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Neue jüdische Presse · 1914-10-30 · Heft 42 (30.10.1914) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 42 (30.10.1914)
Date
1914-10-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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9tt. 42 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seüe 3. er* ähber er ron en- >lgnig löst twa anoairns ken. -gelenung gedic von hen, vom ein,: ixen* auch ihre Es der die eges «nk- : dic .lich- Lagc ' ist daß I der - ist, der uden 'Uten teichc lafte» von ja&en jUden »tisch Del t den ltlich Ant pl>-L n zur Verfügung zu stellen,, der den Namen »SSrae^ HÄte führen sollen, derzeit unmöglich! geworden ist. Die bereits gesammelte Summe von 10,000 Francs wurde durch Vertreter der Kolonien Rischpn Lezion rtnd Jaffa dem Gouverneur von Jerusalem überreicht. Man nimmt an, daA die für den Bau des Aewplan „Israel" notwendige Summe doch noch zustande kommen werde. Die traurige Lage der Klästinensischen Juden nahm der amerikanische Botschafter Henri Margen th au zum Anlasse, um bei den amerikanischen Juden um rasche Hilfe zu intervenieren. Seine Intervention hatte auch erfreulichen Erfolg, denn die zwei bekanntesten amerikanischen jüdischen Philanthropen Nathan Straußs und Jakob H. Schiff haben dem Botschafter telegraphisch 250,000 Francs als erste Unterstützungssumme überwiesen. Diese SuMMe wird zunächst dazu verwendet, den jüdischen Kolonisten und Handwerkern Vorschüsse zu gewähren. Rituelles Lebe« im Felde. Das jüdische Gesetz gestattet im Kriege, wenn es zur eigenen Erhaltung 'notwendig ist, den Genutz nichltritueller Speisen. Selbstverständlich ist es heilige Pflicht, die Möglichkeit, rituell zu leben, unseren Kriegern zu erleichtern, und man kann es daher nur begrüsten, daß die Freie Vereinigung für die Interessen deZ orthodoxen Judentums — Sitz: Frankfurt am Main, Schützenstr. 14, Telefon Hansa 5653 — für die Herstellung ritueller Konserven gesorgt hat und deren direkte Versendung ins Feld übernimmt. Die Konserven werden zum Selbstkostenpreise geliefert. Es sind vorläufig vorhanden: Tömatensuppe mit Fleischklößen (32 Pfg.), Mohrrüben mit Rindfleisch (36 Pfg.), Graupensuppe mit Rindfleisch (37 Pfg.), Weißkohl mit -Rindfleisch (37 Pfg.), Bohnensuppe mit Rindfleisch (38 Pfg.), Erbsensuppe mit Wurst (38 Pfg.), Kohlrüben mit Rindfleisch (38 Pfg.), Linsensuppe mit Rindfleisch (39 Pfg.) und Linsensuppe mit Wurst (38 Pfg.) Die Dpse wiegt 250 Gramm. Porto für die Dose 10 Pfg. Eine größere Anzahl Dosen als Paket versandt beanspruchen 25 Pfg. Porto. Die Bestellungen werden nur gegen Voreinsendung der Beträge ausgeführt. Die Freie Vereinigung hat ein Rundschreiben an die jüdischen Gemeinden versandt nnd an sie das Ersuchen gerichtet, die Neueinrichtung bekanntzünrachen und aus GeMeindem'itteln ausreichende Zuschüsse zu bewilligen, damit auch die Unbemittelten oder weniger. Bemittelten imstande sind, vpn der Gelegenheit Gebrauch zu machen. l Franz Dil Hai.. (D. KM ' Sohllloratn. 18. Telephon I, 8630. Seifen, Liebte, Kammnnd Bürstenwaren, Besen etc. Coametlache Spezialitäten. I )i ein bi( Sätet rngei gung iferw feilt! e Fa en ii : Fa g dr : bc aten" utag! gttii lnzal Etcnti J w ocher tädte Kol» ceingl ie » : N Die Ergebnisse des Jüd. Natioualsonds. Das Hauptbüro des Jüd. Nationalfonds schreibt uns : Das Resultat der Dreivierteljahresstatistik 1914 mit 488,000 Jk steht gegen dasjenige von 1013 mit 548,000 Jk um 60,000 Jk zurück. Dasletzte Quartal hat 122,000 Jk gegen 204,000 Jk im Vorjahre ergeben. Zum ersten Male haben wir statt eines Zuwachses einen Rückgang der N.-F.-Einnahrnen zu berzeichnen. Bei Betrachtung dieses Ergebnisses muß vor allen Dingen den außergewöhnlichen Umständen Rechnung getragen werden, unter denen die N.-F.-Arbeit während des dritten Quartales' gelitten hat. Die Länder, ans denen der N.-U bisher seine Haupteinnahme geschöpst hat, sind vom Weltkriege derart überrascht worden, daß die Spendeneingänge fast plötzlich aufhörten. Das Hauptbüro hat wohl nach Ansbruch des Krieges sofort Maßregeln ergriffen, um die Verbindung mit den Vertrauensmännern in den betreffenden Ländern zu sichern. Zunächst wurde veranlaßt, daß an Stelle der einberufenen Vertrauensmänner in den kriegführenden Ländern Ersatzleute bestimmt wurden, die vor allem für die Ablieferung der ausstehenden Spenden, besonders don der Herzl-Jahrzeitspende, bemüht sind. Sodann ist Wor- .sorge getroffen, daß eine regelmäßige Arbeit in denjenigen Gegenden wieder einsetzt, die vom Kriegsschauplatz entfernt nnd wirtschaftlich weniger in MitleidensKast gezogen sind. Allmählich beginnen denn auch die Spenden regelmäßiger einzuflietzen. Allein die Sicherung und Fortführung der vom Nationalfonds in den lchten Jahren geschaffenen Kolo-' nisationsunternehmungen lassen es dringend geboten erscheinen, zumindest diejenige Spendenhöhe zu behaupten, die im letzten Jahre erreicht worden ist. Und da tero kommen hierbei hauptsächlich die neutralen Länder in Betracht nnd jene, die nicht unmittelbar vom 'Kriege betroffen werden. In erster Linie richtet sich unsere Hoffnung auf Amerika, das Land, das das größte Zentrum leistungsfähiger jüdischer Massen beherbergt, die sich immer mehr zu einem der stärksten Machtfaktoren des modernen ' Judentums entwickeln. Es scheint uns nicht zu viel, daß Amerika den Ausfall wettmacht, den der N.-F. in Rußland durch' den Krieg erleidet. Gleich den Bereinigten Staaten werden aber auch hoffentlich die anderen überseeischen Länder, deren Wirtschaftsleben im Verhältnis zu Europa nur geringe Störungen erfährt, es als ihre Pflicht erachten, an die Stelle der versagenden jüdischen Zentren in Europa zu treten. Das Hauptbüro hat einen bereits" seit langem gehegten Plan zu einer Reorganisation der N.-F.-Arbeit in den überseeischen Ländern auszuführen begonnen und zu diesem Behufe kürzlich bewährte Mitarbeiter dorthin entsendet. , So sehr die Arbeit in den voin Kriege unmittelbar betroffenen Ländern erschwert ist, so berechtigen die Ergebnisse an einzelnen Orten doch schon zu der Annahme, daß unsere Freunde und Vertrauensmänner allmählich auch in diesenl "Gebieten Mittel und Wege finden werden, die Eingänge wieder in Schwung zu bringen. Alls dem Reserve-Lazarett, der Jsraelittsche» Erziehungs-Anstalt zu Ahlem. Seit nunmehr acht Wochen ist das Reserve-Lazarett der Israelitischen Erziehungs-Anstalt zu Ahlem mit seinen 80 Betten voll belegt. Die Verwundeten erholen sich dort sichtlich und nehmen schnell an Körpergewicht zu. Hierzu tragen nicht wenig die günstige Lage des Grundstücks, die prachtvollen Balkons und die weiten Gartenanlagen bei, die von den Verwundeten, soweit sie dazu in der Lage sind, fleißig zu Spaziergängen benutzt werden. Dank dem Entgegenkommen des- Herrn Dr. med. Caro- Hannover konnte eine medicomechanische Station eingerichtet und dem Lazarett somit ein weiterer Heilfaktor gewonnen werden. Den Verwundeten wurde manche Freude nnd Anregung geboten. Hannoversche Künstler, Musiker, Opernsänger, Rezitatoren sowie Instrumental-Bereinigungen nnd Gesangvereine wetteiferten in dem Bestreben, den tapferen Kriegern angenehme Stunden zn bereiten. Eine ganz besondere Freude wurde den Verwundeten durch den Besuch der Frau General-Oberst vo nHindenburg zuteil. Unter Führung des leitenden Arztes, Medizinalrat Dreves, und der Kommission für die Errichtung des Hilfslazarettes, Frau Marie von Alten, Herrn und Frau Sartorius Rheinhold, Herrn und Frau Landrat Roßmanu und Herrn und Frau Direktor Silberberg, besichtigte Ihre Excellenz, die in Begleitung der Gräfin Crayenberg erschienen war, die Einrichtungen des Lazaretts. Auf eine Ansprache des Direktor Silbcrberg, die in einem Hoch auf den um fein Vaterland Io verdienten General-Oberst und seine Familie endete, dankte Frau von Hindenburg und versprach, ihrem Gatten von den im Ahlemer Lazarett verlebten Stunden zu berichten. Eine von Ihrer Excellenz in Aussicht gestellte Wiederholung des' Besuches wird den Verwundeten Ehre und Freude bereiten, denn die liebenswürdige Weise der Gattin unseres Hiirdenburg ist von tiefem Eindruck bei allen irn Lazarett Anwesenden geblieben. Aus atXex Wett. Deutsches Reich. Frankfurt a. M. Die „Franks. Ztg." brachte MoMag früh die Notiz, daßj Tschapliuski, der antisemitische Staatsanwalt im Beilis-Pr o zetz, der sich bei Ausbruch des Krieges in Bad Homburg in großer Not befand, dem „Rjetsch" zufolge vom Jüd. Hilfsverein 800 Jk zur Heimreise nach Rußland erhalten habe. In ihrer ersten Morgenausgabe vom Diestag teilte die „Frkf. Ztg/' dann mit, daß weder der Hamburger noch. der Frankfurter jüd. Hilfsverein in Frage komme. Da in hiesigen jüd. Kreisen auch die Meinung bestand, der »Hilfsverein der deutschen Juden" in Berlin habe das 'Geld gegeben, so fragten wir bei diesem an und erhielten nun folgende telegraphische Antwort: „Staatsanwalt Tschapliuski ist weder durch den Hilfsverein noch aus 'Mitteln des Hilfsvereins unterstützt worden. Wenn überhaupt eine Unterstützung erfolgt ist, so kann dies nur aus den Mitteln der russischen Regierung durch" das Unterstützungskomitee für bedürftige Russen im Aufträge der spanischen Botschaft geschehen sein." ' Berlin. Den ersten Vortrag des WiMerhalbjahres im „Verein für jüd. Geschichte und Literatur" hielt Professor Dr. Ludwig Stein. Er sprach über das Thema die deutschen Juden und der Krieg. Er zog u. a. eine Parallele zwischen Grey und Fürst Albert von Monaco. Beide sind Spielfürsten. Auch Grey .holt wie die Spielbank in Monaco alle Leute heran, schwarz und gelb, braun und weiß, um ein frevelhaftes Kazardspiel zu spielen. Er meinte u. a. ferner: Wir Juden sind stets mit der. deutschen Kultur verbunden gewesen. 9/io aller Juden der Welt sprechen jüdisch-deutsch als Muttersprache. Nur die deutsche Kultur hat uns Juden die Form des Aufstieges zur Klassizität gebracht. Zur Klassizität haben die Juden es auch nur in der deutschen Kultur gebracht. Rußland. Petersburg. Der Petersburger Vertreter der „Guerre sociale" schreibt über die . Juden frage in Rußland: Nachdem im gegenwärtigen Kriege jüdisch-russische Soldaten heldenhafte Taten ausgeführt hatten, erwartete man die Bewilligung irgendwelcher'Rechte an die Juden. Nichts ist in dieser Hinsicht geschehen. In dem Zuge, in dem sich am! 10. August auf der Reise nach Mosmu der Zar mit seinen Ministern befand, wurde die Judenfrage besprochen. Der Kriegsminister General Suchomlinow war für die politische Emanzipation der Juden, die Minister Kasso und Schtscheglowitow waren dagegen. Das Manifest des Zaren aber blieb stumm über die Frage. Seit einigen Tagen beginnt die nationale Presse Petersburgs von neuem eine antisemitische Propaganda. Minister Kasso hält alle willkürlichen und einschränkenden Maßnahmen gegen jüdische Studenten und Schüler weiter aufrecht Der Minister des Innern Mallakow befahl den Gouverneuren, die Juden im Ghetto zurückzuhalten. Nach der „Rjetsch" werden jüdische Frauen und Kinder, die aus den vom Feinde überschwemmten Gebieten geflohen sind, wieder zurückgeschafft, während ihre Männer und Väter sich zu Tausenden in den Kämpfen töten lassen. Amerika. Rew-Aork. In dem vorigen Berichte würdigte» wir den Hachnosas Aurchim- Verein; heute sei mit der Schilderung der Tättgkeit hiesiger jüdischer Wohlfahrtsvereine fortgefahren. Hebrew Free Loane Society (Gemilus Chassodim) unterstützte in der Zeit vom 1. September 1913 bis 1. September 1914 22,652 Juden mit 660,850 Dollar. Mauschaw Sekeinim ,^3enaus Jaakauw" — 301—303 East Broadway — gewährt 190 jüdischen alten Leuten ein gemütliches Heim. Die Anstalt hat ein neues Baugrundstück gekauft; - auf diesem soll ein Gebäude aufgeführt werden, das für tall send alte Leute Heim bietet DerJüdische Kindergarten — 35—37 Mont» gomery Street — gibt 250 armen jüdischen Kindern während des ganzen Tages Aufsicht und Verpflegung-. Er verausgabte im letzten Jahre 18,000 Dollar. Es ist noch Platz für weitere 2o0 Kinder vorhanden, aber die Mittel fehlen. Cafe Kaisergarten am Öpernplat* Erstklassiges Familien-Cafö Nachmittags Konzerte. Fr. Hansalmann, Besitzet. Der Krieg und die deutschen Jude«. Frankfurt a. M. Bon Dachdeckermeister Julius Lang, jObermainanlage 2, stehen sieben Brüder im Feld, darunter 2 zur See. Frankfurt a. M. Der österreichische Leutncmt Otto Altmann, Ingenieur bei den Deutschen Motorenwerken in Oberursel, ein bekannter Sportsmann, zeichnete sich in dem Belagerungskampf von Przemysl hervorragend aus. Frankfurt a. M- Das Eiserne Kreuz erhieüe» Assistenzarzt Dr. Moritz Bachrach-Reichensachsen beim Königs-Ulanen-Reg. 13, Moritz Bing, Sohn des Herrn K. Bing, Wingertstr. 3, Unteroffizier d. R. Jnf.-Reg. 87, Dr. med. Karl Frenkel, Sohn des Herrn Jacob Frenkel, Sandweg, Referendar Max C a h n, Sohn der Frau Margarethe Cahn Wwe., Bürgerstraße 4, Dr. Jsaac Horovitz, Sohn der Frau Rabbiner Dr. Horovitz Wwe., Langestr. 20, Vizefeldwebel Manfred Rosenblatt, Sohn des Herrn Jsaac Rosenblatt, Fichtestraße 7, Dr. Bernhard Rosenthal , Eschersheimerlandstr. 26 und H'einrichFürth Friedberg-Wiesbaden. Berlin. Dr. med. Fritz Munk, Prof. Dr. Julius Citron, Referendar Kurt Landauer, Dr. med. Bruno Glaserfeld, Referendar Ernst Türk, Dr. med. Martin Hirschberg, Dr. med. Ernst Rosenfeld, Dr. med. Maximilian Goldschmidt, Referendar Siegfried Loeb, Chemiker Dr. Bernhard Landau erhielten das Eiserne Kreuz. Köln a. Rh. Dr. jur. Artur Heidenheim, Leutnant im 20. bayer. Jnf.-Reg., Martin Lion, Dr. Artur Liebmann, cand. ing. Artur Löwenstein, Fritz Meyer, sämllich von hier, und Rudolf Wal-ter-Siegburg erhielten das Eiserne Kreuz. BreSla». Max Cohn. Oskar CreutzberAer, Dr. med. Samosch, Dr. med. Herbert Stranz, Martin Wald st ein, Sieg m. Loewe, Lubinski und Goldmann, sämllich aus Breslau, und Referendar Dr. Ernst Kohn-Gleiwitz erhiellen das Eiserne Kreuz. If 1 l | i«i Karlsruhe. Mit dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: Dr. med. S. Moos-Konstanz, Rabbinatskandidat Samuel Brom-Sttaßburg, Unterarzt Albert Weihl, Sohn des Vorstehers JosephWeih! in Homberg. Mannheim. Der Jüd. Wandervogel Blauweiß hat sich dieser Tage in den Menst der Qeffentlichkeit gestellt. Auf Veranlassung. seines Vorsitzenden» Rechtsanwalt Dr. Otto Simon, haben sich einige hiesige Wandervogelgruppen — unter Ausschluß des antisemittschen Wandervogels — zusammengetan und unter Leitung des Ausschusses für vaterländische Veranstaltungen einen Wandervogelabend zn Gunsten der Rot-

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