Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 27 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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27. Nr. 27. »Noten aus l trojj läng« e m S'ubenJ imte cl gej ,ciciteiJ denn s utiq sitden ag e i e d 9l 1 t iDOll bei das einig« Liste! cierenl len. st jetzl schaftl Aus >erung ' stiq ,/ inj hie »erlich, eine nr di> Frew e, irte. Ru m ein sten )as il e wei-> t ftd diesen n. Dis Odessi gefaßt^ wird'! schwer S.P orschcr orthl »stellen riellcn Tauf« in fi (Huns| ersten Wie aus New Kor? berichtet wird, haben Nathan Straus, Dr. L. K. Frankel, Louis D. Brandeis, Dr. Wise usw. eine Kommission .zur Untersuchung der wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten Palästinas ins Leben gerufen. Im September werden Dr. Milton I. Rosenau, Professor am Harvard medizinischen Institut, Dr. Boris D. Bogen, Cincinnati, und IN eye r Bloomfield, Boston, nach hier gehen. Prof. Rosenau wird hauptsächlich die hygienischen Verhältnisse studieren, Dr. Bogen, der in seiner Heimat an der Spitze zahlreicher jüdischer.Wohltätigkeitsinstistute steht, wird die Frage der jüdischen Wohltätigkeit in Palästina einer eingehenden Prüfung unterziehen, .und Bloomfield wird die Aufgabe haben, sich mit industriellen und wirtschaftlich organisatorischen Problemen zu befassen. Cafe Kaisepgapten am Opernplatz Erstklassiges ^Familien-Cale Nachmittags Konzerte. Fr. Hanselmann, Besitzer. Antisemitismus in Saloniki. Saloniki, 4. Juli. Seit der Ankunft der griechischen Armee in Saloniki erscheinen in den griechischen Zeitungen fortgesetzt heftige Angriffe gegen. die Juden. Sie lassen keinen Tag und keine Gelegenheit vorübergehen, .ohne die unglaublichsten Verleumdungen gegen die Juden auszusprechen und dadurch die griechischen Massen aufzuhetzen. Die kleinsten Verstöße einzelner Juden sind willkommene Anlässe, die Juden als Staatsverräter hinzustellen, die die türkische Herrschaft wiederherstellen wollen. Die Tatsache, daß einige Juden aus alter Gewohnheit noch immer den Fez tragen, genügt zur Begründung der türkenfreundlichen und griechenfeindlichen Gesinnung der Juden. Die Zeitung „Nea Hellas" berichtet z. B., daß die Juden ein Komitee gebildet haben, um den Verkauf der 'beiden amerikanischen Panzerschiffe an Griechenland zu verhindern. Die Zeitung „Nea Mithin." behauptet, daß" alle Repressalien gegen Griechen in der Türkei ausschließlich jüdischem. Einfluß zu verdanken find. Die .Regierung bewahrt gegenüber all diesen Beschuldigungen, die ein Zusammenleben zwischen der griechischen und jüdischen Bevölkerung in besorgniserregender Weise erschweren, stillschweigende Zurückhaltung. Die Presse wird dadurch, daß von den Behörden keine Gegenmaßregeln getroffen werden,. noch mehr ermutigt und die Oefsentlichkeit gewinnt den Eindruck, paß die Regierung der Judenhetze nahesteht. Die jüdische Auswanderung macht weitere Fortschritte. In Port Said sind zurzeit zwölf jüdische Familien aus Saloniki, für die der Großrabbiner in Konstantinopel die Einwanderungserlaubnis erwirkt hat, trotzdem ihre Pässe für das türkische Konsulat in Saloniki nicht visiert waren. cal | UhFBn, Bold waren,Trauringe ■V* Trauring-Eck Frankfurt a. M., Trierlsche Saasa 3l. Enke T6nge3gasse,vts-k-vt3 d. Hasengasse. Fr. Pletzscb, „ÄÄ««. I sdrusaj euestv t wirdl m lem i )t!N K quelle altui astli r fßl angi Full r bis ht jef nf der - J'al | Das apologetische Archiv des Verbandes der deutsche» Inden. In eiitem srüheren Korrespondenzblatt des Verbandes ist über die Anlegung des apologetischen Archivs berichtet worden, in dem allmählich das reiche Material gesammelt und übersichtlich geordnet werden soll, das — in »der jüdischen und nichtjüdischen Literatur aller Zeiten »erstreut — geeignet ist, ungerechtfertigte Angriffe gegen die jüdische Religion zu widerlegen, die oft nur aus der Unkenntnis ihrer Lehren entspringen, und ihre gerechte Würdigung zu fördern. I Die Auszüge verschiedensten Inhalts, die abgesehen I»on älterein jüdischen religiösen Schrifttum (wie Talmud. I Lchulchan Aruch, Maimonides, Joseph Albo usw.) bisher namentlich aus theologischen und rcligionsphilosophischen Schriften (wie von Cohen, .Ewald, Güdemann, Herford. Herzfeld, König, Marti, Renan, Stade, Staerck u. a. m.) I lür das Archiv gefertigt wurden, haben manche, neue »Anregung ergeben. In einer eingehenden Umarbeitung Innd Ergänzung des ursprünglichen Einteilungsplans ist a. eine Reihe »von Rubriken eingefügt^ worden,/die die 'vielseitigen'sozialen Vorschriften des Jüdentümszü behandeln bestimmt sind, irämlich 1' Das Judentum als'Schöpfer sozialer Ethik, ' Frankfurter Israelitisches FamilienAatt. Beit» 9. 2. Gleichheit aller (Ablehttung von Klassenunterschieden und Standesvorrcchtcn), 3. .Fürsorge der Gemeinschaft für den Schwachen, u) Verhütung der Verarmung, 1. Sicherung des Grundbesitzes, Jobeljahr, 2. Zinsloses Darlehen und Schuldenlast, b) Milderung der Armut, 1. Anteil, der Armen an der Ernte und Armen- Aehnt, 2. Oeffentliche Armenunterstützuiig (Geldunterstützungen, Speisung, Kleidung, Wohnungsuiiterstützung, LoSkaus armer Kriegsgefangener), 3. Oeffentliche Witwen- und Waisenversorgung, 4. Oeffentliche Krankenpflege, c) Wohlfahrtspflege (Hygiene usw.), ä) Recht und Rechtspflege, e) Hebung der Volksbildung, 1. Allgemeine Schulpflicht, 2. Oeffentliche, unciitgeltliche Einheitsschule, ' 3. Unentgeltlicher Unterricht in höheren Bildungsanstalten, 4. Unentgeltliche Bolksbelehrung, 4. Völkerrechtliche Beziehungen, a) Freundliche Beziehungen zu den anderen Völkern. b) Menschlichkeit in der Kriegsführuitg, c) Ziel des Weltfriedens. (Die Qnellenstellen, die in diese Rubriken .eingeordnet wordeit sind, haben gleichzeitig die erste 'Anregung zu dem anläßlich der 5. Hauptversainmlung vom Verbände veröffentlichten Buch „Soziale Ethik im Judentum" gegeben, von dem jetzt bereits drei Auslagen haben erscheinen können). Neben den Auszügen werden — aus Grund der Katalogzettel, die die Berliner Königliche Bibliothek herausgibt, und anderer Materialien — reine Literaturnachweisungen (genaue Titclangaben von Büchern und Aufsätzen) gesammelt, die Arbeiten auf apologetischem Gebiet erleichtern solleit. In dankenswerter Weise liefern außer den ständigen Mitarbeitern auch einige — nicht nur jüdische — gelegentliche Mitarbeiter dem Archiv aus Interesse für seine Zwecke Material. Ohne viel Mühe kmni jeder nützliche Mitarbeit leisten, indem er geeignete «steife», die ihm bei der Arbeit oder Lektüre Vorkommen, unter genauer Quellenangabe abschreibt oder bei größerem Umfang der Stelle diese unter Hinweis auf den Inhalt genau den Zeilen nach bezeichnet und zur Abschrift für das Archiv eiitsendet oder etwa auf ein apologetisch ergiebiges Werk durch genaue Titelangabe aufmerksam niacht. Es bedarf nur der Ausfüllung eines Schemas wie das folgende: 5. Apologetisches Archiv des Verbandes der Deutschen Juden. Berlin W. 35, Potsdamerstr. 45. Verfasser: Einsender: Titel (bei Aussätzen auch der Zeitschrift): Erscheinungsjahr: Ort: Verlag: Band (bzw. Nr.): Seite: Zeilen: Die Tagesordnung des „Agndas-Jisrol"-Kongresses. Nachdem voin 19.—23. Aug. in Bad Homburg Tagungen des Rabbinijchett Rates und vom 23.-25. Aug. in Frankfurt Sitzungen des Provisorischen Komitees der verschiedenen Kommissionen, der Landesorganisationen und der Verbände stattgesunden haben, wird am 27. An g. abends 71/2 Uhr der Kongreß — die Kenesijoh Gedauloh — eröffnet. Die Tagesordnung des Kongresses ist folgende: Dienstag, abends 1% U h r. a) Generalbericht des Provisorischen Komitees, b) Vorlage der Geschäftsordnung und Wahl des Präsidiums, c) Begrüßungsansprachen. Mittwoch, 26. August. Vormittagssitzung: a) Bericht des Wahlprüfungsausschnsses, b) Vorlage und Generaldiskussion über das Statut der Agudas Jisroel, e) Nominierung des Wahlvorschlagsausschusses durch die Landesorganisationen. Nachmittagssitzung Referat und Diskussion über die finanzielle Organisation der Agudas Jisroel und die Grundfragen ihrer Propaganda. Donnerstag, 27. August. Vormittagssitzung: ' a) „Stand und Hebung des Thorastudiunis in den verschiedenen Ländern der Diaspora" — Spezialreferate aus den einzelnen Ländern, b) Diskussion. Nachmittagssitzung: a) Fortsetzung der Diskussion, b) „Erez Jisroel" — General- und Spezialreferate, c) Diskussion. Freitag, 28. August. Vormittagssitzung: Fortsetzung der Diskussion über die Erez Jisroel- Referate. Samstag, 29. August. Reden und Vorträge der auswärtigen Rabbinen in den verschiedenen Vereinen. abends' 9 Uhr: Zwanglose Zusammenkunft der Delegierten und Gäste. S 0 n n t a g, 30. A n g u st. Vormittagssitzung: a) „Die ökonomische Lage der Judenheit". — Spezialreferate aus den einzelnen Ländern, , b) Diskussion. Nachmittags: Verschiedene Soliderveranstaltungen und Versammlungen von gesetzestreuen Vereinen und Verbänden. Abends: Volksversammlung. Montag, 31. August. Vormittagssitzung: Fortsetzung der Diskussion über die „Oekonomischä Lage der' Judenheit". Nachmittagssitzung: a) Wahlen, b) Schlußansprachen. Dienstag, 1. September. Sitzungen der neugewählten Verwaltungsorgane und der Landesorganisationen. Christ. Wilhelm Leim Telef. Hansa 3567. Hoflieferant. ßoetheatr. 8t Herren-, Samenu. Livreeschneiderei. Spezlal-Sportgaschätt. ■ , _= Auf Wunsch koschere Verarbeitung. ■; > Aus aller Well. D-ntsch-s Reich. Berlin. Unmittelbar nach dem ftanzöfischen Jahresbericht ist auch der deutsche Jahresbericht der Alliance Jsraelite Universelle erschienen. Er bietet einen Ueberblick über die Lage der Juden in den drei Erdteilen, in denen die Alliance tätig ist. Der Abschnitt über das Schul-und Lehrlingswerk bringt statistische Daten über die Entwicklung der Schulen. Die Alliance begründete 1862 die erste Schule, hatte 1870 bereits 14 Schulen mit 2300 Schülern und 75 Lehrern, 1890 54 Schulen mit 11500 Schülern und 354 Lehrern..und hat heute 183 Schulen mit 48000 Schülern und 1472 Lehrern. Die Abrechnung des Pariser Central-Komitees balanziert in den Einnahmen und Ausgaben mit 1617 000 Fr. Es wurden verausgabt: 104 694 ,Fr. Vorbereitungsschnle - für Mädchen, SOo 693 Fr. Elementarschulen, 12120 Fr. Reparaturen der Schulgebäude, 99 000 Fr. Verpflegung und Bekleidiing arnter Schüler, 14 955 Fr. mittlere und höhere Schulen, 69 900 Fr. Lehrlingswerk, 43512 Fr. Handwerkerschule in Jerusalem, 78 916 Fr. Ackerbauschule in Jaffa, 45 678 Fr. Meierei in Djedeida, 38 547 Fr. Domäne Reghaia in Algier, ''öO 496 Fr. Berliner Büro und „Ost und West" usw. usw. Auf einem besonderen Konto steht die Jsr. Oriental. Normalschule, deren Einnahmen und Ausgaben mit 138000 Fr. balanzieren. Oesterreich-Ungar«. Krakau. Unter den jüdischen Studenten herrscht lebhafte Erregung. Jüngst spöttelte in einem Flur der medizinischen Abteilung ein polnischer Student über die Juden. Ein jüdischer Studeirt sandte ihin darauf seinen Sekundanten, doch der Sekundant des Polen erklärte stolz: „Es ist noch nicht vorgekommen, daß ein polnischer Edelmann sich mit einem Juden schlägt." Auf einen Protest der jüd. Studenten hat dann eine Versammlung polnischer Studenten mit %. Majorität sich solidarisch mit diesem Ausspruch erklärt. Nunmehr werden die jüd. Studenten den Prozeßweg beschreiten. N. ROSENAU Englisch» Herren - Schneiderei IO Goetheatraaae IC». Vornehm© Ausführung. äffäsaige Preise. Personalien tt* Kleine Mitteilungen. Berttv. Bernhard Cohn, Borfitzender des Jfia Vereins „Nächstenliebe" und früherer Vorsitzender des Shnagogenvereins Moabit und Hansabezirk, verschied im 74. Lebensjahre. Berlin. Julius Cassirer, Mitinhaber der Kabelfabrik Dr. Cassierer n. Co., ist zum Kommerzienrat ernannt »vorden. Berlin. Auf der evangelifchen Kreisshnode erklärte Lehrer Ros in (lib.): „Wenn in den positive« Versammlungen fort und fort die Juden als Menschen zweiter Güte beiseite geworfen werden, dann entsteht dadurch ein Gewissenskonflikt bei denen, die aus der Bibel die größten jüdischen Männer schätzen." Darauf erwiderte Pfarrer Koch (positiv): ,Jch wende mich nicht gegen die jüdischen Gestalten des alten Testaments, sondern gegen den zersetzenden jüdischen Geist, der zum Ausdruck kommt in der jüdischen Presse von Ullstein und Masse, in Namen wie Rubinstein, Manasse und Beilchenduft!" (Heiterkeit rechtch Unruhe links.) Berlin. Dr. Max Joseph Michael, Affistenzart am Virchow-Krankenhaus, erhielt von der medizinische« Fakultät den Heinrich Lippert-Preis (2000 ^L) für seine Arbeit unter dem Kennwort „Jwri onauchi". Altona. Sanitätskat Dr. Grüneü erg erhielt de« Roten Adlerorden 4. Klasse. ArnftaSt. Während einer Chorprobe wurden mehrere Schüsse auf die Synagoge abgegeben, die die Fenster zertrümmerten und die in per Nähe stehenden Damen mit Glassplittern überschütteten. Der Behörde ist es bisher noch nicht gelungen, de« Täter zu finden. - Onnau. Die 12jährige Aennche« Rosenthal rettete die 5 jährige Tochter eines Beamten, die in de« hochgehenden Katzbach gefallen war, vom Tode.des, Ertrinkens.