Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 34 (28.8.1914)
- Date
- 1914-08-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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wo* ÄärirMfÄi zurückgewiesen werdewbzDasMabbinat bic Gemeinde hat " LHEVMS MMeliiischss. ,BMlimSkaS.-. SeiteS. bedeutenden ttlsssschen Gaötiint über die halachischci Fragcü beraten, und dsr FkankfuLtör CrUW ist' genm -,nach.Pem.Muster LsSi-vün Warschau- Shernswitz, :Srakm »sw-, .,.nur .noch mit.Erschwerungen, -eingerichtete Esbe-j deutete schon ihrerseits' ein weites Entgegenkommen, daß sie bereit'waren, Herrn Rabbiner Dr. Breuer ihr Gutachten i vorzulegen:' " .hinWeiterhin ibeschwert sich der --Israeli -darüber, . daß - Herrn Rabbiner Dr.. Breuer ..zunächst ,nur .ein Tag, sodann eine Woche Frist .gegeben wurde, das, Material zu Prüfen und'' zu beurteilen. ' Dazu muß'bemerkt werden, ddß eine ' Woche. Fristvollkommen genügend ist 'zur Süfnug, der kleinen Broschüre, die - das Gutachten -des rrn Rabbiner Dr. Nobel enthält;,, es ging .Picht, an, . „ ,., nachdem mau bereits seit Juli damit aus Rücksicht auf Herrn Rabb. Dr. Breuer 'gewartet haste. So mußte .der Eruw ohne -Zusttminung des Herrn Rabb. Dr. .Breuer in Kraft gesetzt werden; diese 'Zustimmung -.st vom halachischtn Standpunkt völlig belanglos und überflüssig, da jedermann das Recht hat, eilten Etuw einzürichteii: i. wenner u nur, - das- : hierzu religionsgesetzlich-. Notwendige, .erfüllt, und der-- Protest eines einzelnen gegen den Eriuv, wie Herr Räbb. Dr. Nobel nachgewiesen hat und sür jedermann ohne weiteresersichtlich - ist'>— da ja sonst der Widerspruch eines einzelnen allen die Benutzung 'eines Eruw . unmöglich. ..machen, könnte keinerlei, Wirkung hat. Lediglich, um den Frieden und die Eintracht zu wahren, wollte' man' die Zustimmung des' Herrn Räbb. Dr. Breuer - '«inholen, und'wenn-dies' nicht erreicht - werden konnte und in dieser wichtigem Sache und in dieser schwere» Zeit .Streitigkeiten sich ergeben ..haben, so kann Herrn Rabb. D'r^ Nobel und . den Initiatoren der Eruweinrichtung keine- Schuld beigemessen werden.". <, Diese. nZnsch'rift. beweist wohl zur Genüge, wie. sehr bchs .Rabbinüt i der; Gemeinde bemüht ist,-. : den-Frieden und die Eintracht , zu wahren., Ja, diese Friedensliebe geht so weit, daß das Rabbinat —. Wie uns', mitgeteilt wird-—- nochjetzt bereit ist,' die Aufsicht über den Eruw-, gemeinsammit, dem'? Rabbinate" der - -.Religionsgesellschast"» auszuüben.? Wir -hoffen-. daß diese,. Bereit-? Willigkeit auch , von der Leitung der. Religionßgesellschaft mit dem nötigen Entgegenkommen, erwidert tverden wird. Bergessen wir doch nicht, daß man kn Fragen des! Eruw'.' nach- - derübereinstimmenden Meinung' .'sowohl > aller „Rischaunim" wie. der ,,AchrauniiiU' stets ,-lekttloh" zum Erleichtern gehen muß. - Wenn das Rabbinat .der Religionsgesellschaft die Frage nochmals prüfen und unbeeinflußt-von -allenllcinlichen Eitelkeitscmpsindungen und Rivalitätsgedanken seinen Entschluß -fassen wird, Wirtes, die,. dargebotene.,Versöhnungsha>ch. ergreift», sich mit dem. Gemetnoerabbinate einigen und so die Entstehung unseliger' Streitigkeiten tu dieser schweren Zeit verhindern?-^_<_' _ WOLFS-ECK "unsortiert 12$ portiert -15Ä .... G’M-HOLZ FRANKFURTaM Aus aller Wett. Berlin. Unter de?in Deutschland befind. liche-n Russen''-—• ühne die Erntearbciter vielleicht an 60,000- Köpfen — herrscht äußerste materielle Bedrängn-i-s. Vn Den einen sind die Barmittel, . ausgegangen und sie können aus Rußland " keine neuen Gelder erhalten: die u n&fn&Q: , Der „HilfhcheII Juden" hat nun das, Ate ich^am^ .,.d Ls .J-nm-e t^n, aus diese Verhältnisse aü,merMm..'..aemaiL,EL-. lälideu..daraukhiu- . . »Zur Betze...,.»., .. zurzeit, zahlreiche int Deutschen Reich aufhaltende. Russen befinden- - sind iw' den Räumeit der Deutschen 'Bank im Beisein von . Vertretern -der - zuständigen -^Reichs-? und , Ltaatsbehördeit - zweiatts Deutschen --und:: Russen! be-? stehepde -;Komitees,. gebildet., worden/. Das,, eine. - Komitee- soll, unter den hier 'befindlichen wohlhahenden -Russeneine-Sammlung!veranstalten,' das"!andere','aus 'den zu-' sammengebrgchtenli Mitteln' '' arme Russen' - unterstützen-:"'''" Grotzbrttannie«^ ,i - London. e w i-s h Eh von i c l e" -die Zeitung der englischen Judenheit.. ist. durch, den. Krieg in eine .' verzwickte Lage gekommen. Sie war erst warm für den Frieden eingctreten und ' hatte es >,eine Schande und eine Frevcltat" genannt, kycnn England, an. die Seite von Rußland treten würde. Als cs dann ernst, wurde und England, wirklich Deutschland den Krieg erklärte, schrieb sic, daß der --deutsche Einfallin Belgien" eine „Schande und -eine: Freveltatkk.'.iset"-und' Englands-KriegserMrung recht- Personatte« «.Kleine Mittettrmse». Berlin. Die 'Sanitätsräte Dr. Jakob) Cassel- Ern st Friedländer, Otto Lehmann, Ludw.- -Plotke, .Hermann: Taenzer erhielten den Titel! geheimer Sanitätsrat. Bamberg. Eine Stelle in dem Testament des im Mai verstorbenen Hosbantiers Angeto v. Wassermann verdient verzeichnet zu werden. Diese Stelle lautete ' »Da ich mein ganzes Leben lang ein echter Jehudi,. war, so will ich auch als solcher begraben werden.- Man . - soll - mich - durch-, - die Bruderschaft bestatten, lassen,; und cs sollen nur. die. hebräischen Gebete gesagt werden. - Ick, will keine Grabrede und auch kein , deutsches Gebet; gehalten' haben, das etwa die Stelle einer Leichenrede j ersetze» könnte. Ich will, daß der Geistliche kein deut--? sches Wort" bei meiner Beerdigung spricht. Das soll - durchaus keine Abneigung gegen den gegenwärtigem Rabbiner bekunden. Grund der vorstehenden Verfügung - ist vielmehr ' der, »veil ich von jeher Feind aller - -öffentlichen'-Huldigungen und -Lobeserhebungen war." - BreSla». Emil Cassel und Frau in Hirsch-- bcrg feierte« dje d iam antenc-H o.chzeit. t£ii) Posen. Abraham Reumark, durch seine - ehrenamtliche Tätigkeitbekannt und geschätzt, feierte seinen \ 7v.-- Geburtstag. — Das M- K a l m nS.'- sch e Ehepaar in L i s s a erhielt > anläßlich seiner, goldenen Hochzeit .die Ehej jub i lä umsmedaille. .. Der Krieg u«d die deutsche« Jude«, j Frankfurt, a. M. Rabb. Dr. Nobel ist sür die Garnison ' Frankfurt zum Seelsorger der jüdischen Soldaten ernannt und esistihm die Binde der Feldgeistlichen verliehen worden. ... ■■ . . - ' - ■■ . Berlin. E. Rosenthal, Inhaber der Zigarettenfabrik I. Garbaty, ein naturalisierter russischer. Jude, hat u. a.- dem Kriegsmiinister 3000 Mark als Belohnung für denjenigen zur ."Verfügung gestellt, der die erste russische Fahne, oder Standarte-erobert:.- - - Lffenba» a. M- Vergangenen Freitag wurden hier 22 jüdische Kriegsfreiwillige zur Ableistung des. Fahneneides feierlich in der Synagoge vorbereitet. Hannover. Die Alexander und Fanny S i m o n' s-che.üS t-i ftung wird 'wahrend der Dauer des - Krieges . alle., nicht .unbedingt notwendigen Bewikl'ignngen einstellen. Mit ihren hierdurch ireiwerdenden Mitteln wird sie, im Einklang mit ihrer Verfassung, landwirtschaftlichegärtnerische und Handwerksbetriebe, bereit Inhaber zu den Fahneneinberuftn sind- oder deren Fortbestehen durch den Krieg und seine Folgen in Frage gestellt ist, zu erhalten, hälfen.. Das Pciner Seminar der Stiftung ist bis mts weiteres geschlossen,' da die' Kvrsisten fast sämtlich unters der Fahne stehen. Dagegen wird der landwirtschaftliche Lehrbetriebin.Steinhorst unverändert aufrecht erhalten werden. . .... .. .... , >■ ■; ■, Stuttailrt. Der Jsr.. Frauenverein hat dem.! Depot - mehrere hundert Gegenstände im Betrage von? über? 2000 Mark, " alles von den Damen selbst geliefert und. - genäht,-- in' prächtiger Ausführung zum Gefchjenk gemacht... Ein;- Beweis für.. den - großen , vaterländischen. Eifer dürfte sein, daß in kaum mehr, als acht Tage»., diese Fülle von Gegenständen von etwa 60 Damen, welche., im -Koppenhöserschen Saale -arbeiten, sertiggestellt wurde. —. ... ' v { ..Der Jsr. Krankenverein hat dem Roten Kreuz 1000 Mark bewilligt,, und das Israelitische Waisenhaus zu. Eßlin!gen hat ihm' die Hälfte seiner Rätstne zur Verfügung-gestellt:- ----- " " , ' Dtzffeldorf. Die erste französische. Fahnedie im. G-esecht hei La . Garde , vor Lunettille,in deutsche. -Hände ' siel, ist von einem Juden genommen worden. Mer Infanterist"Frs che l atis Rimbeck bei Paderborn ientriß -sie 'im Nahkampft-, dem französischen Fahneniträger. ' Heidelberg. Der.Träger deL bisherigen Kuno Fischer» 'Preises, Privatdozent' Dr. Ernst. Cassirer an der Uniiversität Berlin, -hat' den Betrag des Preises von 1500 Markdem Senat der-Heidelberger Universität für das Rote Kreuz, überwiesen. . "" ’t (L.) Pose«. Die Brotfabrik von Diamant, Inhaber Eugen Markiwiez, hat sich bereit erklärt, den Angehörigen, der im'Felde Stehenden einen ermäßigten Brotpreis zu bewilligen, derart,' daß ein etwa dreipsiindiges Brot zu 25 Pfg. geliefert wird, bis zur Höchstzahl-von-20V täglich. Bon den Broten ist eine größere Menge dem Roten Kreuz zur Verpflegung ' der Truppen überwiesen worden. — l Witwe Feibusch in Rogasen/ die ihre acht Söhne in den . Krieg ziehen---ließ- .hatnunauch ihre einzige Tochter dem Dienste.des Roten Kreuzes .zugeführt { Hamborn a. Rh., In der hiesigen Synagogengemeinde ' ‘ n die Männer-Chevra 600 Mk. und die Frauen- 40V Markfür-'das Rote Kreyz.? i Lemberg. Die Bertreftraller jüdischen Organisationen faßten»-,iniftüter Versammluttgreinen-Beschlutz^in;-.hmt es 'ü ,Mte>.--j«difthe M^erfchast' Üeöereinstimmtmg nnd Eiingkett mit der Polnischen jßation rhrmAnteilnahme" am Kampfe um "die Unabhängigkeit des Vaterlandes an und erklärt sich mit der Aktion der interimistischen - Kvtmnission der vereinigten polnischen Unabhüngigkeitsparteien solrdarisch. Die -Versammlung fordert die ganze jüdische Bevölkerung--auf» Blut und Vermögen in diesem Kampfe mit dem uralten Todfeinde der Polen und Juden zu opfern." ' . Krakau. Die hiesigen Juden haben sür - polnischnationale Mllitärzwecke 140,000 Kronen gezeühnet? - — Bei dem Uebersall der Kosaken auf Podwolaczhska zeichnete sich der jüdische Landsturmmann Mathies Hellmann hervorragend aus. Er ganz allein tötete eine größere Anzahl Pferde und Kosaken. ---u:. Zürich. Der Jsraettt. Frauenverem hält zweimal wöchentlich Nähnachmittage zu Gunsten des -Roten Kreuzes ab. Die Beteiligung beträgt etwa 100 Damen. Fraulfttrler Berichte. „Mo«1efiore"-Ber«in. .. Der Montefiore hat seine sämtlichen. -Räumedem Generalkommando zu Lazarettzwccken zur Verfügung, .gestellt. Da indessen vorerst deren Inanspruchnahme noch nicht geplant ist, stehe« sie wie bisher ftinen Mitgliedern zur . Verfügung. Die Zusammenkünfte an - den Samstag-Nachmittagen beginnen wieder m» 28. d. M. 5 Uhr. An die Besprechung der Sidrah von berufener Seite werden sich jeweils Aussprachen über die Kriegslage anjchließen.? «gudas JiSroel Mäbchengru-tze^ Samstag, den 5. Sept., vormittags 11 Uhr» wird Professor A. Sulz buch in der M. I. Atädchengrnppe (Hanauerlandstraße 17) einen Vortrag halten. — Bon Dienstag, den 1. September, findetein-Dinimkurs unter Leitung Rabbiners Dr. Bambergev- Hanan statt. .. «utscheiue für Mittagsessen. Vom 1. September ab werden in Rücksicht auf die herrschenden erschwerten Erwerbsverhältnisft an Männer, Frauen und Mädchen Gutscheine auf ein rituellesreichliches und nahrhaftes Mittagessen attsgegeben. Diese Gutscheine sind erhältlich in der Stellenvermittlung der weiblichen Fürsorge Lawg.rstr. 30 täglich von 8—12 nndi von 3—6 Uhr. Sonntags von ValO bis 11 Uhr. r " «leine R»«ze».! ' In der Synagoge Börneplatz findet jeden Montagj und . Donnerstag zwischen .Mincha und Mamin» ein Bittgottesdienst statt. ■ : , Der Mudhauch. Historische Erzählung von M. Pulvermünn. (Fortsetzung.). y.-MjMiZ. Mit gesenkten Blicken trat Uriel vom Throne zurück und blieb bescheiden am Eingänge des Zeltes stehen. - > Wieder ertönte Cymbelschlag und Pfeifenklang, die Anwesenden teilten sich in zwei Reihen, um erner Anzahl tanzender Frauen Platz zu machen, die von-Spiels leuten begleitet waren. In weiße Seide gehüllt, mit- Edelsteinenbehängen, tanzten sie mit bewunderungswürdiger Geschmeidigkeit und Grazie vor den Anwesen-' den. Es waren Sklavinnen aus aller Herren Länder-. die trotz, ihrer Gefangenschaft es fertig brachten--nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit den Augen zu lächeln. Mit Behagen und Wohlgefallen sahen alle dem Tanze zu. Während der ganzen Zeit aber wurden die Bacher ' 'für den König und für die Gäste von den Dienern^ 'fleißig gefüllt und von den Trinkern ebenso {Teigig: -geleert. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. -Sancherib. schwankte bereits von einer Seite zur an-, -dein, als er sichvorbeugte, um die Tänzerinnen besser -sehen zu können. Er rief jetzt nach seiner Fußbank^, -und. alle. Anwesenden erbleichten, soweit sie noch ihrer) Sinne mächtig waren, über den verhaßten Vorgang, der., nunmehr folgen sollte, dem sich aber doch keiner zu entziehen wagte. Die Fußbank wnrvr gebracht und die Sandalen von des Königs Füßen gelöst. Mit lallender- und heiserer Stimme rief Sancherib: „Ich bin der Königaller Könige und Herr aller Herren! Aschuü allein beherrscht den besternten Himmel, und Sanchxxch, _ regiert die. völkerreiche, ,Erde! Kommet - fj alk, ' nteinV1 Sllaven,' ob' ihr euch auch als.'EMflh z und Befehlshaber gebärdet! Beuget euch..im,' MwM-1 vor mir, damit ich meine- -Hah?ft,.üho^-''eych/^fühle^I indem-'ich'memen' nackten Fuß auf euren entblößtett-sß Nacken-" setze!" ' .