Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 50 (24.12.1914)
- Date
- 1914-12-24
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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TO. einen e ein« llieber. ch den äbg« Sanic und Kam> »senr Aus - ent- Ausis in ngeud- Berg. Er zuleide» Krieges öfter». stud* :oblcm Meu- Wesen dem ziehen eines schloß tiefes , und wurde -lef. c-Chef Groß- : des ch st c statt- . die Hierin»!» derts. le ist Bcunestalt sicher ent- )lcicr Jefer! cksalc »aus- :iben. laltct eines alt; die eines iheilje- Gcuud selbst heim seren sich an- )änn Isttte ran- 9tc. 50. Frankfurter Israelitisches FamilienAatt. Seite 5 wuchsen. Auch Ehre und Anerkennung kam in sein Haus. Man wählte ihn zum. Vorsteher der Gemeinde; er galt für eine Art Gewissensrat bei Arm und Reich. Und wie wohlhabende, hochgestellte Herren achtungsvoll den« Hut vor ihm abnahmen, so sagte im Innern manch armer Mann einen herzlichen Segenswunsch ihm nach, und das will auch nichts Geringes bedeuten. Er stand auf dem Gipfelpunkt seines Glückes. Da bewegte sich die Hand, die in ewigem Wechsel Heil und Unheil auf die Empfangenden niedergießt, leise gegen den Mann: Wollte er Gutes nur allein? Auch er sollte das Böse annehmen und gar bald. Zum ersten und einzigen Male in ihrem Leben tat Frau Golde etwas recht ausdrücklich gegen den Willen ihres Mannes, sie legte sich hin und — starb. Abraham war ganz verzweifelt. Er konnte der geliebten Frau diese erste, bitterböse Unbotmäßigkeit niemals vergessen. Nichts tröstete ihn, nicht die Liebe der Kinder, nicht die Vervollkommnung, zu welcher diese liebenswürdigen, jungen Menschen allmählich herangereist waren. Der älteste Sohn, eine durchaus tätige, kernige Natur, längst sein hervorragendster Gehilfe, wenn nicht gar als Kaufmann durch Neigung und Beruf vermöge einer gewissen internationalen kommerziellen Uebersichtden Vater überflügelnd, hatte eines der reizendsten und elegantesten Mädchen der Hauptstadt als Gattin heimgeführt. Da traf Abraham mitten in der Freude über das Glück des Sohnes ein neuer, heftiger Verlust. Aus Krakau, wohin er seinen Pflegesohn Leo Alexandru gesandt (einen überaus begabten Jüngling, den er erzogen und auf dessen Frömmigkeit und Gelehrsamkeit er die stolzesten Hoffnungen gebaut), liefen böse Nachrichten ein. Zuletzt brachte man ihm die schier unglaublich klingende Botschaft, der junge, kräftige Mann sei gestorben. Und dieses Unglück * kam nicht allein. Seine einzige Tochter, ein schönes, sanftes Mädchen mit den liebenstvürdigsten Anlagen, verschied zur selben Zeit. Ihr Tod kam jählings, schrecklich, >vie eine geheimnisvolle Strafe. Abraham war tief gebeugt. Er klagte nie, zog sich aber allmählich von der Außenwelt zurück und widmete sein Leben den Werken der Barmherzigkeit. Wenn jemals ein junger Kaufmann die Nachfolge eines tätigen Prinzipals mit Fleiß, Umsicht, Kenntnissen und gutem Willen angetreten hatte, so war es Salomon Liedertrost. Wenn jemals einem jungen Feldherrn fast unter seinen Händen Macht, Glanz und Reichtümer zerstückelten und zerstoben, so ist wiederum auf Salmon dieses traurige Gleichnis geprägt worden. „Vielleicht ist es eine Strömung der Zeit, vielleicht - mein persönliches Mißgeschick, — schon beginne ich wie ein Weib von Bestimmung und Fatum zu faseln; weiß der Himmel, das Gelingen, daß Vater und Großvater bei all ihren Unternehmungen so schön, so bereitwillig entgegenkam, mir scheint es versagt. Irgend ein nicht berechnetes, unvorhergesehenes Böses tritt ein und zerstört mir die bestausgeklügelten Pläne. Wenn ich Hutmacher geworden wäre, ich glaube, die Menschen wären alle ohne Köpfe zur Welt gekommen." Finstere Falten lagerten sich auf des jungen Kaufherrn Stirn, und bitter klagende Worte flössen von seinen Lippen. Er hatte den jüngeren Bruderam Morgen nach dessen Ankunft zu vertrauter Besprechung in das Privatkomptoir beschieden. Benno horchte tiefbekümmert auf die sorgenvollen Eröffnungen, in denen der Bruder sein Herz vor ihm entlud. . „Schande und Buße ist mirs, Dir einzustehen, mein Junge: wir sind hinter uns. Erspare mir. Dir Rechenschaft ablegen zu müssen von der Reihe von Unfällen und mißglückten Spekulationen, die unser schöne» Geld in fremde Beutel gejagt hat. Dazu die drückenden Abgaben, die jährlichen Unsummen von Freundschaftsgeldern an die Polizei und das übrige beuteschnappende Blutegelschergenchor. Und was wird uns gestohlen! Es ist zum verrückt werden! Jemehr Wächter ich aufstelle, desto mehr Spitzbuben stelle ich ein. Rechne hinzu die Ausgaben eines großen Haushaltes, kostspielige Verpflichtungen jeder Art —." „Wir haben doch noch das Haus", unterbrach ihn Benno. „Wir haben es, und wir haben es auch nicht. Jeden Tag kann ein Gewaltstreich der Regierung auch diesen letzten Besitz uns erheblich vermindern." „So wollen wir uns einschränken", meinte Benno gutmütig. „Wüßte ich nur wie", fuhr der, Aeltere bedenklich fort. „Der Vater darf unsere Lage niemals ahnen, noch viel weniger in seinen Handlungen und Gewohnheiten gar behelligt werden." „Selbstverständlich nicht." (Fortsetzung solgt.) Spezialität: LffleinRorKen. Francke & Weber Gr. Frledbergerstr. 7—11 Tel. Hansa 4095. ( Wäscherei auf dem Lande. Färberei nnd ehern. Waschanstalt 10. Seibel, Iörmgkeim a. Main empfiehlt sich in Herrsolaartswäsolie unter Zusicherung guter Bedienung. Garantiert frei von Chlor. Rasenbleiche. Rasenbleiche. Geschäftsbriefbogen Briefumschläge Wilhelm Büttel Buchdruckerei Goethesiraße 23. LS4% Empfehle für ITeldpostseiicl linken: Fischpasten in Tuben Neu: Senf in Taben Unter GLuföicAt cßi £rw. fieccn Tlahb. der Jsr. JldiQ. Q&s. *. Aus Felvbrieseu. kbannkafeier im Felde. Ich wußte, daß um diese Zeit Chanuka ist» deshalb erbat von Euch vor kurzem einen Luach. Samstag Abend zündete ich nnd mein Kamerad G. das erste Chanukalicht an. G. bereitete mir in meinem Schlafzimmer, das in dem verlassenen Laden eines Dorfes eingerichtet hatte, eine unverhoffte Freude. Der Ladentisch diente uns als Tisch, darauf lag ein Brett, auf dem sich für jeden 1 Chanukakerzchen befand. Wir beteten Maariw, dann entzündete jeder sein Lichtchen, und nachdem wir .Dmneiraus halloln" gesagt, sangen wir zweistimmig „Möaus zur jeschuosi." Eine Platte Zunge in Gelee und 1 Flasche Rotwein, den wir auf das Wohl unserer Lieben in der Heimch: und auf glückliche Heimkehr, leerten, beschlossen die stimmungsvolle Feier. . Für den folgenden Tag 4 Uhr nachmittags war m der katholischen Kirche eines cal 2 Stunden entfernten' Ortes von dem Feldrabbiner Dr. W. Gottesdienst angesetzt. Gemeinsam mit noch 3 jüdischen Unteroffizieren, denen sich noch mein Freund G. anschlotz, machten wir uns auf den Weg. Es war ein beschwerlicher Gang. Bis über die Knöchel wadeten wir durch aufgeweichte Sttaßen und Aecker. Pünktlich 4 Uhr kam Rabbiner Dr. W., ein kleiner Herr mit rötlichem Vollbart in Offiziersuniform, hohen gelben Stieseln mit Gamaschen, grauem Mantel, Qffiziersfeldmütze mit lila Band. Bewaffnet mit Säbel .und Revolver, trug er ,unt den Arm eine Rotekreuz-Binde, mit mehreren „Mogein dovids" als Abzeichen des jüdischen Feldgeistlichen. , Unter Borantritt des Rabbiners . betraten wir die Kirche, die gleichzeitig als Hauptverbandsplatz diente. Auf herbeigeholten Betstühlen nahmen etwa 100 erschienene jüdische Soldaten Platz. Dr. W. entzündete, nachdem wir Minchah und Maariw gebetet hatten, an einem kleinen, für diesen Zweck iintgebrachten Chanuka-Leuchtcr das Chanukalicht. Als-- Bilder werden geschmackvoll nnd billig gerahmt. 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