Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 36 (11.9.1914)
- Date
- 1914-09-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Frankfurter JsraelitiWeZ Familienölatt. Rr -36 und den Vorsitzenden der Repräsentanten-Bersammlung der Shnagogen-Gemeinde Geheimer Kommerzienrat Herz. Rabb. Dr. Frei mann dankte mit warmen Worten. Dann bestieg er die Kanzel Und entwickelte in einstündigcr Rede Las Programm seiner amtlichen Tätigkeit. Ganz besonders hob er hervor, daß er es sich angelegen lassen sein werde, Mittel nnd Wege zu finden, die Jugend zu wahrhaft frommen Juden und edlen Menschen z» erziehen. Die Worten machten auf die andächtig lauschenden Gemcindemitglieder einen recht tiefen Eindruck. Witzblätter,Bi,der, Kupferstiche, Stahlstiche ans den Jahren 1848, 1866,1870 zu kaufen gesucht. H. Oppenheim Frankfurt a. Börsenplatz 1. Für jüdische Krieger suche hehr. Bacher, BBcher jüdischen Inhalts, Machsorim (Gebetbücher), Tällesim, Tefiillin etc. zu kaufen. H. Oppenheim Frankfurt a. M., Börsenplatz 1. Frankfurter Berichte. „Moutestore'-Bereiu. Mittwoch, 0. ,Sept., fand der erste gesellige Besprechnngsabend statt. Der Leiter, Dr. He ine mann, skizzierte den zahlreich Anwesenden in geistreicher und vortrefflicher Weise die einmütige herrliche Erhebung des deutschen Volkes und das Verhältnis des Volkes zu der weitschauendcn Politik der Regierung. Er zeigte die sittliche Größe und Herrschaft, die ein einziger großer Gedanke über alle Gegensätze der Parteien sich erwirbt. Er schloß mit dein Hinweise, daß dieses leuchtende Beispiel auch von allen jüdischen Richtungen befolgt werden möge. Im Hinblick auf die infolge des Krieges schwierigere wirtschaftliche Lage hat der Verein einen Abendtisch für junge Leute (Mitglieder und Richtmitglieder) eingerichtet und zwar zum Preise von 20 Pfg. Berel» „Edle That". Wie alljährlich, so veranstaltet auch diesmal der Verein an den hohen Feiertagen im Saale des Licderkranz — Langestr. 26 — Gottesdienst (Karten 2 u. 3 Mk.). Er hat zahlreiche neue Kultusgcgenstände angeschafft und auch solche von der ehemaligen Synagoge in der Königswarterstraße übernommen. Der Verein hat dem Roten Kreuz M>0 Mk. überwiesen. Seinen in den Krieg gezogenen Mitgliedern gewährt er Unterstützung. Kleine Notizen. Auf Anordnung des Generalkommando fand vorigen Sonntag mittag in der Börueplatz-Syuagge ein M i - litärgottcSsdienst statt/ z»s dem sich' 1öO Soldaten und t ein zahlreiches Publikum . cingcfuuden hatten. Minchagebct, Thoravcrlesung und Predigt Rabb. Dr. Nobel bildeten - den Gottesdienst. Cafe Kaisepgarten am Opernplatz Erstklassiges Familien-€afö Nachmittags Konzerte. fr« Hanselmann, Besitzer. Der Windhauch. Historische Erzählung von M. Pulvermann. . (Fortsetzung.) Des Jünglings Blicke ruhten voller Mitleid auf ihm, der flehentlich um einen Schluck Wasser bat. Uricl fand bald einen goldenen Becher, der bei der wilden Flucht aus einem Kasten gefallen sein mochte. Er füllte ihn aus einer nahen Quelle mit Wasser und befeuchtete die Lippen des Ohnmächtigen. Als Tiglassi- Nin wieder die Augen aufschlug, fühlte er eine wohltuende Kühle auf seiner schmerzenden Stirn, das erquickende Naß auf der schier vertrockneten Zunge und fein müdes Haupt auf einem weichen Arm gebettet. „Ach, daß ich noch immer lebe'" seufzte er, mit furchtsamen Blicken um sich sehend. Er schien Uriel gar nicht zu erkennen. „Ich will weiter gehen, damit das Gräßliche, mich nicht doch noch erreicht." „Fürchte nichts," sagte Uriel sanft. „Du bist jetzt sicher geborgen. Nachdem unser Gott euer Lager vernichtet hat, will er euch nicht weiter verfolgen, damit die Geretteten von diesem göttlichen Strafgericht erzählen, damit alle aus den fernsten Ländern kommen und sehen und es sich als Warnung nehmen. Bor wenigen Minuten habe ich mit Sancherib gesprochen, und auch er hat es nun erkannt, daß cs doch der „Windhauch" des Propheten war, der euch heimgesucht und gezüchtigt hat." „Uriel, Du bist es) Ja, Uriel, bei Dir bin ich sicher; denn es ist doch Dein Gott, der diese Verwüstung über uns brachte. Glaubst Du, Uriel, daß euer Gott selbst mit einem feuerigen Schwert uns gezüchtigt hat?" „Ich kenne nicht die Wege dessen, der in den Himmelshöhen thronet," erwiderte der Jüngling feierlich; „aber das. weiß ich, daß der feurige Hauch, der über das Lager der Gotteslästerer niederging, nur ein Bote war, den Wlllen des Allmächtigtcn zu vollziehen, und daß alles auf dessen Geheiß geschehen ist. Des Propheten Wort hat sich buchstäblich erfüllt, und der mächtige Feind ist nicht mehr. Allerdings hat man Sancherib keinen Ring durch die Nase gezogen und keinen Zügel ihm zwischen die Lippen gelegt; aber seine Seele ist doch durch Schmach und Schande gebeugt, und die Angst wird ihn bis zu den Toren' Ninives begleiten. Nie mehr wird er es wagen, gegen Gott zu lästern und gegen mein Volk mit Krieg vorzugehen. Alle habt ihr jetzt die Macht des Königs aller Könige erkannt."- Was der jüdische Jüngling hier mit Ernst und Begeisterung gesprochen, das hatte der stolze Sancherib mit seinen! mächtigen Kriegsherr erfahren, wie cs die Bibel verkündet: „Der Engel Gottes zog aus nnd erschlug im assyrischen Lager cinhundcrtfünfundachtzigtauscnd Mann, und als der Morgen anbrach, siche, da Ovaren sie alle tot!" Tiglassi-Nin. Uriel erhob sich und betrachtete einige Kamele, die gemächlich näherkamcich indem sie hin und wieder ein hartes Blatt von den Sträuchcrn am Wegerand pflückten. „Es ist klar." sprach der Priester, als auch er sich erhoben Halle, „daß euer Gott stärker und mächtiger ist als alle andern Götter. Wie Du weißt, heiße ich Tiglassi-Nin, „der Liebling Nin's". Ich wünschte, ich könnte fortan „Tiglassi-Aüonai" genannt werden! Uricl, wie kann ich es lernen. Deinem Gotte zu dienen?" Uriel ivcndete sich schnell um und blickte den assyrischen Götzenpriester durchdringend an, ohne ein Wort zu sprechen. Jener aber fuhr fort: „Uriel, willst Du es mir gestatten, mit Dir nach Jerusalem zu ziehen, um mich dort dem Dienste Deines Gottes zu weihen?" „Sprichst Du mit voller Uebcrzcugung Deines Herzens, oder ist es nur eine augenblickliche Eingebung Deiner Furcht?" „Es ist das aufrichtigste Verlangen meiner Seele, dem größten aller Götter meine Opfer darzubringen." „Unser Gott ist aber mit Tieropfern allein nicht zufrieden. Er verlangt ein reines, frommes nnd unschuldiges Herz. Er verlangt von uns Wahrheit, Gerechtigkeit und Sittlichkeit. Er verlangt Hingebung zu seinem Dienste und Liebe für den Mcnschcnbrudcr." „Und das soll auch mein Bestreben sein." „Er will auch nur als der einzige Gott anerkannt und verehrt sein." „Das — — — das — — — freilich ist eine schwere Aufgabe," stotterte der assyrische Priester. „Aber ich werde wohl auch dieses begreifen, wenn ich erst mehr von ihm weiß. Laß mich mit Dir ziehen, Uricl." „Gut. Gehe mll mir, und ich ivill mit meinen Freunden sprechen, daß sic Dich gut und liebevoll aufnehmcn." „Ich danke Dir." „Hilf mir jetzt einige dieser Tiere einfangen, die wir für unsere Reise werden gut gebrauchen können." Uricl rief jetzt Naftali und Malta herbei und teilte ihnen mit, daß keinerlei Gefahr mehr vorhanden sei, ihre Wanderung fortzusetzcn. Die Männer singen einige Kamele ein und ließen sich dann nieder, uni sich durch Speise und Trank zu kräftigen, was sie in den zerstreut auf der Landstraße hcrumliegcndeu Beutel und Kisten reichlich vorsanden. Als sie gesättigt waren, sprach Uricl zu Tiglassi-Nin: „Und jetzt, guter Freund, erzähle mir, was sich eigentlich während der Nacht im Lager zugetragen hat." „Ich weiß cs selbst nicht, was ich in Wirklichkeit gesehen, oder was ich bei meinem Entsetzen zu sehen vermeinte. Jetzt wlll mir manches wie ein wahnsinniger Traum, wie eine nächtliche Spukgcstalt erscheinen. Ich weiß nur, daß ich durch das Fluchen der Männer und Jammern der Weiber aus meinem Schlaf geweckt wurde. Die Finsternis der Nacht lag und drückte auf mich wie eine Zentnerlast, so daß ich kaum atmen konnte. Und während dieser fast undurchdringlichen Finsternis drang das Geräusch gewaltig schlagender Flügel an mein Ohr, als ob eine Schar böser Geister über das Lager schwebte und eine gistschwangere Lust aushauchte. Meine Gedanken verwirrten sich, und ich kann nicht sagen, was ich dabei dachte, nur das wußte ich instinktiv, daß Tausende dadurch den Tod erleiden werden: VI VICTORIA“ Erste Berliner Wäscherei und Glanz-Plätterei Hansa Tel. 2002. ]g GlitleUtSlraSSC 18. Hansa Tel 2QQ2 Spezialität: Kragen, Manschetten nnd Hemden. Und so war es auch: Unzählige stürzten hin, wo sie standen, als ob sie vom Blitz getroffen wären; andere wieder schlugen wild und verzweifelt um sich und zerfleischten sich gegenseitig in dem wahnsinnigen Verlangen, dein namenlosen Verderben, zu entrinnen, dasie jeden Augenblick mit seinen tätlichen Krallen za umklammern schien. Betäubt, schwankend, wie ein Trunkener, fand ich endlich den Zugang zu dem königlichci Zelt, wo ich den großen Befehlshaber Tartan fand der den König energisch wachrüttelte und beständig bei Ruf: „Eile! Fliehe!" aussticß. Sancherib aber, vo, dem gestrigen Zechgelage erschlafft, war nicht zu erwecken so daß wir ihn aus dem Zelte zerren mußten und an den Wagen legten. Wir mußten unfern Weg dun fluchende Männer und kreischende Weiber förmlich er kämpfen; bei jedem Schritt traten wir auf Leichen, kaum daß wir den mit rasender Eile hinjagendcn Rossen aus weichen konnten, bis wir endlich außerhalb des. Lagerwaren. Hier konnten wir etlvas freier aufatmcn. Zurück schauend, war von denr Lager keine Spur mehr z> sehen, nur eine mächtige schwarze Wolke auf- und ab wirbelnd, die sich immer tiefer zur Erde niederliex erleuchtet durch irgend etwas, das wie Feuerzungei aussah, die nach allen Seiten züngelten. Es war, ab ob fortwährend Blitze niederzuckten, bei deren grellen Licht unzählige Dämonen sichtbar wurden, die sich übe> die verzerrten Gesichter der Sterbenden zu belustige, schienen. „Sehet!" rief Sancherib, von dem der Schla schnell genug gewichen war, „seht, der ,Windhauch' is über uns gekommen, und mein prophetischer Trau» ist Wahrheit geworden!" Mit einem lauten Schreckens ruf zerriß er seine Gewänder und wälzte sich im Staub, herum; er streute Sand auf sein Haupt und grub verzweifelt seine Fingernägel in die Erde. Wir stimmte, in seine Klagen ein und fluchten den Göttern, uns verlassen. „Aschur, wo bist Du?" rief ocr stolz, Sancherib. Womit habe ich Deinen Zorn erregt daß dieses schreckliche Ungeheuer über uns gekommen Habe ich denn nicht immer Dein Abbild hoch gehaltc, und unzählige Opfer Dir dargebracht? Oder bist Ti von den vielen Opfertieren zu fett, von der Unmeng, Wein, den ich auf Deine Altären geschüttet, berausch, geworden? Oder hat der alte Judengott auch Dick erschlagen? Du antwortest nicht! Du bist betrunken schwach und feig! Ich fluche Dir! Ich verachte Dich Auf, meine Freunde, lasset uns fliehen, ehe der Grimn uns trifft, wo wir stehen." Tartan hielt die Rosse, di, der Lenker allein nicht mehr bändigen konnte, und kaum war Sancherib aufgestiegen, als diese auch schon mit wilder Hast davon stürmten, mich allein zurücklasscnd Ich folgte zu Fuß, gestoßen und gedrängt von fliehende» Menschen, bedroht von herrenlosen Rossen, bis mich in der Morgendämmerung schwach und matt auj der Landstraße angetroffen hast." Die vier Wanderer bestiegen nun die Kameele und setzten ihre Reise in aller Ruhe und Gemächlichkeit fort In einer späten Nachmittagsstunde, als sie einen hohe» Hügel bestiegen, da sahen sic in der Richtung des assyrischen Lagers noch immer eine mächtige, schwarze Wolk, über der Erde schweben, nnd so oft sie noch zurückblicktcn, war das unheimliche Dunkel noch immer wahrzunehmen, und erst am nächsten Tage war nichts mehr zu sehen, — ob wegen der Entfernung, oder weil dis Wolke nunmehr verschwunden war, wußten sie nicht, aber beide, Tiglassi-Nin und Uriel, waren fest überzeugt, daß von dem mächtigen, stolzen assyrischen Lager nur noch ein Schutthaufen, eine Trümmcrwüste, zurückgeblieben, ivar. Voller Wehmut und mit schwerem Herzen sahen beide Männer unzählige Geier und Raubvögel nach jener Richtung hinziehen. (Fortsetzung folgt.) . Wilhelm Leux Telef. Hansa 8567. Hoflieferant. Goethestr. 31 Herren-, Samenu. Jjvreeschneidere Spezial-Sportgeschäft. 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Hätte äußerli — keine Materials, woher de Eknrichtun mist mit cr den il religionsgl auseinanbi nur bekc Prüfung -; Tragen a nicht., er! Acußerste