Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 39 (2.10.1914)
- Date
- 1914-10-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gerte 6 Frankfurter Israelitisches FamilieMatt. Ri 39. seits der Ausdruck- „Dir sollst geben" bereits von unseren Weisen auf eine cinzuhändigende Entschädigung ausgelegt wird, oder wie Robb. S. R. pirsch dies in dem Worte „an Stelle" angedcutet sinket, das stets -auf einen Ersatz schließen läßt, der ja bei der „ins talionis" gar nicht gegeben wäre. Nun aber ist die Frage immer noch offen, warum die Thauroh dies jo ausdrückt und nicht in unzweideutiger Weise die Geldentschädigung anordnet. Um diese von jeher die Exegcten viel beschäftigende Frage zu beantworten, dürfte vielleicht folgende Vcrmutung dienen: Die Weisheit des göttlichen Gesetzgebers, die ja so mannigfache und tiefliegende Gründe in sich birgt, diese in die verborgensten Tiefen des Menschen blickende Thauroh sollte vielleicht mit Absicht eine Redeweise wählen, die nicht so deutlich die materielle Entschädigung zum Ausdruck bringt. Mancher mit Reichtümern Gesegnete, dem eine Entschädigung als keine allzu harte Strafe erschien, hätte vielleicht das Unrecht nicht schwer genug beurteilt, vielleicht auch sich nicht genügend vor einem solchen gehütet. Es läge somit ein pädagogisches Prinzip zu Grunde, wenn der traditionsunkundige Laie den Ausspruch wörtlich auffassen würde, während selbstverständlich für Urteilsvollstreckung ausschließlich die den Berufenen wohlbekannte Tradition maßgebend war. Sehnlich ließe sich die Frage beantworten, weshalb die so einschneidende Vorschrift dev „Hasrooh", der zur Anwendung jeder Kriminalstrafe notwendigen Verwarnung des Beschuldigten,vor der Tat, nur in ziemlich verhüllter Weise angedeutet sei. Es ist dies gleichfalls jbei dem genannten. Holzsammler der Fall, wo es heißt: „Und es brachten ihn, die ihn holzlescnd getroffen hatten, zu Dioses" usw., ein Ausdruck, der gedeutet wird, daß der Mann weiter Holz sammelte, nachdem man ihn schon angetroffen und verwarnt hatte. Der Talmud bringt noch . einige (Stetten, die für die verschiedenen Strafarten die Notwendigkeit der Warnung lehren. Sämtliche Stellen aber sind von derartigem Wortlaute, daß ohne die Anmerkung der Tradition man kaum das Gesetz der Warnung daraus hätte schließen können, während man doch erwarten sollte, daß ein solch grundlegendes, die Gerichtsbarkeit in weitestem Maße beeinflußendes Gesetz gleich anderem iit prägnantester Form ausgesprochen werde. Vielleicht sollte aber auch hier die Verklausulierung der Strafe, die mangels einer vorausgegangenen Warnung oft nicht zur Anwendung kommen konnte, nicht so deutlich ausgesprochen werden, um nicht die Ausübung des Verbrechens unter Umgehung einer Verwarnung zu fördern. So dürften uns diese Beispiele die tiefsinnige Begründung der heiligen Tradition zeigen, und zur Genüge beweisen, wie unlösbar diese von der schriftlichen Lehre sei, und wie wir uns mit der Logik in Widerspruch bringen würden, wollten wir den Satz anzweifeln, daß von der schriftlichen wie von der mündlichen Lehre das Wort unserer -Weisen gelte: „Moses hat die Thorah am Sinai empfangen." B4afiser Friedrich Quelle " AlauduaL su Su - — Gegen Sieht ml UheunatlBinu bewährt. Alleiniger General'Vertreter: Frlsdrloh Stahl, Frankf.n.M.. GüntheraK-Allee 37. Te].Hansa159n. 714. Wocherr-Saleuver. (Zeitangaben nach dem Losch.) Samstag, den 3. Oktober ---13 Tiachri.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 30 Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 45 Min. in Berlin 6 Uhr 23 Min. Wochenabschnitt: Haas in oh. — Eine poetische Darstellung der Geschichte und des hohen Berufes Israels. Am Schlüsse des Wochenabschnittcs ist von Moses Ende die "Rede. Suckaus Beginn Sonntag, 4. Okt., abends 5 Uhr 45 Min. Franks. Zeit. Schabbos Chaulhamaued ll0. Okt.). Beginn 5 Uhr 15 Min., Ende 6 Uhr 30 Min. Franks. Zeit. Schemini-Azeres.; Beginn Sonntag, 11. Ost , abends 5 Uhr 30 Min. Franks. Zeit. Festes-Ende Dienstag, 13. ,Okt., abends 6 Uhr 25 Min. Franks. Zeit. Universitäts - Cafe Bookenhelmcr Warte Eratklaamlfjoa FamiUon-Oafö. Mässige Preise. TM Besitzer: Ennat Dunkol. Nr 39. Unter 5 Spezia ität; MKorken. Francke & Weber Gr.Friedbergerstr. 7—11 Tel. Hansa 4095. - Krauksurter Aanriliermachrichre«. Geboren. E. Sohn Theodor Frank (Schwab), Eli heimcrstraße 7. — Dr. Georg Fleck (Beer), Bocken heimerlandstraße 22. Gestorben. Max Frenkel, Sohn von Bernhard! Frenkel und Fran Toni geb. Frenkel, Sandweg 16,j im Feld. Auswärtige Familierrrmchrichteu. Gestorben. Samuel Caro, Berlin, im Feld. Fritz Sternberg, Danzig, im Feld. — Lehrer I. 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