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Neue jüdische Presse · 1915-07-02 · Heft 25 (2.7.1915) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 25 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 25 Frankfurter Israelitisches FamilieMait. Seite 3. rnmunten Hohenpriester oft nicht? tveniger als Gelehrte. Jedenfalls aber war der Knabe ein solcher, das bezeugen seine Schriften. Als Priester mußte er körperlich.vollständig fehlerfrei sein. Durfte doch unter den 20,000 diensttuenden Priestern keiner sein, dessen Nase länger war als sein kleiner Finger. Als Nachkomincn der Hasmonäer, deren erbliche Schönheit in Rom nnd an den Fürstenhöfen Asiens Ausfallen und Bewunderung erregte, muß er einen guten Teil davon geerbt habe», das beloeiscn .die ihm als Jüngling erteilten Gunstbeweisnngen der Kaiserin Poppea, R c r o ' s Gemahlin, wie die der D o in i t i a, Gemahlin des D o in i t i a n u s im Greisenalter. Er lvar auch ein Athlet, da er sich ans der ersten Ncise nach Rom, beim Schisfbruch mit 80 Genossen eine ganze Nacht hindurch im Adriatischen Meere schwimmend, ans Land retten konnte. Durch dreijährige Hebung bei dem Essener Banns in der Wüste an alle Entbehrungen gewöhnt und abgehärtet, i» allen damaligen Waffenühnngcn geschult, tapfer und wagemutig. »Die dies ja indirekt auch durch den grim- »ligjen Judenfeind Tacitns bei allen Juden, bezeugt wird, war er nicht nur Soldat, sondern auch tüchtiger Stratege und Feldherr, dem ein so wichtiges Oberkommando wie das von Galilaea anvertraut wurde. Feinster Menschenkenner, besaß er die Tugenden, die den Diplomaten machen, nämlich Verstellungskunst, Hinterlist nnd Heuchelei in hohem Grade. Sein wunderbar, feiner Styl, seine glänzende Rhetorik und seine durch außerordentliches Gedächtnis erworbene klassische Bildung nnd Belesenheit führten ihn schon zu Nero's Zeit in die höchsten römischen Kreise ein, so daß seine geistige Ueberlcgcnheit ihm die Gunst Be sp asi a n ' s, Titus und D o in i t i a n u s trotz aller gehässigen Verleumdungen bis an sein Lebensende ungetrübt erhielt. Dabei war er gläubiger und überzeugter Jude von tiefer Religiosität, der für die Ehre seines Volkes un!d die Ehre der Torah sein ganzes Können in flammenden in die hcrzenstiefcn dringenden Worten cinsctzte und mit bewundernswertem Freimute die Niedrigkeit des Heidentums der denkbar schärfsten, ätzendsten Kritik unterzog. Die weitestgehende Freiheit, die ihm dabei eingeränmt wurde — seine Schriften wurden dilrch T i t u s gleichsam als offiziell erklärt und waren hervorragenden Römern (Epaphroditos) gewidmet — wirst ein schönes Licht auf die damalige Freiheit der Gcdankenäußernng. Auch D o m i t i a n u s mutz nicht das Scheusal gewesen sein, als tvelches ihn die kirchlichen Geschichtsschreiber wegen seiner Verfolgung der damaligen jüdisch-heidnischen Sekten, deren Streben der Kaiser als staatsgefährlich 'ansah, hinstcllen. Um min zur Beurteilung des eigentlichen Charakters des großen Mannes zu gelangen, genügen alle diese Vorzüge keineswegs. Wir besitzen eine sehr schöne Probe jüdischer Ethik aus der -Schrift N ehenria' s, eines Mannes, der als Gegenstück zu Joseph ns, mit dem das Staatswesen des zweiten Tempels abschließt, bei der ersten Begründung desselben eine so wichtige Rolle gespielt hak. Ec sagt (Kap. .7. 2) über Ch a itaitj>a, Befehlshabers der Burg zu Jerusalem', daß er durch Frömmigkeit vor vielen ausgezeichnet sei und ein ehrlicher Eharakter zu sein — scheine. „Wehn ke-isch emmes". Alle seine Tugenden reichen also nicht hin, um ihm den Titel „Jsch Emmes" ohne .Vorbehalt zu verleihen. Dasselbe trifft auf Josephus zu. Es handelt sich nicht um seine Mißerfolge als Feldherr in einem vornherein' als aussichtslos betrachteten Kampfe gegen die römische Weltmacht. Daß bei solchen .Mißerfolgen dann imnver von Verrat gesprochen wird, reicht keineswegs hin, um ihn, wie einige vorschnelle Beurteiler wollen, als Verräter zu brandmarken. Daß er Titus in einem möglichst günstigen Lichte schildert, ist nicht nur aus seiner Lage als Gefangener zu entschuldigen, sondern er hat — gerade so wie sein Zeitgenosse Jochanan ben S a k k a i — auf gütlichem Wege durch die Gunstgcwinnung der Cäsaren für die Besiegten gerettet, was zu retten war. Schließlich haben seine großartige» Werke über das Wesen des Judentums einen so gewaltigen Eindruck hinterlasscn, dessen Bedeutung nur durch Vergleichder damaligen Ansichten über dasselbe bei S e n c c a, S u e t on i u s und T a c i t u s ermessen werden kann, daß diese Arbeiten für seine unglückliche Fcldhcrrntätigkcit hinreichend .entschädigen. Einwandsfrei hingegen war sein Auftreten beim Untergänge des jüdischen Staatswcsens nicht. Das erhellt aus seinem eigenen Berichte über die von dem Ober- Haupte des Synedrion, Simon ben Gamaliel, über ihn verhängte Absetzung von dem Statthalterposten in Galilaea durch eine von Jerusalem abgesandtc Untersuchungskommission, welcher er sich teils durch List teils durch Gewalt zu entledigen wußte. Nun schildert er se'bst voller Ehrsürcht die Persönlichkeit dieses Oberhauptes lS. 37) als, einen überaus umsichtigen nnd verständigen Mann, der — man höre — durch seine Weisheit die damals so außerordentlich ins Schwanken gekommenen Verhältnisse wieder ins Gleichgewicht zu bringen im Stande gewesen wäre, wenn mau seine Ratschläge befolgt haben würde. Er bemerkt dabei, daß derselbe einem „vornehmen und glänzenden Gcschlcchte" angehörte. Es verlohnt sich» an dieser Stelle Aufklärung darüber zu geben, warum er dieses Geschlecht nicht näher bezcichnete, obwohl wir aus Talmud nnd Midrasch wissen, daß Simon ben Gamaliel ein Sprosse der davidischeu Königssamilie war. Dieses Verschweigen ehrt den yosephus und zeigt ihn als echten Freund seines Stammes auch einem persönlichen Gegner gegenüber. i.B c s p a s i a i> » s hatte nämlich bei seinem Zuge nach Alexandrien, wohin Josephus noch gefesselt mitgeführt wurde, alle dortigen Mitglieder der davidischcn Nachkommenschaft töten lassen. (Eusebius.) Nun verschweigt Josephus zwar, daß, >vic der Talmud berichtet, Titus den Simon ben Gamaliel zusammen mit dem letzten Hohenpriester Jsmael ben Elischa hinrichten ließ. (Diesen letztere» erwähnt er überhaupt nicht, obwohl er von 28 Hohenpriestern spricht. Hie von H e r o d e s Regierungsantritt bis zur Zerstörung des Tempels sunktionirten, während seine Einzelberichte nur 27 ergeben, indem er bei M a t t h i a s stehen bleibt, unter welchem der Krieg ausbrach.) Das Hillel'sche Patriarchenhaus, das bis -1187 — also noch über 35» Jahre nach der Tempclzerstörnng — als geistiges Oberhaupt fungierte, schwebte daher damals in Gefahr der Vernichtung. Deshalb »vollte Josephus diese Abstammung nicht au die große Glocke hängen. Damit erklären sich gleichzeitig drei bisher ungelöste Widersprüche in der talmudisch.en Literatur. Da heißt es gewöhnlich, daß das Hillel'sche Haus direkt vom davidischcn Königshäuse abstamme. An anderer Stelle wird dies dahin berichtigt, daß diese Abstammung nur von der Seitenlinie des Schefatia ben Äbital, eines Bruders des Königs Salomo, sich hcrleite, an dritter Stelle lviedernm, daß diese Abstammung nur mütterlicherseits, väterlicherseits aber gar nur dem Stamme Benjamin entspringe, so daß der Exilarch in Parthien der richtigere Anwärter ans diese Melsstellung wäre. Beide Versionen sind offenbar nur zu dem Zwecke in Umlauf gesetzt worden, um die Mordgier der Feinde abzulenken, da sie der eigentlichen Sprößlinge dieses Stammes ha doch nicht habhaft werden könnten, die unter dem Schutz der unbesiegten Parth'er standen. . Die gegen ihn erhobenen Anklagen meist finanzieller Natur fertigt I oscphus als Verleumdungen bösartiger Neider zwar ab und führt -die Vorliebe des Simon ben Gamaliel für Jochanan von Gischala (Gusch Chalab des Talmud) auf Jugendfreundschaft zurück. Dieser Jochanan hat jedenfalls eine ehrenhaftere Rolle gespielt als Josephus, denn er kämpfte mit größtem Heldenmut bis auss äußerste nnd war der Schrecken der Römer, die bei dem Triumphzuge des Titus über seine unansehnliche Gestalt erstaunt waren. Er starb den Märtyrertod, indem er vom tarpej'ischen Felsen hinabgcstürzt wurde. Aber die eigentliche Anklage läßt sich Josephus nur ei» einziges Mal entschlüpfen, indem er einem der Kommissäre aus Jerusalem in dessen Ansprache an die Galiläer die Worte in den Mund legt: Josephus müsse abgefctzt werden, weil er die Alleinherrschaft anstrebt. Das wirft ein Helles Licht ans die verborgene Triebfeder seiner Handlungen. Als Sprosse der ausgerotteten Hasmonäer, als geborener Feind ihrer Mörder, der illegitimen, edomitischen Herodianer, die dem Wolke in innerster Seele verhaßt wären, hält er sich, gestützt auf seine früheren Verbindungen mit den höchsten Kreisen Roms, für berufen, den Thron Judaeas zu besteigen. Er bekämpft daher den -mit Rom verbündeten letzten König A g r i p p a ebenso wie er die Römer bekämpft, benützt aber dabei öfters Hie Gelegenheit, es weder mit dem einen noch mit den anderen gänzlich zu verderben in der Hoffnung, durch diplomatische Schliche das Endziel seiner Wünsche zu erreichen, wenn es ihm gelingt, den Römern nachznweisen, daß er der einzige sei, der im Stande wäre, nach Abschüttelung der volksverhaßten Herodianer den Frieden mit Rom wiederherznstellen. Der Gang der Ereignisse hat seine hochsljegenden Pläne zu Nichte gemacht. >^S\Tvc>N\Yev. gegr. 1730 No. S.Dentsohe'NatJonaj-UlsoImngU.3—. No.'3S.rTeespttz.M.2.50. No. 3. Wedda Assam-Peokoe-lXtsebjl. 3.20. No. 30. TeegruasM.1.80. Kakao Soma Mk. 2.40, 3—. Kalischer Eindrücke. Bon Rabbiner Dr. Ncuhaus in Ostrowo. „Al tikro schamaus elo schemaus" „lies nicht Verwüstungen sondern Namen." Nicht von dem v e r w ü st e t e » Kalisch, von dem ja in den letzten Monaten -sehr oft die Rdde lvar, will ich erzählen — darüber ist ha bereits genug geschrieben worden —, sondern von dcni im Aufbau begriffenen neuen Kalisch. Also wird Kalisch schon lvicder aufgebaut, seine Straßen wieder hergestellt? höre ich fragen. Nun das noch nicht, von einem anderen „Sauen" will ich reden und Zeugnis ahlegen. Bon einem geistigen Bauen, mit dcni unsere Altvordern beschäftigt waren und wir mit ihnen bis auf .den heutigen Tag. Dies geistige Banen nannten sie und wir mit ihnen „Lernen". Sie saßen Tag und Nacht „und sannen über die Thora", nnd dieses „Sinnen" war ihre Freude, ihr Stolz, ihr Leben. Da sitzen sie in einem gemieteten Raum, denn das eigentliche Cheder liegt in Schutt und Asche, 80 kleine Knaben und lernen hebräisch Lesen. Zwar geht es noch langsam; abcv mit Hilfe dcS Lehrers, der einen jeden einzelnen und dann alle zusammen herannimmt, lvird das Ziel nach und nach erreicht. Einige sagen heute schon: „Ater kennen schon ganz gut." Hinauf geht es in die höhere Klasse, wo schon größere Weisheit blüht. Da sitzen 60 Knaben, die „perfekt", wie einer der Lehrer sagt, lesen nnd übersehen können. Hier wird schon Chnmesch mit Raschi getrieben, 7 bis 0 Jahre sind die Knirpse alt, aber mit großer Promptheit antworten sie in einstimmigen Chorus ans meine Frage, wer vom Anhang Korachs der Frau das Leben zu verdanken habe (es war gerade vor Sabbat Korach): „On ben Pelcth." Allein „höher geht der Kan." Ausbaut sich auf dem zweiklassigen Cheder die drciklassige Talmud-Tauroh- Schule, die im eigenen Hause, das nicht zerstört wurde — ein „Nes min häschomajim" sagen die Kalischer, da alles in der Nähe zerstört ist, — eifrig des Studiums pflegen. In ihr lernt die dritte Klasse, die 80 Schüler jhat, schock leichtere Stellen aus der Gemara. Gerade zur Zeit unseres Besuches lernen sie den Perek „S-chenajim auchasin" aus „Bewa mezia". Der Lehrer stellt seine Glanzschüler vor Und freut sich über die prompten Antworten, die sie geben. In der zweiten Klasse der Talmnd-Thauro, in der 50 Jungen» sitzen im Alter .von 11/13 Jahren wird ebenfalls Gemara „gelernt", aber hier schon mit Tausfes und Weforschim. Da wird jedes Tausses vorgenommen, ob leicht oder schwer, es wird überwunden. Jlber nun gar erst das Prachtstück der Talutud-Thauroh, die. erste Klasse. Sie kümmert sich kaum um den Besucher^ fo vertieft sind sie in Her Arbeit, diese 35 Schüler und Hinge Leute im gliter von 11 bis 17 Jahren. Sie lernen Gemara.mit allen Mesorschim, die da sind: jeder wird befragt, was er zur Stelle meint und „sogt". Sie diskutieren gerade, als wir anwesend sind, um eine Auffassung eines „Späteren", nämlich des „Reschasch" (Rabbi Schmuel Strafchnn). Hier ist kein Melamed, hier ist kein Lehrer, hier sind alle Lehrer und alle Schüler und jeder gewillt, von jedem- (zu lerne» und jeden zu lehren. Man geht durch die Räume nnd freut sich der eifrig Lernenden, und man vergißt die NotHie draußen die dürren Arinjei ausbrcitet, und nicht nur wir, sie selbst, die Lernenden, sie vergessen, was ihrer daheini wartet — sie vergessen — den Krieg. Sic dürfen ihn vergessen in diesen Räumen, denn der Lernenden, der Tauroh und ihres Aufbaues „al tikro schaumans elo schemaus" hat man da draußen in der Welt nicht vergessen, dafür hat die „Agudas-Jisrocl" gesorgt. Erscheint die Mittagsstunde, so erhalten alle diese Schüler, alle diese Lernenden samt ihren Lehrern Mittagessen, für das sie nicht genug danken können, und erscheint der Abend, so erhalten alle ihr Abendessen. In denselben Räumen wird gelernt, in denselben Räumen wird gespeist. Und wie dankbar sind sie; wer nur irgend weiß, von wannen diese Hilfe koimnt, fängt an, mich zu beauftragen: „Rebbe, sogt nur nach Frankfurt, doß men sich sehr freut und sehr zufrieden ist." Ja, es ist ein wahrhafter Segen, den hier die Agudo verbreitet, nnd es ist erhebend, alle diese wirklich dankbaren Gesuchter zu sehen der Schüler sowie der Lehrer. Rur Bücher fehlen. Wie viele sind verbrannt, im Beth hamidrasch, das völlig abgebrannt, sind 10,000 Bände verbrannt. Aber die Agudo hat ja auch hier den Anfang mit Sammlungen gemacht: hoffentlich kommt ein großer Teil recht bald nach Kalisch Bier, fünf ja sechs und mehrere müssen sich mit einem Talmudband behelfen, da mehr nicht aufzntreiben sind. Und nur ,^Oisijoth mwchkimoth" nur Buchstaben machen weise", meint einer der Melamdim imd wie er es verdätscht: „Man muß ebbes sehn um zu hören." Nun zu den Mädchen (auch hier gibt die Agudoh eiuen namhaften Zuschuß). Fein äußerlich gekleidet (was für einen Segen haben unsere Kleidersammlungen gebracht. 5000 Kilo Kleidungsstücke konnten wir dank der Mithilfe unserer deutschen Brüder und Schwestern schicken), sitzen die Mädchen und singen und -spielen nnd lernen unter Aussicht von ehrenamtlich wirkenden Lehrerinnen und jungen Damen. Den ganzen Tag werden sie beschäftigt, und so sauber und nett sehen sie aus, so hell und traut ertönen ihre Stimmchen! Es sind Mädchen im Alter von 5 bis 12 Jahren in drei Klassen, daß man, glaubt, man sei in einen: Fröbelschen Kindergarten. Sie sa)>en sich an nnd gehen zu je 2 in den nahen, wunderschönen Paxk, spielen und singen dort nnd kommen zum Essen, das alles umsonst gegeben wird, wieder zurück. Den ganzen Tag werden sie beköstigt, beherbergt und unterrichtet und die jungen Müdchenseelen vergessen die Not der Eltern, die Not der Zeit und freuen sich, daß es ihnen so gut ergeht. Wie dankbar aber erst sind die Eltern, die ihre Kinder in guten Händen wissen. Anfangs waren es nur wenige, die kamen, heute sind es in beiden Mädchenheimen 160 Mädchen, und täglich werde» es mehr. Wird doch den Eltern eine große Last abgenommen, wissen doch die Eltern nicht, wie sie die hungrigen Mäulchen stopfevt können. So könnten wir noch vieles erzähle» vom neuen Leben, das aus den Ruinen blüht, von den Bolksk ü ch e n und von der T e e h a l l e, — doch darüber ein anderes Mal. „Al tikro schamaus elo schemaus:" ja es ist wahr, hier hat' sich die Agudas Jisroel einen Namen gemacht, ein Denkmal gesetzt in allen diesen Knabennnd Mädchenherzen, die täglich, ja stündlich danken für das, was die Agudo ihnen Gutes erwiesen, und nur ein Wunsch drängt sich aus meine Lippen, daß die Agudo diesems schönen Beginnen recht viele gleiche Beispiele folgen läßt in de» übrigen durch die Not hart bedrängten Städten nnd Orte» des okkupierten Polens. Das wäre ein unendlicher Segen und eine Ehre für das Judentum — und die Agudo selber. Marsch im Stanb so manche Stande, Bitter trocken dann im Monde. Sehnest Dich nach Floss nnd Qnell Und kein Wasser dann znc Stell. Welche Labung wie noch nie Bringt Dir Pepsin-Kaugummi. “U" H. Oppenheim, MM j. lall. _BSrsanplat* I. Telephon Hansa 2005._ Großbritannien. London. „Jewish Chronicle" stellt fest, daß die „Times" planmäßig daran arbeitet, in England eine antisemitische Bewegung hervorzurufen. Die Folgen hatten sich bereits bei den deutschfeindlichen Kundgebungen in Liverpool gezeigt, deren Opfer meist die dortigen — russischen Juden waren.

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