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Neue jüdische Presse · 1915-03-12 · Heft 10 (12.3.1915) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
13 (1915)
Issue
Heft 10 (12.3.1915)
Date
1915-03-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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10 Nr. 10 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 8. r Zeil n der Mnserer mag, nther- »nnen. nderte Reih« L zu m in urchev, vurde, t ganlandcs iit an t> die lidari m beerhalb r hat, ufgabe t einr Zu auferl Brüunsemldcn. r V0N schreie rs als n nnr, en den Pfli-chi uden", nd da? rusiiin dem iegsh den md° der l soll. >n vor itione» nbleiebendi- .1 mrd diesen l Leid r denen clande? :t Zu rft vci die ihr dien. oir beinnev n Zeit verkünhat es Juden es al? >ar zu ern in i. Er jüdischt gegen Aufrui nen de? winistintlichen Heit, in ödischen bringt, storische den, Erdeutschc die ihr it, wird addur^ Kriegsmst bcn Her kann, rateriell rnd' sittlich bereichert und geadelt aus diesenij Kriege hervorgehen werden, weil er uns Gelegenheit war, unsere Bruderliebe und unseren Gemeinsinn nur umso stärker und intensiver zu bekunden und zu betätigen. Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees in Wien. Das Ariileirambulatoriuni des Zion. Zentralkomitees für die Flüchtlinge ans Galizien nnd der Bukowina Wien, II. Taborstraße 20a) hat in den letzten Wochen eine derartige Steigerung erfahren, daß alle vorherigen Annahmen übertrosfen wurden und der Andrang kaum mehr zu bewältigen ist. Meist sind schon lange vor Beginn der Ordination die vorhandenen 60 Sitzplätze des geräumigen Wartezimmers von Flüchtlingen aller Nationen und Konfessionen Galiziens besetzt - nnd zahlreiche Patienten harren stehend, bis an sie die Reihe kommt. Es ordinieren in wahrhaft aufopserungsdoller und uneigennütziger Weise 18 Äerzte nnd zwar je ein Spezialist für chirurgische, Ohren-, Kindernnd Nervenkrankheiten, Sprachstörungen nnd Orthopädie, je zwei für-Augen, innere. Hautnnd Geschlechts-, Frauen- ^Hals-, -lasen- und Zahnkrankheiten. Zwei Kandidaten der Medizin betätigen sich als Assistenten. Die Damen Abelis, Dr. Eckstein, Goldhammer, Hoffmann, Dr. Kaßner, Dr. Katunski, Kohn, Kraus, Lichtschein, Lipschütz, Löw, Perschak, Sobotka nnd Stein versehen den freiwilligen Pflegerinnennnd .administrativen Dienst. Eine Statistik, bei .der wir den 6. nnd den 8. Februar als Stichtage wählen, dürfte am besten geeignet sein, ein klares Bild über die Leistungen des Ambnlawriunls zu liefern: Krankheiten 6. Febr. 1915 8. Febr. Ohren * 18 Orthopädie * 3 Innere I 23 24 Innere 11 12 15 Chirurgische 23 28?lugen 24 26 Sehproben -P 5 Zahn -t- 20 Haut- .und Geschlechts- 40 * Kinder 31 30 Frauen 9 9 Halsnnd 'Nasen- 29 23 Nerven 15 Totale 206 7 208 *) An diesen Tagen keine -Ordination. In Anerkennung der großen Bedeutung des Ambulatoriums hat diesem das Ministerium des Innern die Armenrezeptur verliehen. Alle verordneten Medikmnente werden in den 'Apotheken der Lcopoldstadt kostenlos ansgefolgt; außerdem werden in dringende» Fällen auch Bruchbänder, Brillen u. dgl. unentgeltlich abgegeben. Das Ambulatorium hat auch das Recht erhalten, seinen Patienten eine Anzahl von Bädern aus Rechnung des Ministeriums des Innern kostenlos zu verabfolgen; der Mehrbedars wird ans den eigenen Mttcln des Ambstlatoriums bestritten. Aus einem speziellen Fonds der Anstalt werden auch die kleinen Patienten des Kinderarztes init A n w e i s n n g e n aus Milch oder Butter für die Dauer von je zlvci bis drei Wochen versorgt. Die Aerzte des Ambulatoriums haben täglich Gelegenheit, das Flüchtlingselend ans nächster Nähe zil beobachten, und es ergäbe sich noch manche andere -iotwendigkeit, im Rahmen des Ainbulatoriumsprogrammes Gutes zu tun. Leider reichen hierzu die bisher aufgebrachten Mittel nicht hi». Infolge eines Aufrufs ist zwar bisher ein Betrag von ca. 15,000 Krone» eingeflossen, doch ist das allgenreine Interesse noch nicht rege genug, um der Anstalt die verdiente materielle Ilnterstütznng dauernd zu sichern. Der Krieg und die deutschen Juden. Berlin. Der Lazarettzug der deutschen Bne-Briß-Logen, der den Namen M 3 erhält, wurde am 7. dss. Mts. dem Kricgsministcrinm zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder der Logen haben so viele Liebesgaben jeder Art gespendet, daß Proviant, Bekleidungsstücke nsw. reichlich vorhanden sind. Der Präsident oer Großloge sür Deutschland, Geheimer Jnstizrat Timendorfer, wird den Zug ans seiner erste» Reise begleite», nni einen Teil der Gaben an die Etappenlazarcttc nsw. zu verteilen. Berlin. Die Zion. Vereinigung für Deutschland versendet folgenden Aufruf: Ermutigt durch Len Erfolg-unseres Aufrufs zu Gunsten der Chanukah-Spende für unsere an beiden Fronten kämpfenden Soldaten, wenden wir uns zum zweiten Male mit einem Aufruf an die deutsche Judenheit. Wir beabsichtigen zum bevorstehenden Pessach-Feste wiederum an 2000 jüdische Soldaten, unter denen sich 500 bedürftige, befinden, die keine Angehörigen in der Heimat haben, ein Angebinde zu senden und zwar in Form zweier echter, rechter Pessach-Bücher, der herkömmlichen Hagadah in hebräischer Sprache mit deutscher Uebersetznng, nnd des schönen Werkes „Chad Gädjah" das Pessachbuch» das eine Fülle von Skizzen, Betrachtungen und Erzählungen, die sämtlich auf das Fest Bezug haben, enthält. Besondere Abmachungen ermöglichen es uns, jede Sendung für den Preis von 2 Mk. zu bewirken. Wir richten daher an die deutschen Juden die Aufforderung, uns für die Pessach- Spende Beiträge zukommen zu lassen. Da der erste Seder-Mend auf Montag, den 29. dss. Mts. fällt, müssen die Bücher bereits in einigen Tagen verschickt werden. Daher bitten wir, Spenden unverzüglich an den Vorsitzenden des Komitees, Herrn Max Wollsteiner, Charlottenburg, Roscherstraße 5, Postscheckkonto Berlin, No. 3847 zu senden.*! Frankfurt a. M. Vom Armeearzt ist der Befehl gekommen, daß die Lazarette den Armeerabbinern die Aufnahme und die Sterbefälle von Inden mitteilen. Augsburg. Oberleutnant Kurt Silbermann wurde zum H a u p t in a n n befördert. Nürnberg. Dr Leonard Rosenfeld-Nürnberg nnd Dr. Maximilian Wolf- Würzbnrg wurde» zu O b e r st a b s ä r z t e n befördert. Hamburg. Soldatenbesuch im Israelit Gent einsch af tsh e im. Letzten Sonntag füllte sich der große L-aal des Logenheims Hartungstraße mit einigen hundert Verwundeten. Syndikus Dr. R a t h a n hielt die Willkommensansprachc, und dann spielte sich auf der Bühne ein musikalisch-deklamatorisches Programm ab. In der Bewirtungspanse ging es sehr gemütlich zu. Der zweite Teil des Programms bestand aus einem Lustspiel Sprendlingen. Unteroffizier Albert Wolft, Sohn des Herrn Salomo» W., erhielt infolge seiner hervorragenden Leistungen das Eiserne Kreuz. Wien. Oberleutnant Dr. Otto Back, Adjunkt der nicderösterr. Fiilaiizprvkuratur, ein hervorragender Jurist, ist gefallen. — Bankbeamter Ladislaus v. K a n i tz, Edler von Nagyecser wurde zum Oberleutnant befördert. — Oberst I o h a n n M e st i z ans Kascha», ein hervorragender Offizier, erhielt den Eisernen Kronen- Orden 3. Klasse. Wie«. Dr. Hugo Bergmann -Austerlitz, bekannt als zionistischer Jnblizist, wurde zum Oberleutnant befördert und mit dem S i g n u m l a u d i s ausgezeichnet. Ldeffa. Rabb. Dlchno erbielt die telegraphische Mitteilung, daß sein Schwiegersohn Stadtarzt Dr. Samuel Glück in a » n in Bat n m im Kampfe gegen die Türken gefallen ist. Dr. G. hat von seinen Patienten nie Honorar genommen, er l>at mit seiner Familie nur von seinem Gehalte als Stadtarzt gelebt. Personalien «. Kleine Mitteilungen. Breme«. Unter freudiger Anteilnahme der jüdischen Gemeinde feierten Lehrer I. M e h r g u t und Frau die silberne Hochzeit. Ein ehemaliger Schüler depeschierte vom Felde aus: ,Menn die Erzieher der deutschen Jugend diesen unbesiegbaren Geist hineingepflanzt haben, so können auch wir mit Stolz sagen, daß uns der Zufall einen der berufensten Menschen zum Erzieher gab. Geist, Herz und männliches Selbstbcwußtsein verbanden sich bei Ihne» in seltener Harmonie. Sie waren mir mehr als Lehrer. Sie waren mir ein Vorbild, welches mich unbewußt begleitete." Am Abend überraschte der Lehrer-Gesangverein das Paar mit einem Ständchen. R. Burgpreppach. Der Rechnungsabschluß der I s r a e l i t P r üp a r a n d e n - S ch n l c balanziert mit 24 415 Mk. Von den Einnahmen erwähnen wir 8700 Mk. Jahresbeiträge nnd Spenden, von den Ausgaben 12 585 Mk. Lehrergehälter und Pensionen nnd 2915 Mk. Unterstützungen an bedürftige Schüler. Sehr schwach ist noch die Pensionskasse. Die Anstalt lvurde vvn 37 Schülern besucht. (!,.> Polen. Der Verband der Sabbatfreunde Ortsgruppe Posen hielt eine stark besuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende, P i n k u s Pleßner wies auf den großen Verlust hin, den die Vereinigung durch den Tod der bewährten Mitglieder, Gabriel, Vorsitzender, nnd Fräulein Landsberger erlitt. Dann folgte der Vortrag des Gemeinderabbiners Dr. F r e i m a n n über „Familienleben und Sabbatwcihc". Nach dem Rechenschaftsbericht besteht der Verein seit 1906 nnd zählt über 100 Mitglieder. Der Verband breitet sich über ganz Deutschland ans, umfaßt 150 Ortsgruppen und ist vor 10 Jahren gegründet worden. Ein gleicher Verband ist in Oesterreich-Ungarn zu Stande gekommen. Prestbura (Ungarn). Hier verschied der bekannte hebräische Buchdrucker 'Adolf A l k a l a y. Mehrere jüdische Blätter — darunter das vom Polenklub erhaltene und vom Reichsratsabg. Oberrabiner Schreiber-Krakau in den 80er Jahren heransgegebene Tagblatt „Jüdisches Weltblatt" — sind bei ihm erschienen. London. Edwin Montagu, der jüngere Bruder von Lord Swaythting, ist ins Ministerium berufen worden. Montagu, dem als Unterstaatssekretär im Finanzministerium die Angelegenheiten der Kriegsfinanzen unter- *) Adressen bedürftiger jüdischer Soldaten werden stets gern entgegengenommen. ßeljett, hat mit seiner Beförderung ein Mnisterium ohne Portefeuille erhalten. Rew-Aork. Im 50. Lebensjabre verschied hier Dsavld Blutreich, Sekretär des 50 000 Mitglieder zählenden Verbandes der galizischen Juden in Amerika, und im 65. Lebensjahre David Cahn, Präsident der Bereinigung der jüdischen Kantoren Amerikas. Cincinnati «Amerika) Die biefige Manischewitzsche Mazzefabrik erzeugt täglich 65000 Pfund Ma-zc in großen elektrischen Maschinen. Das Fabrikgebäude ist fünf Stock hoch nnd hat für die 150 Arbeiter eine besondere Synagoge. Alles in dem Gebäude ist ein Muster der Sauberkeit. Rotterdam. Oberrabbiner Dr. Ritter war anläßlich seines 60. Geburtstages der Gegenstand zahlreicher Aufmerksamkeiten. Haag. Während des Februars hat der Jüdische Nationalfonds 22,500 Jf. an Spenden vereinnahmt. (Nordamerika 5014, England 4450, Deuschland 3789, Oesterreich 3451, Rußland 2716, Rumänien 1362, Griechenland 643, Schweiz 361, Aegypten 214. Italien 214, Schweden 193, Kroatien 93). Frankfurter Berichte. Bet der AgudaS Jisroel-Mädcheugruppe. Es ist Mittwoch Abend. Die hellerleuchteten Klubräume der 31. I. Mädchen - gruppe laden uns zum Eintritt ein. Die Mädchengruppe hält ihren Handarbeitsabend ab. Fleißige Hände fertigen Wäsche und Kleidungsstücke für unsere durch den Krieg in Not geratenen Glaubensgenossen an. Reger Eifer und Schaffensfreude beseelt die jungen Helserinnen. Geschickte Hände schneiden Stoffe zu, es wird gemessen, gereiht und genäht, die Maschinen rasseln, und »ach kurzer Zeit liegen schon einige fertige Stücke vor uns, deren Ausarbeitung auch von dem Sinne für das Schöne zeugen. Wir wünschen der neuen Einrichtung viele ileißige und treue Teilnehmerinnen, wünschen ihr Gönner und Gönnerinnen, die sic mit Stoffen für Kleider und Wäsche unterstützen. Die Leitung ist bewäyrten Händen anvertrant: Doch Förderung und Aufmunterung ans Kreisen Erfahrener könnte den so lobenswerten Bemühungen der Mädchen grnppe gewiß zum Vorteil gereichen. M. Personalien. Se. Ehrwürden Rabbiner Dr- 'Nobel verlieh Herrn Eduard Feist anläßlich seiner silbernen Hochzeit den Chower-Titel und zwar „in Anerkennung seiner Verdienste um die Einheit und den Frieden in der Gemeinde als Mitglied der Ritnalkoinniission". Mit jungem Gemüt feierte Herr Liepman Philip P r i n s seinen 3». Geburtstag. Jung ist er geblieben, weil der Jungbrunnen der Thoraweishcit stets die Freude seines Tageswerks war: jung ist er geblieben, weil sein Denken und Fühlen stets eins, mit dem Pulsschlag des jüdischen Volkes war. So ist der ehemalige Kaufmann seit Jahrzehnten die Zierde der jüdischen Gelchrtenwelt: wo jüdische Wissenschaft eine Stätte hat. nennt man den 3!a»ie» Liepman Philip Prins. Möge Gott ihn noch viele Jahre seiner jüdischen Forscherarbeit erhalten. — Nach langem Leiden verschied — erst 48 Jahre alt — Dr. H n g o 3l p o l a it t, 'Mitglied des Königt. Instituts für expcrenientelle Therapie und autzerordcntl. Honorarprofessor an der Universität. Dr. Apolant hatte ein lebendiges jüdisches Interesse nnd betätigte dieses Interesse als Vorstandsmitglied der israelitischen Gemeinde und Synagogenvorstehcr der Synagoge Künigstcincrstraße. Auch war ihm das gute indische Herz eigen. In seinem wissenschastlichen Berufe war er hervorragend: aber gerade so hervorragend war er als Musiker. Ein Mcnsch von bedeutenden Werten ist mit ihm dahingegangen. De» Charakter als 2 a » i t ä t s r a t erhielten Dr. Siegmund Anerbach, Dr. Siegfried Brodnitz, Dr. Ludwig Hanau, Dr. Wilhelm .Hanauer und Dr. Julius Kohn. Der dieser Tage verstorbene Großindustrielle Isidor D r e y f u ß, Seniorchef des Zcitungsvcrlags Dreyfuß n. Wormser nnd Mitinhaber der Färb- und Gerbstofiwerke Earl Flesch jr., gehörte vor Jahren eine zcitlang de», 3luSschuß der israclit. Gemeinde an und war dessen Vorsitzender. GMhol^Ligarren

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