Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 48 (11.12.1914)
- Date
- 1914-12-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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L8. eine leug- und Mche. cchen efert. > als;llanbeim ist, irrichischeu die bis schnt- Blut ihrer : d er ig die hlich. Bor- Mose rhunjn bengen, chten. offenen in genen dem eiben, st sie igsten der e und ungeer die Ariden i verrchlich also von 'chwot dem diesen Welt zwvls reute: . wir jtiger, erung :rkün- 'i der ch er dieser ohne noch zehalaller;rtheil :n sie i und : alle Sorten teilen. von bsame e zu nssenlnngmstem a zu nissen nissen, ßuHi» macht sehr und ütischc nthal-! mit - Feht sehr einer Der Herren zum Rr. 48 Dast.aber ein Mann wie Prof. GroA solchen Geistesstrodutten bedenklos Raum gibt und gegen einen berufenen Fachmann, der auf deren Haltlosigkeit und Unwahrhastigkeit hinweist, unverhohlen Partei ergreift, ist wahrlich nicht geeignet, unser Vertrauen zu der Würde der Wissenschaft und dem Wahrheitsdrang ihrer Träger zu erhöhen. Trinkt die deutschen!eemarken Teesctiinidt-Tee ® (Oedtla-Tee Helnr^WUh. Schmidt bewährt seit 1730. - Märtyrertum für Deutschland! Flüchtlinge aus Zloczie >v erzählten ihre Schicksale ans der Redaktion dc.r Breslauer „Jüd. Volksztg." Was sie berichteten, beleuchtet scharf die gegenwärtige Lage der Inden -Russisch-Polens. Z l o c z i e w zählt etwa 500 jüdische Familien. Die Juden stehen — wie wohl fast alle Inden Rußlands — mit ihren Gefühlen auf. der Seite Deutschlands. Unter den Polen aber sind Denunzianten, sie zeigen die Juden, die die deutschen Truppen mit Lebensmitteln versehen oder vor Gefahren warnen, den Russen an. Als die Russen nach dem Rückzug der Deutschen wieder nach Z. kamen, erstattete ihnen der russische Spion Schlossermeister Lipinsky Bericht, und die Folge war, daß das Haus des jüdischen Vorstehers Henryk Kohn ausgeraubt und zerstört wurde. Die Deutschen besetzten wieder die Stadt. Bei dieser Gelegenheit nahmen sie einen Kosaken gefangen, — der Kosak entkam mit Hilfe des edlen Polen. Da befahl der Kommandant die sofortige Herbcischaffung des Kosaken, man hatte ihm beigebracht, die Juden hätten ihn versteckt. Er würde die Stgdt zerstören, wenn der Kosak nicht binnen 24 Stunden da wäre. Der Rabbiner und die Vorsteher versicherten ihre Unschuld, der Kommandant verlängerte die Frist um 24 Stunden. Da machten sich '10 jüdische junge Leute auf, um "sich für die ganze Stadt zu opfern, indem sie sich offen der Sache annahmen. Sie begaben sich auf die Suche nach dem Kosaken, durchsuchten alte Häuser, — aber in der Stadt war er nirgends zu finden. Sie begaben sich' aus der Stadt heraus; ans der Landstraße begegneten sie einem alten Weibe, das sie nach dem Flüchtlinge fragten. Indes, als sie näher traten, erkannten sic in dem Weibe den Kosaken, der sich in Frauen-Kleidungx gesteckt hatte. Sie packten ihn und brachten ihn dem Kommandanten. Bald darauf hatte der Getreidehändler Hirsch Katz Gelegenheit, deutschen Soldaten das Leben zu retten. Eine ' deutsche Radfahrer-Patrouille von 7 Mann war von der Grenze unterwegs, um nach Lodz lvichtige Nachrichten 511 übermitteln. Der edle Pole Lipinski hatte davon Wind bekommen und überbrachte die Kunde den Tscherkessen, die sich, 22 Mann stark, im Walde versteckten, um die Patrouille abzufangcn. Davon hatte Katz gehört. Als er daher auf der Rückkehr von einem Gutshose die Radfahrer ankommen sah, warnte er sie vor dem Hinterhalt im Walde. Nachdem er ihnen den Weg beschrieben, umkreisten sie den Wald, schossen I Tscherkessen und 2 Pferde .nieder, 4 nahmen sie gefangen, die anderen entkamen. Auch hier spielte der edle Pole wieder den Denunzianten. Die Tscherkessen -fahndeten nach Katz, und da sie ihn nicht ergreifen konnten, nahmen sie den Bruder seiner Frau fest und hängten ihn auf. Nun war für die Leute des Bleibens nicht mehr in der Stadt. Der Kommandant gab Kohn und den jungen Leute» Passierscheine über die Grenze mit besonderen Empfehlungen für die nützlichen Dienste, die sie geleistet hatten. Dann .traten sie die Reise mach Breslau an. Kohn nahm auf seinem Wagen bis Wilhelmsbrück noch 2 verwundete preußische Offiziere mit, die er auf seine Kosten verpflegte. Aus aller Wett. Deutsches Reich. Berlin. Die „Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" schreiben: „In einer am 30. November stattgehabten kombinierten Vorstands- und Ausschußsitzung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus wurden u. a. die Einwirkungen.des Krieges auf die innere Politik und insbesondere auch auf unfern Verein eingehend besprochen. Von den Teilnehinern ans den verschiedensten Gegenden des Reiches wurde übereinstimmend festgestellt, daß die Antisemiten zwar — nicht zuletzt infolge des Eingreifens der militärischen Zensur — .sich im Augenblick einige Zurückhaltung .auferlegen, daß sie aber keineswegs gewillt sind, als politische Partei oder als völkisch-politische Weltanschauung zn liquidieren. Auch manche Behörden, die sich bisher schon von antisemitischen Vorurteilen nicht frei machen .konnten, schienen sich' nur mühsam in den Geist der neuen .Zeit finden zu /önnen. , Jm übrigen war man der Ansicht, daß erst nach Ueberwindimg dieser schweren Prüfung unseres Vaterlandes ein sicheres Urteil darüber möglich sein wird, ob das Stahlbad l»cs Krieges, dieses großen Reinigers der Volksseele, neben manchen anderen Schlacken im deutschen Volksleben mich den Religions- und Rassenhaß endgültig hinweggespült haben wird." Frankfurter Israelitisches Familienblatt. - Seite 3. Amerika New-Aork. Die jüdische Zeitung „Der Tag" hatte den deutschen Botschafter 'Graf von Bernstorff darauf aufmerksam gemacht, daß die russischen Zeitungen von G r a n s a in k e i t e n der Deutschen gegen die jüdische Bevölkerung Russisch- Polens erzählen. Ans diese Lüge n m ä r hat der Botschafter in einem Briese geantwortet und das Gegenteil festgestellt. Des Botschafters Brief schließt: „Deutschland hat seinen Juden alle bürgerlichen Rechte gegeben, die wenigen letzten Schranken werde» mit diesem Kriege fallen. Deutschland bietet den Inden in Russisch-Polen offen und ohne Rückhalt alles, was sie unter dem russ. Reginie entbehren mußten, wozu auch, heute iw Rußland nicht der geringste Anfang zu verspüren ist. Wie ist es da auch nur denkbar, daß die deutschen Truppen sich Grausamkeiten gegen die Juden zuschulden kommen lassen'? Die iveltbckanntc deutsche Hceresdiszkplin sollte nicht imstande sei», den Soldaten von Grausamkeiten sernzuhalteii, gerade, hier, wo neben der Menschlichkeit auch noch schwerwiegende politische Absichten sie verbieten? Alle vorliegenden authentischen Nachrichten beweisen das Gegenteil. Die Absicht der russischen Kreise, die solche Tatarcnnachrichten hinaussenden, ist klar. Die Juden Rußlands zeigen in diesem Kriege einen bewundernswerten Patriotismus für ihr Heimatland, das sie unterdrückt hält. Die russische Regierung versprach den Juden nun nicht etwa eine Besserung ihrer 'Lage, sie weist vielmehr darauf hin, daß die feindlichen Deutschen die Juden ja noch schlimmer behandeln. So will sie jeden Keim einer möglichen Deutschfreundlichkeit in den russischen Inden ersticken, vor allein auch der ganzen Welt zeigen, daß sie mit ihren eigenen Methoden auch in Europa nicht allein dasteht. Es ist notwendig, diese Kampfart einmal niedriger zu hängen." Hinckel L Winckler Frankfurt a. 91. Schäfergasse S1 — Telefon H. 1088 empfehlen Rhein-und Mosel-Weine. Feldpostbriefe ä 250 und 600 Gr. mit Südtoeinen und Spirituosen. Der Krieg und die deutschen Jude». Frankfurt a. M. Man schreibt uns: Es dürste vielleicht am Platze sein, in Ihrem gesch. Blatte darauf hinzuweisen, daß Ihre Leser ihre im Felde stehenden Verwandten und Freunde ersuchen, Adressen von solchen jüdischen . Mannschaften aufzugeben, die allein st e h e n und denen nicht von Hause oder sonst nahestehender Seite Liebesgaben übersandt werden können. Diese Namen könnten alsdann in.Ihrem Blatt verössentlicht werden, und Ihre Leser werden sicherlich diese jüdischen Brüder gerne mit Liebesgaben bedenken. Frauksurt a. M. Die Zahl der jüdisqen Krieger, die das E i s e r n e K r e n z erhielten, dürfte bereits tausend, erreicht haben. Frauksurt a. M. Stabsarzt Dr. Otto Elk an erhielt das Eiserne K-r e it z. Der bereits mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnete Stabsarzt Dr. I. Benario wurde zum Oberstabsarzt .. befördert. Berlin Wehrmann Alex Pick, der unter Lebensgefahr drei Verwundete ans einem brennenden Hause rettete, wurde mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet und zuni Unteroffizier befördert. Berlin. Assistenzarzt Willy Wolsfheim -Königsberg, Oberarzt Dr. Georg Wolfsohn-Berlin und Mzewachtmeister Sigismund Steinfeld erhielten das Eiserne Kreuz. Berlin. Prof. Dr. Felix Liebermann spendete dem Kriegsunterstütznngsfonds 60,000 Mark. Prof. Dr. Ludwig Stein gewährt in seinem Hanse täglich 300 leichtverwundeten Kriegern einen angenehmen gastlichen Aufenthalt. (Kakao, Tee, Kaffee, belegte Brote, Zigarren, Zeitschriften, Bücher). Berlin. Assistenzarzt Dr. Hans Schwerin. Stabsarzt Dr. Paul Paradies, Bankbeamter Bernhard Kuhn, Will). Laboschincr, Werner Freund, Wilhelm Graetz, Assessor Dr. Kaatz, Hans Tietz, Alex Pick, Stabsarzt Dr. Wilh. Sobernheim, Oberarzt Benno Halt au er, Stabsarzt Dr. Martin Ballin, Fritz Jonas, Unterarzt Max Köhler, Assistenzarzt Dr. Erich Caro, Oberarzt Dr. Mannheimer, Zahnarzt Dr. Leopold Baer, Stabsarzt Dr. Ernst Apolant, Günther Friedmann, Louis Wolfberg, Stabsarzt Dr. Arthur Beer, Assistenzarzt S i e g f r. Speyer, Oberapotheker Alex Ettinger, Stabsarzt Dr. Siegsr. Levi, Unterarzt Bruno Feilchenfeld, Rechtsanwalt Dr. Jul, Fließ, Assessor Hans Cohn erhielten' das Eifer n e Kreuz. Körn a. Rh. Seinen auf dem sranzösischen Schlachtselde erhaltenen Wunden erlag — 32 Jahre alt — Julius Ko ßma nn, der Söhn einer hoch . achtbaren Fainilie und selber ein Mensch von wertvollen Eigenschaften. Biele Hunderte hatten sich auf dem Friedhof eingefunden. Rabb. Dr. Rosenthal fand in feinem Hesped die Worte, die das Fühlen der Trauerversammlung mislösten. ' , Wie Jakob, habe auch Julius Koßmann gebetet: „Laß mich in Frieden ins Vaterhaus zurückkehren." Es hat sich nicht erfüllt; und dennoch sprechen wir: ,Hier ist ein Gotteshaus und Himmelstor", — denn wo ein.Soldat für Vaterland gefallen ist, hat sich das Tor des Himmels aufgetan, hat der junge Mensch, in des Lebens Blüte hinweggerasst, des Lebens höchstes Ziel erklommen. Bon frommen Eltern erzogen, hatte Julius Koßmann die Tradition des elterlichen Hauses treu gewahrt; rührend spricht aus seinen Feldbriefen sein unerschütterliches Gottvertrauen, seine Geschwisterliebe, sowie — ein Erbteil der Mutter! — seine Fürsorge für die Armen; und das Gebetbüchlcin, das er mit hinaus ins Feld genommen, ist das Einzige und Letzte gewesen, außer seinem Soldatenkleid, was er in die Heimat wieder mitbrachte. Eine frohe Zickunft hatte dem seit wenigen Monaten Kerlobten und ins Geschäft des Schwagers als Teilhaber Eingetretenen die schönsten Aussichten eröffnet, — das Schicksal hat es anders gewollt. Aber Glaube, Gottergebenheit und Vaterlandsliebe sprechen bei allem Schmerz und Kummer an seiner, eines ,Jehudoh", Bahre: „Auch dies Mal will ich Gott danken", — weil er hingegeben ward als Opfer für das' Höchste und Größte, das uns zn eigen ist. Eschweller. Die Brüder Julius und Fritz Morde chai Kaufmann, Herausgeber und Redakteur der Alljüdischen Monatsschrift „Die Freistatt, erhielten das Eiserne Kreuz. Genua«. Hermann Poppert von hier hat das Eiserne Kreuz erhalten. Pose». Eiserne Kreuze erhielten Georg Jn t tn er, Sieg fr. Wisch, Dr. med. Wilhelm Kochheim, Leo Friedlaender, Unterarzt Alex Peiser-Posen und Sieg fr. C h a y m - Gollin. Wieso sich der Sanitätsgefreite Brie g er aus Hohensalza das Eiserne Kreuz 1. Klasse erwarb, darüber wird folgendes gemeldet: Bei der Erzwingung des Äser - Ueberganges hatten sich mehrere Soldaten seines Regiments in einem Haufe verschanzt nnd nahmen ein am jenseitigen Ufer stehendes Maschinenhaus unter Feuer. Darauf beschoß sie der Feind mit Granaten, und kurze Zeit nachher stürmte das Gebäude teilweise ein. Es wurden fünf Mann verschüttet. Brieger drang ungeachtet des heftigen Feuers, das der Gegner auch weiter unterhielt, in das in Flammen stehende Gebäude ein, nnd es gelang ihm, vier seiner schwerverwundeten Kameraden in Sicherheit zn bringen. Breslau. Hermann B a d t, Dr. jur, Hilfsrichter beim hiesigen Kriegsgericht und Dr. med. Rich. Weigert erhielten das Eiserne Kreuz. Lampertheim. Theodor Süß. Sohn des Zigarrenfabrikanten Samuel S., erhielt unter Beförderung znm Bizefeldwebel das Eiserne Kreuz. Nürnberg. Amtsrichter Hauptmann Joses Hesselberger, Oberarzt Dr. Robert Bing, Fritz Heidenheimer-Nürnberg, Simon Schnr-Kitzingen, Professor Dr. Fritz Ullmann-Fürth, Ernst Selig- Würzburg nnd Moritz Reich-Kitzingen erhielten das Eiserne Kreuz,^ Stabsarzt Dr. Rosenthal- Aschaffenburg den Militärverdienstorden 4. Kl. mit Schwertern. — Lehrer Krämer-Rockenhansen, gebürtig aus Frankensteinheim, wurde zum Leutnant befördert; wohl der erste jüdische Lehrer Deutschlands, der Offizier ge-- worden ist. Köln. Alfred Israel, Robert Waller und Referendar Ernst Loeb erhielten das Eiserne Kreuz. ^München. Heinrich Kohn, Heinstich Oettinger, Hermann Samuel, Paul Salomon, Walter Frankenburger, Arthur Hirschberg und Hermann Sack sind zu Leutnants befördert worden. Johanngeorgenftaüt (Sachsen). Der jüngste Sohn des verstorbenen Handschuhfabrikbesitzers Max Lewinsohn, Arthur Lewinsohn, erhielt als Kriegsfreiwillige^ im Kampf um Ppern das Eiserne Kreuz miV wurde gleichzeitig znm Gefreiten befördert. Wien. Den Heldentod starben u. a.: Oberstleutnant Adolf Thischer, Hauptmann Bertold Scharf, der mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Korporal Bernhard Löwenberg (Lemberg), Fähnrich Ernste P l a c z e k, Feldwebel B e r - thold Frankl (Göding) ikvd Leutnant Dr. Heinrich Kohn (Brünn). — Die . Tapferkei tsa nsz e i chnnn gen von Juden waren mich in der letzten Woche wieder überaus zahlreich. Universität« - Laie 800 wa*Jm4,r —: Eralklaaalgoa Famllion-Oafö. MT Massige Preise. -M> Besitzer: Ernat Ounkalm