Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 28 (17.7.1914)
- Date
- 1914-07-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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2S MM.28« Btr.l ü jedes nharf1^ Aus der Feder des bekannten Hygienikers Dr. -"elix A. Teilhaber ist unter dem Titel „Die Schägung der Rasse durch soziales und Wirtschaft eodol ^s Aufsteigen, bewiesen an den Berliner Juden' P_ 91,1 ine wertvolle Arbeit*) erschienen, die mit Recht 'heit b! M der Gesellschaft für Rassehygiene preisgekrönt tont j! ,orden ist. t Tage Dr. Teilhaber stellt u. a. folgende Tatsachen um e ,a. (Srbci * ■ uns bi „Die jüdische Bevölkerung Berlins hat sich in in UN m letzten 35 Jahren um 102 °/o gesteigert, die der - schwe, beschließenden um 100 °/o und die der Geborenen akte UN int minus 11,1% verändert eng« „Setzen wir das Mosaik zusaminen! Dann etc, ai seiht unter hundert Juden ein Viertel ehelos und c[!Le öri iit weiteres Mertel kinderlos. Von der - knappen äitnäl!älste der Bevölkerung,. die sich vermehrt, haben ubentui ist zwei Drittel nur ein oder zwei Kinder, und »oloM mr ein Drittel mehr als diese: das heißt, die Ufte der ganzen jüdischen Bevölkerung kommt Wi? eitlebens für die -Vermehrung überhaupt nicht in artyriui Hage, sie ist total unfruchtbar; mehr als ein umstäni viertel liefert -einen viel zu geringen Zuwachs, lnd nur ein Viertel liefert die Kinderzahl, die erk ein ‘ner gesunden Bevölkerungsvermehrung entspricht." erkenne. Und die UrsacheE >er Rü, „Die Bedeutung des Wohlstandes und des »i*±bfio Vorganges, daß. an Stelle der nach den Vororten irme G ichenden reichen Juden ärmere Massen wirtfie sah haftlich emporsteigen, findet eben einen Ausdruck SPrml n dem Bestreben, durch Hintanhaltung der Fami- Oen wl ic ökonomisch zu erstarken." ■ „Unter unseren heutigen sozialen Verhältmg wil issen bringt das materielle und asoziale Aus aden d, xjgen bezw. der intensive Wunsch nach ökonomitnnqeiu Vorteilen .und gesellschaftlicher Stellung den md dm eteiligten Familien schwerste Gefahren in rassener prg, ygienischer Bedeutung.' ibiläum Die erste Ursache ist natürlich, .wie auch Teil m »ich £U bemerken vergißt, das 'Schwinden rger. es traditionell-jMschen Lebens, das wahrlich Biogn ndere Ideale als Materielles Streben in den Vor- ' Buch ergründ des Denkens stellt. ,enserev ,ohl au Zu wenig Kinder. gibt - : Jnnei nrb; ro je« Fön vierzehn t, ■tr Friedrich-Luiseu-Hospiz zu Bad Dürrheim. Als ein stattlicher Band mit reichem Abbil- -rn duiUUNgsmaterial stellt sich der erste Bericht des Frieden Kam! ich-Luisen-Hosstiz —. umfassend die Zeit von Ende Ziele j s'ult 1012 bis zum 31. Dezember 1013 vor. otenbeb Schon.die Aufmachung des Buches zeigt aus wm M m ersten Mick, daß hier von Praktischen Men- - an zv henfreunden in groWigiger Weise ein Werk der überdli Menschenliebe geschaffen worden ist, .das eine Zierde Worte, nter den Werken der Menschenliebe der deutschm Ebenheit bildet. lienbriei Mehr als 500 Pfleglinge hatten in dem .Zeiti Schn aum des ersten Berichtsjahres an. 15)850 Tagen 'e5Tät"J veckmäßige Behandlung gefunden, am'len] Um einige statistische Zählen zu geben, seien ier Zahlen des,Monats August angeführt. Es es Ä ,aren in diesem iMonat 05 Kinder in der Anstalt, cn ieizu 12 Schwestern und Helferinnen und 8Perd, >nen Personal. Für diese waren nötig 5000 Brötnmatni >en fürs erste Frühstück, 652 Laibe Brot zu 4 Psd., nbers i 230 Liter Milch, 3600 Eier, 138 Pfund Butter, A l)7 Pfund Ochsenfleisch, 304 Pfund Kalbfleisch usw. l-Convv 70 Wider wurden verabreicht, 60 Bäder im Durchs . hnitt täglich, da 'Samstags nicht gebadet wird. * Biereh )Qäu 715 Inhalationen. lomsati« Glänzend waren die Resultate des Aufenthallanbsnai A. Es handelte sich zum großen Teile um schwächche und erholungsbedürftige Kinder. .Aber auch tI»L<U^ ändere'Kinder. So wurde ein vierjähriger Knabe ufgenommen, der seit Jahresfrist an einem! chroni- ‘ahrlicb) §nßgeleicksleiden erkrankt war, und an hem «ralal- ^hrfach vergebliche 'Knocherwperationen Vorgenompk. ten worden waren; beim Eintritt in die Anstalt estanden fünf große Fisteln: nach zweimonatiger ^onnenfur waren sie geschlossen. Ein Mädchjen, stattsin« as an ihrem eiternden Arm schon zweiutal eri bie Äo^los operiert worden War, > .erreichte durch die bieses? wnnenkur in der.Anstalt in einem halben Jahre Vaswer! ollstündige Heilung, en, best ———— ' LO Jahrß *) 92 ©eiten 1 M, Berlin C 2, Louis Lamm. Eine Anstalt wie die in Dürrheim verlangt natürlich eine Oberin von hervorragenden persönlicher Eigenschaften. Der,Vorstand spricht dem Vorstand des Vereins für Wische Krankenpflegerinnen in Frankfurt seinen besonderen Dank dafür aus, daß er .ihm in Fräulein Dorothea Koch mann die geeignetste Persönlichkeit dafür ausgesucht hat. Internationales Pro-Falascha-Komitee. Das Intern. Pro-Falascha-Komitee wendet sich in einem Auftufe an die Gesamtjudenheit, sein Werk zu unterstützen. Die Falaschas in Abessinien haben seit Jahrtausenden jede Fühlung mit den anderen-Gliedern des jüdischen Volkes verloren und sind trotzdem dem Glauben ihrer Väter treu geblieben. Seit dem vorigen Jahrhundert hat die Abschließung Abessiniens von der Kulturwelt allmählich immer wehr abgenommen. Seitdem sind aber auch Missionäre nach dorten gekommen, die sich bemühen, die Falaschas dem Christentum!' zuzuführen. Damit die noch vorhandenen 50,000 bis 60,000 Fälaschas dem Judentum' erhalten werden, bildete sich vor einigen Jahren ein Internationales Komitee unter dem Vorsitz Oberrabbiners Dr. Margulies-Florenz. Von Florenz ist jetzt der Sitz des Komitees nach Frankfurt gelegt worden. Das neue Komitee betrachtet es als seine nächste und wichtigste Aufgabe, für eine jüdische Erziehung der Falascha-Jugend zu sorgen. Demgemäß soll ein Seminar mit Internat in Erythräa, der Abessinien benachbarten italienischen Kolonie, zur Ausbildung junger Falaschas .als Lehrer eingerichtet werden. Sodann müssen für die Falaschas die Bibel in ihre Sprache übersetzt und Schriften jüdisch-religiösen Inhalts verfaßt werden, damit sie das Judentum aus den Quellen kennen lernen. Im Hinblick auf das große. Werk kann das Ersuchen des Komitees um Spenden und Jahresbeiträge nur wärmstens befürwortet werden. Vorsitzender des Komitees istJuliusGolds ch ni i d t-Frankfurt, stellvertretende Vorsitzende sind Dr. Albert Sondheimer-Frankfurt, Landgerichtsrat Stern-Stuttgart, Moritz Stiel-Cöln und Dr. T. Ginsberg-Berlin.*) Histadruth Jbrith. Mitteilungen des 'Zentralbüros. Im Bestreben, unseren Ortsgruppen ble Erwerbung von hebr. Büchern, besonbers bei Bibliotheksgrünbungen, zu erleichtern, haben wir mit ben Verlagsbuchhandlungen „Z e n t r a l"--Warschau und „Moriah"-Odessa ein Uebereinkommen getroffen, wonach alle unsere Ortsgruppen, bie sich als solche ausweisen, erhebliche Ermäßigungen bei Ankauf von Büchern erhalten. Wir machen unsere Gesinnungsgenossen barauf aufmerksam unb bitten, diese Gelegenheit zur Gründung oder Vergrößerung von Bibliotheken ausznnutzen. Wir bemerken jedoch, baß nur biesenigen Ortsgruppen bie genannten Ermäßigungen erhalten, welche ihre Thrumoth an bie Zentrale abgeführt haben; zu welchem Zwecke sie eine in 3 Exemplaren ausgestellte Legitimation bekommen. Bon mehreren bewährten Lehrern erhielten wir Anfragen betreffs vakanter Lehrerstellen in Deutschland. Wir ersuchen baher unsere Gesinnungsgenossen, von ber eventuellen Unterhaltungsmöglichkeit für einen hebräischen Lehrer in ihrer Stabt mitzuteilen. Dabei ist folgenbes zu beachten; 1. garantiertes Minimaleinkommen: 2.. Art bes Unterrichtes' (ob Privatlektionen, Kurse oder Schule): 3. ob ber Nieberlassung russischer Untertanen kein Hinbernis im Wege steht. Auf Grunb fachmännischer Prüfung beschloß unsere Zentrale, bas hebräische Lehrbuch von M. Rath, Leiter ber hebräischen Schule in Krakau, als bestes ber bisher erschienenen Lehrbücher bieser Art für Abenbkurse unb Selbstunterricht Deutschsprechenber zu empfehlen, empfehlen. Das Buch (bestehenb aus: 1. Uebungsbnch, 2. Grammatik unb Vokabularium, 3. Schlüssel) ist bei uns zum. Preise von JL 4,15 (Porto 30 Pfg.) erhältlich. Die Jahreskonferenz ber ,Listadruth Jbrith" wirb im September stattfinben. In letzter Zeit schlossen sich ber ,Histabruth Jbrith" folgenbe zionistischen Ortsgruppen an: Jüb. Volksverein „Zion"-Teplitz-Schönau: Jüb. Verein „Theobor Herzl"- Aussig, Jüb. Klub-Prag, Zion. Verein-Komotau, Zion. Volksverein-Pilsen, Akab. Verein ,Latikwah"-Lausanne, Mäbchenverein atikwah"^Piatra-N. ■ (Rum.), Verein „Zion"-Kossow (Galizien). Die eingegangenen Thrumoth werben Zum Schlüsse bes Jahres (im Elul) aüsgewiesen. *) Gelbsenbungen: Salomon Epstein, Frankfurt a. M.. Uhlanbstr. 39 (Postscheckkonto 8438) ober Pfälzische Bank» Depojitenkasse, Zeilpalast, Frankfurt a. M., auf Konto „Pro - Falascha". Das-Zentralbürö erteilt Anweisungen und Ratschläge an alle Gruppen und Einzelne, die sich ber Organisationsarbeit für Hebräisch wibmen wollen. Wir bitten, in allen Angelegenheiten sich direkt an uns zu wenden. Berlin im Tamus 5674. Adresse, Zentralbüro der „Histadruth Jbrith", Berlin - Charlottenburg, Knesebeck - Straße 80-81. Semiuarjubiläum in Würzburg. Auf Einladung des Seminarvorstandes. Rabbiner N. Bamberger, in Verbindung mit dem Festkomitee, fand heute im Russischen Hof eine Sitzung statt, bei der eine Anzahl angesehener Mitglieder der jüdischen Gemeinde Würzburg anwesend war. Aus der Mitte der Erschienenen wurde ein Vergnügungskomitee für die Jubelfeier konstituiert, das sich aus folgenden Herren zusammensetzt: Rechtsanwalt Dr. W, Rosenbusch (Bors.), Gundersheimer. Weingroßhändler, Laz-arus, Buchhändler, H. Engel, Kaufmann, M. Bamberger, Kaufmann, S. L öbmann, Kaufmann, H. Saalheimer, Kaufmann, M. Hanauer, Fabrikant, Dr. B. Gutmann, Spezialarzt und Dr. Vorchheimer, Spezialarzt. Diese Herren werden in steter Verbindung mit dem Festkomitee die Leitung der äußeren Festlichkeit in die Hand nehmen. Einstweilen wurde folgendes Programm festgelegt: Festtage: Sonntag, den 9. und Montag, den 10. August. Der Sonntag ist als Begrüßungsabend in den Saalräumen der Schrannenhalle gedacht. Hier findet auch Montag der akademische Festakt statt, da sich die Aula des Seminars wie auch andere Säle bei dem allgemeinen Interesse, das der Feier entgegengebracht wird, als zu klein erweisen: Montag Mittag findet gemeinschaftliches Essen in den Saalräumen des Platzschen Gartens statt, wo auch pon 5 Uhr ab ein Gartenfest mit Militärmusik, Gesangsvorträgen, Glückshafen, Kinderbelustigungen, freien Ansprachen abgehalten wird. Sitzung des Ausfichtsrates der Siedlungsgesellschast „Grez Israel". Sonntag wurde im Hauptbüro des Jüd. Nationalfonds in Cöln eine Sitzung des Aufsichtsrates des Genossenschaftsfonds abgehalten. Es waren anwesend: Justizrat' Dr. Bodenheimer-Cöln (Bors.), Dr. Franz Oppenheimer- Berlin (stellv. Bors.), A. Simons -Haag, Ing. Kaplansky, Mitglied des Aufsichtsrates und der Geschäftsführer Groß. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich mit der^ Erledigung eines Konfliktes zwischen der Genossenschaft in Merhawjah und. deren Betriebsleiter, ferner mit der Regelung der Verwaltungsfrage der Genossenschaft für die nächsten Wirtschaftsjahre und mit der Fortsetzung der Werbeaktion zwecks Vermehrung der Mittel des Genossenschaftsfonds. In der ersten Frage ist eine völlige Einigung unter den. Mitgliedern des Aufsichtsrates erzielt worden, und aus Grund der vorliegenden Berichte des Palästina-Amtes, der Genossenschaft und des Betriebsleiters wurden Be-' schlüsse gefaßt, die eine befriedigende BeilegMg des Konfliktes erwarten lassen- .'In der Verwaltungssiage von Merhawjah wurden prinzipielle Beschlüsse gefaßt, die den Zweck haben. Rechte und Pflichten der Genossenschaft sowie ihr Verhältnis zur Siedlungsgesellschäft in den nächsten Wirtschaftsjahren zu regeln. Es wurde schließlich beschlossen, die Propaganda für den Genossenschäftsfonds ungeschwächt fortzusehen, um den Betrieb von Merhawjah auszugestalten, den früheren Abmachungen mit dem I. N.-F. gemäß, die Genossenschaft- Dagania zu übernehmen und im Sinne des Beschlusses des letzten Kongresses den Genoffenfchaftsfonds derart zn erweitern, damit er vor allem die Ausrüstung der Okkupätionsgenossenschaften mit dem erforderlichen Inventar in sein Arbeitsprogrämm aufnehmen kann. Es wurde in Aussicht genommen, außer der bereits erschienenen Schrift von Dr. Oppenheimer „Merhawjah" weitere Agitationsschriften über den Genossenschäftsfonds herauszugeben und .die mündliche Propaganda in erster- Linie in den Ländern jüdischer Massensiedlung weiterznflihren. A»S der ziouMfche« Beweguus. Paris. Dr. S a l k i n d -London hat hier — anf der Rückreise von Palästina befindlich — mit der „I ca" über eine Anleihe für die englische Achusa-Gesekkschaft verhandelt, für deren Rechnung er in Palästina ein Grundstück von 5400 Dunam erworben hat. Er hat' gleici^eitig die französische Achusa- Gesellschaft „Zorfat.h" wieder ins Leben gerufen. Aus de« Bereiue«. Köln. „Peah, jüd. Arbeitsstätte nNd Brockensammlnng." Aus dem in der Jahres-Ber-, ■ sammlung erstatteten Bericht» entnehmen wir, daß die gespendeten Gegenstände (Kleidungsstücke, Schuhe, Wäsche nsw.) beim Verkauf in der Brockensammlung 5800, der Verkauf von Papierabfällen und Stoffresten Jt. 3000 erbrachten. Der Mlös aus Gelegenheitsarbeiten (Speichernnd Kellerreinigen) betruß/^L 400. An Geldspenden ginge« - ein 850. An Arbeitslöhnen wurden 8200 JL, an Mete 1200 JL. ausgegeben. An den Bericht schloß sich, eine sehr lebhafte Aussprache au, in welcher u. a. die Vorsitzende der Frankfurter P each., Frau. Hexm--Coamer> dtz,«ds Gast-der Versammlung^ beiwvhnte^' manchprler Arlregung gab. " ’ 0780