Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 30 (31.7.1914)
- Date
- 1914-07-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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30. 5fc. SO. Das K. Z>. KL will die Ärplerliche Ausbildung seiner ,Mitglieder, unr an bei physischen Regeneration des silbischen Volkes nritzucrrbeiten. Die ^Verbindungen inr K. I. B. wollen die anti-I Interessen der Wischen Studentenschaft, an ihren sichen I Hochschulen nxchrnehmen und nach, außen Hin deutvertreten. Dqs K. Jl V. will auf weiteste jüdische Kreise ndernl xwe Rückwirkung in seinem Sinne ausüben." : klei-I ^-;--- ge-I SohnDflgs-Einrlchtflogen in kOnsfierisea. Auffassung atteitl Verkant von it inj kunstgewerblichen Erzeugnissen. Antiquitäten. Oster-j Friedrich Bernhard, Frankfurt a.M Tel. Hansa 8574. Börsenstrasse 11. Mle.1 g Klar-j & umj h ein! ltschenj i da-I i zio-I lchnngl . Die! \e tot-I Furcht,! chechisahrens enntirschastl g diel legen-I >-Pro-I her-! ntelliwäh-I haben,s Zen. n MI t, utt> sofültj :lemii- «tböil Aus aller Welt. Oesterreich-llugar». vielitz. Im israelit. Gemeindehause fand eine Delegiertenversammlung der israelit. Handwerkervereine von Bielitz, Mähr.-Ostrau nnd Prag statt. Es wurde u. a. beschlossen, die Gründun'g eines Zentralverbandes der israel. H andwerkervereine in Oesterreich ehestens in die Wege zu leiten. Budapest. Jakob Schwarz der ein 3000 Joch großes Gut bewirtschaftet, ist dadurch zu einer gewissen Berühmtheit gelangt, daß er nicht nur für seine Person sich strenge an das Gebot der Sabbatruhe hält, sondern diese strikte Sabbatruhe auch von allen seinen Angestellten und Bediensteten fordert und selbst das Vieh an diesem Tage ruhen läßt. Schon seit vielen Jahren beschäftigt Herr Schwarz eine große Anzahl jüdischer Feldarbeiter, welche die großen Kartoffelfelder gegen ein Drittel der Fexung bebauen. Seit diesem Jahre beschäftigt Herr. Schwarz auch eine Anzahl jüdischer E r n t e a r b e i - ter,' mit denen er außerordentlich zufrieden ist. Diese Erscheinung ist eine Errungenschaft derSchomre- Schabbos-Bewegung, und man darf wohl hoffen,' daß das Beispiel des Herrn Schwarz auch auf andere jüdische Gutsbesitzer und Gutspächter nachahmend wirken wird. Caf£ KaBsengarien am Opernplatz Erstklassiges Familien-Cai6 Nachmittags Konzerte. Fr. Hansolmann, Besitzer. tmebetl n n-s h inil t 76| es diel : ausj Nicht! s über! hrenl raumel iberge-j itritts-I >1 bi- >er, i«l t. D»I : Weil . abeil l. atio- Ziohabeil nemtfl ugcheißeil ntcsl jcnbct* er z» Ln M tft ent* t bei VoVl oentens Lebest 5 aus > sozial tellung a. Jtzrusillem. 'ÄDÄWrnni, der italienische Konsul, äußerte sich einem jüd. Journalisten gegenüber wie folgt: Ob ich an die Möglichkeit erner industriellen Entwicklung Palästinas glaube? — Ich habe großes Vertrauen zu den natürlichen Quellen des.Laiches. .Das ganze Land ist voll von Bodenschätzen,. die eine 'große Volksmenge glücklich machen können, Es genügt, die Hände auszustrecken, um solche Schätze zu finden. ' ' So sind z. . B. unweit von hier, etwa fünf bis sechs Wagenstunden, ausgedehnte Phosphorlager. Wohl gibt es auch in anderen Ländern diesen Stoff, wie z. B. in Florida, Tunesien, Spanien usw., aber bei den großen Bedürfnissen der 'modernen Agrikultur genügt das noch 'lange nicht. Ich bin überzeugt, daß sich bald das Kapital dafür finden wird, wie es sich für die Ausbeutung der Petroleumquellen in der Nähe von Hebron gesunden hat. Die Amerikaner machen dort Experimente, und es ist wahrscheinlich,' daß auf dem Markte nächstens palästinensisches Petroleum erscheinen wird. Was nun die Phosphorlager betrifft, so habe ich mich, mit italienischen Kapitalisten in Verbindung gesetzt, vornehmlich mit dem „Agrär-Kvnsortium" von Parma. Besonders die italienischen Juden hätten in Palästina ein geeignetes Tätigkeitsfeld. Sie könnten ein Syndikat für die Ausbeutung der Bodenschätze bilden. Die italienische Regierung würde eine solchx Initiative mit großer Sympathie begrüßen und würde sie mit großer Bereitwilligkeit unterstützen. Jerusalem. Der Sultan hat für die Höhle Machpeloh, in der bekanntlich Abraham, Isaak und Jakob begraben liegen, eine kostbare Decke geschenkt. Das Geschenk wurde von der Bevölkerung mit großen Ehrenbezeugungen empfangen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Zutritt zur Höhle, der sonst nur Mohammedanern gestattet ist, auch den Juden .gewährt, Perso»aNe» «. Kleine MttteUrmge«. I Berli«. Hier verschied im 74. Lebensjahre Herz Berliner, Ehrenmitglied der jüd. Gemeinde Schwersenz. Dr. Hans Guggenheim, Assistenzarzt am poliklinischen Institut der Universität, erhielt, den Allvarenga-Preis der Hufelandischen Gesellschaft (1000 M). I Berlin. Auf dem jüdischen Friedhof erschoß sich ein IMax R. Man fand in seiner Tasche sein Testament, I!!• es heißt, er habe es abgelehnt, größere Geldsummen, ihre ihm von - Freundenangeboten seien, anzunehmen. I ^?wohl er nur noch wenige Pfennige in der Taschx habe; I drese vermache er einem gewissen I., nnd wenn dieser Seih 8. das Erbe, nicht antreten wolle, so solle man die Hinterlassensl^rft einer, mildtätigen Stiftung .vermachten. München. Die jüd. Allgemeinheit in der bayerischen Metropole hat einen schweren Verlust zu verzeichnen; einer ihrer edelsten und besten Mitglieder, Herr Raphael Landauer, ist nach kurzer Krankheit im 64. Lebensjahre dahingegangen. Einer edlen, frommen Familie entstammend, hat er das Beispiel, das er im elterlichen Hause gesehen, sich stets zu Herzen genommen; Zedoko und Gemilus Chesed bildeten feinen Lebenszweck. Schon im Verein mit seiner vor 10 Jahren entschlafenen Gattin, einer Tochter aus dem berühmten altjüdischen Hause Philipp Ellinger s. A. in Frankfurt a. M., übte er viel Gutes; jedoch nach dem Tod derselben widmete er sich nur den Armen nnd Kranken. Als Vorsitzender der „Krankenfürsorge isr. Vereine" hier war er Hunderten nicht nur ein hilfsbereiter Vorstand — er war ein mitfühlender Bruder. Auch die Orthodoxie verliert in ihm einen warmen Anhänger nnd Förderer — aber nur auf der Basis des Friedens und der Einigkeit; noch wenige Tage vor seinenr Tode sprach er die Hoffnung aus, daß die Agudah alle einigen möge, dann wolle auch er ganz dabei sein. Rabb. Dr. Ehrentren kennzeichnete am Grabe das Leben des Dahingeschiedenen in trefflichen Worten; ebenso Kommerzienrat Sigm. Kränket im Trauerhanse. Emden. A. I. Hes se feierre den 90. GevurtStag. Heidelberg. Der Kuno-Fischer-Preis der llmversität.ist dem Privatdozenten der Philosophie Dr. Ernst Caj'sirer in Berlin für sein in zweiter Auslage erschienenes Werk „Das Erkenntnis-Problem in der Philosophie und der Wissenschaft der neueren Zeit" znerkannt worden. (L.) Posen. In Pudewitz fand die feierliche Grundsteinlegung einer Synagoge statt. — In Crone fand in der Stadtverordnetensitzung die Einführung des Beigeordneten und Stadtältesten Cohn in sein Amt statt. Gleichzeitig wurde ihm der Ehrenbürgerbrief überreicht. — Die Stadtverordneten von Schwersenz nahmen die Stiftung Kommerzienrats Herm. Rotholz von 30000 JL für ein Volks- und. Jugendheim dankend an. Lteguttz. Ludwig Danziger, Präsident der jüd. Gemeinde, feierte den 70. Geburtstag. Er ist Mitinhaber der Leinenwarenhandlung Wolfs Krimmer, eines der wenigen Detailgeschäfte, die am Samstag streng geschlossen haben. Konstanz. Rechtsanwalt Leopold Jung, Vorsitzender der Repräsentanten der jüd. Gemeinde, erhielt das Ritterkreuz 1. Klasse vom Zähringer Löwen. Ruhrort. Der Unterprimaner Fritz Nathan rettete mit Lebensgefahr einen zehnjährigen Knaben aus der Ruhr. Wie». H e i n r i ch F r i e d, Oberinspizient am Hofoperntheater, erhielt das goldene Verdienstkreuz mit der Krone. Budapest. In Großwardein erschoß sich der Bankdirektor Alexander Groß infolge verfehlter Spekulationen. In Regendorf bei Preßburg fvar mehreren tonangebenden Gemeindemitgliedern der Perek-Vortrag des Rabbiners am Samstag-Nachmittag zu lang, und sie beschlossen, ihn gewaltsam zu unterbrechen. Der Rabbiner bekam davon Kenntnis, meldete es dem Stuhlrichter, und dieser stationierte einen Polizisten in der Synagoge. Hier verschied die Witwe Ignaz von Wechselmann geb. Sofie Neuschloß, die gleich ihrem Gemahl eine großzügige Wohltäterin war. Sie besaß den Elisabethorden 2. Klasse und das Goldene Verdienstkreuz mit der goldenen Krone. Petersburg. Der Kaiser hat an die nachgenannten Lehrkräfte in Anerkennung ihrer Verdienste auf dem Gebiete des öffentlichen, Unterrichtes die silberne Medaille mit dem Alexanderbande verliehen: dem Leiter der Talmud-Thora in Kertsch Bello Zerkovsky, den jüdischen Lehrern in Nitolajew S'idransky und Schulmann und den Oberlehrerinnen an den jüdischen Mädchenschulen in Odessa Eva Schwamm und Esther Schwamm. Kouftanttnopel. Der' im Orient wegen semer zahlreichen großen Wohltätigkeitsakte bekannte Großkansmann Elis Kadoorie in Hong-Kong hat der Universität in Hong-Kong zur Errichtung einer Lehrkanzel für Physik für die Dauer von vier Jahren einen jährlichen Betrag von 18 000 Dollar zugesichert. Kadoorie hat auch in Konstantinopel mehrere große Stipendien für jüdische Schüler nnd Schülerinnen gestiftet und auch in vielen anderen Städten des Orients durch reichliche Zuwendungen kulturfördernd gewirkt. Washington. Nelson Morris-Chicago ist zum Gesandten in Schweden ernannt worden. Wilhelm Leux Telef. Hansa 8587. Hoflieferant. Goetbestr. 21 Herren-, 2)amonu. tivreeschneiderei. Spezial-Sportgeschäft - ■■ : Auf Wunsch koschere Verarbeitung. ::- Alls der „Agudas Jisroel"--Berveg«ug. London, 26. Juli. Die AgudaS Jisroel bildete am gestrigen Schabbos den allgemeinen Unterhaltungsstoff der jüdischen Kreise. Straßenplakate kündigen die morgen in der Ässembly Hall stattsindende Massenversammlung an. Die jüd. Zeitungen bringen spaltenlange Artikel über die Agudas Jisroel pro und contra. In den Synagogen des Eastend sprachen gestern 25 Rabbiner über das gleiche Thema: „Agudas Jisroel". London, ss.Juli. Diein der East Ässembly Hall stattgefundene Massenversammlung ist glanzend verlaufen. Der riesige Saal war dicht gefüllt, und es herrschte während des ganzen abends eine begeisterte Stimmung. 1000 Mitglieder ist das zahlenmäßige Ergebnis der Veranstaltung. Lemberg. Neue Ortsgruppenwurdengegründet in Jezupol, Chodrow, Brzerzanh, Chyrow, Baligrod, Halicz, Bozozow, Lisko, Mizritz, Bisk und Komarno. Calcar. Nach einer Propagandaversammlung ist eine. Ortsgruppe Rees-Calcar mit 24 Mitgliedern ge« gründet worden. r WM _ Spezialität; MMen. Francke & Weber Gr. Friedbergerstr. 7—11 Tel. Hansa 4095. Aus der Lehrerwett. München. Im Reichsrat lag ein Antrag der Regierung vor, daß zur Aufbesserung des Einkommens gering dotierter Rabbinatsstellen und zur Gewährung von Zuschüssen für Kultuszwecke an leistungsschwache israelitische Gemeinden Rabbinern mit längerer Dienstzeit, die bisher schon an der Staatsaufbesserung tellnehmen und sich infolge ihres unzureichenden Stelleneinkommens in bedrängter Lage befinden, auf besonderes Gesuch außerordenlliche, stets widerrufliche Zulage» bewilligt werden können, nnd zwar nach vollendetem 12. Dienstjahre solche im Betrage von 200 M, nach vollendetem 15. Dienstjahre solche von 400 JL Der Antrag wurde angenommen. Würzberg. Für die 50jährige Jubelfeier der Isr. Lehrerbildungsanstalt ist mmmehr das Programm fertiggestellt. Am 9. Aug., abends 8 Uhr, findet in der Schrannenhalle der Begrützungsabend mit einem sehr reichen Programm (u. a. Militärkonzert) statt. Am nächsten Tage vormittags folgt der offizielle Festakt, dessen musikalisch«: Teil von dem verstärkten Seminarorchester versehen wirb. Mittags 12% Uhr beginnt im Saale des Platzschen Glucken das Festmahl. Mit einem Gartenfest im Platzschen Garte» nehmen die Veranstaltungen ihr Ende. Kitziugen. An die zum 1. Sept. zu eröffnende isr. Volksschule wurden Lehrer Einstäbter von Alsenz und. Frl. Goldschmidt von Würzburg, seiner als Religionslehrer Lehrer Bumberger berufen. Groschen. In Gotha ist im 75. Lebensjahre Dantb Wolfermann, früher Lehrer an der hiesigen jüd. Volksschule, verschieden. Warschau. Im 70. Lebensjahre ist nach langem Leiden Rabbiner Hvrinblas, ein hervorragender Talmudkenner nnd " Verfasser zahlreicher Schriften» verschieden. „VICTORIA" Erste Berliner Wäscherei und Glanz-Plätterei Hansa Tel. 2002. |g &0tl6UtStF8SS6 1t. Hansa Tel. 2002. Spezialität: Kragen, Manschetten und Hemden. leuidefon. WM Der Windhauch. Historische Erzählung von M. Pulvermünn. (Fortsetzung.) „Nun," sagte der König nach einer Weile, „waS mag wohl diese schreckliche Erscheinung zu beimrten haben, die den mächtigen König der Erde so zu ängstigen und den Schlaf von seinen Angen zu scheuchen: vermochte?" Die Augen des assyrischen Herrschers und seines obersten Priesters waren tückler Erwartung auf de» jüdischen Jüngling gerichtet, der mit ernster und Wachsender Erregung dem Bericht des Königs gelauscht hatte und mm bescheiden sprach: „Falls der große Wmg meine Rede vernehmen und die Freiheit zu spreche« mir gestatten will, dann könnte ich Dir vielleicht jagen, was dieses alles bedeutet." Er schwieg, um erst dann weiter zu sprechen, als Sancherib durch eine leichte HandbeweguNg ihn dazu aufforderte. „Es bedeutet, daß das Schicksal Deines Heeres besiegelt ist, daß Du noch dem Tage sülchen wirst, da Du Dich erkühntest. Deine Hand gegen das heilige Jerusalem zu erheben. Dein Traum, o König, ist nur eine Wickerholung dessen, was der Prophet Jesajas über Dich sprach, wenn auch mit andere« Worten." „Was hat dieser Inden-Prophet über mich gesprochen?" „Daß unser Gott einen Windhauch über Dich senden wird . . . „Einen Windhauchs" schrie Sancherib. „Es war ja ein pestarttger Windhauch, der sich in meinem Traume auf mein Lager niSerließ! Doch," sichr er etwas ruhiger fort, „solche Sachen sind eben nur in einem Traume denkbar; der einzige Pesthauch, der den Menschen in diesem Lande gefährlich werden könnte, ist nur der Samum aus der südlichen Wüste. Aber selbst dieser tötet nur durch die Hitze, Ävcch das