Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 30 (31.7.1914)
- Date
- 1914-07-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2. Frankfurter JsraEtisches Familienblatt. friedlich geschlichtet worden ist, haben den Zusamrnenbruch des ProjÄes, wie Herr Ja-cob Schiff behauptet, verursacht, sondern die amerikanischen Kuratoren Lurch ihre durch nichts motivierte Demission müssen sich die Schuld zuschieben. Mit ihnen aber tragen in noch höherem Grade jene die. Schuld, die. die Wandlung in der Stellungnahme der amerikanischen Kuratoren herbeigeführt haben. Wir hoffen, daß. auch trotz dieser unmotivierten, nichts weniger als imposanten Demission der. amerikanischen Kuratoren die Realisation des Technikumprojektes möglich sein wird. Es märe traurig, wenn durch diese wenig faire Rachepolitik der antizionistischen Führer des Kuratoriums das ganze großx Projekt des Haifaer Technikums zunichte würde. .Für die Kampsesweise der Antizionisten und für chre Unfähigkeit, chre kleinen Parteiinteressen hinter die große Sache zurückzustellen, ist aber der Brief des Herrn Jakob Schiff und die Demission der amerikanischen Kuratoren sehr charakteristisch. Aus de« Ereiguiffeu des Tages. Zur Fusion vou 8. I. L. «ad St. Z. 8. Die Entwicklung des innerjüdischen Lebens der jüdischen Studentenschaft Deutschlands in den letzten Jahren bildet eines der interessantesten und bedeutsamsten Kapitel der Mischen nationalen Bewegung unserer Tage. In wenig anderen Sphären des jüdischen Gegenwartslebens läßt sich die mächtige Wirkungskraft der nationalen Idee in stärkerem, augenfälligerem Grade wahrnehmen als innerhalb der jüdischen Studentenschaft Deutschlands. Bor einem Jahrzehnt noch stand fast die gesamte Masse der jüdischen Studenten Deutschlarids indifferent allen wichtigen Problemen der jüdischen Gegenwart gegenüber, und ihre Rolle im jüdischen öffentlichen Leben war eine durchaus unbedeutende und minimale. Und heute findet man an allen größeren.Universitäten Deutschlands jüd. Korporationen, die nicht nur studentische Korporationen, sondern auch jüdische sind, und lebhaft zu allen Fragen des jüdischen Lebens Stellung nehmen. Während noch vor einem Jahrzehnt der K. C. (Kartell-Convent), der innerhalb der jüdischen Studentenschaft die Ideen des Zentralvereins vertritt, der weitaus mächtigste jüdische Studentenverbamd war, stehen ihm heute mehr als 1000 jüdische Akademiker gegenüber, die auf deM Boden des nationalen Judentums stehen und eifrig für die Verbreitung der nationalen Idee tätig sind. Die starke Ausbreitung und Bertiefunng des nationalen Gedankens innerhalb der jüd. Studenten Deutschlands mußte notwendigerweise zu einer Verschärfung. der Gegensätze zwischen dem K. C. auf her einen, und den beiden nationalen Korporationen — dem B. I. C. (Bund Jüdischer Corporationen) und K. Z. B. (Kartell Zionistischer Verbindungen) ans der anderen Seite führen. Diese Verschärfung ist auch in den letzten Jahren eingetreten, und die jungen Müschen Studenten wissen viel von diesem Kampfe zu erzählen, von dem erbitterten Ringen, das um jeden einzelnen Fuchsen geführt wird. In diesem Kampfe litt die nationale Richtung bislang an einer inneren Schwäche: sie war zersplittert, geteilt in zwei Verbände, von denen der eine — kleinere — programmatisch zionistisch, der andere — größere —.seinem Programme nach national, der Zusammenstellung seiner Mitglieder nach ebenfalls vorwiegend zionistisch war. Diese Trennung führte zu inneren Streitigkeiten und Plänkeleien, die die Stoßkraft nach außen hin naturgemäß abschwächten. Nunmehr kommt die Nachricht, die die Beseitigung dieser inneren Sstrltung meldet: Ms ihren jüngst in Berlin stattgefundenen Kartelltagen haben S3L I. C. und K Z. B. beschlossen, sich zu einem Verbände zu fusionieren, der den Namen K. I. V. (Kartei Jüdischer Verbindungen) tragen wird. Durch diese Fusion wird die gesamte national gesinnte jüdische Studentenschaft, zu einer einheitlichen, geschloffenen Organisation zusammengeschlossen, die den stärksten jüdischen Studentenverband vm Deutschland, ja in Europa überhaupt darstellt. Geeint ans der Basis der nationalen Idee, organisatorisch doppelt gefestigt durch die straffe Organisätionsform der studentischen Korporation, repräsentiert dieser Verband einen mächtkgen Träger des jüdisch-nationalen Gedankens, wird er I für die Zukunft einen bedeutendem Faktor im innerjüdischen Leben Deutschlands bedeuten. Vor allem wird dieser neue Verband mit verstärkter Kraft den Kampf gegen den K. C. aufnehmen föttnat, ein Kampf, der von weit größerer Bedeutung für die Nationalisierung der deutschen Judenheit ist, als er manchem Unbeteiligten erscheinen möchte. Aber auch nach innen Han, in der Erziehung seiner Mitglieder zu bewußten, begeisterten Juden, die sich nicht nur jüdisch-national nennen, sondern bestrebt sind, den Anschluß an die jüdische Kultur zu gewinnen, wird der neue Verband noch Größeres leisten können, gls es bisher die zwei Verbünde getrennt vermochten. Die Fusion von B I. C. und K. Z. B. ist ein Symptom der Zeit, ein ^Beweis, daß in dem immer schärfer einsetzenden Kampf zwischen Assimilation und Nationaljudentum die innere Geschlossenheit der nationalen Richtung unbedingte Notweniügkeit ist. Die Neigung, für jede Aufgabe eine neue Organisation zu gründen, muß abgelöst werden durch die Tendenz zur Einheit und Zusammenfassung der Kräfte. .Dem neu gegründeten K. I. V. erwächst eine große historische Aufgabe: die jüdische Studentenschaft Deutschlands, die Generation, die später die Führer der deutschen Judenheit stellen wird, für die nationale Idee zu gewinnen; die jüdischen Studenten Deutschlands zur Rückkehr zum Judentum, zur'Wiederaneignung positiv-jüdischer Werte zu erziehen. Möge der K. I. B. seine Aufgabe in vollem.Maße erfilllen, und die -historische Bedeutung in der Geschichte des Regenerationsprozesses des jüdischen Volles erlangen, die ihm auf Grund seiner Aufgaben, seiner historischen Mission, zukommt. sortiert 15Ä G.M.HOLZ J HOFLIEFERANT FRANKFURTS IfilOLFSECK unsortiert 12H G.M.HOLZ Eirrwau-erimgs-Erfchwerunge«. New Jork, 15. Juli. Trotz Jacob Schiff's Präsidentschaft hat, wiebereits jüngst gemeldet, das Galvestoner Komitee seine Tätigkeit einstellen müssen. Eürzig die fortgesetzten Erschwerungen seitens der Centralregierung in Washington waren schuld daran. Besonders der Arbeitsminister William Wilson ist ein prinzipieller Gegner der Einwanderung. Jetzt hat dieser Herr einen Plan ansgearbeitet, die segensreich wirkende New Jorker Jmmigrantengesellschast zu verbieten. Diese Organisation hat in allen Hafenplatzen ihre Vertreter, die sich der häufig . nur infolge von Schikanen' der Behörde zurückgewiesenen Einwanderer annimmt und durch ihre Rechtsanwälte nötigenfalls die Interessen der Einwanderer bis zur höchsten Instanz -vertritt. Wilson will nun die Tätigkeit der Organisation als >nicht gesetzlich" verbieten, denn sie habe kein Recht, sich in die gesetzliche Handhabung der Regiernngsmaschinerie zu mischen. Freilich hat Wilson bisher selbst häufig genug auf die Beschwerden der Gesellschaft hin. Zurückweisungen der Hafenbehörden aufgehoben. Sollte Wilson Ernst machen, so wird die JmmigrationsgeseUschaft eine große Prot.stbewegung einleiten. Unerfteulich lauten auch die Nachrichten aus Kanada. Dort besteht bei der Regierung die Absicht, Arbeitslose, die noch nicht drei Jahre in Kanada wohnen, auszuweisen. Nr. 30. Rttualmordpropagauda itt einer Prager Schule. Prag. Wieder hat sich ein Fall schändlichster antisemitischer 'Propaganda ereignet. Die tschechischen Zeitungen berichten, daß in der Neustädter deutschen Kuabenvollsschule ein dort als Lehrer angestellter Mönch des Emausklosters den Kindern eine Geschichte erzählte, wie die Juden einen kleinen Christenjungen gekauft, in Ben Wald geschleppt, an einen Baum gebunden, 'ihn gemartert und gestochen hätten, um das frische Blut in Gefäßen aufzufangen und beim Micken der Osterbrote zu verwenden. Leider ist bisher von keiner Seite zur Klarstellung des Falles eingeschritten worden, was uv, so bedauerlicher ist, als vor 1% Jahren sich ein ganz ähnlicher Fall in einer anderen deutschen Volksschule ereignet hat und die Behörden damals dem intervenierenden Präsidenten des zionistischen Distriktskomitees eingehende Untersuchung und energische Vorkehrungen zugesagt haben. Die Prager deutsche Presse hat damals die Sache totgeschwiegen und schweigt auch. jetzt, aus Furcht, den deutschen Schulen bei den Juden zu schaden. Ohnedies suchen imMer mehr Juden die teschechischen Schulen auf; manche Deutsche aber fahren in dieser Art .rohester und giftigster antisemitischer Propaganda fort, ohne daß die Jüdenschast sich bisher dazu aufgerafft hätte, einmütig die gebührende Antwort zu geben. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß während des Beilis-Prozesies die tschechische Presse einen von den hervorragendsten Vertretern der ^tschechischen Intelligenz gezeichneten Protest veröffentlicht hat, während die Deutschen Böhmens es abgelehnt haben, sich an irgend einer Protestaktion zu beteiligen. Unverständlich ist, wieso der Vorstand der jüi>. Gemeinde, als Vertreter der Prager Judenheit, untätig bleibt. Seine Aufgabe wäre es doch, sofort alles zu tun, daß derartige schändliche Verleumdungen für die Folge unmöglich gemacht werde«. Statistische Zahlen. Die ungarischen Juden haben wieder einen Rekord geschlagen. Laut dem soeben erschienenen amtlichen Ausweis sind nämlich im Monat Mai zwischen Juden und Christen 7K Mischehen geschlossen worden. Es ist dies die höchste .Monatsziffer, welche Ungarn bisher aus diesem traurigen Gebiet aufzuweisen hat. Nicht minder traurig klingt ein Ministerialausweis über den Religionswechsel in den letzten 15 Jahre«, wobei konstatiert wird, daß in diesem Zeiträume 5822 Juden zum ChristentuMe übergetreten sind. Dies entspricht rund 365 Austrittssällen im Jahre. In Wien traten in den Jahren 1901 Bis 1908 5022 Juden zum Christentum.über, i« Berlin im gleichen Zeiträume 1171 Inden. Dabei muß J6enterft werden, daß die Zahlen, für Wie« die Kinderlaufen enthalten, die von Berlin aber nicht. Kartell Jüdischer Verbindungen. Ter „Bund Jüdischer Corporationen (B. I. C.)" und das „Kartell Zionistischer Verbindungen (K. Z. V.)" habe« sich verschmolzen. Die neue Organisation ' nennt sich „Kartell Jüdischer Berbindungc« (K. I. V.)", und ihre einzelnen Vereine heiße« „Verbindungen Jüdischer Studenten (B. I. St.)" Das Programm der K. I. V. ist .folgendeimatzen festgesetzt worden: „Das K. I, B. will seine Mitglieder z» Männern erziehen, die in dem Bewußtsein bei nationalen Einheit der jüdischen Gemeinschaft entschlossen sind, für eine der Vergangenheit dp Judentums würdige Erneuerung des jüd. Volkstums einzutreten. Das K. I. V. willdie jüdische Studentenschaft zu eifriger Antellnahme am jüdischen Lebe« erziehen und sie mit dem geistigen Rüstzeug ausstatten, zu wissenschaftlichen, politischen Und sozialen Fragen innerhalb des Judentums Stellung zu nehmen. / - ’ 5Ö5. * Dg seiner,! rätion 'Di Jüteres Hochsch vertrete D< eine R Uoülllu kansi Frte viel giertenw Bielitz, beschlösse Grüi israel. ehestens B«r großes Berühm sich stre diese str und Be Tage r Herr S welche Fexung Schwarz ter, v Erschein Schab daß da jüdische wird. Ca 12* Her äußerte Ob Mö-tzli glaube? Quellen schätzen,. 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