Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 29 (25.7.1914)
- Date
- 1914-07-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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29. 77 chnste ande- - daß »ment i Ormfgeischen tachtfläge, wllte, einen denn lur in 8 daß hland >iefent alten, schluß i Kalstünde vxen" gute chern, Politik st von en die Airsetzten rltung > der solche ingten visorimlung ckreten Konischen, e der s darr geht, - und nicht etrachagarnledigbeiden ibrigen so ert Nonedeutet t nnd rechts- Bteuet :n Paus Dr. nn dar zur ll, nnd llichkcit rngsjeder falls f e ft c it ich in 1912 ahreridere die, Konichrieeinen n der sherige sowohl gegen 6 und rgeben, n sei. wichoermai bleibt Seite Rr. 29 Frankfurter Israelitisches Familienbian. das Provisorische Konritee sich nach außen hin auf den Standpunkt gestellt hat, daß alle thoratreuen Juden gleichberechtigte Mitglieder der Agudoh sein Könnten — mit aktivem, und Passivem Wahlrecht —, und daß andererseits Zerr Dr. Isaak Breuer öffentlich behaupten durfte, die maßgebenden Persönlichkeiten des Komitees hätten dem polnisch-Breuerschen Entwurf in den wesentlichen Punzen ihre Zustimmung erteilt. Dieser Widerspruch in der Haltung des Komitees ist bislang durch keine offene und unzweideutige Erklärung seitens des Komitees aufgeWrt und beseitigt worden!; nach wie vor hüllt es sich in geheimnisvolles Schweigen, und' von der Hauptversammlung trennt uns nur ein Monat. ..Können wir so die auf die Haltung des Komitees bezüglichen Ausführungen des Artikels nicht als überzeugend anerkennen, so vermögen wir dem, was er über die beiden Hauptfragen der Agudoh sagt, eher zuzustimMen. Als diese beiden Hauptfragen bHeichnet der Artikelschreiber mit Recht die „Zulassung gewisser Mitgliederkategorien zu den Aemtern der Ägudoh und die Stellung des Rabb. Rats". Was er über die letzte Frage, die Stellung des Rabb. Rats, bemerkt, halten wir im! allgemeinen für durchaus treffend. Daß per Rabb. Rat bei alten wichtigen Fragen gefragt und gehört werden muß ist bei einem! Weltverband der Gesetzestreuen nur natürlich; über die Ausgestaltung dieses Prinzips im einzelnen jedoch sind wir anderer Meinung als der Artikelschreiber. Wir halten es für kaum durchführbar, daß der Rabb. Rat die gesamte Geschäftsführung der Agudoh kontrollieren soll, und glauben, daß Me solche Bestimmung jede energische Tätigkeit der Agudoh lahmlegen wird. Es genügt auch vollkommen, wenn in den großen, wichtigen Angelegenheiten der Rabb. Rat gefragt wird; die einzelne Ausführung darf man ruhig auch den Laien überlassen; handelt es sich doch schließlich um einen Verband von thoratreuen Jüden, bei dem doch eine solche bis ins Einzelne gehende Kontrolle durch die Rabbinen wirklich überflüssig ist. Biel wichtiger, weil prinzipieller, erscheint uns stdoch die andere Frage: „Die Zulassung gewisse): Witgliederkategorien zu den Ae.mtern der Agudoh". Denn hier handelt es sich um die Basis, um! 7 das Prinzip, um das Wesen der Agudoh: hier muß es sich entscheiden, was sie eigentlich sein soll: eine Organisation der Trennungsorthodoxen vder ein. Weltverband aller Thoratreuen. Und darum Wnnen alle, die wie wir die Agudoh für existenzberechtigt und .lebensfähig nur bei schärfster Ablehnung aller trennungsorthodoxen Prinzipien und Tendenzen halten, bei dieser Frage keinerlei Konzessionen machen,! sondern müssen unentwegt und konsequent auf dem grundlegenden Prinzip beharren: jeder thoratreue Jude muß tzollste Gleichberechtigung, volles aktives und passives Wahlrecht in der Agudas-Jisroel haben. Nicht einmal ein oberstes Entscheidungsrecht des Rabb. Rats kann dabei zugelassen werden. Ob ein einzelner Kandidat thoratreu ist oder nicht, kann keinesfalls zum Gegenstand einer Entscheidung des Rabb. Rats gemacht werden, über solche Gewissensfragen kann kein Kollegium urteilen; prinzipiell wäre es ein unzulässiges, inquisitorisches jVerfahren, praktisch wäre es ohne jeden Sinn, da nicht der Lebenslauf, die Lebensführung die Weltanschauung des Kandidaten vom Rabb. Rat geprüft und beurteilt werden kann. Daher darf es für diese Frage nur einen Standpunkt geben: wen die Hauptversammlung wählt, der ist eben gewählt; Vetorechte und Entscheidungsrechte können nicht zugelassen werden. Diesen Standpunkt, der allein die Basis gibt zur Zusammenfassung aller Gesetzestreuen, wird niemand, der es Mit der Agudoh gut meint und. sie wahrhaft zu einem Weltverband der Orthodoxie ausgestalten will, ablehnen können. Nur zwei Gruppen von Orthodoxen geht er wider den Strich: zunächst den Ungarn, aber diese stehen fa ohnedies abseits- und werden nie zu gewinnen sein, oder richtiger gesagt, die ^Massen der ungarischen Orthodoxie sind sehr wohl zu gewinnen, .wenn.erst die Leitung, der Agudoh es wagen wird,, über .hie engherzig-egoistische, Jchtriguenpölitik und - die .Arroganz Mrvrthodoxen KaMei. hinwegschreitend, sich unmittelbar an die ungarischen Orthodoxen zu wenden, die ja irr der Kanzlei gar nicht ihre Führer erblichen und freudig dem Rufe der Agudoh Folge leisten werden. Also die 'Rücksichtnahme auf die ungarische Orthodoxie kann nicht zur Ablehnung des dargelegten Standpunktes führen. Die andere.Gruppe aber, die dagegen sein wird, ist — die Familie Breuer. Und da.hat ja schon der Artikelschreiber den Kern der Sache richtig bezeichnet: Den Herren Breuer — sagte er — kommt es ja gar nicht auf die Fernhaltung der Gemeinde-Orthodoxen an. ,l,Wenn es nach ihrem Sinn geht, so sollen nur die Personen in Frankfurt — und nur in Frankfurt — getroffen werden, die nicht Mitglieder der Religionsgesellschast sind." Mso, nichts als engherzigste Politik ist es, was die Gruppe — die Familie I— Breuer zur Gegnerschaft gegen den toleranten Standpunkt bewegt, engherzige.Gegnerschaft gegen alle, die nicht zur „Kille" gehören. Nun, es wäre doch schmachvoll und traurig, wenn solche Motive einer einzigen Famllie in den Erwägungen über die.Grundfrage, die Lebensfrage der Agudoh auch nur in Betracht komMen würden. Ueber die ganze Kampagne und Politik der Familie zur Tagesordnung übergehen. Müßte doch für alle wahrhaft Thoratreuen und ideal Gesinnten identisch sein. Es wära ein betrübender Beweis dafür, welche geringe Macht die idealen Ziele der Agudoh auf die Leiter derselben besäßen, wenn sie sich durch die Politik per Fraktion Breuer irgendwie beeinflussen lassen würden. Wir können nur intnrer wieder unsere Worte an die Leitung der Agudoh wiederholen : mit ihrer schwalchenden, ängstlichen Politik ein Ende zu machen, endlich jenen SJhit sich anzueignen, mit dem Mein solche Bewegungen wie die Agudas-Jisroel gegründet werden, und über alle Jnteressenpolitik hinweg sich zu dem MM Möglichen, toleranten Standpunkt in der Grundfrage zu bekennen. Eine Fortsetzung der bisherigen Politik kann zum Ruin für die Agudoh werden. Mer Wochen trennen uns von der Hauptversammlung. Sie werden entscheidend sM .für die Zukunft, für die Existenz der Agudoh. Die Leitung Möge sich ihrer Verantwortung bewußt sM und die Kraft haben, den richtigen Weg zu wählen. Nur so kann sie die Fehler einer ver- . fehlten zweijährigen Politik wieder gut machen. 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Da sind nun plötzlich die.russischen Verwaltungsbehörden auf den Gedanken gekommen, das seit Jahrzehnten bestehende Privileg ohne jegliche SaMion seitens der gesetzgebenden Körperschaften umzustoßen! Neben dieser Kategorie soll aber noch Me weit größere, diejenige der Handwerker, schon in den nächsten Wochen der Ausweisung verfallen. Die Begründung der Ausweisung der jüd. Handwerker ist geradezu wahnwitzig. Vor einigen Jahren hatte die Regierung im. jüdischen Ansiedlungsrqyon die Handwerkerinnungen mit Ausnahme der von Odessa, Berditschew, Kischinew und Kertsch geschlossen. Nun verlangt die Regierung von jedem jüdischen Handwerker in Kiew plötzlich die Beibringung -des Nachweises,, daß er f.Zt. -am Orte einer der vier Innungen seine Lehrzeit durchgei 6ett» Se macht hat. Schon sind zahlreiche jüdische Handwerkerfamilien auf Grund der erwähnten Verfügung ausgewiesen worden und die anderen erwarten von Tag zu Tag das gleiche Schicksal. Die geplante Massenausweisung bedeutet Me Heraufbeschwörung von Elend, wie es selbst in Rußland nicht Mltäglich ist. Sollte die Menschlichkeit nicht noch im letzten Momente siegen, so wird Kiew damit Men der schrecklichsten Pogrome erleben. Diese Ausweisungen bedrohen aber nicht nur die Existenz der Kiewer Juden, sondern auch die gesamte Wirtschaft des russischen Südwestens. N. ROSENAU Englische Herren - Schneiderei IO Goethestrasse XO* Vornehme Ausführung. Haasige Preise. Pogromdrohuugen in Rumänien. Der „Verband der in Rumänien geborenen Juden" hat an das Parlament von neuem Me Eingabe gerichtet, in welcher die Gleichberechtigung für die im Lande geborenen Juden gefordert wird. Auf diesen Schritt antwortet nunmehr der Sekretär der Knlturliga, Prof. Bogan Dnica, mit Mer in allen rumänischen Zeitungen veröffentlichten, in überaus aufreizenden Tone gehaltenen Kundgebung, woM .er erklärt, baß pie Judenstage eine M ächtfrage ist, und droht, daß auf den mindesten Versuch hin, diese Frage im Sinne der rumänischen Juden zu lösen, die rumänische Bevölkerung mit einem Pogrom nach russischem Muster antworten würde. * Ä Ein Pogromvorspiel hat es vorige Woche bereits in Odobescht gegeben. Der Straßenmob plünderte infolge der zügellosen antisemitischen Agitationen Me Anzahl jüdischer Läden und Wohnungen. Die Polizei schritt ein und verhaftete einzelne Exzedenten. In der rumänischen Kammer ., brachte der Leiter der judenfeindlichen „Kultur- | liga", Professor Cüza, diesen Vorfall zur Sprache und interpellierte den Minister des Innern, welche Maßregeln er zu ergreifen gedenke, „um die schädliche Tätigkeit der Juden zu unterdrücken und die judenfreundlichen Polizeibeamten zu bestrafen!" Der Minister erwiderte, er werde eine Untersuchung Mleiten und der Kammer über das Ergebnis berichten. Brief ans Palästina. Die Einnahmen der Bahnlinie Jaffa— Jerusalem beliefen sich nach deM.vor kurzem veröffentlichten Geschäftsbericht iM Jahre 1912 ans rund 13,000,000 Frs. Die Gesellschaft verteilte, auf Stammaktien im Nominalwerte von 500 Frs. 4,0625 Frs. pro Aktie, auf Obligationen im Nominalwerte von 500 Frs. 33,0584 .Frs. Außerdem sollen stille Reserven von beträchtlichen Summen angesamMelt sM; wie hoch sich diese belaufen, ist in dem Bericht nicht angegeben. A. Blum aus New .Jork, der in Amerika Inhaber Mer Fabrik zur Erzeugung künstlicher Gebisse war, ffa± sich in Jaffa niedergelassen und geht daran, hier Men ähnlichen Betrieb einzurichten. Er hofft, in diesem. Unternehmen Hunderte von jüdischen Arbeitern beschäf-. tigen zu können. Zwei andere amerikanische Juden, Levinfon und Pollak, beabsichtigen in Jerusalem eine große Kleiderfabrik nach amerikanischem Muster zu gründen. I man gut und preiswert Im MF“ Traurlao »Eck -MM Franhlhrts. K , TrlerischQ Sasse 31. Ecke Töngesgasse,vts-ä.-vis d» ffasengiwm Fr. Pletzscb, JSk Leo Schweinfest # a Damenschneider«! S empfehle tadellosen Sitz, gute Verarbeitung. W* kr. Eschenheimerstr. 19, I. -MM Wff I Offenbaeher Druckluft-Anlage 1 |OflanlMIBh&SL Telefon 123. (AnschlnaamitFrankfnrt). 1 I Bewährteste TapplChFatnlgimg (100,000 qm jährüeb)K ■ sowie unQbartroflana Battenu. Bettfedernrolnl- 1 mittelst Druckluft nnd Wasserdampf.