Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 39 (2.10.1914)
- Date
- 1914-10-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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r i i i i | i V 1 i s I i: r.!!. ii t. ti. Werk 4. Frankfurter Israelitisches Fanrilienblatt. Rr. 39 ' Nr. 39 Lit' zu ^versorgen. Sie Hat sie alle im Szatmarer Kvmitat in einem Hazn geeigneten Dorfe in menschenwürdiger Weise nntergebracht und angeordnet, daß ihnen» da sie ausschließlich der jüdischen Religion angehören, rituelle Verpflegung geboten werde. Zwischen der österreichischen -und ungarischen Regierung ist eine Vereinbarung zustande gekommen, wonach' die Kosten dieser Versorgung von beiden Staaten der Atonarchic gemeinsam getragen werden. Was die nach Budapest versprengten Flüchtlinge betrifft, so > hat die Regierung davon abgesehen, sie nach 'dem Szatmarer Komitat zurückbefördern zu lassen. Da diese Leute aber ebenfalls ritueller Berpslegung bedürfen, so hat die Regierung die Budapestcr Kultusgemcindc ersucht, diese Verpflegung zu besorgen, deren Kosten vom Staate vergütet werden." _ Personalien n. Kleine Mitteilungen. verldl. Exzellenz Geheimrat Herz, der frühere Präsident der Handelskammer, ist — -gljährig — heute verschieden. Bern«. Geh. Sanitätsrat Prof. Dr. Albert Fraenkel ist mit der diesmaligen Leyden-Verlesung beauftragt worden. KSl«. Das .Zsrael. Eemeindebl." schreibt: Die Beerdigung Daviid Wolfssohns am vergangenen Freitag fand trotz der nahenden Feiertage und der durch, die Kriegslage geschaffenen Schwierigkeiten unter ganz außerordentlicher 'Teilnahme statt. Der Verstorbenene hatte durch lctztwillige Verfügung sich jeden Nachruf am Grabe verbeten. So wurde der Sarg nach einem schlichten Gebet des Rabbiners Dr. Rosenthal aus dem schönen- Heim am Sachsenring, das die Pcrsönlichkeit des Entschlafenen Und seine Rolle im jüdischen Leben wahrhaft künstlerisch widerspicgelt, herausgetrage», durch die Straßen Kölns zum Friedhof in Deutz, geleitet von «einem endlosen Traucrgesolgc, dem das blau-weiße Banner der Hasmonea voranzog. Ans dem Friedhof, knüpfte der Rabbiner an das ^Hazur- Tomim-Gebet einen Abschiedsgruß in hebräischer --spräche. Ain .Grabe legte einer der Mitarbeiter des Heimgegangenen im Namen aller Zionisten das Gelöbnis ab: ,^m eschkochech Jeruscholojim", — und dann senkte sich unter dem feierlichen Gesänge der — nach dem Wunsch des Verstorbenen angestimmten — „Hatikwah" und unter des Himmels wie gar manches Leidtragenden Tränen der Sarg eines edlen Menschen und großen Juden in die kühle Grust. Nicht zur' letzten Ruhe; . denn cs liegt die Vertilgung vor, daß, sobald es die Verhältnisse gestatten, die sterblichen Ueberreste David Wolffsohns und seiner am gleichen Tage vor zwei Jahren gestorbenen Gemahlin nach dem heiligen Lande überführt werden. — Am Abend des Beerdigungstages, vor Labbatcingang, gedachte Rabbiner Dr. Rosenthal in der Synagoge . Glockengasse, die Wolffsohn stets besucht hat, des Entschlafenen in einem Trostspruch für seine hiesigen und aus der Ferne herbeigceilten Freunde. Sei» Wort: „David Wolffsohn wird nicht vergessen sein" wird Widerhall finden in allen Ländern der Diaspora, — einen Mann besten, größten, feurigsten Wollen» für das' Judentum, nach dem von ihm' erfaßten Ideal, haben wir vor der Zeit in ihm verloren. <L.) Posen. Durch den Heimgang des Herrn Berthold Hamburger, Mitglieds der Handelskammer usw., hat auch das Latz'sche Alters- und Siechenheim einen schweren Verlust erlitten. Der Verstorbene hat sowohl durch Hergabe eigener Mittel, als auch durch seinen Einfluß und sein Verständnis andere Wohltäter zugeführt und die Verwaltung in den Stand gesetzt, den schönen, großen Neubau vor fünf Jahren anszusührcn. — Das Hermann Cohns ch e Ehepaar in S t r c l n o beging die goldene Hochzeit. Pose«. Mit dem dieser Tage nach langer Krankheit Hingeschiedenen Dr. Karl Jeremias hat die zionistische Bewegung einen ihrer Besten verloren. Würdigung folgt. Loebau iWektpr\ Der Vorsteher Herz-seld ist auitraurige Weise unis Leben gekommen. Der Landrat hatte die Räumung der Stadt ungeordnet. Der alte Mann sollte sich nach Neumark begeben. Auf dem Wege wurde ihm unwohl, er ^nutzte umkehren, fand aber bereits die Stadt leer und verlassen vor. Er starb einsam, ohne daß ihn jemand beachtete. Zürich. Hier verschied Kollegienrat Dr Harkavy aus Kiew. Er war Arzt des Israelit. Hospital, Vorstandsmitglied der jüd. Gemeinde usw. Er hatte auch ein ausgezeichnetes jüdisches Wissen. — Prof. Dr. Bruno Bloch in Basel ( wurde zum Leiter der dortigen Dermatologisch - vcncreolvgischcu Klinik und Polillinik ernannt. Alts -er Lehrerwett. Höchberg. Die Israel. Prävaranteuschule (Ottensoser - Stiftung), deren Leiter Hauptlehrer S. Steinhäuser ist, schloß ihr Sckinljahr mit 25 Schülern. Sofia. Dem nach Stockholm berufenen Großrabbiner Dr. Ehrenpreis ließ' die Königin 'bei seiner Abreise durch ihren Privatsctretär ihr Bild und der König durch seinen >Hofinarschatt den Zivilvcrdienstorden 2. Älässe übcrbringcn. Frankfurter Berichte. Jüdische Krauea-Vereiaigaog. . Den Geist der großen, so ' schweren Zeit erkennend und in jeder Weise bestrebt, ihre Not zu lindern, hat der Vorstand der Jüdischeu Fraueuvereinigung beschlossen. nach Sukoth anstelle der bisherigen geselligen Nachmittage Strick Nachmittage zu veranstalten. Er hofft sickj nicht zu täuschen in der Annahme, daß cs allen Mitgliedern Herzensbedürfnis ist, mitzuwirken an der stillen Arbeit der Frau, der Aufgabe, in liebevoller Fürsorge da helfend einzugreifcn, wo der Krieg Wunden schlägt, wo Mühseligkeiten zu erleichtern, wo Tränen zu trocknen sind. Der Aufgabe gerecht zu werden, die uns allen besonders am Herzen liegt, unfern tapfer» Kriegern, soviel wir können, unsere sorgende Liebe, unser treues, stetes Gedenken zu zeigen, was irgend möglich, versuchen, sie vor der Unbill des Winters zu schützen. Wie vordem sollen diese Zusammenkünfte im Zeichen der Geselligkeit stehn, passende anregende Lektüre mag mit gemütlichem Plaudern abwcchseln. Auch beabsichtigt der Vorstand, dem Wunsche vieler Mitglieder zu entsprechen und Bericht über die Tätigkeit im weiteren Gebiete der Hllscleistung des Vereins zu erstatten. Die Stricknachmittage sollen alllwöchentlich stattfinden. Näheres über Ort und Zeit wird angczeigt. Im Interesse der guten Sache wird eine zahlreiche rege Beteiligung erwartet. Annoncen kür sämtliche Zeitungen und Zeitschriften, speziell Familienanzeigen kür die Frankfurter Zeitung besorgt prompt and zuverlässig zu Original* Preisen und zu den ermässigten Lokal-Preisen (Nie teurer wie bei den Zeitungen direkt) H. Oppenheim (Inhaber Bernhard Rubinstein) Frankfurt a. Hk», Börsenplatz 1. Telefon Amt Hansa 2005. Ißiuffeton. Von Oscar Geller. (Schluß). „Wer sind Sic?," fragt der Gouverneur, leichenfahl bis in die Haarwurzeln, unwillkürlich einen Schritt zurückweichend und wie abwchrcnd die Hand vor sich ausstreckend. „Machen Sie kein Aufsehen," erwiderte der Offizier, den Gouverneur unverwandt musternd. „Wollen Sic mit mir in Ihr Kabinett gehen oder nicht? Noch ist es Zeit, — in drei Minuten nicht mehr. . . ." „Was wollen Sic! Wer sind Sie?," keucht mühsam der Gouverneur, hilflos um sich blickend. Im Gewühl und Getriebe der Gäste, die lachend und plaudernd die Säle füllen, merkt kein Mensch etwas von dieser Szene. „Wollen Sie oder nicht?," fragt streng der Offizier, — „dann auf Sic alle Schuld für das Unglück, das Hunderte trifft. Ich habe Sic gewarnt!" Verächtlich wollte der Offizier dem Gouverneur den Rücken kehren, doch dieser ergriff die Hand des jungen Mannes und drückte sie konvulsivisch. „Kommen Sic," hauchte er. Vor der Tür zu seinem Arbeitszimmer, das ganz abseits, am Ende des Korridors lag, machte der Gouverneur halt, wandte sich blitzschnell um und griff mit beiden Händen nach dem Halse des Offiziers. Dieser war aber offenbar auf einen derartigen Ueberfall gefaßt, — er hielt dem Gouverneur einen Revolver entgegen. „Noch eine Bewegung, und ich schieße Dich nieder," zischte er zwischen den Zähnen, — „Du siehst, ich. kenne Dich!" Der Gouverneur öfftietc die Türe und trat ein, der Offizier folgte ihm, den Revolver in der Hand. „Was wollen Sic?," begann der Gouverneur. „Das sollen Sie sofort erfahren," antwortete der Offizier. „Setzen Sie sich dort auf den Sessel, und rühren Sic sich nicht. Wie Sic eine Bewegung machen, schieße ich. Und hier" — er zog aus der Tasche ein kleines, sii Zeitungspapier eingewickeltes Paket, habe ich eine Pikrinsäure-Bombe von furchtbarer Wirkung. Von Jhreni Palast bleibt kein Stein auf dem andern, „wenn ich diese kleine Büchse zu Boden werfe. Ihre sämtlichen Gäste werben in Stücke gerissen, — an mir liegt nichts. Also seien Sie vernünftig* unb rühren Sie sich nicht, rufen Sie nicht um Hilfe und machen Sie keine verdächsigc Bewegung, oder cs ist um Sic und Ihre Gäste geschehen." - . „Was wollen Sie," ächzte der Gouverneur,' dem der kalte Angstschweiß die Stirne netzte. „Ich bin einer von den wenigen Juden, die . Ihr letzter Pogrom am Leben ließ. Wissen Sic, wieviele meiner Glaubensgenossen durch Ihre Bluthunde erschlagen worden sind? Zweihundert und zehn Menschen, — Greise, Weiber und Kinder wurden abgeschlachtet. Glauben Sie, daß dies der Himmel »»gerächt lassen kann?" „Was wollen Sie?," ächzt der in Todesängsten sich windende Mann. Er zitterte am ganzen Körper, da die Augen schmerzhaft aus den Höhlen traten, blutunterlaufen- und glanzlos. „Ruhe", zischelte der Offizier. Es war eine furchtbare Nacht," fuhr er fort, „ich lag mit klaffender Kopfwunde unter einenr verkohlten Balken, neben mir wimmerten die Sterbenden, und ich sah einen jungen Menschen sterben, der der letzte von drei Söhnen eines Greises war. Dieses angstvolle Bild erfüllte meine Seele mit allen Schaudern der Hölle, ich vergaß darob meine eigenen Schmerzen. Unb als der Alte in seiner wunderbaren Größe zu beten anhub und ich sein herzzerreißendes Schemaj Jisroel vernahm, da schwur ich mir, ihn und alle, die Du hinschlachtcn ließest, an Dir zu rächen, so ich mit dem Leben davonkomme. Der Herr hat meinen Schwur erhört, ich lebe! Ich kann sie jetzt alle rächen. Uno Du sollst in den Tod dic Angst mit hinübernchmen, daß Dir Dein Kind, Deine einzige Tochter folgt, — heute an ihrem Ehrentage!" „Gnade," wimmerte niatt der Gouverneur, . .. „Gnade ..." „Hast Du Gnade gekannt? Haben Deine Bluthunde Gnade gekannt? Es waren ja nur Juden, die man hinmorderte, — heute sind es noble, vornehme Herren. Ich habe mein Leben gewagt, um bei Dir einzudringcn, — Du siehst, Deine Knechte und Kosaken nützen Dir nichts. Aug' unr Aug', Zahn um Zahn, steht cs in der heiligen Schrift. Du wirst sterben, und ich weide mich an Deiner Todesangst. ..." „Gnade," jammerte der Gouverneur uud sank in dic Knie, die zitternden Hände gegen den junge» Mann streckend, . . . „Erbarmen, Gnade mit meinem Kinde, .. meinem einzigen Kinde. ..." Der junge Mann blickte voll unsäglichen Hohnes üuf den Winimernden. „Hast Du Gnade mit uns gehabt? Mit jenem Greis, dem Du alle seine Söhne erschlagen hast? Ich habe beim ewigen, lebendigen Gott geschworen, an Dir Rache zu nehmen, ich halte den Schwur. Du stirbst, und Dein Kind stirbt mit Dir. . . ." „Eine Minute, eine Sekunde . . .," ächzte bcr Gouverneur, in Schweiß gcbaoet und seiner Sinne kaum mächtig. . „Du stirbst," gellte es ihm trotzig entgegen, . .. und er sah nur noch, wie sich der Arm mit der fürchtcrlichcu Bombe erhob. . . . Dann ein furchtbarer Donner, der das ganze Haus erschütterte. Er fühlte nur, wie ihn eine unsichtbare Hand packte und weit, weit weg schleuderte. . . . Unermeßliches Wchgeschrei, das Krachcn cinstürzender Mauern, Klirren zerbrochener Scheiben und dumpfes Rotten und Tosen, das aus den Eingcwciden der Erde zu kommen schien .... Alles gehüllt in schwarzen, dichten Rauch, in aufzuckcndc Flammen, i» Stöhnen und Aechzen verwundeter Menschen, die bei lebendigem Leibe verbrennen, — ein wahnsinniges, ergreifendes Chaos unseligsten Jammers. Zerrissene, zerfetzte Menschenleibcr decken die Walstatt, entwurzelte' Bäume des Gartens, aufgewühlte Blumenbeete, — — als wäre ein wilder, ungestümer Zcrstörcrgeist in hartem, gnadenlosen Zorn über dieses Feld der Angst und Trauer gejagt. Und alle sonnige Heiterkeit war mit einem Schlage ausgelöscht, mit einem Schlage wurden Hosfnungen und Gebete zermalmt, alle Pracht verwischt, alles Blühen. Es senkte sich nieder grauenvolle Todcsnacht, und zitternd standen verstörte Menschen herum, bis ins Innerste getroffen. ... Auf einem Steinhaufen, der unter seinem Schmutz lachende Herrlichkeit vergrub, stand ein alter Jude. Hager, aufrecht, schweigsam in seiner schmerzvollen Bürde. Und er streckte die Hände gen Himmel und die blutlosen Lippen murmelten: „Schema Jisroel. . Gin Feldbries. Lieber Freund! Heute ist mehr Bataillon zu / unserem Regiment nach Frankreich abgcrcist. Nur wenige Truppen bleiben hier, mil Neu - Formationen zu bildendie dann in s Bälde ihren Regimentern zngeführt werden. Ich' bin I seit ' einigen" Wochdn , dem Stabe ' unseres Bataillon» — zugeteilt und wohnte dem Älbzng meines -Bataillone als Posten vor Gewehr bei.. Es sj nach bald große Fa Strapazen Dienst bei Bauern u gelernt, 1 Kaufleuten vereint di Trennende Ich Freund, H kränktem unserem S Unser Mobilmach wochenlang Dörfern, Bauern ii dem ziem genehm z Dip st in die al uns auf uns — lehrt wer sich wohl Slnsprüche alten Bar anregende nicht such Die < Möglichkeit — wie ei zurück in wollte, d. An c einem klei Quartierzc geben. El mit den gedeckt, dc Im weite gackerten drinnen ii Vorhänge Die Z und als i da glänztei kerzen 'ent mein Herz ich in al Unser den Dienst kleinen „S — woran nur ersten beiwohnen, der „kewc Menschen Ein i „Ribaun er. Dieses Tage gesc Blicke ver unserer T schluchzen Zähnezusai tragen jwii uns hat i eilen unsei neue Hofft sich bei Friedens, Vor meinde, u unserer G am .stärkst jüdischen Tagcsbläti doch miede Von Die guten Mühe bes seren Qm keinen jül tungen js oder zum goldene ji uns Sold anstrengcn Also, der uns 1 von unsei -Leben bringen, : das Beste Eine hom . „Veho »nuhen ve atem qer< Wenn soll vorti so anrede gegen uns wer Mtt tuch zn' »