Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 51 (31.12.1914)
- Date
- 1914-12-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«r. 51 Frankfurt« Israelitisches FanülienAatt. Seite 3. Einem solchen BorwärtsdriNgen kann' fein Feind ans Erden widerstehen. Die cuu 'Leben gebliebenen Serben zogen sich in wilder Flucht zurück. Für diese-glänzende Tat sah sick>! S. Majestät veranlaßt, dem tapferen Offizier das Militärverdienstkrenz mit den Schwerternzu verleihen. Empfangen Sie, hochverehrte Frau, diese hohe Auszeichnung im Namen Ihres heldenhaften, verstorbenen Gatten mit der gleichen Hochachtung und Bewunderung, die wir - dem treuen Kameraden entgegen bringen. Das Andenken seiner letzten Heldentat, wird im Goldenen Buch des 70. ReginientS als unverwelkbares Ruhmesblatt fortbestchen, zur ewigen Erinncrnng als nachahmenswertes Heldenbeispiel. Pophazy, Major. Tee-Schmidt gegr. 1730 ilteste deutsche Teefirm» - Marko TeeMchmidt. . . . No. 12 Mk. 4.40 Marke Wfdd».. . . . No. G Mk. 4.90 China Grmtee. Mk. 2.90 P«i o Souehonc Spitzen . . No. 2 Mk. 2.10 Qnig.' Pekobltttempttnn No. 3 Mk. 8.20 Kafeo Soma Mk. 2.— 2.40 8_ Niederlagen ln allen Stadtteilen. Personalien ». Kleine Mitteilungen. ■ Berlin. Geheimrat Professor Dr F ritz S tr a ß m a'nn begeht am 2. Januar sein- 25 jähriges I n b i l ä u m als Stadtrat. Berlin. G-h-imer Regierungsrat Liebermann, Professor an der Technischen Hochschule und der Universität, ist im Alter von 72 Jahren g e st o r b e n. Wien. ProtessarDr LotharFrank' .Ritterv.Hochwart, Abteilungsvorsteher alt der Poliklinik in Wie», ein. Sohn des Dichters Ludwig Aug. Frankl, des Begründers des .isr. Taubstummeninstituts äuf der.Hochwart in Wien, nach der der Dichter geadelt wurde, ist, im Alter von 22 Jahren g e st o r b e u. Er veröffentlichte mehrere Arbeiten über nervöse Erkrankungen. Btala lOestt.) Rabbiner Dr. Nathan Glaser ist im 80. Lebensjahre verschieden. Er war eine fromme, lautere Persönlichkeit und genoß allgemein die höchste Achtung. Sonftautinopel. Der Sultan hat der Gattin des amerikanischen Botschafters M o r g e n t h a u den G r o ß - kordon des C h e f a kat-O r d c n s und den drei Töchtern des Botschafters Madame Foix, Mine. Wertheim und Frl. Ruth Morgenthan denselben Orden zweiter Klasse verliehen. Die hohe Auszeichnung erfolgte in Anerkennung der Verdienste, welche die Familie des Botschafters sich um die Unterstützung und Speisung von Schulkindern in den ärmsten Vierteln von Konstantinopcl erworben hat. Seit inehrerc» Monaten schon iverden siebzig Schulkinder auf Kosten" der Frau des Botschafters täglich vollständig gespeist. __ Cafe Kaisergarten am Opernplatx Erstklassiges Famillen-Cafö Nachmittags Konzerte. ■ — Fr. Hanselmann, Besitzer. Frankfurter Berichte. Ausschutz der Israelit. Gemeinde. -In der heuttgen Sitzung wurde zunächst die am 31. März abgeschlossene G e m e i n d e r e ch n u n g genehmigt. Die Einnahmen ergaben ein Mehr gegen den Voranschlag von 76,000 J£, darunter 60,000 Jt. Kultussteuern, und die Ausgaben ein Mehr von 69,000 M. (davon 46,000 JL Ausgleichsfonds, 4250 JL Reparaturkosten der Gebäude). Der bisherige Steuersatz von ß/io wurde auch für das nächste Jahr genehmigt. Es berichteten dann die einzelnen Mitglieder über ihre Tätigkeit in Kommissionen. Eli Michael erstattete über das Krankenhaus, die Ritualkommission und die Rcligionsschulc kurz Bericht. Im Krankenhaus werden zur Zeit ca. 110 Soldaten und 80 Patienten verpflegt. Zwanzig freiwillige Helferinnen sind im Krankenhause tätig, und sie ver- . dienen das höchste Lob, da sie im vollen Umfange Schtvestcrdienstc tun. Die Militärärzte haben verschiedenttich ihre uneingeschränkte Anerkennung für die Leistungen des Krankenhauses ausgesprochen.' Die Schüler-- zahl der Religionsschule hat sich wieder etwas vermehrt, trotzdem infolge des Krieges eine Anzahl An- . Meldungen unterblieben. Rechtsanw. Dr. Katzen stein machte Mitteilungen über das Philanthropin. Infolge des Krieges mußte das. Schulgeld häufig gestundet werden. Da Prof. Kunz die Vertretung zum Felddienst eingczogener Kollegen am Realgymnasimn zu Obcrursel übernahm und Prof. Michel seit längerer Zeit krank ist, so übernahmen mehrere pensionierte frühere Lehrer, des Philanthropin Stunden. Rechtsanw. Dr. BaerWaldkam auf die wichtige Tatsache zu sprechen, daß hier in Frankfurt die Privatstipendien für Studierende sehr abgcnommen haben. Deshalb sei es sehr zu bedauern, daß die Gabriel Rießer-Sttftung, die Studierende ohne Berücksichtigung ihrer Herttmft unterstützt, nur ein Kapital von 40,000 Mark -hat. . - - . Rechtsanw. Dr. Mer zb ach berichtete über die' Bk H. Goldschwidtsche Stipendienstiftung, die jährlich mehr atz. 12,000 Jk verausgabt und E l i.as D p P e n.h e i m e r über die Köchberg^Stiftuug, die Schulgeld für das Philan-i thropiu bezahlt.... . Religionsgesellschaft und Gemeinde. Bo» zuverlässiger Seite erhalten wir folgende Zeilen: Zur Steuer der Wahrheit mutz ich zu dem Bericht des Vorsitzenden der Generalversammlung der Isr. Religions- Gesellschaft vom 20, Dezember d. I. über das öom Vorstand der Isr. Gemeinde angeblich abgelehnte Anerbieten des Vorstandes der Isr. Religionsgesellschaft, auf paritätischer Grundlage mit chm die spezielle jüdische Kriegsfürsorge zu leiten, auf Grund genauer Kenntnis der Sachlage, folgendes sagen: Es handelte sich für den Vorstand der Isr. Gemeinde, als er die hauptsächlichsten der jüdischen Bereinigungen Frankfurts, darunter auch die Isr.' Religionsgesellschaft, zu einer Versammlung einlud, nur um eine Zusammenfassung dieser Organisattonen unter einheitlicher Leitung. Diese Leitung übernahm aber nicht der Vorstand , der Isr. Gemeinde, .sondern eine von den verschiedenen Bereinigungen gewählte Zenttalkominission mit einem Exekutivausschuß an der Spitze. Allerdings erhielt der Vorsitzende des Vorstandes der Isr. Gemeinde das Präsidium in der Zentralkommission und im Exekuttvausschuß. Der Isr. Religionsgesellschaft wurde aber ausdrücklich angeboten, den stellvertretenden Vorsitz in beiden Gremien zu. übernehmen. ^Jn der Zenttalkommission saßen schon mehrere Mitglieder der Isr. Religionsgesellschaft, deren Zahl auf Wunsch noch hätte vermehrt werden können. Bon einer paritätischen Leitung der jüdischen Kriegsfürsorge durch beide Gemeinden konnte also keine Rede sein. Uebrigens hat der Herr Vorsitzende der Generalversammlung, als er die Mitteilung machte, daß die Isr. .Religionsgesellschaft dem Hilfswerk fernbleiben wolle, gebeten, ihm persönlich die Mitarbeit zu gestatten, welcher Bitte dadurch willfahrt wurde, daß er persönlich in die Zentralkommission gewählt wurde. Ehanuka-Feier des „Montefiore". SHm Vorabend des letzten Chanukah-Tages hielt der Verein „Montefiore" seine diesjährige Chanukah-Feier im Saale der Frankfurt-Loge ab. Der Reinertrag aus den Einnahmen des Abends war vaterländischen Zwecken bestimmt, und so war es nicht verwunderlich, daß ttotz der ttefernsten Zeiten eine zahlreiche Hörerschaft auch in diesem Winter zu dem beliebtesten Feste dieses Vereins erschienen war. . Das Programm hatte naturgemäß den Gedanken und Empfindungen, die das heiße Ringen um unseres deutschen Vaterlandes Fortbestand mit sich bringt, Rechnung getragen und war doch, zumal in der Wahl des ,Theaterstückes, echt jüdisch durchfühlt. Schon bei der Festansprache, der Rabb. Dr. I. Hwrovitz würdige und höchst eindringliche Worte lieh, stand neben der Erinnerung an den Heldenkampf der Makkabäer im Mittelpunkte der Erörterungen die Frage, wie sich das Judentum zum Kriege überhaupt stelle. Der ehrwürdige Redner kam zu dem Ergebnis, daß 'in diesem jetzigen, ans der Not geborenen Kriege unsere Pflichten als Juden und Deutsche in vollstem Einklänge stehen und darum Judentum und Deutschtum in edlem Vereine ein erhöhtes Maß von Opfermut -bei uns er- heischten,! Durch den Hinweis auf die sehnlichst zu erhoffende Befreiung unserer polnisch-jüdischen Glaubensbrüdcr ans russischer Kncchtschafst durch den Sieg der deutschen Waffen bereitete der Festredner auf die dramatische Aufführung „Ahasver" von Hejermans vor. Dieser Einakter des holländisch-jüdischen Dichters, der in düsteren .Szenen ein Bild von der Ruhe- und Wurzellosigkeit der Inden auf Rußlands fluchwürdiger Erde, von dem brutalen Eingreifen des . Zaren- und Popentums in jüdisches Familienglück entwirft, birgt zwar manches' wenig jüdische Wort, aber in seiner Ganzheit greift das Sttick gerade uns Juden tief ans Herz und zeugt von einem starken dramattschen Pulse seines Schöpfers. Die Widergabe des Werkes erwies das starke Versenken jedes Einzelnen der Mitwirkenden in den Geist der Tragödie und war höchst beifaltzwürdig; am eindringlichen war die Darstellung der Mutter durch das Parke Talent derLräulein Nelly Bamberger, doch waren auch der Pope des Herrn R o o s, der Schwächling Pctruschka (H. M e d a l), der biedere Petrow .(H. Bloch), die alte, verstörte Großmutter (Fräulein Kläre Bauer), die äußerst schwierige Darstellungdes Karalik durch den auch um die Leitung verdienten stud. med. R cks a n e s recht beachtenswerte Leistungen. Der dann folgende Solistenteil brachte die nach solchem Stücke erwünschte und notwendige Entspannung durch * die frische Gesangskunst der Sopranistin Fräulein Helene Lorsch, die in einer Arie von Mozart und zwei Kinderliedchen von Reinecke (besonders gefiel uns das „Serenädchen") den eigenartigen Genuß eines Dreigesangs von Singstimme, Violine (Herr Moos) und Klavier (Frau Adler-Heß) bot. AE 2. Sängerin des 'Abends erfreute Fräulein. Kläre Lewisohu (Lißner) im Borttage eines Mozart-Duetts (zusammen mit Frl. L o r s ch) und einiger Schumann und Brahms- Lieder durch einen vorzüglich durchgebildeten, warm ansprechenden dramatischen Sopran. Durch technisch tüchtiges, namentlich in einer Gavotte von Bach auch im Vortrage wohl gelungenes Violinspiel fiel der Instrumental-Solist Herr Heinrich Moos auf. Um den rezitatorischen Teil des Programms machten sich Fräulein Kläre Bauer durch eine gute, zumal bei dramatischem Pathos stärker ansprechende Bortragskunst und insbesondere der fteudig begrüßte Herr Fritz Lehr verdient, der geborener Charakterdarsteller und Humorist zu sein scheint und ganz besonders durch die Militär- Humoreske „Meyers Sttefel" in Schlicht zeigte, daß der Söldatenberuf auch heitere Seiten aufweist. So ließ denn das Programm Pes „Montefiore" alle. Stufen der Empfindung wohl abgetönt - durchlaufen und war so in jeder Hinsicht wahrhaft künstlerisch. Wandergruppe Moulefiore. -Die für den 27. Dezember geplante Spessartwanderung 'wurde des Festtages halber verschoben. Sie findet am Sonntag, 3. Januar, statt. Ab 8 Uhr Bahnhof-Süd. Dettingen, Rückersbacher Schlucht. Personalien. Höfjuwelier Louis Koch wurde in den Vorstand der Israelit. Gemeinde gewählt. Rechtsanw. Dr. Albert Merzbach ist zum Leutnant befördert worden. I man gut und preiswert.ha WM- Traurlan-Eck "WM Frankfurt a. M »Trlerisehe Sasse 3t Ecke Targaagass^vts-i-vte d. Hasengasse. Fr. PletzscliimÄSSUn «Mleton. W Die Verjagte». Eine Erzählung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bon C. Berg. (Fortsetzung.) „Vielleicht könnte ich Helfia sparen lehren. Zwar sie würde viel guten Willen zeigen. . ." „Daß sich Gott erbarm!", rief Benno lachend. „Helsias Oekonomie! Sie schleppte die Gänse selbst vom Markt nach Haus und würde dabei ein teures Kleid samt Pelzwerk ruinieren. Nimm es nicht übel, aber das käme uns gewiß noch teurer zu stehen, atz wenn die raffinierteste Berschwendungskunst ihr anbefohlen würde." Ein zärttiches Lächeln huschte über des jungen Gatten Gesicht, bald aber nahmen seine Züge wieder ihren früheren Ernst an. „Du siehst, unsere Hilfst mittel sind nicht sehr reichhaltig") sagte er bitter. „Aber nicht, um Dir das Herz zu beschweren, berief ich Dich hierher. Es versteht sich. Dein Anteil ist gesichert. . „Du sprichst sehr unbrüderlich", fuhr Benno auf. „Ach schweige doch!", rief Salomon, indem er ihm freundlich die Hand auf die Schulter legte. „So schlimm ist es Gottlob um mich noch nicht bestellt. Aber meinen Rat, Kleiner, solltest Du nicht verschmähen. Du siehstnach Lage unserer Finanzen hier und nach allerhand bedrohlichen Anzeichen draußen im Lande wttd es Dir schier zur Unmöglichkeit gemacht, an einer rumänischen Hochschule eine Professur zu erstreben, am allerwenigsten aber als Naturforscher und Philosoph." „Ich habe mir ein Gleiches längst gesagt, erwiderte Benno trüb. „Freilich hatte ich von anderen atz von Brotstudien geträumt." Er war ganz niedergeschlagen, und Salomon schalt sich im Stillen hart und rücksichtslos, daß er dem Bruder seinen mit heißem Wollen und Streben schon so schön erfaßten Berus wieder verleidet hatte. Aber schneller als er erwartet, hatte die biegsame Jugend Bennos schon einen Uebergang gefunden. „Was mich ttöstet, tut andern weh", sagte er lächelnd. „In unserm Lande ist der Gelehrte ein Luxusbaum, aber wie Getteide fehlt der Arzt." „Gott segne Deinen Entschluß!", rief Salomon vergnügt. „Wohl, kehre Du nach Berlin zurück und werde ein tüchttger Doftor dort! Und höre: bleibe drüben! Du ahnst nicht, welche Schlingen man uns hier legt, es wird von Jahr zu Jahr mehr unerttäglich. Wer weiß, wie bald man den Juden atz Aerzten hier ihre Tätigkeit unterbinden wird." „Das wollen wir abwarten", sagte Benno fest. „Ich möchte doch lieber hier, in diesem Lande, das ich liebe, wirken als anderswo. Sonst verbleibe es bei unserm Beschluß. Doch, mein gestrenger Herr Bruder, einige Wochen gönnst Du mir wohl noch in angenehmer Faulheit herumzubringen. Besonders jetzt. Ihr habt einew so schönen Gast." „Gut, daß Du mich daran mahnst", sprach Salomon lebhaft, „da hätte ich Dir auch noch manches Wichttge aufzuttagen." „Erstens, mich ja nicht zu verlieben." „Die Warnung nebenbei. Es ist ein Eigentümliches um unfern schönen Gast. Du weißt, wie diese Freundschaft entstand. In Dresden, im Pensionat schlossen sie sich einander an. Dann ttennte sie das Leben. Claudia ging nach Wien, Hesia kehrte nach. Bukarest Frankfurter Edelmetallverwertimg Garlach ft Walas Probier* u. Scbmel*an»talt Metallurg. Laboratorium. Tannnoatr. 28. Prankfort a. H. Tel. 1. 6713. - Ankauf aller Bdelmetall-Rflckstände, Bnicbgolft u. Silber. Banen — Pellnng — fitkrttam — Abfällen.