Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 43 (6.11.1914)
- Date
- 1914-11-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 43. Nr..r Seite 4. Frankfurter Israelitisches FamilienAatt. .. Zürich. Betreffen- Beförderungen von Juden im österreichischen und deutschen Heere Von in Zürich wohlbekannten Herren schreibt man uns: Joses Kleiner aus 'Prag, Leutnant der Infanterie in Oesterreich, hat schon oft im Feuer gestanden und ist durch den Tod seines Hauptmannes zum Kvmpagntze - Führer (Kompagnie - Kommandanten) ernannt Worden. MzeHeLwebel der Landwehr ' Julius Meyer aus Düren im Rheinland, welcher beim Jns.-Regiment 12V in Ulm ist und sich! in Friedenszeiten auch viel in Zürich aushAt, ist zum Offizier-Stellvertreter befördert worden. Alsred Maier, Teppich en gros, Löwenstraße, Zürich, z. Zt. beim Landsturm-Bataillon zur Festunngs- Besatzung nach' Belgien kommandiert, 'ist zum Unteroffizier befördert worden. Julins Heim (Sohn der Frau Hermann Heim), beim Rekruten-Ausbildungs-Personal vom Infanterie-Regiment Nr. 113 in Freiburg i. Br., ist zum etatsmässigen Unteroffizier ernannt worden. Dr. Kronacher-Moos, Oberarzt aus Nürnberg, erhielt das Eiferne Kreuz, ebenso Jacob Picard, Rvchtspraktikant aus Zürich. „Jsr. Wochenbl." Personalien n. Kleine Mitteilungen. Berlin. Der seit 1870 bestehende Verein Tiergartensynagoge hat sich aufgelöst. Konstanz. .Rechtsanwalt Leopold Jung erhielt das Ritterkreuz 1. Kl. vom Zähringer Löwen. L) Posen. Samuel Pletzner feierte den 80. Geburtstag. Kommerzienrat N. Hamburger spendete anläßlich' seines 60. Geburtstages 3000 Mark für wohltätige Zwecke. Röllbach bei Klingenberg. Letzten Sabbat verschied in Windsheim, wo sie zum Besuch ihrer Tochter weilte, Frau Jette Rosenstock geb. Sichel. Unsere Gemeinde ist durch das Hinscheiden dieser seltenen Frau in tiefe Trauer versetzt worden. Denn sie war uns das' Borbild einer Esches chajil: fromm und 'im Stillen unermüdlich und unverdrossen Wohltätigkeit übend. So trauern um sie nicht nur Gatte und Kinder, sondern die. ganze Gemeinde. Der Lehrer von Windsheim gab am Grabe dem Verluste beraten Ausdruck. Wie«. Generalmajor a. D. Heinrich Ulrich Edler von Trenkheim — geboren in Lemberg, als Sohn des Stabsarztes Dr. Ignaz Ulrich — und der 96jährige Oberstabsarzt Dr. Philipp Ellbogen sind hier verschieden, Holleschau- Katharine Frankfurter, dieWiiwe des Rabbiners David Frankfurter, ist verschieden. Bon ihren Söhnen sind drei Rabbiner, drei Lehrer. New-Kork- Der Bericht des neuen Ellis Jland Commissionär weist-in den ersten 9 Monaten des des Jahres eine Einwanderung von 514,402 Personen aus, von denen 12,242 zurückgewiesen wurden. Im August kamen 29,000 und im September 22,148 Personen im Newyorker Hafen an. Cafe Kaisepgarien am Opernplatz Erstklassiges Familien-Cafe Nachmittags Konzerte. Fr. Hanselmann, Besitzer. Ißttülßton. II Die Verjagten. Eine Erzählung aus -er Mitte des vorigen Jahrhunderts. Bon C. Berg. (Fortsetzung.) „Wir wollen es lieber nicht sehen," fuhr der Alte mit feinem Lächeln fort, „aber gesetzt den Fall; . . Da bist Du, unberufen ein junger, kräftiger Mann. Man wird Dich einstellen, nicht gleich; denn ich werde für Dich zahlen, so lange es geht. Aber geht es nicht mehr . . . Man steckt Dich unter die Soldaten, und dann vorwärts marsch — piff, paff puff, aus ist die Freude." „Einen Tod bin ich Gott schuldig," sagte Abraham fest. „O Du Kindskopf, der glaubt, daß das Sterben hei uns das Aergste sei", sprach der Alte mit furchtbarem Ernst. „In Rumänien ist das Leben schlimm, oft noch hundertmal schlimmer als der Tod. Kennst Du, die Ms regieren? Ein Pferd, ein Schwein gllt ihnen mehr als Du. Ein rumänischer Rekrut und Jude obendrein! Ueberdies — nichts für ungut, mein Sohn, Du bist ein Mensch von heftigen, unbedachten Sinnen — ein loser Streich von Dir — ein vorschnelles oder übel gedeutetes Wort — und wahrlich, besser wäre Dir, beim Todesengel wohnen, als in den Klauen rumänischer Henker sein." Frau Golde begann bitterlich zu weinen. Sie wollte ihren Mann weder tot nock als Soldaten noch als Gefangenen sehen, sie wollte ihn ganz lebendig behalten und llammerte sich ängsllich um seinen Hals. Ein ehemaliger Schneider ist selten ein Held. Ist er aber noch Jude und Familienvater, so bedarf es wohl nur geringer Ueberredungskünstc, ihm auch die letzte Anwandlung unfriedsamer Gelüste auszutreiben. Im Grunde war Abraham auch garnicht allzu begierig darauf, sich von den Türken oder Chinesen in Stücke schlagen zu lassen oder gar gegen die eigenen Landsleute zu Felde zu ziehen. Er packte daher alle die verständigen und triftigen Gründe, mit welchen er die Befürchtungen seines übersorglichen Schwiegervaters hatte widerlegen wollen, gar nicht erst aus, küßte seiner Frau die Tränen weg und verzichtete auf die Naturalisation und mit ihr auf den nominellen Besitz seines Hauses für immer. Damit war der Friede im Hause Liedertrost wiederhergestellt. Bald darauf kehrte eine große Freude bei ihm ein: Abraham wurde ein zweiter Sohn geboren zum höchsten Entzücken des alten Dann, welcher die Geburt just eines Buben mit so heftigem Hoffen herbeigesehnt, als habe er dem zu erwartenden Enkel einen Thron zu vergeben. „Schwiegervater", sagte Abraham am Abend des Tages, da sein Sohn mit der bräuchlichen Feier und den sie begleitenden, festlichen Schmausereien in den Bund der Väter ausgenommen worden war, „sagt mir doch, was hattet Ihr gestern wieder, wie ehedem, mit meiner Golde so heimlich zu bereden?" Der Alte wurde verlegen, machte allerhand Ausflüchte und sagte schließlich: „Was frägst Du mich? Geh' zu Deiner Frau!" „Nein, Schwiegervater," lachte Abraham, „von Euch möcht' ich es hören, und Ihr kommt mir diesmal nicht los, bis ich die Wahrheit erfahre." Der Alte schnupfte, räusperte sich; da er aber doch wohl oder übel antworten mußte, sprach er ziemlich unwirsch: „Es ist nicht, daß ich Dank darum von Dir verlange. Sie sind mein Blut so gut wie Deines." „Vater, wenn ich Euch verstehe. . ." „Was ist da zu verstehen!?," rief Dann ungeduldig. Schließlich nach vielerlei Umschweifen und Ausreden erfuhr Abraham endlich, daß Dann, wie schon bei der Geburt des ersten Enkels, auch diesmal seiner Tochter ein Wochengeschenk von fünfzehntausend Gulden überliefert hatte, um dereinst ihre Söhne von der Assentierung loszukaufen. „Vater", sprach Abraham, „Ihr meint es so gut; werdet mir nicht böse, wenn ich Euch sage, daß Eure große Güte dennoch ein großes Unrecht ist. Wenn uns Gott die Jungen groß und stark werden läßt, warum in aller Welt sollen sie nicht gegen ihr Vaterland ihre Pflicht tun?" „Dummes Zeug!," brauste der Alte auf. „Pflicht tun! Das ist auch so ein Wort, das von Euch Oesterreichern herrührt.. So lange lebst Du nun unter uns,' hast Du schon gesehen, daß Jemand in Rumänien seine Pflicht tut? Wer was hat, muß zahlen, das ist hier Pflicht bei Jud' und Christ, und anders verlangt es auch, die Regierung gar nicht. Geh', Du Narr! Du allein wirst die Welt nicht ändern. Und was wäre besser dann?" „Ich allein vermag es fteilich nicht," gab Liedertrost .kleinlaut zurück, „aber dächten viele wie ich, wir würden wohl fteier leben und glücklicher sein." „Nun, wo fehlt es Dir denn? Bist Du nicht glücklich genug? Red' Dir nichts herauf!" " . . Im Nebenzimmer erhob sich ein durchdringendes Geschrei. „Das ist Dein Sohn," sagte der Alte vergnügt, „er singt schon wie Du." Abraham eilte dem Klange nach. Und da er die Ml lächelnde Golde sah mit dem drallen, kleinen Schreier in den Armen; da sich seine älteren beiden Kinder ftöhlich an ihn schmiegten, da fragte er sich: „Was^ehlt mir? Ich habe ein liebes Weib und gesunde Kinder; meiner Hände Schaffen ist gesegnet, und meine Habe breitet sich aus. . . Der alte Mann hat Recht, man darf sich nichts heraufreden. Ja, ich bin glücklich!" Zweite sKapitel. Nach zwanzig Jahren. „Helsia!" „Was?" „Du bist furchtbar langwellig." „Die Fahrt macht mich müde. Laß mich, ich wlll schlafen!" „Schlafen in einem rumänischen Eisenbahnwagen! Liebe, süße Helsia, tu' mir das nicht an, ich fürchte mich zu Tode." „Ach, was diese österreichischen Mädchen-töricht sind!" - Frau Helsia Liedertrost ^erhob sich, dehnte und streckte ihre prachtvolle Gestalt, rieb sich die ein wenig verschlafenen Augen und blickte zum Wagenfenster hinaus. „Kaum Czernowitz vorbei," sagte sie gähnend. „Du bist hier noch so wenig in Rumänien wie in Afrika." „Erlaube Helsia, ein wenig näher ist es doch, Euer darkest Rumänin, wenn es auch da wie dort gleich schwarz und finster sein mag." ' „Wo hast. Du das gelesen, was Du da sprichst? Kennst Du unser Land? Du wirst sehen, wir leben angenehm, sehr angenehm." „Da schließt sie schon wieder die Augen!", rief Claudia verzweifelt. „Sage mir, grande marmotte, wenn Du durchaus schlafen mußt, mit wem ich mich in dieser rotsammtnen Einöde hier unterhalten soll?" „Mit diesem." Sie warf Claudia eine große Düte Pralines in den Schoß. „Iß das auf, damit es mir aus den Augen kommt! Und das nennen diese Oesterreicher Konfekt!" „Verzüglich!," sagte Claudia, eine Schokoladenkugel zerbeißend, „ach und hier finde ich sogar Krachs. „Es geht doch nichts darüber. Das muß Sarotti sein." Die junge Frau zuckte die Achseln. „Bei uns würde man den Konfiseur, der solches Zeug, verkaufen wollte —" „Aufhängen," ergänzte Claudia mit ernsthaftem Gesicht. - „Nein, aber ausspotten würde man ihn. Nicht mal Landrins haben sie. So ein elendes Land!" „Keine Landrins - in Wien! Schrecklich! Die Hungersnot ich seifig . . ." Die junge Frau kniff spötfisch die Augen ein. „Meine liebe Claudia, warte ein Jährlein nur oder zwei! Ihr seid wahrlich nicht weit davon. Brot, Butter, Fleisch, wie teuer waren nicht alle Lebensmittel in Wien!" „Arme Frau! Wohntest Du nicht im Hungerturm? Oder war es nur Imperial? Verschwenderin Du, der die ersten Hotels in Wien niemals genügend Luxus bieten konnten." , „Wiener Luxus! Sie wissen sich etwas Großes mit dem Aufwand, welchen sie treiben, diese prahlerischen Abderften an der Donau. Aber wie vieles ließe sich da gewalfig bemängeln! Wie mancherlei, was sich bei ihnen Pracht und Eleganz oder Komfort der Neuzell schelten läßt, gehört wohl längst zu den gebräuchlichsten Attributen unseres Alltagslebens, dünkt uns, den vielgeschmähten Barbaren des Ostens, in unserem kulturentlegenen fernen Tale ein selbstverständliches Zubehör unserer Existenz." Claudia hatte mit dem Ausdruck unverkennbarsten Erstaunens auf die Sprecherin 'geblickt; jetzt schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen und rief in hellem Entsetzen: „Frau Helsia Liedertrost, willst Du im Ernst, daß ich diese rhetorische Wickelschlange als Dein geistiges Eigentum erkennen soll?" „Behüte! Das.ist ein Satz aus einem Briefe meines Schwagers Benno, der in Wien studierte. Und ich habe mir die ganze, lange Geschichte auswendig gelernt, um Dir damit zu imponieren. Lache nicht!. Ihr Oesterreicher seid' eine eingeblldete Nation. Ja, ja, man weiß schon. Als der allgemeine Klugheitsbrei vertellt wurde, habt Ihr mit Euren großen Händen und noch größeren Mäulern schnell doppelte Porfionen errafft. Ach, was habe ich schon alles über die Klemptomanie der Oesterreicher in Europa. . ." „Du meinst Hegemonie, Helsia. . ." . „Ei was, Manie oder Monie, das bleibt sich in so verdrießlicher Beziehung gleich. Was habe ich darüber mit unserm Patriarchen schon ftffc Zank gehabt!" „Unser Patriarch! Wer ist das?" „Herr Abraham Liedertrost. Mein Schwiegervater, aufzuwarten. . . Seit fünfunddreißig Jahren lebt er nun in I. und ist dort festgewachsen, wie nur je ein Baum in fettem Erdreich Wurzel schlug. Seine Kinder, mein Mann, Benno, sein jüngster Sohn, sind dort geboren, sind Rumänen mft Haut und Haar, an Leib und Geist. Und dennoch schaut dem alten Herrn mitunter der Oesterreicher bis über die Brillengläser noch heraus. „Unser Kaiser!" „Unsere Ordnung!," so hörst Du ihn hundertmal des Tages seufzen. Dabei ist er fromm wie ein Rabbi. Aber fürchte nichts, wir Jungen sind längst darüber hinweg. . ." „O Helsia, wisse nur, daß ich wahre Frömmigkeit stets geehrt, ja bewundert habe. Ich glaube, der altjüdische Her? Abraham Liedertrost und die freigeistigprotestar schnell > „D Borlegel Frau. , ganter, Kunst. ' blick hol aus Wir Punkt al lichkeit. schöpfte Boots k und sch! „Jl fährst ni Dich so diesem i „Di Frau H lachen, I er die noch so „Jc legte ih' jungen ' Deine w in roser schwärze! großarfi, — Euer Du mei zum leck Sprache leise uni „Herren! geschmüä rumänist Zungenp gUliri Der mäßig d - wärttgen klassischen Courier" funden. Versen u Buch wir Was Schuß Wir I Wir 1 Wir | Wir 1 Wir 1 Wir s Den i Er sii Voll Durch Wir t Einen Einen Einen Verne! 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