nimmt reichlich ein Straßenviertcl ein und mehr — ein schmutzig-drachengraucr Steinkoloß, dessen Erbauer vielleicht symbolisch die polizeiliche Uebermacht und Geivalt in diesen plumpen Massen karikieren »vollte. Wie erörtere doch Schopenhauer die Idee oer Architektur? „Den Kampf der Starrheit mit dem Licht" — nun vor dem Polizeigcfängnis von I. unterliegt das Licht; in die dumpfigen, tief in den Schoß der Erde eingegrabcneir Kcllerwölbnngen ist nie ein Strahl seiner Gnade spendenden Kraft; gedrungen; und auf eine andere Gnade haben die Unglücklichen, »velche da unten ihr Schicksal crivartcn, erst recht nicht zu hoffen. Besuchen »vir Abraham da unten in seiner Zelle! Er »var nur leicht gefesselt; Thomas Thryphosowitsch, der Polizciknccht, der ab und zu nach ihm sehen kam, schien ihm nicht übel gesinnt. Allerdings gab bei diesem Wohlwollen »vcniger persönliches Mitleid den Ausschlag, als die hartnäckige Sucht des Gefangenen, Speisen und Getränke unberührt zurückzuiveisen. Was »vollt Ihr? Thomas ist trotz seiner siebzig Jahre bei gutem Appetit, und die Thomasina »vill auch noch leben. In Stunden, da er gut aufgelegt, will sagen, wo er nicht -sinnlos Nr. 2 bctrunkc» Heilten $ „Siehst Su träg ziock. s gar eilt jäner £ jagen u Su jüd Su woh I»e> Erprobte: Ha Frankfi C Bo Mi Lodewig äugelte Au den jaden bl starker , Stccknai wesen, die Wo Das na tücher 1 Wi frohen gestatte! schränke merken- In ich nie lagen d Minute gclvordl Früchte der he» hineing: gepflügt eine vo brüllte G W gewi Eine In in d durc die 1 bis 1 Spiel Drai walt and At Schl: das Ton gew Wa 1 i

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