Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 28 (17.7.1914)
- Date
- 1914-07-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Kanlfmter Israelitisches FamlllienAatt., Nr. 28. lohnungs-EInrlelUanflen ln klutlerlsel. inhssing Verkauf von tamstgcTerhllelien Erzeagnissen. Antiquitäten. FriedriehBernhard, Frankfurt a.M. Tel Hansa 5574. Börsenstrasse 11. Bmrte Chronik. Statistisches. Nach einer Veröffentlichung in der „Zeitschrift f. Statistik der Juden" nimmt die Zahl der Geburten bei den Berliner Juden ständig ab, prozentual ausgedrückt ea. 10,7 o/o. Die Sterblichkeit sinkt nur sehr wenig» dagegen sind die Eheschließungen außerordentliche zurückgegangen. 1907 betrugen diese 634, 1908 SÄ, 1909 nur S65, dabei wachsen die Mischehen und betrugen solche im Jahre 1909 sogar 303. Die jüdischen Eheschließungen in Elsaß-Lothringen nehmen auch ab, dagegen steigen die Mischehen, auffällig bleibt auch die Tatsache, daß bei den Juden in Elsaß-Lothringen die Zahl der Selbstmorde sehr zugenommen hat, gegen früher sich sogar verdoppelte. Die RazirSer. Im Budapester „Eghenlöszeg" veröffentlicht E m e - rich Szabo eine Unterhaltung mit dem 1890 in Kairo geborenen begabten Schriftsteller Domet Aziz. Aziz gehört der Sekte der Naziräer an und äußerte sich über diese wie folgt: „Wir sind die Anhänger einer eigenartigen Religion, einer Sekte, welche nicht nur einen eigenartigen Ritus, sondern auch eine eigene Sprache besitzt. Wir sind Naziräer, jene Sekte, aus welcher auch der Begründer des Christentums hervorging. In unserem Bethaus ist jedoch keine Spur von einem Kreuz. Unser Glaubensbekenntnis ist eher das Alte Testament als das Neue, und wir haben auch einzelne uralte Zeremonien, welche die Juden seit Cinbüßung ihres Staatenlebens aufgegebeu haben, aufrecht erhalten. Zum Pesach,feste opfern wir ein Lamm und bespritzen unsere Türpfosten mit seinem Blute. Großes Gewicht legen wir auf das Laubhüttenfest und überhaupt auf die Feste, welche sich auf die Urgeschichte der Juden beziehen. Wir besitzen keine auf Pergament geschriebene 'Bibel. In unserem Bethause gibt es kein Musikinstrument. Wir benutzen die von unfern Priestern in syrischer Sprache geschriebene heilige Schrift. Unsere Priester ragen jedoch nicht so sehr durch ihre rhetorische Fertigkeit' oder theologisches Wissen, als vielmehr durch ihr sittliches Leben hervor. Der Priester kann welchen Beruf immer ausüben, er kann auch ein einfacher Landmann ■ Stöbert G-erlaola | ■ Frankfurt am Main, MainzerlandstrasBe 166 1 ■ Telephon-Amt I, 5375. 1 ■ Kunstn. Bauschlosserei, Eisen-Konstruktienen, Schau- 1 1 fenster-Anlagen, Werkstatt fQr kunstgewerbliche Metall- ■ ■ arbeiten in Eisen, Bronce, Messing, Reparatursrbeiten. ■ Uiifn] It.nynl Frankfurt a- M., Grosse Eriedbergerstr. 16-21 UUlCl UlcAcl, Stassenbahnlinie 10 und 15 bis vors Haus. Altrenommiertes Haus im Zentrum der Stadt. — Moderne Komfort. — 110 Zimmer mit 160 Betten zu Mk. 2.50, 3.0 und 3.50, garniertes Frühstück eingerechnet. Besitzer: Gustav T/ilonte* Aus -er Lehrerwelt. Hockenheim t. Baden. Lehrer Friedman« und Frau Henriette geb. Adelsberger feierten am 9. Juli die silberne Hochzeit. WLrzbnrg. Distriktsrabb. Bamberger erhielt das Berdienstkrenz vom heiligen Michael 2. Kl. ' (1.) London. Lehrer a D. Hermann Wolsf und Frau Jenny geb. Kuttner erhiüten anläßlich ihrer goldenen Hochzeit die Ehejubiläumsmedaille. Utrecht. Anläßlich des 125 jährige» Bestehens der hiesigen israelit. Gemeinde wurde Oberrabbiner M. M o - nasch zum Ritter des Ordens vom Niederländ. Löwen ernannt. Araukfnrter Berichte. «leine Notizen. Dr. Alexander Ellinger, ordentlicher Professor und Dirertor des pharmakologischen Instituts in Königsberg, ei» geborener Frankfurter, erhielt einen Ruf an die Universität Frankfurt. Ein bei einer jüd. Firma angestellter Kommis war — unter Auszahlung seines Gehaltes bis zum Ablauf der Kündigungsfrist — sofort entlassen worden, weil er in einer Versammlung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gegen den Wandervogel für den Antisemitismus eingetreten war. Die Firma hatte das auf seinem Zeugnis bemerkt, und er Sagte nun beim Kaufmannsgericht wegen Beseitigung dieser. Bemerkung. Das Kaufmannsgericht erkannte nach' Antrag. HedrUfche Veretnisnng .Zwrtth" ' Ja seinem Referate über Len „Pro p'heten Jeremia" schilderte sind. B. Bermann die wichtigsten Zeitereignisse dieses Propheten. In einem zweiten Referate wiü» er sein Thema durch eine Charakteristik der Persönlichkeit des Jeremia zum Abschluß bringen. sein, die Hauptsache ist, daß er ein makelloses Lebe führe. Die Sprache unserer Religion ist ein Gemis, von der alten bereits ausgestorbenen assyrischen, der an bischen und der hebräischen Sprache. Die Schriftzeiche sind armenisch. Wir sind klein an Zahl und habe auch nicht den Wunsch, uns auszudehnen. Die Religie ist bei uns viel enger mit dem Leben verknüpft al bei den europäischen Völkern, und diesem Umstande bei danke ich es, daß trotzdem ich die Kunst zu meine, Beruf gewählt habe und Lessing, Shakespeare für di größten Geister halte, dennoch mich der tiefsten Reli giosität rühmen darf." Pobednowtzow. Bei der Deutschen Berlagsanstalt, Stuttgart und Be, lin, sind unter dem Titel „Erlebtes und Erstrebtes Erinnerungen des bekannten Marienbader Badearztes U» versitätsprofessor Dr. Heinrich Kisch erschienen, - und da lesen wir folgendes über. Pobednowtzow, dem Mann, der die großen Judenausweisungen Rußlands mit auf de. Gewissen hatte: „C. Pobednowtzow, der allmächtige Präses des Hei ligen Synods in Rußland, welchen wie seine junge Gi mahlin ich durch mehrere Jahre ärztlich betreute un dem ich im Laufe der Zeit auch menschlich nähertrete durste, war eine Hochinteressante Persönlichkeit, empe, ragende, hagere, aszetische Figur mit einer Denkerstin blitzenden Augen hinter der schweren Hornbrille, mi glattrasiertem Gesicht, scharf geschnittener Nase, breiter Mund, mit ausfallend häßlichen Zähnen und spitzer Kinn, in seiner Haltung und Kleidung einem deutsche Schulmeister gleichend, vielleicht auch an den spanisch« Torquemada erinnernd. Ein großer Philosoph, aber fep haltend an seinen streng orthodoxen wie absolutistisch« Anschauungen, befangen auch! -in gewissen politischen Ar sichten. Von alter Voreingenommenheit gegen die östei reichischen Staatsmänner, von hartnäckigem Vorurteil gegen die Juden., Er haßte die letzteren nicht persönlir und bekundete dies häufig, indem er ostentativ mit ar gesehenen ^russischen Juden, besonders Finanziers, ar der Promenade spazieren ging, ja auch zuweilen in d« jüdischen Koscherrestauration speiste — aber er hegt die entschiedene Meinung von der Schädlichkeit der jüdi scheu Rasse für Rußland. „Die Juden," so äußerte sic d'Umg finkliAii An Stelnwes l lumltn, in™, Bull- und SlUnraara Atelier für Neuu. Umarbeitungei M m n^aamariri beeid. Sachverständiger - Reparaturen. - Nr Pobei einem Als . Kurgi anwej finaNj Arzt vortr, durch dies meine sagte Vorgel in O land/ angeb sowie Böhm aufzu' daß in O> einseil % währe er m In? freie „von so ve ich di couvö sogleii ganz ich nc Stren zu,s° mater Mitl me I tag vi und P kommi Religi gerichi rungs> lige. - Ster stet D gewöh Preise Obernzeaner m Zell 71-70 FraxJsJfurt a< M. Umbau- Vergütung 0 auf alle Waren ohne Ausnahme. Durch meinen Erweiterungs-Neubau war ich genötigt, mein -Haus Zeil 73 und Baugraben 4 völlig zu räumen und musste ich die darin befindlichen Warenmengen in meinen anderen Geschäftshäusern unterbringen Dadurch bin ich nicht in der Lage, alle von mir geführten Artikel in gewohnter Weise übersichtlich auszustellen. Ausserdem sind meine Verkaufsräume durch diese Umänderung ausserordentlich beengt, und verursacht diese Platzbeschränkung beim Einkauf einige Unbequemlichkeit. Als Entschädigung hierfür gewähre ich auf alle Waren ohne Ausnahme eine Umbaus Vergütung von