Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 33 (21.8.1914)
- Date
- 1914-08-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Leite 3 *e. 33. 33. JO,000 Felix uiber* . Siat , Dr. Fs. t ans stabt, :urii,z ack u. läume t des ehnitz, Oftör.) Pel- Feldc. Bolksviel-n auch m es Zachen classcn jrcdcu Kauf lagen! Juden taube, h bin ls ge gehen, tragen dafür npfen, ie er. > vom nicht ist ein ültiw ltschcn rmelt in die caueneträgc Pose», 16. August. Die jüdischen Mitbürger unserer ötadt' bewähren einen Opfermut und Wohltätigkeitssmn, daß man unwillkürlich an die Zeit der Befreimgskriege Don 1813 erinnert wird. Schüler von 17 hren, Männer der verschiedenen Berufsverhältnisse, iter Don mündigen und unmündigen Kindern verlassen hrc Lieben daheim, willig/ weil der Landesvater es »iinscht, die Liebe zum Vaterlande es erheischt. Die Aegeisterung macht die Schwjachen stark, und die Geicchtigkeit führt zum Siege. Pose«, 16. August In vergangener Woche wurde hier sogenannte Geisel mit einer Anzahl anderer Männer ein Rabbiner aus Kalisch eingeliefert. Herr fabbiner, Dr. Silberberg Hier intervenierte für den Langen genommenen Rabbiner aus Kalisch und erreichte bei der Gefängnisverwaltung, daß dem Gefange- ,en koscheres Essen, Tallis, Teffillin und ein Sefer gebracht wurde. So edel handelt nur das deutsche folf, selbst in Zeiten des" Krieges und gegen feindiche Gefangene. Rogaseu. Seinen 80. Geburtstag feierte hier Herr rtadtrat I. Jastrow. Die städtischen Körperschaften ermnnten ihn in Anerkennung . seiner 42jährigen treuen öicnste "als Stadtverordneter und Magistratsmitglied;imt „Städtaltesten" und überreichten eine entsprechende Lnstlerische Urkunde. Hohensalza. Stadtrat Salomon hierüberwies dem nfanterie-Regiment 140 2000 Mark und dem Artill.- egiment 53 1500 Mark zur beliebigen Verwendung für ie Mannschaften. Me«. Bei der infolge des Krieges im Heere er- »iderlich gewordenen Beförderungen wurden u. a. Oberstttitnant Maximilian Mändl zum Oberst und Regimentsommandanten, und die Majore Ludwig Kiesler und Paul ichey zu Oberstleutnants besördert. Feldzeugmeister Samuel Freiherr von Hazai und Generalmajor Josef Breit sind getaufte Juden. Lemberg. Im hiesigen Militärkomniando spielte sich olgendes Gespräch ab: „Ich will in den Krieg ziehen." Wie alt sind Sie? „52 Jahre." „Dann sind Sie vom Dienst befreit." „Ich will aber in den Krieg ziehen!" „Sind Sie verheiratet?" „Jawohl, ich habe sieben Kinder." „Warum wollen Sie ins Feld gehen?" „Für Kischinew." ld. de de-! Mk., f dem eines cftiger i sind, n sich Hilssustav > zum Ein- Gutl. Die 3 Mk. oere.ne Vaterhenden zogen, usgeb. §hevra Rote zistrat. Stadt lrhl u. Mark; Mark; Jüd. lg an ch u. mahleig der wor- Kleier die i bot» t. des >n der st in Sta- , neun zudem 3 jüd. Posen lt. - Kriege m für nilieii. U'su sröKustl €afö Corso Ecke Kaiserstrasse and Moselstrasse. Franz Krist. Personalien «. Kleine Mtteilnngen. Berlin. „Die Welt" das Zentralblatt der zionist. irganisatiou, erscheint infolge des Krieges bis auf weircs nicht. Wie«. Gottli eb Bettelbeim, eine durch ihre lege Betätigung in den Institutionen der israel. Kultus- «meinde bekannte Persönlichkeit, ist im 70. Lebensjahre ser schieden. Ignaz Rosenberg, Professor für moderne und imitische Sprachen und Religronslehrer bei der israelit. lllltusgemeinde, Verfasser zahlreicher Lehrbücher und Übersetzungen, ist —. 66 Jahre alt — verschieden. Frankfurter Berichte. Peah.! Der Vorstand der Peah macht darauf aufmerksam, pH tägljch erhöhte Anforderungen an seine leistungsfähigkeit gestellt werden. Sowohl Ar- «itsuchende stellen sichs in großer Zahl bei ihm ein, wie kedürftige, die nichts geschenkt haben, die aber für gefnge Preise solide Waren kaufen wollen. Er bittet desplb alle Gönner und Freunde des Vereins, ihm in »cser so ganz besonders schweren Zeit ihre alte Treue zu rwahren und ihm durch Zuwendung von Gaben p in gebrauchsfähigem und in defektem Zustand — zu pfen, in altgewohnter Weise seine Aufgabe zu erfüllen: Arbeit statt Almosen, Kauf statt Bettel. Mädcheuklub. , In Anbetracht der schwierigen Lage vieler berufsktigen Frauen und Mädchen ist der Mädcheuklub, Langefaße 30 Ist. bereit, an Nichtmitglieder ein Abendessen verabreichen und Zwar zum Preise von 18 Pfennig. Jüdische Ha«Shalt««gSsch»le. Während der Kriegszeit verabreicht die Jüdische Hausütmigsschule Mädchen und Frauen, die stellenlos geworden, oder deren Einnahmen sich verringert haben, einen Lästigen billigen Mittagstisch für 50 Pfennige. Kleine Rotize«. Der „Verein zur Beförderung des Hand- >erks unter den israelit. Glaubensge-, "sscn,in Frankfurt" berichtet über seine Tätigkeit ' Jahre' 1913 folgendes: 95 Lehrlinge erhielten Kleidung, Wäsche, Kostgeld usw.; Ausgaben hierfür betrugen 8044 M. — In der H. S. pldschmidtschjen Stiftung wurden 29 Handwerker Meister Marcksmter Fsraelitischss Familienklatt. und Lehrlinge) und in der Caroline Goldschmidtschien Stiftung gleichfalls 29 Handwerker unterstützt, wofür insgesamt 6014‘ M. verausgabt wurden. Samstag nachmittag, im Anschluß an den Mincha- Gottesdienst, wird Rabbiner Dr. Nobel in der Börue- Platz-Synagoge einen halachischen Vortrag über die Frage halten, ob der Protest eines einzelnen gegen „Er uw e i chazeraus" religionsgefetzlich wirksam rst. Hier weilt der berühmte Moskauer Rabbiner M a s e h, der im Beilisprvzeß zu Kiew als Sachverständiger fungierte. Auch der Kiewer Rabbiner A r o n s o h n, der bekannte Gaon Rabbi H illel L ipschü tz-Kowno nnd andere hervorragende Talmudgelehrte des Ostens weilen hier. Der Windhauch. lemllßtim. H Historische Erzählung von M. Pulvermann. (Fortsetzung.) Schon in der folgenden Nacht wollte er den Plan ausführen, wenn alle im Lager nach dem Fcstgelage ihren Rausch ausschliefen. Vielleicht, daß der Tod des Königs erst am nächsten Tage bekannt wird, so daß es ihm inzwischen gelingt, mit seinen beiden Schützlingen zu entfliehen! Ob auch die äußern Wachtposten sich bei dem Zechgelage beteiligen werden? Dem sei wie ihm wolle, die Tat muß geschehen. Er gelobte sich, bei diesem Entschluß zu verharren. Er hob den Vorhang am hintern Eingang des Zeltes in die Höhe und blickte zum sternenbesäeten Himmel empor, als sollte ihm > von dort oben Erleuchtung, Mut und Hoffnung kommen. Auf vder einen Seite sah er die unzähligen weißen Zelte, die in der finstern Nacht gespenstcrhaft leuchteten, während er auf der andern Seite einen sanften Hügel bemerkte, der mit Bäumen bestanden war und längs einer ziemlich tiefen Schlucht sich hinzog. Dort oben war das assyrische Lager begrenzt, und nur zwei kleine Zelte waren sichtbar, sicherlich für die Wachtposten, die zur Sicherung der südlichen Seite aufgestellt waren. Uriel blickte scharf hin und konnte einen einzelnen Krieger wahrnehmen, der sich hin und her bewegte. Uriel zweifelte nicht, daß auch die Schlucht von Wachen besetzt fei; dennoch wurde es ihm klar, daß die Flucht — wenn es überhaupt zu einer solchen kommen sollte — nur dorthin bewerkstelligt werden könnte: durch den hintern Zelteingang in die Schlucht hinab, den fausten Hügel auf der andern Seite hinauf, um sich dann im Walde zu verbergen. ' Das Fest. Schon frühzeitig am nächsten Morgen stieg der Rauch von zahlreichen Altären auf. Jeder Häuptmann brachte den Kriegsgötzen Nergel und Hoa viele Brandopfer dar, so daß eine große Anzahl Rinder, Schafe und Ziegen ihr Leben lassen mußten. In der Nähe seines Zeltes waren für Sancherib besondere Altäre errichtet, auf denen er dem Schamas, dem Sonnengotte, Sin, dem Mondgott, Vul, dem Donnerer, Nin, dem Magdgott, Bel, dem Schutzgott der Residenzstadt Ninive und Beltis, der „Großen Mutter", Opfer weihte. Die meisten natürlich dem Götzen Aschur, dem obersten aller assyrischen Götter. Aber auch die kleinen Götter wurden nicht vergessen, da man am Vorabend einer Schlacht es auch mit dem kleinsten Göttchen nicht verderben wollte. Tiglassi-Nin und die andern Prießer hatten daher einen sehr schweren Tag. Sie standen neben Sancherib, Lieder singend und Gebete murmelnd, bis endlich der König eine Kanne mit köstlichem Wein als Gießopfer auf den Altar geschüttet hatte als Schluß des Opferdienstes. Das ungewisse Kriegsschicksal hatte allen Kriegern eine gewisse Andacht eingeflößt, und die Gebete ertönten laut und feierlich im ganzen Lager. Keiner wußte, ob der Feldzug zunächst gegen Sethos sich richten werde oder gegen Chiskija. Der Befehl lautete, daß das Lager in aller Frühe abgebrochen und der Marsch angetreten werden sollte, so daß eine gewisse ernste Stimmung unverkennbar vorhanden war. Die Andacht mußte aber bald einer ausgelassenen Fröhlichkeit weichen, denn der König hatte befohlen, daß nach Erfüllung der religiösen Pflichten der Tag festlich begangen werden sollte. Bis tief in die Nacht hinein war daher das Lager der Schauplatz zügelloser, ausschweifender Schwelgerei, und Lachen, und Johlen wechselten mit Trinken und Tanzen. Das weibliche Gefolge im Lager war zahlreich, da jeder Anführer, soweit seine Mittel reichten, dem Beispriele des Königs gefolgt war und seinen Harem mit sich geführt hatte. Noch vor Beginn des Gelages hatte Sancherib die geschicktesten Bogenschützen zu sich berufen. In seinem goldenen Streitwagen, umgeben von seinen Befehlshabern und Priestern, ergötzte er sich durch den Anblick kraftvoller Spiele und Wettkämpfe. Hervorragende Leistungen im Springen, Laufen, Reiten, Speerschleudern und 'Bogenschnellen wurden vollbracht. Nachher wurden die Kämpfer zusammen mit den Befehlshabern und Priestern besonders vom König bewirtet. Das Mahl wurde im größten Zelt eingenommen, bei dem sich mehr als zweitausend Menschen beteiligten. Der Fußboden war mit weichen Teppichen und kostbaren Tierfellen belegt, die Wände mit lyrischem Purpur behängen, in denen allerlei Krieger- und Jagdepisoden mit goldenen Fäden eingewebt waren. Am obersten Ende des Zeltes, unter ieinem mit Edelsteinen besetzten Baldachin, stand der reich und kostbar geschmückte Thron aus Elfenbein, der Stolz Sancheribs, den er überall mit sich herumführte. Sancherib hatte seine kostbarsten Staatsroben angelegt und sein Haupt mit einer Krone geschmückt, deren Glanz das Auge blendete. An seiner Brust glitzerte das Sinnbild Aschur's: die Figur eines Mannes mit gespanntem Bogen, von einem Sternenkranz umgeben, unter diesem eine blitzende Goldkugel, den Sonnengott darstellend. Doch nicht allein seines reichen Schmuckes wegen, sondern auch in allen seinen Bewegungen und Manieren überragte Sancherib seine Umgebung. Er war in der Tat eine königliche Gestalt, und seine Krieger betrachteten ihn nicht nur mit Ehrfurcht, sondern auch mit Stolz und Freude. „Den Siegern bei den Wettkämpfen," sprach er mit klangreicher Stimme, „den Befehlshabern meines Heeres, den Edlen meines Hofes, meinen weisen Ratgebern, den Priestern unserer Götter und allen Anwesenden entbiete ich meinen königlichen Gruß. Ihr alle genießet jetzt das Vorrecht, mit dem König der Erde auf das Gelingen dieses Feldzuges einen Becher zu leeren. Nicht eher soll die heimatliche Scholle uns Wiedersehen, bis Sethos von Egypten meine Fußsohle geküßt und Chiskija von Juda neben meinem 'Siegeswagen als Gefangener nach Ninive herläust." Nach beendeter Rede bot Rabscheke dem Könige einen goldenen Becher, bis zum Rande mit Wein gestlllt, während die zahlreiche Dienerschaft die gleichen Dienste den Anwesenden leistete. Sancherib schüttete ein wenig Wein als Opfer zu Boden, ehe er trank, was auch alle andern ihm nächahmten. Dann traten einige Schönredner auf, die von der assyrischen Größe und Herrlichkeit redeten, wobei es an groben Schmeicheleien,; die wie Hagelschauer auf das Haupt des schmunzelnden Königs niederrcgneten, nicht fehlte. Diesen folgten wieder einige Sänger, die von Harfen- und Paukenspiel begleitet, von Sancheribs glorreichen Siegen sangen. „Unter uns befindet sich noch ein lieblicher Sänger, den ich heute noch nicht gehört," sprach Sancherib endlich. „Ein Fremdling und Gefangener, dem ich aber gewogen bin, und den ich bereits durch vielfache Ehren ausgezeichnet habe. Steh' auf, Uriel, und singe auch du von meinen großen Kriegen und Siegen." „Ich bitte meinen König und Herrn, dieses nicht von mir zu - verlangen," sträubte sich Uriel, obwohl er vortrat und die ihm gereichte Harfe in die Hand nahm. „Ich kenne doch meines Herrn Kriege und Siege nicht." „Dann singe was Du wlllst, wenn es sich nur um große und kühne Taten handelt." Uriel sang nun von dem Auszuge aus Egypten, von dem armen Volke, das dort so lange geknechtet wurde, von den zehn Plagen, mit denen Gott das Egyptervolk heimsuchte, von den Wundern und Zeichen, die die Bedrücker zwangen, die Gefangenen freizugeben, von der Wolkensäule bei Tag und der Feuersäule bei Nacht, von dem Manna in der Wüste, von der siegreichen Einnahme des verheißenen Landes, von den glorreichen Schlachten Sauls und Davids und von der glanzvollen Regierung Salomons. Sancherib und die Anwesenden lauschten diesen Begebenheiten, und ihre Aufmerksamkeit steigerten sich zur höchsten Bewunderung, daß ein Volk, jetzt so schwach und gering, ein Volk, von den Assyrern Mit Geringschätzung behandelt, solche herrliche Errungenschaften zu verzeichnen haben sollte, und manches Spottlächeln wurde bemerkbar, als Uriel jetzt von der prophetischen Verheißung sang, daß Israel dereinst, unter dem Beistände des Herrn aller Heerscharen, wieder zur Weltherrschaft gelangen werde. „Dein Volk scheint einen Stolz zu besitzen, der?uch gar nicht gut ansteht," sprach Sancherib, als Uriel