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Neue jüdische Presse · 1914-11-20 · Heft 45 (20.11.1914) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 45 (20.11.1914)
Date
1914-11-20
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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Elite 4 Frankfurter Israelitisches FanülienAakt. *t- 45. wünschter Weise. Als besonderes Verdienst heSVerwalters der Kolonie ist hervorzuheben, dost es ihm gelungen ist, einheimische, sephardische Juden pus Tiberias zur landwirtschaftlichen Tagelohnarbeit in der Kolonie heranzuziehen. Die Gründung einer zweiten Kolonie wurde von der A. I. K--O. durch die im Berichtsjahre abgeschlossene Organisierung der Boden-Erwerbs-Genossenschaft „Iiichub" vorbereitet. Die Mitglieder dieser Genossenschaft, gegenwärtig in Lublin, Warschau, Czenstochau ansässig, zahlen durch eine Reihe von Jahren Raten ä 500 Rubel bei der „Orient Colonising Co." ein, wogegen diese verpflichtet ist, für sie Boden zu kaufen, denselben bis zur Uebersiedlung der künftigen Kolonisten zu bearbeiten und plle erforderlichen Vorschüsse in Form eines innerhalb 12 Jahren zu amortisierenden Agrarkredits zu leisten. Bor denr Ausbruch des Krieges wurde von den Mitgliedern des Jischub die erste Halbjahresrate erlegt. Zwecks Auswahl eines geeigneten Terrains für die neue.. Kolonie weilte der Generalsekretär der A. I. K.-O. mehrere Monate im Orient, wo er auch längere Zeit in der Kolonie .Kiriath Mosche" verbrachte und die Unterhandlungen betreffend den Ankauf von Terrains, auf der Sinai- Halbinsel betrieb. Da jedoch die als unerläßlich betrachteten Bedingungen noch nicht vollständig erreicht wurden, konnte der von dem Wiener Komitee der A. I. K.-O. für diesen Zweck aufgebrachte und bei der „Orient Colonising Co." deponierte Fonds noch nicht zur Verwendung gelangen. Eine sehr rege Tätigkeit entfaltete die A I. K.-O. im Berichtsjahre auf dem Gebiete der Propaganda: imd zwar einerseits in Deutschland, andererseits in Rußland und RussischsDolen. Insgesamt erstreckte sich die Werbetätigkeit der A. I. K.-Q. in Deutschland auf 34 Städte. Ucbcrall fand die Organisation die tatkräftige Unterstützung der leitenden Kreise der jüdischen Gemeinden. Durch Erstattung von Referaten in den Versammlungen förderten den Ausbau der Organisation Dr. Isidor Ginsb.erg, Georg Lachmann, Alois A. F. Marcus und Dr. Alfred Nossig. Sehr viel verdankt die A. F. K.-O. der wirksamen Unterstützung des Gch. Justizrats Berthold Timendorfer. Eine intensive und erfolgreiche Tätigkeit entfaltete der fachmännische Leiter der »Orient Colonising Co." und Herausgeber des .Orient/', Ernst Löwenberg, .der in vielen Städten Ortsgruppen organisierte und Referate erstattete. In ähnlicher Weise betätigte sich A. Elias. Eine neue Hiffsorganisation entstand der A I. K.-O. in ihrer Frauen-Abteilung, die in einer Reihe von Städten Komitees organisierte. In R u ß l a n d setzte die Propaganda der A F. K.-O. erst im Frühjahr 1914 ein und erstreckte sich auf Warschau, Lodz, Kiew, Petersburg, Moskau und Riga. * Schatzmeister Bankier A. g. Marcus erstattete sodann den Kassenbericht. Die Mitgliederbeiträge sind um 18,000 JL gestiegen. ' Die Mahlen ergaben keine Veränderungen in den leitenden Körperschaften. Jählings hat der Ausbruch des Weltkrieges die Arbeiten der A. I. K.-O. unterbrochen. Nach Schluß da: Schupfe wird die Lage der Juden im Osten zweifellos eine verstärkte Auswanderung und damit auch: eine intensivere Kolonffations - Tätigkeit erforderlich; machen. I Lomler & LaitNeh TeLHansa8i4fc Frankfurt a.H, LiebfranenbergSS. Special bans für Unterkleider und StrOirpte. Niederlage echter Dr. Lahmann-Wlsche. I Aus aller Welt. Deutsches «eich. vreSla«. Die .Jüd. BoWztg." schreibt bezüglich der aus den östlichen Grenzorten: „In den Grenzteilen unserer Provinz Posen hat eine Panik um sich gegriffen, die infolge des Erscheinens russischer Patrouillen entstanden war. Schon am Sonnabend 31. Okt. begann eine wilde Flucht aus einzelnen Grenzstädten. Ms gar am - 5. .Nov. abends 13 russische Dragoner sich in Pieschen zeigten und die Postkässe plünderten — sie fanden nur 140 Jk und eine goldene Uhr — flohen hunderte in einem bereit stehenden Eisenbahnzuge aus der Stadt. Aehnliche Erscheinungen zeigten sich in Ostrowo, Kempen, Gnesen, Wreschen, Hohensalza, Strelno u. a. a. O- Die Bewohner flohen nach Berlin oder Breslau oder zu Angehörigen in andere Provinzen. 7"' das militärische Hauptquartier bekannt gegeben hat, | alle bisherigen Vorstöße russischer Truppenteile bei K_ und Äonin zurückgeworfen. Es besteht daher keinerlei Befürch tung für das weitere Vordringen des Feindes. Ueberstürzung ist daher nicht am Platze." fftttevilt. Rew-Hork. Aus London wird bezügl. der Gefauaennahme der Oesterreicher und der Deutschen in England berichtet, daß dieses Schicksal; tausende Juden betrifft. Parlamentsmitglied Sir Stuart Samuel hat. bei der Regierung dagegen protestiert, daß Juden, die seit Jahren in England wohnen und sich stets' gut aufgeführt haben, plötzlich? als staatsgefährliche Feinde gefangen genommen werden. Die Londoner „Morning Post" hat eine neue Verleumdung erdacht. Sie beschuldigt nämlich die russischen Suben, daß sie als Spione ini Interesse Dürtschländs Cafe Kaisergarten am Opernplatz Erstklassiges Eamilien-Cafö — Nachmittags Konzerte. Fr. Hansolmann, Besitzer. Der Krieg tut* die deutschen Jude«. Sfnraffttrt c. SR. Unteroffizier Gustav Kahnweiler, Sohn des Rentners Julius K., erhielt die hessische Tapferkeitsmedaille. Assistenzarzt Dr. Heinrich Ellern und Oberarzt Rosenblatt-Mainz erhielten das Eiserne Kreuz, letzterer auch die hessische Tapferkeitsmedaille am Band. Berit«. Zehn Rabbiner befinden sich als Feldgeistliche auf dem Kriegsschauplatz und zwar: Baeck-Berlin, Emil Levy-Charlottenburg, Reinhold Lewin-Leipzig, Wilde-Magdeburg, Salzberger-Frankfurt, Baerwald-Müuchen, Jtaliener-Darmstadt, Chone-Kvnstanz, Sonderling- Hamburg, Arthur Lev y-Schöneberg. Won dem Feldgebetbuch! des Verbandes der deutschen Inden sind bis jetzt 17,000 Stück gedruckt. Durch Vermittlung der Gemeinden wurde es an die Feldadressen der jüdischen Soldaten -gesandt. Außerdem erhielten die Kommandos sämtlicher mobilen Truppenteile je 5 bis 6 Stück mit der Bitte, auf vorgedruckter Karte die Anzahl der Juden beim Truppenteil anzugeben. Bon 90 Kommandos sind Antworten cingelaufen — von über 30 mit dem Ersuchen um weitere Gebetbücher. «erltu. Sanltätsrat Dr. Albert Oliven verpflegt in seinem Sanatorium auf seine eigenen Kosten 60 verwundete Krieger. — Oberarzt Dr. R u d o l f E lis m a n n, Stabsarzt Dr. Alfred Frank, Oberarzt Dr. Bruno Valentin, Referendar Dr. Ludwig Simon, Oberarzt Dr. Wilhelm Israel, Stabsarzt Dr. Adolf Silbersteiu, Chefarzt Dr. S. B o g e l, Referenddr Dr. AlfredWollstein, Dr. Siegfr. Laserstein, Unterarzt Dr. terb'ert Stranz, Stabsarzt Dr. Baum, Eri^ rasch, Dr. Victor Cohn, Dr. Max Londo . Ludwig Heymann, Paul Goldsteiu, .Assistenzarzt Drk Hans Kamnitzer, Adolf Kantorowitz, Erich Benjamin, Oberveterinär Dr. Richard Kantorowitz, Walter Berliner, Dr. Georg f ickel, Architekt Erich Simon, Rechtsanw. Georg ewy, Stabsarzt Dr. Adolf Gutmann erhielten das Eiserne Kreuz. SRÜuche«. Siegmund Weil beim I. Refe've- Korps erhielt das Militärverdienstkreuz 2. Klasse mit Krone und Schwertern und Eri.ch Kassel das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern. »ölu. Max Reihe, Sohn des Kaufmanns S. Nethe, Dr. Emil Meirowsky und Emanuel Alexander erhielten das Eiserne Kreuz.' Nürnberg Dr M S ch u r, Sohn des Ku tusbeamten .Schur, in Kitzingen, Willi Oppenheimer aus Schweinsurt, Dr. Adolf Dessauer, hier, Alex Baum aus Nordheim, Oberleutnant Paul Josephthal, hier und Bruno Selka, bisher bei der Scheinwerfer-Abteilung der Ariadne, erhielten Eiserne Kreuz. «arlornhe t. « Dr. Max Jubel, Max Sulzberger und Ludwig Altstädter, Sohn des terrn Levy A in Weinheim, erhielten die Silbernerdienstmedaille und Stabsarzt Dr..Salomoi Gottschalk aus Kaiserslautern den daher. Militär Verdienstorden 4. Klasse mit Schwertern. BreSla». Dr. Erwin Batzdorfs, Dr. Edgar Korn, Heinrich Glücks mann und Georg Jarecki erhielten das Eiserne Kreuz. Den Heldentod starben Max Hiller, Fabrikdirektor in Landsberg, Sohn des Herrn Julius H. in Breslau und Herbert und Hans Lewy, Söhne des Herrn Gustav L. in Breslau. Hamburg. Heini Prenzlau, Eduard Pulvermann, Dr. Josef Calvarh, Kurt Rosenberg, Leo Holstein und Sally Goldschmidt.erhielten das Eiserne Kreuz (der letztere persönlich von dem Kaiser). Würzburg. Die Israelit. Lehrerbildungs- Anstalt teilt mit: „Mehrfach an uns gelangtem Wunsche Rechnung tragend, haben wir uns entschlossen, die Namen im Heldenkampfe gefallener jüdischer Krieger ans einer Tafel in der Seminarsynagoge zu bleibendem Gedenken aufzuzeichnen, sofern von den Angehörigen die pietätvolle Uebung der zum Seelenheile Verstorbener üblichen religiösen Funktionen während des Trauerjahres und der Jahrzeitstage durch Errichtung einer entsprechenden Stiftung dem Seminar übertragen werben will." Wie« Die .Jüd. Z,g ". meldet die Auszeichnung folgender Mitglieder der Zionistischen Organisation: Regimentsarzt Dr. Julius W e i ß Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens am Banda des Militärverdienstkreuzes), Dr. Rudolf Trainer (Beförderung zum Oberleutnant), Dr. Jakob Ehrlich, Mitglied des Zion. Zentralkomitees und Kultusvorsteher in Wien (Beförderung zum Oberleutnant), Wilhelm Kalman, Bataillons-Adjutant Oskar Aschermanu (Silb. Tapferkeitsmedaille), Fähnrich F. Tuttmauu, Leutnant Jakob Orenstein, Bataillonsarzt Dr. Ad. Grünspecht (das deutsche Eiserne Kreuz). Den Heldentod starben von österr. Zionisten: Fähnrich Paul Vierer. Leutnant Rudolf Brammcr, Erwin Freund, Leutnant Dr. David Haas, Leutnant Dr: David H'escheleS, Dr. Siegfr. Groslicht, Kadett Lipa Schorr, Leutnant Ernst Lampel, Fähnrich Karl Stein, Fähnrich Otto Gnttmann und Hauptmann Mtter von Eiß, Sohn des Generalmajors v. E., des Freundes Theodor Herzls. Wie«. Der höchste jüdische Offizier unseres tceres ist Feldmarschallleutnant AdolfKornhaber itter von Pilis, Bruder des Bürgermeisters von Borhslaw Moses Jsak Kvrnhaber. — Major Moriz Seinfeld und Major Samuel Landor sind zu Oberstleutnants befördert worden. — Kadett Ludwig Löwy hat für hervorragende Tapferkeit die höchste Auszeichnung erhalten, nämlich die Große Goldene Tapferkeitsmedaille. Budapest. Der Vorstand der Religonsgememde überreichte der Erzherzogin Auguste einen wertvollen Thoraschmuck nl§ Spende für die Kriegsfürsorge. — Der Vorstand der Religionsgemeinde fordert in einem Rundschreiben die jüdischen Gemeinden des Landes zu gleichem Vorgehen auf. Ohren, BoIdwaPBnJpaurinHß i Fr Pletzscb, Personalien u. Kleine Mitteilungen. Köl«. Mit dem im 66. Lebensjahre verschiedenen bekannten Warenhausbesitzer Leonhard Tietz hat die hiesige Judenheit eine sympathische, wohltätige Persönlichkeit verloren. In mehreren jüdischen Institutionen saß er in der Leitung. (l, > Posen Geh. Kommerzienrat Herz, Ehrenbürger der Stadt Posen, erhielt den Krouenorden 2. Kl. Hugo Brodnitz, Stadtverordneter, Handelskammermitglied, Provinziallandtagsabgeordneter und Repräsentant der jüd. Gemeinde, ist im Wter von 60 Jahren verschieden: Eroue a. v. Alexander Cohn, Beigemdneter und Ehrenbürger der Stadt, Präsident der jüdischen Gemeinde, ist im Mter von 78 Jahren verschieden. «rotzwardein(Ungarn) Im Alter von 103Jahren verschied hier Frau Rosalie Weiß. Bon ihren Urenkeln sind 17 im Felde. Wilna Rußland) Benzion Friedmann, der bekannte Advokat, ist verschieden. Er.betätigte sich lebhaft für jüdische Interessen. Rew-Aork. David Mayer, Mitbegründer des Tempels „Beth-El", ist im Mter von 88 Jahren und der Philanthrop Julius Robertson im Mter von 66 Jahren verschieden. London. F B. Halford, einer der angesehensten hiesigen Juden, ist im 78. Lebensjahre verschieden. Er war lange Zeit Vorsitzender der Portugiesischen Gemeinde und war mit verschiedenen jüdischen und städtischen Organisationen verbunden. Frankfurter Berichte. Jsr. Mädchenhei«. Zu dem gleichnamigen Artikel in der vorwöchentlichen^Nummer unseres Blattes werden uns ' noch einige Ergänzungen mitgeteilt., Das Heim wurde im' Jahre 1908 mit finanzieller Beihülfe der Frankfurtloge von der Frauenvereinigung der Franksurtloge ins Leben gerufen. Bis zum Jahre 1913 war Frau Hermine Sichel 1. Vorsitzende des Heimes. Auch nach der in diesem Jahre? erfolgten Umwandlung des Vereines „Jsr. Mädchenheim" zu einem eingeschriebenen Verein übt Frau Sichel ihre verdienstvolle Tätigkeit als Vorsitzende des Verwaltungsausschusses Der Name, der von den Schützlingen tzerchrten Leiterin des Heimes lautet richtig Frau Dr. Burstyn. Wir veröffentlichen in der nächsten Nummer einen Artikel ' aus der Feder dieser Dame über ^Mädchen- Heime". Er schildert anschaulich die Zwecke und Ziele solcher Institutionen, und wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß auch! das hiesige „Jsr. Mädchen- Heim" in der darin beschriebenen Weise vorbildlich geleitet wird. ,,Mo«teflore"-Berei». Die Vortragsabende finden von jetzt an für die Dauer des Kriegs statt Mittwochs an jedem Dienstag um 9 Uhr in den Bereinsräumen, Bleichstr. 70, statt. Am 24. November spricht Dr. B. May über das Thema „Juden als Kulturträger im 19. .Jahrhundert." Die Bücherausgabe findet stets eine halbe Stunde vor Beginn der Vorträge statt. Die übrigen Veranstaltungen erleiden keine Veränderung. Freitag Abend Zusammenkünfte wie gewöhnlich. Samstag Vormittag 11% Uhr Schiurvortrag des Herrn Dr. B. May. Die Wandergruppe fährt am Sonntag, den 22. November, morgens 8,44 Uhr, ab Südbahnhof nach Pulverfabrik, Alzenau, Kahl. (Führer: Herr Roos). Schließsich sei noch darauf hiugewiesen, daß allabendlich in den Bereinsräumen zu dem billigen.Prüfe von 22 Pfg. ein einfaches Abendessen verabreicht wird. «1. lVlerfi, Optiker, Liebtrauenstr. 1. Brillen, Plncenex, OpernglSser, Feldstecher I in jeder opt>meohan. Spielwaren / Preislage Eisenbatioen, Dampfmaschinen, Laterna-iagic«, Kiiinatograplniitte.

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