Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 49 (18.12.1914)
- Date
- 1914-12-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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r «! 4 4. Kcanffurter Israelitisches FamilienAntt. .Jfc 49. ihrer Helden gedenken sollten, die ähnlich', wie es heute in Deutschland geschehen, das jüd. Volk aufriefen/ zum Kampfe für seine Existenz, Freiheit und Unabhängigkeit. Und er wies weiter darauf hin,-daß es der I. sei, der sich' bestrebe, bei der Jugend jüd. Fühlen zu wecken und zu stärken.' Theodora Goitein und Ruth No bel plauderten in einem reizend zu Gehör gebrachten Dialog über die Bedeutung des Chanukafestes. Frau Herz - heimer — auf dem Piano von Frl. Reinach gefühlvoll begleitet — fang mit klangvoller, sympathischer Stimme ein paar Lieder, die reichen Beifall ernteten. Die Rezitation jüd. Gedichte hatte FrauDr. Cobliner übernommen. Frau Dr. Cobliner trug in meisterhafter Weise mehre Gedichte von Bialik und Kinderweisen yor. Stürmischer Beifall lohnte diese vorzüglichen Darbietungen. Herr SS. Wolpcrt joibmctc dem Verein ein Lied, das von den Versammelten frisch gesungen wurde. Großen Jubel, besonders der kleinen Gäste, erweckten 10 junge Wanderinnen mit dem Bortrag dem Jargonlicdes: „Zehn Brüder feinen mir gewesen", das wiederholt werden mußte. Dann brachten .die Hauskapelle des I. W.-B. und zahlreiche Wanderinnen mehrere Wanderlieder geschmackvoll zu Gehör. Ein von den Mitgliedern der W«mdergruppe Frl. Friedmann, Frl. Hammel, Frl. Levigard, Frl. L evita, Frl. Moos, Frl. Spiro und Frl. Steigerwald flott gespieltes Theaterstück löste reichen, wohlverdienten Applaus aus. Große Heiterkeit weckte ein von Frl. H. Levita und Frl. L. Salomon gebrachtes Max und Moritz-Bortrag, in dem Führerinnen und Führer in gehöriger Weise mitgenommen, wurden. Ref. Wohlfarth erfreute sodann mit zwei strammen Soldatenliedern. Zum Schlüsse sangen alle das stolze Lied: Wohlan laßt das Sinnen und Sorgen. Einstudierung und Anordnung .der Feier unterstanden der bewährten Leitung von Frl. AlicelKasse^ der für diese Leistung vollste Anerkennung gebührt. Wie wir ferner .hören, soll auch das finanzielle Ergebnis sehr befriedigend gewesen sein, so daß ein größerer Betrag zu Gunsten der notleidenden galizischen Juden abgeführt werden kann. Chanukafeier des Horts für junge Mädchen. Am Dienstag abend veranstaltete der vor Jahresfrist gegründete Hort für junge Mädchen seinen Zöglingen eine kleine Chanukafeier. Verbot der Ernst der Zeiten ein in größerem Rahmen sich abspielendes Fest, das den zahlreichen Gönnern und Freunden der jungen, segensreiche arbeitenden Einrichtung Gelegenheit geboten hätte, in die Arbeit des Hortes Einblick zu machen, so sollte doch der Schein der Channkalichter wenigstens einen kleinen Lichterstrahl der Freude in das Herz der Kinder senden, deren.Eltern jetzt den Daseinskampf mit doppelter Schwere zu führen haben. So versammelten sich in der festlich erleuchteten Turnhalle der Israelitischen Kolksschule, dem Arbeitslokal des Hortes, nur die Damen hes Vorstandes der Jüdischen Frauenvereinigung, von welcher der Anstoß zur Gründung des ' Hortes ausgegangen ist, das Berwaltungskomitee des Hortes und die freiwilligen Helferinnen zu einer kleinen anspruchlosen Feier. Um 4 Uhr kamen die Kinder. Eine gütige Spenderin hatte reichlich Gebäck gesandt, was zur Milch vorzüglich mundete. Auf großen Tischen lagen die zahlreichen Gaben, die von edeln Spenderinnen, nanienllich von bei, Helferinnen, gestiftet waren. Nach dem Anzündcn der Chanukalichter und dem gemeinsamen Gesänge von „Dtoaus zur", erfreuten die Mädchen des Hortes die Versammelten durch ein kleines Festspiel mit anschließendem hübschen Reigen. Frau Besthoff, die Vorsitzende des Komitees, wies dann in einer Ansprache an hje Kinder auf die Bedeutung des Tages hin und ermahnte sie, die empfangenen Lehren, dereinst im Leben gut zu verwenden und ihren Erziehern als gute Juden und brave Menschen immer Ehre zu machen; sie dankte dem Borstande der Israelitischen Volksschule für Ueberlassung des Hortlokals, den Damen, die sich um das Gedeihen des Horts bemühen und 'besonders der Leiterin und ihren uneigennützigen freiwilligen Helferinnen, die einen großen Tell der Geschenke selbst hergestellt hatten. Dann ging es an die Verteilung der Gaben. War das eine Freude, als jedes der Kindern mit hübschen kleinen Spielsachen, aber auch mit -Gegenständen von praktischem Werte bedacht wurde! Für die Kinder jedenfalls der Höhepunkt des Festes. Ans den dankenden, strahlenden Blicken werden all die eifrigen Förderer der Hortarbeit, insbesondere aber Frau Bcsthoff, die keine Gelegenheit vorübergehen läßt, für ihr Lieblingskind zu sorgen, den Ansporn zu fortgesetzter emsiger Tätigkeit in diesem wichtigen Zweige der Jugendpflege nehmen. Ehamllafeieru. Zur diesjährigen Chanuka-Feier Hatten die Leiterinnen und Helferinnen am Kindergarten des Philanthropins verwundete jüdische Soldaten eingcladen. Nach der Bewirtung und einer begrüßenden Ansprache des Direktors fanden im Turnsaal, kindliche Darbietungen der Kleinen und einiger Schulkinder statt, in deren Verlauf die Feldpost und der Zeppelin (von weißgekleideten Mädchen dargestellt) schöne Gaben für unsere Tapferen richtig ablieferten. Dann folgte die Feier des Lichterfestes, die wohl in diesem Zusammenhang einen bleibenden Eindruck auf die empfänglichen Kinderherzen gemacht haben wird. — Am ersten.EhänuLmberch fand -im Krankenhaus der tsrael. Gemeinde fttr die z. Zt. dort verpflegten verwundeten jüdischen Soldaten. eine einfache, von echt jüdischem Geiste zeugende Chanukafeier statt. Nachdem alle Soldaten die Chanukalichter angezündet und die letzten Töne des „Moaus Zur" verklungen waren, begrüßte Verwaltungsinspektor Ahrens in einer Ansprache die Anwesenden im Namen des .Pslegamts und batdie ausgelegten Geschenke als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit für die Dienste, welche sie dem Batertande und damit auch dem Judentum geleistet haben, entgegennehmen zu wollen. Himr-cisend auf den Heldenmut der Makkabäer, führte er aus, daß Tapferkeit und Vaterlandsliebe noch' heute zu den Haupttugenden der Juden gehören, was unsere Soldaten, von denen viele mit dem Eisernen Kreuz dekoriert, zur Genüge bewiesen. Einfache, sinnige Geschenke erfreuten die Verwundeten, und mit dem Wunsche für einen fröhlichen Chanuka trennten sich die Anwesenden. — Die Herren der Schöpfung warm, in der Minderzahl bei der Chanukafeier des Mädchenklnbs, aber ganz ausschältcn konnte man sie doch nicht. Wer hätte denn — die Hauptsache — die Chanukalichter angezündet? Hell klang von den frischen Mädchenlippen das „Moaus zur Jcschnosi", und. andächtig lauschten alle dem formvollendeten Vortrag des Herrn W. Rosen über die Bedeutung des. Chanukafestes, das gerade um die jetzige Zeit eine besondere Weihe für uns Inden hat. Der kriegerischen Zeit gemäß waren auch die meisten Vorträgedes ungemein reichhaltigen Programms — weniger wäre mehr gewesen — auf eine kriegerische Note gestimmt. Es geht' leider nicht an, aus der Fülle des Gebotenen Einzelnes' oit Vorträgen herauszugreifen, sie waren alle gut, und reicher Beifall dankte den Vortragenden Damen und Herren^ S. Wahl zum Ausschuß der Israelit. Gemeinde. Bei der heute Mittwoch stattgehabten Wahl wurden gewählt: HngoFraenkel,JsaacL. Goldschmidt und Dr. med. Max Mainzer und zwar sämtlich! einstimmig. Ausschuß der Israelit. Gemeinde. In der öffenllichen Sitzung am Dienstag abend lagen nur Kleinigkeiten vor. Wir erwähnen: Bewilligung eines Beitrages für das 'Werk „Anteil der Inden an den Befreiungskriegen" und Bewilligung pon Anschaffungen, die für das Krankenhaus erforderlich! sind. Pelze, Reiche Aurwekl in Saniiiuren wie Colliers und Mußen Pelzgefütterte Vesten Stauchen und Ohrenschntzer. IUI. Ettinger Söhne Iiangestr. 31, Tel Hansa 5281. IFeniOeton. Die Verjagten. Eine Erzählung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bon C. Berg. (Fortsetzung.) Alexandru hatte mit großer Ueberlegenheit und Kälte gesprochen, mit all der Ruhe eines Mannes, der keinen Widerstand gewöhnt ist und ihn auch nicht erwartet. Angstvoll faßte Claudia nach Helsias Hand. Sie mußte an etwas Warpiem, Lebendigem sich aufrecht hÄten: aus den Worten jenes Mannes zog es zu ihr'wie Eiseshauch. Sie erschauerte leise. Und ihr entging ' nicht, daß auch Benno vor Erregung zitterte. Der war aufgesprungen, und mit einem Ungestüm, dessen sie sich von diesem sanften, schwärmerischen Jüngling, der Alexandru sonst wohl nur mit allen Formen achtungsvoller Freundschaft entgegentrat, niemals vermutete, brach er jetzt los: . „Wenn Sie ein Jude wären,' Jemilian, würden Sie ein Herz haben. Sie ließen alsdann weniger fühllos aus jedem Ihrer Worte auf die Blutzeugen eines hehren Glaubens Ihr Richtbeil niedersausen. Hören Sie, es sind Menschen, unsere Brüder sind es, ihre Väter, ihre Ahnen waren die unfern auch. Doch wem sage ich,das? Für Sie hat der Sinai nicht geflammt, hat keiner der Propheten geeifert. Aber wenn Sie schon als Jude für Juden nichts empfinden wollen, Sic erkennen doch, ja Sie eifern für eine Religion des Rechts. Nun so sollte die Unbill, die Gewalt, mit welcher man dem kostbarsten Eigentum jener Leute, ihrer Ueberzeugung, zu Leibe geht, Sie aufs Höchste empören." „Force majeur", antwortete Jemilian achselzuckend, „Der Staat ist dessen, der die Macht besitzt, das Recht des Stärkeren gebietet's." „Nein, Jemilian, das ist kein Staat mehr, was nur einem angehört. Oder, die Warnung des alten Sängers wird zu Recht bestehen, der dem Tyrannen das Alleinherrschen in einer Wildnis prophezeite. Es bleibt eine sehr gefährliche, letzte Instanz dieses Recht des Stärkeren, dieser Gipfel, von dem aus es schnell wieder abwärts geht. Stärkstes Recht — höchstes Unrecht! Bei solchem Recht schwöre ich: lieber mit dem Unterdrückten untergehen, denn jemals mich den Unterdrückern zuzuzählen." „Schwören Sie nicht", sagte Alexandru abwehrend, „Sie überlassen sich da wieder einer effusion de sentiment, die Sie in Zukunft bereuen werden. Solche Schwüre! Ca se lave, mein junger Freund — wie die Franzosen sagen, das wäscht sich aus." Was gilt es. Sie erprobten noch nie, wie leicht einem das Unterjochen anderer ankommt; wie schnell, wie angenehm sich mit der Zeit das Herrschen ausübt. Ich glaube mich mit letztem Satz sogar der Zustimmung der Damen sicher, alle Frauen regieren gern und viel. Und Sie, mein lleiner Weltverbesserer, lassen Sie Rumänien — Rumänien sein. - Die paar hunderttausercki Juden, Katholiken, Protestanten, die es an Untertanen verliert, werden ihm wohl kaum schaden. Meinen sie nicht' auch so, mein Fräulein?" „Ich bin Partei", erwiderte Claudia schüchtern, „sind es doch die Bekenner meines Glaubens auch, welche man verjagt, und verfolgt. Ich sinne darüber nach, mir sagte Helfta heute, wir Menschen wären keine Originale, selbst in unserer Torheit nicht. Und ich sehe jetzt auch, daß die Geschichte großer Staaten an Plagiaten überreich ist. Was anders ist die russische Glaubens- Hetze als eine infame Nachahmung der mittelalterlichspanischen Verbrechen? Mich wundert nur, daß nicht der Selbsterhaltungstrieb Väterchens diesem allmählichen Verbluten an Untertanen Einhalt tut. Doch auch hierfür reicht ein Beispiel bis in der Vorzell dunkles Chaos hinauf: „Saturnus eigne Kinder frißt". „Das Lied paßt auf uns", sprach Benno grollend, „er ist der Titan, der die Seinen verschlingt. Wer wie einst der Olympier, den die sorgllche Mutter weise gerettet, Hinaufstieg und mit siegender Gewalt das Ungeheuer in "den Abgrund stürzte, so wird der Tag kommen, heute — morgen — in naher Zukunft sicherlich, wo eine stärkere Macht die göttlichen Söhne der Freiheit aufrufen wird zum Kampf, zum Helligen, großen, siegreichen Kampf gegen den Unhold, und sie werden die Tyrannis ausrotten mit Feuer und Schwert, und die Gewalt brechen. . ." „Benno, Benno, halt ein —Die junge Frau fuhr erschrocken in die Höhe — „erbarme Dich, Du redest Dich um Deinen Hals. Jawohl, er spricht so viel", setzte sie entschuldigend hinzu, als sie sah» wie Alexandru spöttisch lächelte — „und mich schmerzt der Kopf schon von all Eurem Philosophieren. Alles, was Ihr da sagt, mag sehr wahr, sehr interessant und auch ganz bedeutend sein, aber Pardon — Ihr sprecht für meinen Geschmack berefts viel zu lange davon, und Ihr wißt, einen Regenbogen, der schon eine Viertelstunde strahlt, sieht keiner mehr an. Und auch Du, Claudia, orakelst erst wie ein alter Geschichtsprofessor, und dann zieht die fromme deutsche Jungfrau mit klingendem Spiel ins rote Lager. Wahrlich, ich erwarte jeden Augenblick, Euch Bomben werfen zu sehen und die Marselllaise singen zu hören. Sagen Sie doch", schloß sie scherzend zu Alexandru gewandt, „ob die beiden Feuerköpfe nicht einander ähnlich sehen?" „Ich bemerke es schon längere Zeit", erwiderte Alexandru, Claudia so durchdringend fixierend, daß diese errötete. „Man könnte Fräulein von Moorbach für Bennos Bruder halten, wenn es ihr gefiele, Männerlleidung anzulegen." \ „Welcher Einfall!" sagte Helfta heftig. „Meiner. Freundin sind alle Extravaganzen fremd." „Ei nun, es gibt auch Maskenscherze", warf Alexandru leicht hin. „Sie frieren, gnädiges Fräulein. Nein? 'Sie wurden so blaß! Ich muß mich nun empfehlen .Ich steige in K. aus." _ „Sie fahren nicht nach I. .-.?", fragte Benno. „Nein, heute nicht. Thaddäus Droducza erwartet mich. Wir gehen zu Pferde nach I.', morgen, oder übermorgen- Leben Sie wohl, allerseits! Ich empfehle mich Ihnen, jedem besonders-". „Sie werden Haus Liedertrost doch aufsuchen?", fragte Helfta verbindlich. Alexandru schwieg eine Weile. Bei Vorträgl „Pensirn Juden Overhäu ländische sogar. . Neu doxic n Odöm t nntcrsuck Rab fasser d sein Z> Abstamn „Sochcr' . Daß leS au Loria, \ Kabbalis Italiener Nichtjnd Schaag»! von M Oscher) will nici Nee, is ' Rab Warenta ä»m „I Sitte. Elja Gc zur Am