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Neue jüdische Presse · 1914-07-03 · Heft 26 (3.7.1914) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 26 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Kr. 26 Weite 4. Frmckfurter NräelitischieZ FamMenVltckt. LuLur Palästinas und für die Heranziehmig ames Standes von geübten jüdischen Landarbeitern, sowie dieAnsgestaltung der' Betriebe der Baumspende verlangen aber eine verstärkte Propaganda. - Bezüglich Der Jemeuttenhäuser berWej der Borschende, daß die starke Einwanderung jemenitischer Inden anhält. Für die erste Untzäringung der neuen Ankömmlinge, den Transport zu den Arbeitsstätten, sür Anschaffung von Zelten und andere Fürforgezwecke bittet das Palästinaamt um Bewilligung eines Betrages von Fr. 3000. Die Einwanderung verlangt fortgesetzt Vermehrung der Arbeiterheimstätten. Bis jetzt sind 364000 Fr. für Arbeiterhäuser eingegangen, davon 219 000 Fr. volleingezahlte Spenden a 1000 Fr. Ans den Mitteln des AÄeiterheimstättenfvnds wurden im Jahre 1913 ca. Francs 105000 verausgabt. Für das laufende Jahr sind bereits 100 Arbeiterfannlienhäuser bewilligt worden. Die Generalversammlung beschließt hierauf auf Antrag Prof. Marburg, zur provisorischen Unterbringung der jetzt eingewanderten jemenitischen 'Fl üch tlinge Fr. 3000 zu bewilligen. Ferner wurde beschlossen, eine Arbeiterhausfpende in Höhe von Fr. 2000 zur Errichtung von Arbeiterhäusern für größere FämiÜen einzuführen. - Die Generalversammlung beschließt, den Ankauf eines größeren Areals an einem.wichtigen Punkte Palästinas vorzunehmen. Das Shnagogen-Kvmrtee in Tel Wviw hat um die Ueberlassung eines Bauplatzes im Werte Von [jfttoa 50000 Fr. Pir die Synagoge der jüdischen Gemeinde Jaffas gebeten. Dr. Tschlenow ist der Ansicht, die Nationalfonds- Berwaltung solle ihren Standpunkt revidieren, daß der Nationalftmds grundsätzlich den Baugrund,für alle öjfentlichen Gebäude stellt. Das würde seine Mittel mit der wachsenden Zahl der Schulen, - Krankenhäuser, Synagogen allzchiark in Anspruch, nehmen und eine .entsprechende Betätigung des Nationalfonds auf landwirtschaftlichem Gebiete bchindern. Er beantragt, dem Synagogen-Komitee unter Garantie des Wand von Tel-Wviw zwecks Erwerbung des Bauplatzes ein in zehn Jahren rückzahlbares Darlehen zu gewähren. Der Antrag wird angenommen. Der Vorsitzende berichtet, daß eine Gruppe von 30 Parzellenbesitzern in Haifa an den Nationalfonds mit dem Ansuchen herangetreten ist, ihr einen San« kredrt von insgesamt Fr. 150000 zu gewähren. Das Direkwrium habe den Parzelleneigentümernvorgeschlagen, die Bauplätze dem Nationalfouds zum Schätzungswerte abzutreten, der sie ihnen dann und Len noch erforderlichen Rest des Baukredites bewilligen würde. Die Kreditwerber haben jedoch darauf bestanden, Eigentümer der Bauplätze zu bleiben, und haben die Gewährung des Darlehens unter denselben Bedingungen wie Lek Äl-Awiw verlangt. Aus diesem Grunde habe das Hauptbureau die Verhandlungen mit den Kreditsuchern nicht wüter fortgesetzt. Die Generalversammlung beschließt nach eingehender Debickw, an der sich' Inserat Dr. Bodenheimer, Dr. Oppenheimer, Dr. Hantke, Dr. Jacobson, ©r. Lewin, Ing. Kaplansky, Dr. Tschlenow, Motzkiu, Dr. Klee und I. L. Goldberg beteiligten, den Kreditwerbern in Haifa folgenden Vorschlag M machen: ' . „Der Nationalfonds gewährt den Bankredit unter der Bedingung, daß die Bauplätze zum gegenwärtigen Schätzungswerte in Eigentum des Nationalfonds übergehen. Me Grundstücke werden den Kreditwerberu in Erbpacht gegeben, die Eigentümer der von ihnen erbauten Kuser auf Grundlage des Erbbaurechtes bleiben. Der den Bodenwert übersteigende San« ikredit ist in 18 Jahren zurückzuzahlen und nur.mit 3«/°" zu verzinsen. Der jährliche Pachtzins sür den Baugrund soll bis zur Tollendung der Pachtdauer der ersten 49 Jahre gleich-- falls 3®/o des Bvdenwertes betragen. Für die ersten 5 Jahre werden die Erbpächter bezw. Kreditnehmer von der Zahlung des Pachtzinses und der Darwhnszinsen befreit. Die weitere Verhandlung über diesen Gegenstand nach den von der Generalversammlung vorgesehenen Richtlinien soll dem Direktorium überlassen werden." Kaiser garten am Opernplata Erstklassiges Eamilien-Cafe Nachmittags Konzerte. Fr. Hansafmann, Besitzer. Aus aller Welt. Deutsches Reich. Köln. Der Provinzialverband rheinischer Synagogeng.emeinden hielt seinen 10. Gemeindetag - ab. Der Verband hat an Subventionen für den Religionsunterricht in den letzten zwei Jahren 5500 JL verausgabt. In 23 Unterrichtsstationen konnte dadurch 265 Kmdern ein regelmäßiger Religionsunterricht gegeben werden Der Verband unterhielt mit der Rheinland löge eine Wanderbibliothek und subventionierte das Jsr. Kinderheim, das Lehrlingsheim Köln und die Arbeiterkokmie Weißenfee. Der Gemeindetag nahm folgende Resolution an: 1. Es sollen, mit dem Rabbinerverband Deutschlands, dem- DeütschJsraelitischen Gemeindebund und dem ' Verband der.Deutschen Juden Schritte in die Wege geleitet werden, um die jüdische Seelsorge staecklicherseits in den öffentlichen Pflegeanstalten und Gefängnissen sicher zn stellen und zu regeln. 2. An erster Stelle müssen für eine bessere jüdische Seelsorge in den Strafanstalten die geeigneten behördlichen Anordnungen getroffen werden, damit regelmäßiger Gottesdienst und Verpflegung mit ritueller Kost, wie es früher in Köln und Rawitsch seitens des Staates und auf Staatskosten geschah, wiederum eingeführt werde. 3. Es soll an das Justizministerium und das Ministerium des Innern von den Ausschüssen des Rabbinerverbandes Deutschlands, des Deutsch-Israelitischen Gemeindebwldes und des Verbandes der Deutschen Juden ein gemeinsames Gesuch eingereicht werden, dahingehend, die jüdischen Strafgefangenen in bestimmten Anstalten zu konzentrieren, um dadurch die unter 1 und 2 genannte unbedingt erforderliche Seelsorge, den regelmäßigen Gottesdienst und die rituelle Verpflegung, leichter und besser zu ermöglichen." / i „Gemeindeverwaltung nn d die ausländischen Juden" lautete das Referat der Tagung. Es referierten Siegfried Simon und Rabb. Dr. Hannover. Synagoge, Kindergarten und Kinderhort seien in Köln für die Ausländer eingerichtet. Der Vorstand sei bestrebt, alle Einrichtungen, die den Kultus und die Religion betreffen, von den Ausländern selbst leiten zu lassen, so daß der Vorstand im wesentlichen nur die notwendigen Geldmittel zu bewilligen hat. Nur durch diese Art fei es möglich, das Vertrauen der Ausländer zu gewinnen und sie zu wertvollen Mitgliedern der Synagogengemeinde heranzubilden. Für die Heranwachsende Genereckion fei die jüdische Volksschule die beste Institution, um die ausländischen Juden einzubürgern. Elektr. Licht-, Kraft-, Schellennnd Telefon-Anlagen. Tel. Taunus 4389. ff. Beferenzen. SavignystrasBe 51. Frankreich. Paris. Zur Generalversammlung der Jewish Colonization Association („Jca") waren erschienen:L. Cohen, P. Errera,Herbert G. Lousada, Derterter der Anglo Jewish Association, S. Re in a.ch, C. Netter, Vertreter der jüd. Gemeinde Berlin, Fr. Philippson, Vertreter der jüd. Gemeinde Brüssel, Dr. I. Blau, Vertreter der jüd. Gemeinde Frankfurt a. M„ Dr. A Netter, Vertreter der Alliance Jsraelite Universelle und Dr. J-. S i m o n und außerdem die leitenden Beamten der Jca. Fr. Philippson führte den Vorsitz, er legte den Jahresbericht vor, der genehmigt wurde. Rußland. Kiew. Brodskh hat mit einigm anderen reichen Juden einen Plan zur Gründung einer Kolonie, in Palästina für aus Kiew ausgewiesene Juden ausgearbeitet. 600 Chassidim-Familien aus der Lodzer Gegend haben sich zur Gründung einer Kolonie in Palästina vereinigt. Christ. Wilhelm Leux Telef. Hansa 3567. Hoflieferant Goethestr. 21 Herren-, Damentu Jjvreeschneiderei. Spezial-Sportgeschäft Anf Wunsch koschere Verarbeitung. ==— Dänemark. Kopenhagen. Auf Veranlassung Oberrabbiners Dr. Schornstein und mit Unterstützung der angesehensten dänischen Juden hat sich! ein Verband russischer Juden in Dänemark gebildet. Der Verband ist wesentlich eine Schutzorganisation gegen behördliche Maßnahmen, wie Ausweisungen u. dglch Türkei. Konstantinopel. 120 der größten jüdischen Kaufleute aus Saloniki, die die Behandlung, welche ihnen die Griechen zuteil werden lassen, unerträglich finden, haben beschlossen, nach Sofia überzusiedeln. Sie haben zu diesem Zweck Agenten dorthin gesandt, die Geschäftshäuser und Wohnungen mieten sollen. Infolgedessen sind die Mieten in Sofia in den letzten Tagen erheblich gestiegen. — Vom 13. bis zum 16. Juni tagte hier der Kongreß der orientalischen Bnci-Brith- Logen.. An den Beratungen beteiligte sich auch! der amerikanische Gesandte M o r g e n t h a u, der den Delegierten in seinem Sommerpalais in Therapia ein Gartenfest gab. kM Ditlll Ml., (9. WM SohlUormtp. 18m Telephon I, 8680. Seifen, lichte, Kammnnd Bürgtenwaren, Bwn etc. Cosmetiaehe Spezialitäten. SCHLOSS-BAD B ockenheim, Kanfongeratrasse 18, Tel.4827EL — Lichtbäder, — Dampfbäder, — Vierzellenbäder. — I Zlol3ex4 Gherlaölx Frankfurt ern Hain, Mainzerlandstrasse 166 Telephon-Amt I, 5375. , Kunstu. Bauschlosserei, Eisen-Konstruktionen, Schaufenster-Anlagen, Werkstatt fQr kunstgewerbliche Metallarbeiten in Eisen, Bronce, Messing, Reparaturarbeiten. I Ißniffeton, Der Windhauch. Historische ErzäMung von M. PulvermSnn. (Kartsetzung.) Uriel erhob sich eilig. „Ich möchte Men folgen, uM ebenfalls den Rat des Gottesmannes in einer Angelegenheit zu erbittendie mir selbst am Herzen liegt, rüber auch das Wohl anderer betMfft. Willst Du Mir den Weg zu ihm zeigen:?" 1 - „Das will ich gern," erwiderte die Frau, pon seinem Ernst Und von dem guten 'Zweck überzeugt. „Du könntest mich heute der Ucherbringer seines Nachtmahles sein lassen, damit ich' «me. Veranlassung habe, wenn mich der Mut verlassen sollten vor ihn zu treten." ' „Auch das will ich," sprach sie lächelnd. „Ich sehe, daß Deine Seele in schwerer Bekümmernis ist, darum will ich altes tun, was geeignet scheint, Dir Deinen Herzensfrieden. wiederzugeben." Sie eilte insHaus und brachte einen Korb, der mit Brot, Wein und Früchten gesMt° wm^ „Nimm dieses," sprach sie, „und wenn er Dich fragen sollte, so sage ihm, daß 'Du ein Freund des Hirten Jered bist, und daß dessen Frau Stba Dich schickt." „Ich bin Uriel aus Jerusalem," beeilte er sich:, ihr Vertrauen zu erwidern. „Mein Water lebt seit langer Zeft in assyrischer Gefangenschaft, und Mein Vorhaben ist es, ins Lager SancheriM zu gelangen." „Ach, mein Kind, ich fürchte für Dich! Du bist noch so jung,"' sagte sie mit großer Zärtlichkeit und mitleidsvollen Blicken. „Wahrlich, Du tust wohl daran, erst das Wort des Propheten zu vernehmen." „Das Unternehmen schreckt Mich nicht," sagte Uriel begeistert. „Folge diesen Pfad," bedeutete ihn die Frau, »ach> dem sie ihN eine Strecke bis zu einem Palmenwäldchen begleitet hatte, „und innerhaD einer Stunde bist Dü am Ziel. Der Gott Israels sei mit Dir!" „Und er sei mit Dir und mit Deinem! Gatten! Er ilbhne 'Dir auch die Gastlichkett, die Du einem Fremdling erwiesest!" Der Fußpfad war trotz der zunehmenden Dunkelheit doch noch deutlich erkennbar, da er von Jered und seiner Herde oft betreten sein Mochte. Uriel wußte, daß er sich nicht verirren konnte; dennoch empfand er ein großes Unbehagen, je mehr er sich' dem Ziele seiner heutige» Wanderung nüArte. Sein Herz pachte gar laut bei deM Gedanken, daß er dem heiligen Manne entgegentreten sollte. Konnte.ynd durfte er ihm den» von seinem kühnen, waghalsigen Vorhaben Mitteilung mache»? Was aber, wenn er dieses Wagnis als leichtfertig verbieten Und ihM die sofortige Rückkehr nach Jerusalem befehlen wird,- um,, wie alle andern, den Verlauf der Sache abzuwarten, den die Vorsehung bereits bestimmt hat? Wie sollte da der Jüngling seine Enttäuschung Merwinden? Dem Willen des Propheten ungehorsam zu sein, hätte er ja nie und nimmer gewagt, — was aber' sollte da aus seinem Vater, aus — aus— Mälka werde»? Wäre es da nicht besser, dem innern Trieb zu folgen und die Unterrckung «nt dem Propheten zu rmteckassen? BeküMmert und >,zögernd stieg er dennoch den Berg empor, ohne sich nach rechts oder links umzublicken, ohne auch Nur auf die Herrlichen Naturschönheiten her ganzen Umgebung einen einzigen Blick zu werfe». Was helle Grün der Palmen, die düstere, fast schwärzliche Färbung der Zypressen, die spitze», kühn aufstrebenden FÄsen, aus denen die Phantasie in der herrschenden geheimnisvollen Dämmerung allerlei Gestalten und Figuren formen, konnte, die ttefen Schluchten, wo klare Bäche leise rauschend und weiß schäumend über steinige Hindernisse plätscherten, die Gebirgskette iM Westen, die sich in eine Purpurdecke gehüllt zu habe» schien, der mWe Hauch des sanft wehenden Wendwindes, — alles ging an deM unachtsamen Auge des Jünglings verloren. Er sah nur den abwärts sich schlängelnden Zfilßpfad inch hörte im Geiste nur die Kagers die er. dop Propheten stellen ünb hoch wicker stichtstellest Ä"“1”' -

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