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Neue jüdische Presse · 1914-12-24 · Heft 50 (24.12.1914) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 50 (24.12.1914)
Date
1914-12-24
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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j Leite 6 _, _- «um stimmen wir de« bekannten Festgesang an. Die Tränen rollten einem jeden über die Wangen, nnd selbst Dr. W. blieb davon nicht verschont. Woran diese Leute beim Singen gckacht haben, welche heimatlichen Bilder ihren Geist durchjagten, . ist nicht schwer zu erraten. . Nach beendetem Gesang benan Dr. W. mit von Rührung durchzitterter Stimme etwa folgende Ansprache an uns: Kameraden! Einen solchen Chanuka wie dieses Jahr habe» wir alle noch nicht erlebt. Bei notdürftigster Beleuchtung im Halbdunkel, 'in Feindesland, in einer Dorfkirchc und draußen der Kanonendonner. Er spracht „Wie bei dem Scheine des Chanutalichtes unsere 'Gedanken in der Heimat weilen, so würden die Gedanken der unfrigen bei uns 'weilen." Ferner erwähnte er: die Zeit der Makkabäer und wies daraufhin, daß wir. Juden gewohnt seien, zu kämpfen. Allen deutsche» Soldaten gebühre der Dank, daß sie unsere Familien vor den Ueberfällen des Feindes beschützten. Ein gemeinsam laut gesprochener Kaddisch für die gefallenen jüdischen Kameraden beendete diese unvergeßliche und mühevolle Stunde. Unteroffizier Th. G. I Offenbaober Druekiatt-AnliiKv I I OHnbadll.1, Telefon 123. (Anschluss mitFrankfnrt)| ■ Bewährteste T«ppiehF»fntpDnB (100,000 qm jährlich) I ■ sowie unDbertroflana Battenn. Bettfedornrelnl-1 gilDO mittelst Druckluft and Wasserdampf ©nute Chronik. ' Bordeaux. In Bordeaux befindet sich jetzt die französische Regierung. Bei dem erhöhten Interesse, das die Stadt infolgedessen genießt, dürste es angebracht sein, kurz die Geschichte ihrer jüdischen Einwohner wiedcrzugebcn. Die Niederlassung von Juden in Bordeaux geschah schon sehr früh. Die verschiedenen Ausweisungen der Zicken aus Frankreichs trafen nicht die Juden in Bordeaux, das damals in der englischen Provinz Guienne lag. Die Haftung der englischen Könige war sehr verschieden. Unter Edward I. hatten sie zu lecken, aber „och schlimmer unter Edward IL, der die Juden aus England ausgewiesen hatte. Edward IV. garantierte ihnen aber gewisie Prckilegien. Ms dann die Provinz unter französische Herrschaft kam, behielten die Juden in Bordeaux ihre Privilegien» ungeachtet der judenfeindlichen Gesetzgebung, die damals in Frankreich herrschte. Die Ausweisung der Juden aus Spanien und Portugal hatte eine bedeutende Vermehrung der jüdischen Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Bevölkerung der Stadt zur Folge. Den ersten Flüchtlingen waren in den nachfolgenden Jahrhunderten die „Marannen" gefolgt, die wie ihre Brüder in Amsterdam, Hamburg und London öffentlich als Juden lebten, aber nominell Christen bliebe». Das Element der „Marannen" ward zu einem der wichtigsten der Bevölkerung und stellte einen großen Prozentsatz intellektueller Führer. Der berühmte Michel de "Acontaignc war her Sohn einer „Marranin" von Bordeaux. Der größte Teil der Marranos lebte ganz nach jüdischer Sitte, was manchmal Lu Feindseligkeiten seitens des Pöbels führte. Aber sie wurden immer von den Behörden beschützt, die ihre Tüchtigkeit zu schätzen wußten. Nach der vollständigen Emanzipation der Juden in Frankreich, ließen sich zahlreiche Familien auch in den anderen Städten nieder, hauptsächlich in Paris. Jetzt zählt die jüdische Gemeinde von Bordeaux.rund 3000 Mitglieder. kolwnr Frledirlct) Quelle Offenbads a. M. ——— Gegen Gicht ud Bhennatismus bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Frlsdrloh Stahl, I Franlrf.a.11.. Gflnttinrt<h-Allee37 TV Hansa^On 714. WotyeAsAa1erU>er. (Zeltangavrn nach dem Imscb.) Samstag, dm 26. Dezember 9 Tewes.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr 05 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 20 Min. in 4 Ubr 48 Min. Wochenabschnitt: Wajigasch. — Joseph gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. Heimreise der Brüder. Jakob ziHt mit seiner ganzen Familie nach Aegypten. Josephs Brüder unb sein Bater vor Pharao. Fortdauer der Hungersnot. Die Aegypter verkaufen zuletzt' ihren Boden und sich dem Pharao. Der Stammbaum der Jakobsfamilie. Joseph hatte verkauft und 20 Jahre von seinen Angehörigen getrennt werden müssen, damit aus den Kindern Israels das .Volk Israel werde. In Kanaan neben verwandten Stämmen wäre es eben nicht möglich gewesen, was bei den wesensfremden Aegyptern von selbst kommen mußte. Sonntag: As^o r o-b e t c w e s. Festtag erinnernd an den Beginn der Belagerung Jerusaleins durch Nebuchadnezar. Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens: 7 Uhr 10 Min. in den meisten Synagogen (Hauptsynagoge und Königsteinerstr. 7 Uhr 30 Min.). Abends: 4 Uhr in den meisten Synagogen (Königsteinerstraße 7 Uhr). Nr. 50. Krarttsurter KamUleimachrtchte*. Geboren. E. Sohn Ferdinand Baer (Isaak), Hölderlinstraße 16. E. Tochter M. Hirschmann (Würzburger), Rhönstr. 4. — Louis Bodlaender (Weishaupt), Bethmannstraße. — Dr. med. Albert Levi (Eisemann), Langestr. 9. — Ludwig Simon (Gutmami), Mittelweg 10. Barmizwos. Adolf Sommer, Roßdorferstraße 27; Joseph Klappholz, SMtzenstr. 10; Max Joseph, Mttclsbacher Allee 47, in der Synagoge Börneplatz. G e st o r b c u. Hugo Rothschild, 25 I., Schillerstr. 7. im Feld. — Simon Oppenheimer, Wielandstr-, 50, Reisender Per Firma I. Ettlinger, im Feld. — Hugo Herz, Vertreter von Lucas u. Meyer in M.-Gladbach!, im Feld. — Sally Rothschild, 47 I., Gagernstr. 36. — Salomou Regenstein, 73 I., Bergerstr. 128. — Carl Elkan, 78 I., Hanauerlandstr. 40. — Settchen Strauß, 66 I., Röderbergweg 62. «uswärrige Familtenuachrichteu. Gestorben. Clara Mayer geb. Runkel, 61 I., Mannheim. — Nanny Ehrenfried geb. Mathias, Breslau (früher in Wreschen). — Julius Tuch, 72 ,J-, Xions. — Willy Anschel, Posen, 22 I., im Feld. — Louis Lemairc, Mannheim. — Magnus Joachimsthal, 29 I, Leuenberg (Mark). — Max Fabian, Julius Tuchler, Therese Goldstein geb. Böhm, Ernst Marcusy, Cecil 'Fraenkel. Berlin. — Bertha Wolfs, Wiesbaden. — Siegst. Hirschfeld, Charlottenburg, im Feld. — -Emilie Oschinsky geb. Oschinsky, 63 I., Breslau. — Arnock Adler, Weikersheim, im Feld. — Bruno Katzmann, Würzburg, im Feld. — Leutnant d. R. Hermann Samuel, Ritter des Eisernen Kreuzes, Urspringen, im Feld. — Elias Joseph, 67 I., Darmstadt. — Willy Meyer, Danzig, im Feld. — Wilh. Lassally, 54 I., Berlin. — Siegst, tzirschfeld, Musikhistoriker Dr. Otto Rieß, Berlin, im Feld. — Henriette Marcus geb. Rynarzewski, 72 I., Posen. Beretns-Saleflder. Freitag. Montefiore, 9 N., Bleichstr. 70: Gemütl. Zusmnmenkunft. — Talmud Thora, nach Schluß Synagoge Börneplatz: Bortrag .(H. Schwab). — Mekor Chajim, nach Schluß Synagoge, Friedb. Anlage: Misto-Vortrag; 8Vr, Langestr. 18: Gemütl. Zusammenkunft. Samstag. Montefiore, 11(4 V.: Schiur (Dr. May). Sonntag. Wandergruppe desMontefiore, 9B., 8rankfurt-Süd: Dettingen, Rückersbacher Schlucht, ahl. Mehrere Berichte mußten für die nächste Nummer zurückgesetzt werden. D. Red. I Kunstblätter □ Graphik □ Kunstgewerbe. Stylvolle vornehme Einrahmungen in eigenen Werkstätten. a Grlaserei. — sie frankfurter Sewerbekasse Eingetragene Genossenschaft; mit beschränkter Haftpflicht gegründet 1862 BSrsengtrasse l Telephon Amt Hansa 6815,6916 übernimmt für ihre Mitglieder die Verwahrung and vollstSnd ge Verwaltung van Wertpapieren, gewahrt Kredite gegen die statutarischen Sicherheiten and pflegt alle bankmassigen Geschäfte zu vorteilhaften Bedinoungen. Ferner auch für Nichtmitglieder: Sparkasse. — Ausoedehnter Schecku. Kontokorrent- Verkehr mit Btempelfreien Uebertragongen nnd Ueberweisnngen, Zahlung von Steuern, Mieten etc. Mündliche oder schriftliche Auskunft, auch in Bezug auf die Erwerbung der Mitgliedschaft wird bereitwilligst erteilt. Kassenständen vormittags 9—12%, nachmittags 8—5 Uhr Samstags von 9—8 Uhr ununterbrochen. Ehrliches feiner Buttercakes WM« Geschenk f mm Wm in Feld Postfertig Paket 40 Pfg, Porto 10 Pfg. 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