Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 41 (23.10.1914)
- Date
- 1914-10-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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icn: iber er» den tart sicht eniicht leses Ilen lnckbie »and ercn tocit des llgcn älfesich gilt > die seine h in kololiger Iten, oder das eine Kr. 41_,; - aus M v l b a u h e i n zu seinem Hauptntann und >at, das Wagnis unternehmen zu dürfen. Auf dem Boden kriechend, gebrauchte der Tapfere etwa eine Stunde, bis er, den Verwundeten mit. sich chleppenb, wieder bei seiner Truppe anlangte. In der siegreichen Schlacht bei Uzsok kämpften auf Seite der Oesterreicher 160 zionistische Freiwillige aus der Ukrcine, die als Vorrosten so lange heldeninütig den übermächtigen Angriff der Russen abwehrten, bis die Verstärkungen eintrafcn. Der konnnandierende General äußerte sich sehr lobend über diese heldenhaften Jünglinge. Die Jünglinge verdienen auch deshalb ne größte Bewunderung, weil sie vom Feinde als Freischärler betrachtet werden und so bei der Geängennahme deni Tode verfallen. Julius Reif, dessen Heldentaten in allen österreichischen Landen bekannt geworden sind, ist; es allen. Wie erinnerlich, war er für seine Leistungen zum Feldwebel befördert und vont Kaiser mit einem Geldgeschenk bedacht worden. Den Heldentod starben u. a. ferner Fähnrich Karl Fürth-Budweis, Oberstleutnant Adolf Flecker, der Kommandant des 20. Landwehr- Regiments, die Regimentsärzte Dr. Bernhard Mund und Dr. Lasar Stern-Lemberg, Ingenieur Kadett Lipa Schorr-Borislaw, und »er Lemberger Advokat Leutnant Dr. David Hirscheles, die letzten zwei begeisterte Mitglieder der zionistischen Organisation. die h zu lisch« über-; die »icfcn ehen, »udeil Wir Koinendaß ange- Ver » von merisema, incni- : Erstellt leiten er ii r an d« »mm vereriffli ötigci rlästiungci »wer« Grüß füi Kris AUS alTer Wett. Deutsches Reich. Frankfurt a. M. Aut unsere vorwöchentliche Notiz, die ein Vo kommnis. welches das Verhältnis Rabbiners Dr. Breuer zur Agndas Jisro el-Organisa tio n wieder einmal feststellte, beleuchtete, erhalten wir ein „Dementi", bas im entscheidenden Punkte nur eine Betätigung unserer Notiz ist. Das „Dementi" kantet nämlich: Durch die verwandschaftlichen Beziehungen der betr. Persönlichkeit zu Rabb. Dr. B. kam es zwischen ihnen i»i einer Aussprache, wobei der betr. Herr wie schon rüher den Eindruck geivann, daß Herr Rabb. Dr. B. die Ausübung einer Lehrtätigkeit in der Agndas Jisroel, bevor ihre Statntenfrage geregelt sei, nicht gern sähe. Als Schüler Rabbiners Dr. B. glaubte der Betreffende verpfliehtet zu sein, auch ohne ausdrückliches Verbot die Konsequenzen dieser Aenßernng ziehen zu abgcIsollen." Welchen ■ Unterschied es ausmacht, ob Herr Rabb. Dr. Breuer die Lehrtätigkeit seines Schülers, in der Agudas Jisroel verbietet oder ihm mir. sagt, daß w es „nicht gern sähe", vermögen »vir nicht einzuehen. Das allein Entscheidende ist, daß Herr Rabb. Dr. Breuer es zu verhindern sucht, daß innerhalb der ungen Mitglieder der Agndas Israel das Taurohwissen »erbreitet werde.' Dies ist nicht nur charakteristisch ür die Stellung der Herrn Rabb. Dr. B. zur Agudas Israel, sondern zeigt auch, wohin die Verschmelzung Politischer Gesichtspunkte mit religiösen führt; denn daß die Verbreitung von Taurohwissen, gleichviel in welchen Kreisen, eine Mizwoh ist und nur im Interesse der Orthodoxie liegt, wird auch Herr Rabb. Dr. B. nicht bestreiten können. Rußland. Petersberg. Die „Ruskoje Wjedomosti" mußte 3000 Rubel Strafe ■ hn Sttbfen, »veil sie einen Artikel brachte, in dem Fürst ■i oa Trubetzkoi die Gleichberechtigung derInden : aua empfiehlt. Mit Ausnahme der in dieser Zeit unmögdcn äch gewordenen Judenausweisungen hat sich in der Judenpolitik der Regierung arisch nicht das geringste geändert. Interessant ist, daß die Juden in iveit höherem Maße zum Militär ansgehoben »verden als die Richlinden; man verweigert jenen die gesetzlichen Befreiungen so weit als möglich. Wäre es der Regierung doch am liebsten, »venn alle jüdischen Soldaten erlls m schossen lvürden; sie hätte dann einen Teil der Juden- :lingß Page int Sinne Ihrer Jrldenpolitik bequem gelöst. >es z> dies« malw ft un gehe» WOLFS-ECK Diejropularste Cigarre unsortiert 12H sortiert 15J) G.M.HOL.Z J Hoflieferant flieferant FRANKFURTaM Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Amerika. New-Nork. Einer der wichtigsten und segensreichsten Vereine der Juden des Ncwyorker Osiends ist der Verein Hebrew S heltering and Immigrant Aid Soeiety (Hachnosas Aurchim) in der 229—231 East Broadway. Der Verein empfängt die jüdischen Einwanderer bei ihrer Landung und sorgt für sie» bis sie einen Erwerb haben. Im abgelaufenen Jahre 5674 hat der Verein trotz der wirtschaftlich so ungünstigen Zeit über 112,000 jüdische Einwanderer in Empfang genommen, für mehr als 4000 Juden, die die Einwanderungsbehörde zurück- »veisen wollte, bei den höheren Behörden die nötigen Schritte getan, 2064 Personen mit einem. wöchentlichen Verdienst von 3—25 Dollar untergebracht und 5643 Personen während durchschnittlich 3—4 Tagen kostenlos Wohnung und Kost geloährt. Mehr als 21,000 Einwanderer benutzten seine Jnformations- und Erziehungs- Abteilungen. Der Verein ist bereits mit den Vorbereitungsarbeiten für die große Einwanderung beschäftigt, die voraussichtlich gleich nach dem großen europäischen Kriege mit seinen wirtschaftlich so verheerenden Folgen einsetzen dürfte. _ Der Krieg und die deutschen Juden. Frankfurt a. M. Das Eiserne Kreuz erhielten u. a. Dr. Siegm. Heichelheim, Regiments- und Stabsarzt im 81. Jnst-Reg., Rechtsanwalt Dr. Uu gnst Nathan- Ulm, Leutnant im 120. Inf. - Reg., cand. med. Albert Eck st ein - Ulm, Paul Süßholz- Cassel, Willy .Oppenheim-Schenklengsfeld, Berthold Victor- Rhina, Adolf Brande -Bierstadt bei Wiesbaden, Hermann Gutheim-Fritzlar, Felix Merzbach-Magdeburg, Dr. med. Greiffenberg- Magdebnrg, Hermann Rosenau-München, Dr. Centawer-Myslowitz, Otto Jülich-Remagen, Dr. PaulJacob i -Sayn und Lehrer S a ll i N n ß b a u m - Zimmersrode. Frankfurt a. M. Siegfried Wartenberg, Gefreiter der 5. Kompagnie des Inf.-Reg. 81, erhielt am 5. Oktober das E i s e r n e K r e u z für hervorragende Leistungen als Patronillenführer. Frankfurt a. M. E r i ck F a l k. Reisender der Firma Goldschinidt n. Loevinger, erhielt unter gleichzeitiger Beförderung zum Unteroffizier das Eiserne Kreuz. Breslau. Das Eiserne Kreuz erhielten Obera'zt Dr. med. Hugo Hanf, Gerichtsassessor Dr. Georg H a r t m a n n , Bert hold G u t t m a n n (Sohn des Herrn Max Guttmann, Reuschestr. 51) und Heinrich Joachim Auerbach (Sohn des Kaufmanns Paul Anerbach, Tauentzienpl. lb). Georg Sternberg (Sohn des Herrn Julius Stcrnberg, Gntenbcrgstr. 40), sowie Dr. med. Martin B i b e r st e i n und Dr. med. A r n o l d F u ch s. Berlin. Die „T o h n b e e Halle" der Berliner Logen UOBB. hat in ihrem Heim, Gipsstraße 12a, eine K r i e g s s'p c is e an st al t errichtet, in der jedermann für 10 Pfennig ein Mittagbrot verabreicht erhält. Es werden jetzt bereits 400 Bedürftige täglich gespeist. Der Selbstkostenpreis beträgt 40 Pfennig pro Person. Der Mehrbetrag wird durch die Kasse der „Toynbee- Hallc" gedeckt. Berlin- Willy Loewh, Bizewachtmeisterim Garde- Kürassier - Reg., siel auf dem Felde der Ehre, nachdem er kurz vorher fürs Eiserne Kreuz vorgeschlagen war. — Varieteküustler Sieg »i u n d Flatow , Unteroffizier Bruno Cohn, Landwehrmaiin Leo Bloch und Dr. med. Heinrich Barth erlvarben sich das Eiserne Kreuz. Bad Homburg. Dr. Siegfried Goldschmidt, Oberarzt d. R., erhielt das Eiserne Kreuz. 'Nürnberg. Zum Kapitel jüdischen Heldenmuts sei folgendes berichtet: Zn einer äußerst gefährlichen Patrouille iin französischen Feindesland meldete sich n. a. der Einjährig- Freiwillige! M a x Karpf, Sohn des Herrn Joseph Karpf senior hier. Der Hauptmann machte ans das Gefahrvolle der zu unternehmenden ''Aufgabe besonders aufmerksam; wer zurückkomme, »vcrde das Eiserne Kreuz erhalten. Dieser »oohlverdienten Auszeichnung sollte sich Max Karpf jedoch nicht mehr erfreuen, denn ein Kopfschuß machte dem jungen Leben dieses braven, guten Menschen ein Ende. Regensburg. Rechtsanwalt Dr Fritz Oettinger. Leutnant d. R. im daher. Jnf.-Reg. 1l, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Personalien n. Kleine Mitteilungen. Lffeubach a. M. Vergangenen Sontaq morgen strömte eine unübersehbare Menschenmenge nach dem hiesigen Friedhof, um der Beerdigung des Unteroffiziers Willi Strauß beiznwohnen. Am 22. August wurde er in der Schlacht bei Neufchäteau so schwer ver»vundet, daß er drei Tage darauf im Feldlazarett verstarb und mit einigen anderen Kameraden in fremder Erde bestattet wurde. Nach vieler Mühe gelang es endlich den Angehörigen, die irdischen Reste des Verstorbenen hierher zu überführen und den Toten neben der Ruhestätte seiner kürzlich verstorbenen Mutter beiznsetzen. Zn dieser letzten Fahrt des Kriegers hatte sich ein großes Trauergefolge eingefunden. Eine Musikkapelle eröffnete den Zug. Hierauf kamen die hiesigen Militärnnd Kriegervereine, Vertreter der Stadt und zahlreiche Freunde des Verstorbenen. Nachdem die Ehrensalve verhallt war, hielt Rabbiner Dr. Goldschmidt eine Seite 3. tiefempfundene Grabrede, in der er den Heldentod fürs Vaterland pries und dem Mgeschiedenen warme Worte der Ehre nachrief. Zahlreiche Kränze wurden am Grabe niedergelegt» ein Zeichen, welch großer Beliebtheit sich. der Verstorbene überall erfreute. Die Kapelle spielte daraus „Wie sie so sanft ruhen", und langsam nahm die große Trauergemeinde von der stillen Ruhestatt Abschied. Nürnberg. Geheimer Hofrat und Justizrat Gustav Josephthal, Ehrenvorsitzender der jüdischen Gemeinde, ist im 84. Lebensjahre verschieden. Köln a. Rh. DieDirektion desjüd. Nationalfonds fordert zu Spenden für den David und Fanny Wolfssohnsonds auf, um das Andenken des großen zionistischen Führers zu ehren. Der Fonds, der die Errichtung voir Arbeiter-Familienhäusern in Palästina bezweckt, hat erst eine Höhe von 32,000 M. Der Betrag ist bereits zu Wolffsohns Lebzeiten für die Zwecke des Fonds angelegt worden. Basel. Das Opfer eines militärischen Unfalls wurde» eand. jnr. M. ' Jules Goetschel» ein sehr befähigter junger Mann, das einzige Kind seiner Eltern. Sein Vater ist einer der angesehensten Anwälte der Schweiz. — Das Züricher „Israelit. Wochenbl." meldet ans dem Elsaß: „In vielen jüdischen Gemeinden des Elsasses mußte der diesjährige Kol-Kidre-Gottesdienst unterbleiben, weil nach den während der Zeit, da in der Nähe Kämpfe stattfinden, geltenden Vorschriften» von Abends 6 Uhr an keine Versammlungen stattfinden dürfen. In Gebweiler durfte am Rosch-Haschono nicht Schafor geblasen werden, und auch beim Regimentskommandanten könnte hierfür keine Erlaubnis erwirkt werden. Es erregt Befremden, daß in einigen Gemeinden, wie Thann und Colmar, die Herren Rabbiner unter den ersten waren, die bei Ausbruch des Krieges die Stadt verließen, während es nach allgemeiner Meinung gerade in dieser traurigen Zeit die Pflicht der Rabbiner wäre, im Kreise ihrer Gemeindemitglieder auszuharren, um den Bedrückten und Betrübten Trost zuznsprechen." Rew-Aork. . SDr B Epstein, Beamter des Zentral büro des Jüd. Nationalfonds in Köln, ist via Haag mit der „Potsdam" hier eingetrossen, um in Amerika, für den Jüd. Nationalfonds zu propagieren. Dr. E. ist ein glänzender Volksredner. Frankfurter Berichte. Verein „Mekor Ehajim". Der Lehrplan für das Winterhalbjahr sieht für jeden Tag Lehrgänge aus den verschiedensten Gebieten des jüdischen Schrifttums vor und bietet sowohl Anfängern wie Fortgeschrittenen Gelegenheit, ihr jüdisches Wissen zu erweitern. D'ie Teilnahme steht auch Nichtmitgliedern jederzeit — und zwar kostenlos — frei. Die Lehrgänge finden teils iin Vereinskokale Langestraße 18 teils im Hörsaal der Synagoge Friedberger Anlage — besonders die, die sich Gottesdiensten anschließen — statt. Jüdischer Turnverein. Wie auf allen Gebieten, so hat auch in unserem Turnverein der Ausbruch des Krieges weitgehende Veränderungen hervorgerufen. — Wie wir mit Stolz und Genugtuung feststellen können, ist der größte Teil unserer Turner zu den Fahnen geeilt und bewährt sich dort in den Tugenden, die wir in eifriger Selbsterziehung zu einem kraftvollen Menschengeschlecht aus dem Turnplan geübt haben. In der ersten Zeit mußte der Turnbetrieb gänzlich' ruhen. Doch bald konnte die Herrenabteilung, wenn auch in.kleinerem Maßstab, das Turnen zu gewohnter Zeit Dienstag abends 8V» Uhr in der Selektenschule, Eiserne Hand 4, wieder ausnehmen. — Neuerdings haben,wir beschlossen, auch das Turnen der Damenabteilung in vollem Umfang wieder zu beginnen. Wie früher findet dasselbe jeden Donnerstag Abend von 8-/2 bis 10 Uhr. in der Turnhalle der Herdcrschule, Wittelsbacher Allee 6, statt. Wir hoffen, daß sich das Damenturnen derselben regen Teilnahme erfreuen wird wie im Vorjahre. — Auch die Ruoerabtcilung mußte ihre Tätigkeit einstellen, weil das Befahren des Mains untersagt wurde. Hoffen wir, daß iin kommenden Frühjahr zu einer Zeit der Ruhe und des Friedens unsere Boote ihre Furchen wieder durch die Fluten ziehen werden. „Monteüore'-Verein. Aus einem Rundschreiben des Vereins an seine Mtglieder und Freunde geht hervor, daß die seitherigen Veranstaltungen — Schiurim, Freitag - Abend- Zusammenkünfte, Hebräische und Fremdsprachliche Unterrichtskurse, Stenographiennterricht, Bibliothek usw. —: wieder in vollem Umfange ausgenommen werden. Namentlich die älteren Mitglieder »verden aufgefprdert, zum Gelingen des Programmes, dessen Durchführung gerade in dieser bewegten Zeit von besonderer Wichtigkeit ist, beizutragen. Mit besonderem Nachdrucke wird qus den erweiterten und mustergültig durchgesührten Tnrnkurs hingewiesen, ebenso auch auf die Gelegenheit, sich an den militärischen Borbereitungskursen zu beteiligen. Aus dem VortragsprogrammderMittw och- Abende, die am 28. d. M. mit einer musikalischdeklamatorischen Veranstaltung eingeleitet werden, sind vor allem zwei Cyklen hervorzuheben, die gleich stark in die Geschichte Deutschlands und der deutschen Juden eingreifen, daher aktuell sind. Dem Einführungsprogramm ist eine Beilage der Wandergruppe beigegeben, die kennzeichnet, daß auch diese so .rührige Institution des großen Vereines