Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 4 (29.1.1915)
- Date
- 1915-01-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»fcja 4 . inew itzetn schen ie in erem fische Spitze ver- und C. chrofort. - den [ für ivüris ge- - in raten die beben : er- Mm ginn Aninden vereiner r beachte ntcr. rgen, inem nnen ivoh- : die eigechulc chagdenn rollte schilhat. den aus rrden als l^ssen, urtsratsmpft Äorfc!llhre fuhr »urde uden ittet, i zu eben ften. Bitten und i im icheit Zennfcht »rach viele Äen- Tvtz^ .folgenden den trosden nnte taffe Nr. 4 Fcanffurwc Kraelttisches Famllienblatt. - Seite L im goldnen Buche des Regiments und der Armee verewigt. Ich' gratuliere zu einem solchen Heldensohn!" A. H. London. Lord Ki» Lener hat den Vorschlag des kchrfen, vhneiie jedoch zu beschwinMn. Wir aber, vdm! Gegenteil überzeugt, haben feine Alrretierung und . die Uebergabe Gerichte verfügt, um ihn an seihen Spekulationen zu hindern. Wir bemerken noch, daß schon diesb^üglich ein Gesetz vom! Minister des Innern sub. Nr. 389 existiert, wonach das Herumtreiben solcher Spekulanten in den Dörfern strengstens verboten ist und sie zu verhaften befohlen wird." Em arMer alter Kürschner aus dem Städtchen Raducancni ging in das-nächste Dorf, um von den Bauern alte Pelze zu kaufen. Der Magistratsnotar verhaftete ihn, ohne etwas zu fragen, und nachdem er ihm den Bart ausgerupft und ihn tüchtig geprügelt hatte, schickte er ihir unter Begleitung eines Gendarmen außerhalb des Dorfes. Ein dritter Vorfall in einem! Dorfe zeigt deutlich, welcher Hasses- und Verfolgungswut der entmenschten antisemitischen Obrigkeit wir Unglückliche ausgesetzt und wie vogelfrei wir sind Der Jude Riwen Z. Marku aus Darabani fuhr zwecks Einlösung eines Wechsels von 100 Lei nach dem! Dorfe Putzureni. Unterwegs begegnete ihm ein Gendarm!, der seine Papiere forderte. Als der GendarM sah, daß er es Mit einem Juden zu tun hatte, schleppteer ihn aus seinem Wagen und führte ihn zu Fuß nach der Gemeinde Cotzuschka, wo sich die nächste Gendarmerie befindet. Es erschienen bald der Gendarmeriechef und der Bürgermeister. Sie durchsuchten die Taschen des Juden, und als sie darin außer dem Wechsel nur noch 9 Lei fanden, schrien sie: „Schmutziger Jude, nur mit 9 .Lei kommst Du ins Dcrf, um die Bauer»: zu beschwindeln! Wir sollen Deinetwegen arbeiten?" Was darauf folgte, ist leicht zu erraten: Prügel. Das allein aber geirügte der: Barbaren nicht, und um ihr Mütchen zu kühlen, vergriffen sie sich auch an dem Heiligsten seines Herzens, an seinem Glauben, für welchen der Jude im Galuth so viel blutet, und zwangen ihn, das Kreuz zu schlagen. AM zweiten Tage mußte er den Fußboden waschen, wobei er Fußtritte am Kopfe erhielt. Dann wurde er gezwungen, Wasser für die Gendarmerie mrd den Bürgernreister zu bringen und am Ende den Stall zu reinigen. Vor dem Abschied wurde er noch tüchtig geschlagen und endlich, fast' verwundet, entlassen. So sind »vir hier entrechtet und verfolgt auf Weg und Steg. Unserer Jugend werden die größten Hindernisse auf ihren- Bildungsweg gelegt. Der kleine . Prozentteil (etwa '6 Prozent), der schon zu den Schulen zugelassen wird, sieht sich dann nach Beendigung, seiner. Studien vor einem großen Abgrund, den nur Mediziner dürfen wir Juden sein; Ingenieure, Professoren und OffiziereAnnen wir nicht werden. Durch die Ausweisungen aus den Dörfern wird uns auch das trockene Stückchen Brot aus dem Munde gerissen. Wir sirrd dem Elend und Verderben Preisgegeben, lind Hilfe und Besserung ist von niemandem zu erwarten. Jassy. Mendel WraMovici. Aus aller Wett. Lettisches Reich. Frankfurt a. M. Wie bereits früher gemeldet, bat die Massenflucht der galizischen Bevölkerung und der darunter befindlichen zahlreichen Sofrim allmählich zu einer vollkommenen Stockung in der H er st e l lu n g von Tefillin und Mesusaus geführt. Für Tefillin tritt zu diesem Umstande noch die Schwierigkeit in der Beschaffung des notwendigen Leders. Infolgedessen find nicht nur die meisten Verkaufsstellen, sondern auch die „Freie Vereinigung, für die Interessen, des orth. Judentums" im Augenblick trotz aller Bemühungen um Ersatz nicht in der Läge, den an sie herantretenden Ansprüchen nach Lieferung von Tefillin gerecht zu werden. Insbesondere, ist es bisher nicht .möglich gewesen, den Bitten um Tefillin ans den Kriegsgefangenen-Lagern zu entsprechen. . . Es ergeht" daher die Bitte an alle diejenigen Gesinnungsgenossen, die im Besitze entbehrlicher Tefillin sind, diese der „Freien Bereinigung für die Interessen des. orthodoxen Judentums"- Frankfurt a. M-, Schützenprahe 14, zur Verfügung. zu. stellen. Die Tefillin werben dann nachgesehen und unter genauer Prüfung des'..Bedürfnisses von Fall zu Fall vergeben; einetwaiger Barerlös aus verkauften.Tefillin wird für Zwecke der-Kriegsfürsorge verwendet: v :' Der Krieg «ttü Lie detttschett Jude«. Frankfurt a M Stellvertreter Feldmngazin-Ausseher Nathan Bamberger erhielt das daher. Militärverdienstkreuz 2. Klasse. RegeuSbnrg Leutnont d. R. Rcchtsonw Dr. Fritz Oettinger von hier, Stabsarzt Dr. AlfredPeiser- Hof und Assistenzarzt Dr. Walter Wolf -Dkünchen erhielten das Militärverdienstkreuz 2. Klasse mit Krone und Schwertern. Berlt«. Bataillonsarzt Dr. med Rudolf Pinner. Hans Königsberg er. Julius Münz er, Georg Rosenberg,' Erich Peltz und Rechtsanw. Leo Ganz erhielten das Eiserne Kreuz. - Berlin. Referendar Dr Artur Schünlank, Unteroffizier Paul Elsner, Unteroffizier Willi Graetz, Stabsarzt Dr. Max Rosenthal erwarben das Eiserne Kreuz. Bürgel a. Main. Albert Grünebaum, sohn des Metzgermeisters Heinrich G., erhielt das Eiserne Kreuz und 'wurde gleichzeitig ziun Unteroffizier befördert. Breslau. Willy Braue", Dr. Friedrich Goldstück e r ,nnd Erich Lange erhielten. das Eiserne Kreuz. — Oswald Bach und RobertBaerwald, Bruder Rabbiners Dr. Bin München, starben den Heldentod. Düren. Julius Meyer wurde zum Leutnant befördert.!' > Hannover. Sartorius Rheinhold. Seniorchef der Firnia Rheinhvld & Co., ist verschieden. Er hat die großen Stiftungen des vor 10 Jahren verstorbenen Konsuls Moritz Simon weitergeführt und ansgestaltet. . Fürth. Geh. Hofrat Alfred von Nathan, der Ehrenbürger von Fürth, hat zum ziveiten Male 100,000 Mark für die Kriegsfürsorge gespendet. Mombera. Kr. Kirchbam. Von einem sckweren Verlust wurde die Familie G. Blumenfeld betroffen. Zwei hoffnungsvolle Söhne erlitten beide den Heldentod fürs Vaterland. Beide haben sich durch hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde ausgezeichnet, der älteste hat einen Schwerverwundeten unter größter Lebensgefahr aus dem furchtbarsten Granatfeuer getragen. Der jüngste stand zuletzt als Lehrer in Petershagen a. Weser. ' Bei dem gestrigen Sabbatgottesdienst hielt Lehrer Werthei in aus Neustadt zu Ehren der gefallenen Helden eine herrliche Ansprache, die auf alle Zuhörer einen tiefen Eindruck ausübte. Wien. Der „N Fr. Presse" wurde folgender Brief zur Verfügung gestellt: „Ich bin gestern von einer abenteuerlichen Reise hierher nach Mährisch-Ostran znrückgekehrt. Ich hatte Zeitungsberichten entnommen, daß die Stadt Ryman o w in Mittelgalizien wieder von den Russen gesäubert sei. Daher trat ich am 15. Dezember meine Reise über Ungarn dorthin an. Biele Tage lang habe ich keinen Bissen warme Speise genossen und unter freiem Himmel auf dem Wagen geschlafen und tüchtig gehungert, da in der ganzen Gegend nahezu nichts' aufzutreiben war. Am 21. Dezember kam ich in die Nähe Rymanows und zog es vor, mich erst gegen Mitternacht in die Stadt einzuschleichen, da ich Kanonendonner hörte. In Rymanow bot sich mir ein entsetzlicher Anblick. Drei; Viertel der Stadt sind niedergebrannt, sämtliche Geschäfte und die Keller von den Russen geplündert worden. : Ich kann als Augenzeuge bestätigen, daß die in Rymanow und in den benachbarten -Ortschaften ange- , richteten Verheerungen alle Begriffe überschreiten. Die Russen haben wie Bestien gehaust, Frauen geschändet, zahlreiche Juden ermordet, nachdem sie sie vorher Folterqualen ansgesetzt hatten. Nach drei Stunden verließ ich Rymanow wieder, und am -nächsten Tage zogen die Russen in die verwüstete Stadt abermals ein." Budapest. Einen tragischen Tod erlitt der Jeschiwa-Schüler Adolf Durchschlag. Er weilte bei seinen Eltern in Jzbngpradvany zum Besuch, als Kosaken eindrangen, ihn erschossen, seine Mutter erschlugen und seiner Schwester ein Bein zerschossen: — nur sein Vater entkam hell. — Ein anderer Jeschiwa-Schnler, AlexanderBreuer aus Diszel, ist auf dem Schlachtfelde gefallen. Budapest. Der Tod Professors B o k o r wiid dementiert. Järohnza (Ungarns. Gutsbesitzer Kowäcs erhielt von dem Regimentskommandante» seines Sohnes folgenden Brief: „Mit Stolz und Freude gebe ich Ihnen bekannt, daß Ihr Sohn, Fähnrich meines Regiments, wegen seines heldenmütigen und tapfern Benehmens vor dem Feinde am heutigen Tage mit der Tapferkeitsmedaille erster Klasse dekoriert wurde. Dein Name wird verrückten Zangwili, ein jüdisches Bataillon zu bilden, angenommen. Rew-Aork- Wie beichtet wird, w"llen Maneschewitz Brothers in Cincinnati 40,000 Pfund Mazzaus für die durch den europäischen Krieg verarmten Juden spenden; die eine Hälfte soll nach Palästinadie andere nach Osteuropa geschickt werden. — Für die durch den europäischen Krieg verwaisten Kinder wollen die Juden des hiesigen Oswiertels ein Waisenhaus bauen, das 1000 Kinder aufnehmen kann. Personalien n. Kleine Mitteilttuge«. Berlin. Das Zion. Zentralbüro teilt mit: Der erste Ausweis über die Jahresbeiträge des Zentralfonds einschl. des hebräischen Schulfonds erscheint in der ersten Februarnummer der zionistischen Organe. Wir bitten unsere Freunde, uns ihre Jahresbeiträge so rechtzeitig zu senden, daß wir sie schon in diesem Ausweis berücksichtigen können. Berlin. Louis Sachs. Fabrikbesitzer, Stadtverordneter und Vorsitzender der Repräsentanten der jüd. Gemeinde, ist im 70. Lebensjahre plötzlich verschieden. Am 17. Januar hatten ihn die Repräsentanten in einer Festsitzung anläßlich seines 25jährigen Jubiläums gefeiert. Berlin. Max Schlesinger, früher Mitinhaber eines der ältesten Berliner Bankhäuser, der Verfasser des hervorragenden Werkes „Geschichte des Symbols", von dem freilich nur der erste, groß - angelegte Band erschienen ist, verschied im 61. Lebensjahre. Trotz seiner geschwächten Gesundheit hatte er sich mit aller Kraft Tag und Nacht der Kriegsfürsorge gewidmet und sich dadurch überanstrengt. ' Berlin. Landwgsabg. Eebeimrat Aronsohn -Bromberg wurde als finanztechnischer Beirat in die Zivilverwaltung für Russisch-Polen berufen. * Bre«la». Rabbiner Professor Dr. Guttmann wird im April 70 Jahre alt. — Josef Gnttmann und Frau Rosa geb. Badrian in Goldmannsdorf b. Sohran feierten die goldene Hochzeit. — Nach 48jähriger Tätigkeit schied Dr. Gabriel in Glogan am 1. Januar aus dem Stadtverordneten ko ll e g i um aus. Köln. Kardinal-Erzbischof Dr. Felix von Hartmann stattete Rabb. Dr. Frank einen längeren Besuch ab. Ludwigsbasen- Hier verschied Obrrregierungsrat Gottlieb Gumprich. Er war im Eisenbahndienst tätig. (L.1 Posen. Geh. Samtätsrat Dr BreSlaner in Bromberg erhielt den' Roten Adlerorden 4. Klasse. — Die Synagoge in Elbing ist zum Teil niedergebrannt. Paris- Die Regierung bewilligte der Allianceschule in Marokko 40,000 Frcs. Petersburg. Jüdische Hoch sch üler, die im Auslande studiert hatten, wandten sich an den Unterrichtsminister mit der Bitte, in Rußland studieren zn dürfen. Die Bitte nntrbe abgeschlagen. Frankfurter Berichte. Centraivereiu Israel. Gemeiudemitglieder. Am Sonntag wurde die ordentliche Hauptversarmnlung abgehalten. Wie aus dem erstatteten Jahresbericht zu entnehmen war, sind die seitens des Vereins unternommenen Bemühungen, auf die Errichtung einer auf konservativem Boden stehenden Realschule innerhalb der Gemeinde hiiizuwirke», bis ans günstigere Zellverhaltnisse vertagt worden. Ebenso konnte das neue Gemeindestatut, das in den verschiedenen Gremien bereits durchberaten worden ist und beim Llusbruche des Krieges im Entwürfe nahezu fertig war, noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Ein interessanter Bericht Rechtsanw. Dr. Katzenstein gab Aufschluß über die Tätigkeit des Ausschusses der israelitischen Gemeinde im bevgan'genen Jahre. Am meisten galt diese Tätigkeit der Instandsetzung des zu Anfang des Sommers eröffneten neuen Gemeindehospitals. Nicht bloß durch das Ijottzr iixrfclj« 1 0 ramajor p ‘PfjiLiftßr