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Neue jüdische Presse · 1914-10-02 · Heft 39 (2.10.1914) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 39 (2.10.1914)
Date
1914-10-02
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Heute möchte ich einem sicherlich oftmals Gekränktem ein wenig Genugtuung verschaffen, nämlich unserem Landjuden. Unser Bataillon war in den ersten Tagen der Mobilmachung ins Rheinland marschiert und dorten wochenlang festgehalten worden. Wir lagen in kleine» Dörfern, wo keine Juden wohnen, bei recht braven Bauern im Quartier, die ja alles aufboten, um nach dem ziemlich anstrengenden Dienste unser Leben angenehm zn gestalten. Di.e Nachrichten der großen Welt drangen spärlich in die abgelegene Gegend. Nur die Depeschen hielten uns auf dem Lausenden. Die Bauern hörten durch uns — und wollten durch uns orientiert und beehrt werden. In lihren niederen Stuben entwickelt ich chohl ihr praktisches Bauernleben, — ihre geistigen 'lnsprüche sind und! bleiben bescheiden. Ich hörte von alten Bauern recht schöne Lebensweisheiten, doch das anregende geistige Verlangen konnte und durfte ich hier nicht suchen. Die Jomtowim näherten sich und mit ihnen die Möglichkeit, auf diesen Plätzen bleiben zu müssen. Da — wie eine Fügung —> bringt uns ein Armeebefehl zurück in die Nähe der Kommandostelle. Das Glück ivollte, daß ich bei Juden einquartiert wurde. An einem Freitagvormittag rückten wir in B., einem kleinen Platze, ein und bald konnte ich meinen Quartierzettel in einem sauberen kleinen Häuschen abgcben. Es wurde auf Schabbos gerichtet. Der Borplatz mit den blankgewaschenen Ziegeln war mit Tüchern gedeckt, damit er zum Feste in seiner Reinheit glänze. Im weiten Hose, an dein die Stallungen stoßen, gackerten die Hühner Und stolzierten die Hähne, und drinnen im Hause hing die Haustochter frisch gebügelte Vorhänge an die Fenster. Die Schabbeslampe hing frisch geputzt in der Ecke, und als ich jabends nach dem Dienste ins Haus trat, da glänzten mir nach wochenlangem Entbehren die Sabbatkerzen entgegen, ich hörte wieder einen Kiddusch, und mein Herz wurde weit. Ich fühlte mich so wohl, tute ich in all den vergangenen Wochen mich nicht fühlte. Unser Kommandeur hatte uns am folgenden Morgen den Dienst frei gegeben, und vollzählig waren wir in der kleinen „Schul." Am Ercw - Roschhaschonoh in aller Frühe — .woran wir eben ja gewöhnt sind — .wie auch nur ersten Tag Jomtow konnten wir dem Gottesdienste bcilvohnen. Da war ich nun ordentlich gepackt von der „kewono", von dem Gefühl, das diese einfachen Menschen in ihr Gebet legen. Ein älterer Mann betete am Jomtowmorgen das „Ribann kol. hoaulomim." Mit fester Stimme begann er- Dieses Gebet, gerade wie für die heutigen schweren Tage geschrieben, zwingt uns zur. Einkehr; — unsere Blicke verdüstern sich und schwere Seufzer entrinnen unserer Brust. — Die Stimme bricht, und lautes schluchzen erfüllt den kleinen Raum. Da half kein Zähnezusammenbeißech wir wurden mitgerissen, denn alle tragen wir mit an dem schweren Leid. Ein jeder von uns hat teure Lieben vorne in der Front; — zu ihnen eilen unsere Gedanken, ihnen gelten unsere Gebete. Doch neue Hoffnung strömt in unser Herz, die Stimme kräftigt sich bei der Verheißung der Gerechtigkeit und des Friedens, ■ . Vor der „Schul" versammelt sich die kleine Gemeinde, und hier nun äußert sich die Verschiedenheit unserer Glaubensgenossen von den umgebenden Bauern am .stärksten. Hier ist Angeregtheit, denn in den jüdischen Häusern sinden wir größere und die größten Tagcsblätter, die sie unterrichten. Wir können uns doch wieder aussprechen und Gedanken answechseln. Bon der Verpflegung will ich gar nicht sprechen. Die guten Leute reißen sich um die jüd. Soldaten. Mit Mühe beschwichtigen wir die Eifersüchteleien unter unseren Quartierwirten, wenn es einem „Balboos", der keinen jüd. Soldaten in Quartier bekommen hat, gesungen ist, mindestens doch! zum Kaffee mit Kuchen oder zum Abendessen einen von uns zu erhalten. Das goldene jüdische Herz offenbart sich hier wieder, stärkt uns Soldaten doppelt und bringt uns freudiger zum anstrengenden Dienst zurück. "Also, Hut ab für die Folge vor dem Landjuden, der uns die Heimat erstehen läßt, wenn wir auch, weit von unseren Lieben entfernt sind. Leben Sie 'wohl, l. Freund. Was hie nächsten Tage bringen, weiß nur ginser Herrgott. Hoffen wir immer das Beste und gehen guten Dtutes vorwärts. A R. „Mlchomoh". Eine homiletische Fest- und Zeitbetrachiung von Dr. May. , „Vehojoh keqorowchem el ba-milchomoh, venigasch ha tauhen vediber el hoom; voomar alehem: scliema jisroal, stem qereivim hajanm la milchomoh al aujeveicbem etc. (5. B. M. K. 20) Wenn ihr unmittelbar v'or dem Kriege steht, dann soll vortreten der Priester und zum Volke svrechen, es jo anreden: Höre Israel, ihr zieht heute in den Kampf Wen iunsere Feinde, zaget und zittert nicht, denn Gott, euer Gott geht ‘mit euch, um für euch zu streiten und euch zn -helfen. - ■ ' .7. - Frankfurter Fsraelitisches FamilieMatt. Oft hatten wir bei gemeinsamen Betrachtungen Gelegenheit, uns in die unerschöpfliche Tiefe der Wortbedeutungen der heiligen Sprache zu versenken. Wie oft hat sich im Worte uns die neue Weltanschauung enthüllt. Wie ganz anders stellte sich uns dar der Ausdruck „Jahr" und die Bezeichnung: Schonoh eigentlich: das immer Wiederkehrende, der Ausdruck Welt und die Betzeichnung „Aulom", das die Forderung des „oloh", des geistig-sittlichen Aussteigens an Uns stellt. Und nun dürfte es nicht minder interessant sein, sestzustellen, daß 'die 3 Buchstaben, die „Lechem" Brot bedeuten, 'dem Worte „Mlchomoh" zu Grunde liegen und die von göttlichem Hauch durchvehte Sprache uns kündet: Jeder Streit und jeder Kampf, er ist im letzten Grunde ein Kampf mUs Mot, und unser Vers würde dann sagen: wenn ihr herantretet zum Motkampfe, soll herzutreten der Priester: „se Kohen moschuach milchomoh" sagt der Talmud, das ist der Priester, der die heilige Be-, stimmung bekommen hat, einzutreten in den großen Motkamps, in den Lebenskrieg, das bist Du selbst, Angehöriger des „Mainleches Kohanim" des Reiches der, Priester, du sollst zu dir selbst hcrantreten, du sollst die 'Kraft der Selbstbestimmung haben, um dir die Losung zu geben für diesen Kampf und nicht angehen einen Priester, einen Priester, der die „Milchomoh"", des' Lebens harten Kamps, der Sinnen und Begierden harten Streit nicht kennt, wie du ihn kennst, du sollst es vorher dir zurufen das Rüstwort, das Losungswort: „Schema Jisroel." Giebt es einen heiligern Mahner, einen Priester, der mehr Weihe und inneres Empfinden bei uns wecken könnte als der, der alltäglich in uns selbst spricht: „Schema Jisroel!" Ist uns nicht bei diesen Worten, als ob eine Welt vor uns erstehen würde, die so traumhast und doch so wirklich, daß das Sichtbare, uns Umgebende wie ein Nebel, wie ein Traumbild uns erscheint. „Schema Jisroel", so erschallt es aus dem Munde jener gewaltigen Gestalten, die dort im Tempelhofe dem betörten Volke die Unsittlichkeit und Verkehrtheit seines Tuns und des Treibens seiner Priester und Könige Vorhalten, jener Propheten, die auffordern zur Rückkehr, zum Gott Iber Väter, der da ist der Hort der Sittlichkeit, des Rechts und der Freiheit. „Schema Jisroel" ertönt es, aus zehntausend Kehlen braust, es als Schlachtruf, und mit gezücktem Schwert stürzt der Mackabäer Schar sich vorwärts, und' vernichtet liegt der Uebermut der sechzigtausend, der Syrer Uebermut auf blutiger Wahlstatt. „Schema Jisroel" beben die bleichen Lippen jenes Heiligen, jenes heiligen Akiba, wie .ihm der grausame Römer die eiserne Spitze in den reinen Körper bohrt, — und doch schaut sein Blick verklärt hinein, hinein in jene Werkstätten, in Babylons Lehrhäuser, wo des Meisters Gesellen sitzen und. Waffen schmieden, dauernder als die von Erz, Massen des Geistes, die niederringen sollten und niederrangen Roms steinerne Festen und Heere bewaffneten, Heere von Zehntausenden und Hunderttausenden, die gleich ihm den Mit fanden zu sterben, Märtyrer zu sein, aber nicht den Mut zur Untreue, zum falschen Bekenntnis. — Und Schema Jisroel, wie sprach er's doch mit verhüllten Augen, als ob er eine ganze Menschheit, alle alle seines Gottes Kinder auf einmal schauen müßte, der alte Mann dort in dem kleinen, bescheidenen Dorfhäuschen, des Vaters Vater, und jene bescheidene selbstlos waltende treue Frau, unserer Mutter Mutter, und wie klang es doch wie eine Beschwörung, eine Beschwörung für Enkel und Urenkel, als ihre reinen Lippen in ihrer letzten Stunde als heiliges Vermächtnis, als Lebensbekenntnis und Lebenszweck es aushauchten: „Schema Jisroel!" Warum errötest du mein Bruder, errötest vor jenen einfachen, schlichten Menschen? Ziehst du nicht auch gleich ihnen in den „Milchomoh", den harten, bittern Lebenskampf, der ja .voraussetzt als Bedingung des siegreichen Bestehens, des aufrechten Sichbehauptens, daß wir uns gürten mit der Kraft des Schema, wie es jener Weise ausgesprochen: Omar R. Jocbanan mischnm R Simon ben Jochai, omar lohem Hakodausch boruch ha le Jisroel: aphila lau kijamtem elo krias - Schema schacharis veaiv's i atem nimsorim bejodom. Hätte euch auch der Kampf, der atemraubende Daseinskainpf ganz in seine Macht gezwungen und fast niedergerungen, ihr werdet siegreich bleiben, wenn ihr morgens und abends das Schema Jisroel sprecht, ihr werdet aus diesen Worten Kraft euch schöpfen, sie werden das große, unsichtbare Band um euch schlingen, das verbindet die zerstreuten Kinder der Tochter Zions an den vier Enden der Erde. Sie werden wie ein heiligwonniger Kindertraum unsere Seele in eine'ferne Menschheitszukunft tragen, di« (unser 'Hoffen und Kämpfen segnen wird.; * : Und wir sollten dies schöne Träumen nicht auch die lehren, die wir auchs so gern über die Härte unseres eigenen Daseins hinaushebeu möchten, die Lieblinge unseres Herzens, unsere Kinder! Aber weil sie ja nicht blos unsere Kinder, sondern Kinder des Alleinen, des Vaters der Menschheit sind, werden ja auch sie einst eintreten in seine Kriegsheere, werden auch sie weiterführen den „Milchomoh", den harten und doch so beseligenden, doch einzig und allein glücklich »lachenden Daseinskampf. Wohl unsern Kindern, wenn sie ringen und streben müssen: jegia kapeebo ki sauchal, aachrecho vetauf loch! wohl dem Kinde, das vom Vater her kennt Milchomoh, den harten Kampf ums Sein, aber auch vernimmt: Schema Jisroel, den Losungsruf, aber auch erlernt Schema Jisroel, das Urbekenntnis, den Urlaut, der auf seines Herzens Saiten ein inneres Klingen und Jubeln erwecken soll, das alle äußern Stürme nicht werden übertönen können, weil es Ewigkeitsharmonien sind und Symphonien der Zukunft, die dort ausgelöst werden. Velirnadtern es beneichem! Ach. lehrt Euer Kind sprechen, ihr für alles sorgenden Eltern, die herrlichen Laute der Sprache, Seite. 5 in der zuerst die höchsten und beseligsten Wahrheiten allen Menschen und jBölkern gekündigt wurden, in der jedes Wort ein Gedanke, jeder Laut eine sittliche Offenbarung ist, lehrt es sprechen: „Schema Jisroel", kettet dadurch eng das Herz des Kindes an euer Herz, das Herz des Enkels an das der Väter, gebt eurem Kinde Geschichte, Verständnis seines .Lebens, gebt ihm Vergangenheit, ans daß es Zukunst habe. Oder soll erst der Sturm, des Lebensmeeres furchtbarer Sturm kommen, um dein Kind an seine Sendung zu gemahnen, der es so wenig entgehen kann wie jener Jona ben Amitai, von dem uns heute die Haphtara kündigt, daß er sich entziehen wollte seiner göttlichen Sendung an die Menschen, aber nicht konnte, vielmehr in das Branden der Wogen, um das furchtbare Toben des eigenen Herzens zu beruhigen, hinausschreien mußte: Jvri onacchi, vees häschern eloke haschomajim ani jore ascher osoh es hajom vees hajabosebo. ja ein Jude bin ich. und den Gott, dessen Gesetz die Natur wie das Menschenleben beherrscht, fürchte ich und war verblendet genug, ihm entfliehen zn wollen. Vajtiu hoaaoschim jiroh gedauloh vajaamrn elof: ma saus osiso. Die Männer der Umgebung, die batten in dem furchtbaren Sturm, die hatten aus dem Tosen und Branden der Woogen ein heiliges Schauern, ein frommes Beben über sich kommen lassen und fragten entsetzt: Wie konntest dn solches tun? Schluß folgt. Die Unlösbarkeit der Traditio« von der Thauroh. Von Rabb. Dr. A n s b a ch e r in H e i l b r o n n. (Schluß). Ein sehr interessantes Beispiel, wie die Tradition nicht nur zur Fixierung des Gesetzes, sondern auch zum Verständnis des sonst exegetisch gar nicht zn deutenden Schriftverses unbedingt notwendig ist» bietet die Einteilung des für den alljährlichen Rauschhaschonoh und den Jomkippur des Jobeljahres vorgeschriebenen Schofarblasens. Der diesbezügliche Vers laui-t (3- B. A 25, 9): „Du sollst ertönen lass.er» Posaune der Theruoh im siebenten Monat, am 10. des Monats, am Versöhnungstage sollt ihr Schofar ertönen lassen in Eurem ganzen Lande." Die Wiederholung des Verbums ist eine Tautologie, die ganz unverständlich und bei der sonst so wortkargen Thauroh nnerklärlilch wäre, wenn nicht die Tradition (Talm. Rosch Hasch. 34a) dieses Rätsel in der einzig richtigen Weise lösen würde, daß mit dem Ausdruck „Wehaawarto" ein einfacher Teriohton gemeint fei, und die doppelte Verwerfung des Wortes vor und nach dein Ausdruck „Teruoh" sagen wolle, daß der Theruoh stets eine Tekioh vorausgehen und eine zweite folgen müsse, weshalb die gesehlW: Reihenfolge Tekroh, Teruoh» Tekioh lautet (während Scheworim eine Abart der Theruoh vorstellt). Zeigt dies nicht zur Genüge» daß die traditionelle Auslegung nicht „untergelegt" sei» sondern notwendigerweise ans dem Wortlaute des Textes folgt? Es sei nun noch eine L teile erwähnt, die zn den ersten Differenzpunkten zwischen den Anhängern und den Leugnern der Tradition, den Karäern und den Rabbaniten, gehörte, die bekannte Stelle: „Es gehe niemand von seinem Orte heraus am siebenten Tage" (2. B. M. 16, 92), die von den starr am Texte Haftenden wörtlich ausgelegt wurde und ihnen das Verlassen ihrer Wohnhäuser verbot, was noch heute von dem kleinen Reste der karäischen Sekte eingehalten wird. Ist es auch .genügend bekannt, daß diese Stelle /sich nur auf das Verbot, nach dem Manna zu suchen, bezieht, nach einigen auch das Ueberschreiteu des Techum verbietet. so dürfte es doch des Hinweises wert sein, daß die heil. Schrift selbst beweist, daß das Verlassen der Wohnsitze am Schabbos gestattet sei, und somit die Karäer auch die ihnen allein maßgebende Quelle der Schrift schlecht verstanden haben, oder recht, inkonsequent .blieben. Bei dem Holzianfleser (4. B. M. 15, 32) heißt es: „lind es waren die Kinder Israels in der Wüste, und sie fanden einen Mann, Holz auflesend am Sabbath" nsw. Da diese Handlung doch gewiß im Freien stattgefnnden hat, so wäre es doch nicht ahne Entweihung des Sabbaths möglich gewesen, ihn dabei anzntrefsen, und nicht nur der Anflesende, sondern auch die ihn dabei t r a s e n, hätten wegen Sabbathentweihung hingerichtet werden müssen, oder wären als Zeugen unzulässig gewesen und hätten auch den Holzaufleser nicht zur Bestrafung bringen können. Selbst nach dem Midrasch, Moses habe Wächter aufgestellt, die ihn gefunden hätten, — was übrigens von den Traditionsleugnern wohl kaum akzeptiert wurde» — wäre es doch undenkbar, den Schabbos zn schützen durch die Sabbathentweihung anderer, die doch in dem Umhergehen der Wächter bestanden hätte. Fs wäre ebenst» widersinnig, wie etwa den Schabbos zu s ch ü tze n, indem Angestellte die am Schabbos geöffneten Geschäfte im Umhergehen am gleichen Tage- „schriftlich notieren" würden. Lehrt also nicht die Schrift selbst di« Unhaltbarkeit der traditionsleugnenden Ansicht? Nachdem diese Beispiele genügen dürsten, die Tradition als die einzig richtige Auslegung der schriftlichen Lehre zu bestätigen, sei noch eine Stelle erwähnt, die von je einen exegetischen Streitpunkt der beiden Lager bildete. Der Satz „Auge um 'Auge" nsw. ist bekanntlich nur als eine finanzielle Entschädigung aufznfassen und führt bereits der Talmud (B. Kawa 84a) aus, wie unmöglich eine wörtliche Ansfassung wäre, so z. B. wenn ein Blinder einen Sehenden, ein Einäugiger einen Zweiäugigen oder umgekehrt verletzt hätte, wo ja die Beraubung des Auges unausführbar wäre oder nicht dem Verhältnis des zugefügten SMdens entspräche» wie ander-

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