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Neue jüdische Presse · 1914-07-03 · Heft 26 (3.7.1914) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 26 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26. Fcaickfurter ZsraelitischkS JamMaMüt. Seite 5. 1 Die Abendschüttm Hatten sich bereits zur Dunkelheit verdichtet/ Üts er endlich die gefürchtetezugleich über auch die ersehnte Stätte erreichte. Er wußte, d«chs. er am 'Ziele war, da er den Führer, der die Boten des Königs hergebracht hatte, mf Grase liegen sah, auf deren Wiederkehr wartend. Leise auftretmd, blick Uriel in einiger Entfernung Plötzlich stehen: der Klang menschlicher Stimmen war. an sein Ohr gckruNgen. Hinter einem Felsvorsprung konnte er Ms beobachtenohne selbst gesehen zu werden. Etwa zwanzig Schritte entfernt sah' er zwei Männer, deren Häupter zur Erde geneigt waren, als sLinden sie vor. einem König, doch der Gegenstand ihrer Verehrung blick .Uriel durch Gestrüpp und Sträucher verborgen. Er Machte eine Bewegung, um besser sehen zu können, v!ls ein Ast unter seinem Fuße brach, sodaß einer der Männer schnell den Kopf heruMwarf und aufmerksam nach der Richtung lauschte, von wo er das Geräusch vernommen zu haben meinte. Uriel blieb atemlos, wie angewurzelt, stehen. Denn so groß sein Verlangen auch war, einen Blick aus den Gottesmann zu werfen, so wollte er es doch unter allen Umständen vermeiden, als Lauscher und Horcher ertappt zu werden. Die Worte, die dort gesprochen wurdenkonnte er auch hier vernehmen. Die beiden MänNer hielten noch immer den Blick zu Boden gesenkt, Üls wären sie von Ehrfurcht überwältigt. Bald aber richteten sie sich wieder auf, um, wie es Uriel' schieneinen Gegenstand in größerer Entfernung zu betrachten. Jetzt begannen sie mit einander zu sprechen, laut genug, daß Uriel es hören bmnte. „Unser Freund Elischa koMnrt jetzt zurück," sagte der eine. „Der Prophet scheint Mr entlassen zu haben," der andere. „Siehst Du, dort begibt sich der heilige Mann wieder in seine Höhle." „Dort ist auch Elischa." Nach wenigen Minuten gesellte sich zu den beiden M dritter Mann, ein ehrwürdiger Greis, in Scnk und; Asche, gehüllt, aus dessen Augen, aber Hoffnung .und Zuversicht. leuchteten. Uriel wurde , es klar, >aß Wscha, wahrscheinlich der Anführer der Gesandtschaft, auf des heiligen Mannes GHeiß zu ihm gereten war, währmd die anderen zurückgeblieben waren. Gütlich vernahm der Jüngling, was die drei mit einer sprachen. „Was hast Du ihm gesagt?" .fragte einer. „Ich sagte ihM: König Chiskija hat seien Kleir zerrissen,, und, in Sack und Asche gehüllt, vereßt er Tränen der Reue und der Buße. Er hat inen Mechten befohlen. Dich aufzusuchen, uM durch leinen Mund dm Willen Gottes zu vemehMen. Denn ie Assyrer sind wicker in unser Land eingebrochen, Sancherib bckräNgt die heilige Stadt, die er in mm Schutthaufen verwandeln will." „Und woS war seine Antwort?" Er gab Mir für den König folgende Botschaft: p spricht der Herr der Heerscharen: Dein Gcket habe ch vernoMmett, darum fürchte nicht Sancherib, dm mg der Assyrer!" „Und sagte er nichts weiter?" „Doch. Ich /soll dem KÄlig weiter berichten: „Ich (ernte SaNchercks Gebühren, seinen Hohn gegen dm nig und seine Lästerung gegen Gott. Weil er aber gm Mich wütet, so spricht der Herr, werde ich einm iindh'auch über sehr Lager senden und große Verirrung in seinem Heer ünrichtm. Ich werde, einen ing durch seine Nüse ziehen und Men Zügel; wischen .seine Lippen legen, auf daß er in Schmach und Schande deck Weg fliehe, den er so. iegesgewiß Hierhergezogen ist." „Einm Windhauch! Einm Ring durch Sancheribs!ase und einm' Zügel zwischm feine Lip'pm!" riefm ie Leiden vndem verwundert. : So hat der Prophet gesagt. Ec hat auch verprochen, bald wicker nach Jerusalem zu brmmm, M sich noch,weher Mit dem.König zuberatm. Frmnde, esset uns daher Nicht .länger zögem, dem Könige f«b dem ganzm Volke die ftohe Botschaft bald zu berbringeN." ' Me drei traten nun den Rückweg* an, wobei Uriels zusamMmgekauerte Gestalt streiftm, ohne aber er ansichtig zu werden. krsnoke & Weber l Gr. Friedbergerstr. 7—11 . Tel. Sans» 4095. I I ©ffenfoaeber Druckluft-Anlage I I OHnibaCh a. ■. Telefon 123. (Anachlnaa mitFrankfart). I I Bewährteste TapplShralnlpiUig (100,000 qm jährlich) I ■ sowie undbertroffana Battenm Bettfedernrelni-| gunp mittelst Druckluft und Wasserdampf. Uriels erster Gedanke war, den Männem zu folgm, uM zu erfahren, welche Bedeutung sie wohl den rätselhastm Worten des Propheten beilegten; aber schon nach wenigen Schrittm blick er wieder stehm, da es doch nicht anzunehmen war, daß sie ihm, dem Jüngling, die wichtige Botschaft mitteilen würden, noch ehe sie dem König Bericht erstattet hätten. Zugleich fiel es ihm ein, daß er dem Prophetm noch nicht das Nachtmahl überbracht und dabei über sein eigenes Vorhaben beftagt hatte. Dieser Gedanke aber bereitet chm nme Verlegenheit. Wmn die Vernichtung der Assyrer bereits von der Vorsehung beschlossm war, wenn sie durch einen „Windhauch" aus Judas Land vertrieben werden sollten, — wozu war es da nötig, seine schwache Hand gegen den mächtigen Sancherib zu erhebm und das eigme Lckm aufs Spiel zu setzen? Sein Unternehmen würde man nur als Anmaßung auffassen, und sein Tod würde nur das Leid derer vermehren, die sicherlich um sein Leben bangten. In großer Seelmqual stand er noch einige Minutm nachdenkend, ohne eine - Entscheidung treffen zu könnm. Endlich aber hatte er wicker so weit Mut gefaßt, um sich dem Prophetm zu mtdeckm und seinm Rat zu erbitten. Er mMn dm Kord auf und näherte sich dem Eingang der Höhle, die sich als dunkler Punkt von dem Felsm abzeichnete. Doch mit jckem Schritt nahm wicker sein Bangen und Zagen zu, und er wußte, daß es viel leichter sei, einem brüllenden Löwm entgegmzutreten, als den Ramm dessm zu rufen, der gewohnt war, die Stimme Gottes' zu vernehmen. Es war nicht etwa leibliche Furcht,' obwohl die. einsame Gegend, das nächtliche. Dunkeldie kahlm Felsen, die ihre ge- - spenstigM Fangarme nach ihm auszustrecken schienen, wohl geeignet waren, Schauer und Angst einzuflößm; cs war vielmehr die ehrwürdige Scheu vor dem Heiligm und Erhabenen, die Mn dm Angstschweiß! auf die Stirn trieb. Diese Stätte war durch die Nähe des Gottesmannes heilig, während er selbst durch sein Vorhaben, das von Ueberh'cküng nicht ganz frei war, sich durch und durch unheklig fühlte! Er dachte an jenen Mann, der tot zu Boden sank, als er die heilige Lade berührte. Scheu und zagend hatte er sich dem Höhleneingang genähert. Er setzte den Korb auf einm flächen Stein, aber er brachte es nicht fertig, den Namen des Prophetm zu rufen. Der Hals war ihm wie zugeschnürt, und die Zunge klebte ihm am Gaumen. Eine tmsägliche Furcht vor dem Unsichtbaren und Geheimnisvollen hielt ihn umklammert, und er konnte es nicht abschütteln. Er wußtedaß er mit keiner Wimper zucken würde, wenn hundert Assyrer das Schwert gegen ihn , erhebm, sollten, aber er glaubte, tot hinsinkm zu müssen, wmn der. Prophet ihn zürnend aitblicken würde. Betäubt mck verwirrt senkte er seine Schritte im hastigen Lauf dm Berg wicker hinunter. Bei jckem brechenden Zweig führ er zusammm, und bei jedem rollendm Steinchm verdoppelte er seine Eile, zumal er sich, jetzt auch der Furcht nicht erwehrm konnte, in dieser Wildnis sich zu verirren oder von cinmt. wilden Tier angefallen zu werden. Wer Sänger. Uriel war bald wicker bei dem erleuchteten Hause des- Hirtm ängslangt, das er aber doch' nicht betrat. Mit Bedäuern dachte er mr die frmndliche Frau und an das begueme Nachtlager, das er dort sicherlich finden würde! Mer er wußte, daß die Boten des Königs sich dort, befanden, und er wollte eine Begegnung mit ihnen vermeiden; er wollte ihnen weder sägen, was ihn hierher brachte, noch auch' daß ihn der Mut' verließ, als er vor der Höhle des Prophetm stand. Mit einem schwerm Seufzer blickte er noch einmal auf das gastliche Haus und ging! dann ent-' schlossm weiter, dm Fußpfad hinauf, bis er zu einer verfallmen Schäferhütte kam, wo . er. aufi einem Lager von dürren- Palmblättern die Nacht verbrachte. Er schlief unmhig und erhob sich schon, als die Morgendämmerung hereinbrach, um die Wanderung nach dem Süden fortzusetzm, bald von froher Zuversicht be-- -stügelt, bald 'wicker unentschlossen seine Schritte hemmend. : ' Er versuchte sich cinzureden, daß sein Borhabm notwmdig, ja, ein von Gott , gewolltes sei, - trotz der prophetischen Verheißung! Äär es dmn nicht möglich,- daß gerade er das auserwählte Werkzeug Gottes für die. Vemichtung der Assyrer sein sollte? Würde nicht ein solcher schmachvoller Tod ihres Königs durch die Hand eines schwachm jüdischm Jünglings die Feinde entmutigen? War er vielleicht gar der „Windhauch", von dem der Prophet sprach, da er doch im Vergleich zu der zcchlreichm, kriegsknndigen Heeresmacht nur einen schwachen Windhauch bedeutete? In ruhigm Augmblicken fteilich zürnte er sich selbst über eine solche Ueberhckung, daß er sich die Eigenschaft eines Gottesbotm anmaßte; dmnoch hielt er an diesen Ge- - danken fest, die schmeichelnd sein ganzes Denken beherrschtm, die auch seine Unmtschloffmheit verschmch» tm und seinm Mut zu der kühnen Tat anspornten. In jckem Falle aber wollte er seine Wandemng fortsetzen, bis er von irgend einer Erhöhung das feindliche Lager überschaum konnte, um dann weitere Pläne zu fassm und eine endgültige Entscheidung zu treffen. Nur eine Sache, die chn schon bei dem Beginne des Wentmcrs bekümmerte, machte sich jetzt mit'doppelter Kraft geltend. 'Die drei Mm in Jemsalem, die von seinem Borhabm wußten, hattm Mn übereinstimmend zu verstehen gegebm, daß es ihm wähl schwerlich gelingm werde, Sancherib im offenen Kampfe zu treffm, daß er im Verborgmen und schlau zu Werke gehm müsse, wmn es Mn gelingm solle, einm Erfolg zu erzielen und Volk und Vaterland vom Tyrannen zu befreien. — Alber Uriel entsetzte sich bei dem Gckanken, daß er hinterrücks, meuchelmäckerisch einm Mmschm umbringen sollte,, und sei es selbst der Erzfeind Israels. Seit Beginn seiner Wanderung hatte er immer die Hoffnung gehegt, Sacherib offen mtgegenzutreten, ihn wie David einst den Goliath.zu überwindm. Jetzt aber sah er ein, daß eigentlich ein Wunder geschehen nrüßte, wenn ihm die Gelegenheit werden sollte, dem assyrischen Gewaltigen auch nur nahezukommm und inmittm seiner Dienerschaft und Leibwache das Vorhaben auszuführen. Schon diese Unmöglichkeit allein war wohl geeignet, das ganze Unternehm m in Frage M stellen. Trotz aller Zweifel und Besorgnisse ging er festen Schrittes weiter, und am Spätnachmittag des dritten Tages hatte er endlich den KaMM eines Hügels erreicht, von dem aus er das' assyrische Lager in seiner .ganzen Größe und Ausdehnung überschaum konMe. Entmutigt blick er da stehm. „Die Feinde Israels sind so zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres," murmelle er verblüfft. Auf ihre Macht vertrauend, hatten die Assyrer chr Lagerhaus einer weiten, ebenm Wiesmfläche ausgeschlägen, das meilenweit sich ausdehute. In der Mitte sah Uriel mehrere große, glänzende' Zelte mit farbigm Fahnm und Baunem, die uM ein Noch weit größeres mtd noch glanzender geschmücktes aufgeschlagm warm, das sicherlich dem stolzen und mächtigen San- . cherib zum Aufenthalt diente. Uriel sah auch die zahlreichen Krieger wie ein Ameisenhaufen beschäftigt und die Befehlshaber in goldenen Strcitwagm, von feurigen Rossen gezogen. (Forsschung folgt.) Kaiser Friedrich Quelle —— Offenbach a. L. .. Gegen Gicht ud Bhanmatlumns bewährt. Alleiniger General -Vertreter: Friedrich Stahl* Frankf.a.M.« Gflntherab.-Allee 37. Tel.Han8a259u.714. Woche«-Sale»der. (Zeitangaben nach dem Doack.) SamLtag» dm 4. Juli k--- 10 Tsmus.) Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 8 llhr — Min. Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 9 Uhr 40 Min. - - in Berlm 9 Uhr 39 Min. Wocheuabschnitt: Ch ukas.'— Das Gebot der „roten Kuh." Eiue vollstnudig rote Kuh, durch den Hohenpriester als Sündopfcr dargebracht, wick zn Asche verbrannt, und' in den -Brand wird Zedernholz, Asop und Karmesinwolle geworfen. Der opfernde Priester, ebenso wer sie verbrennt, wird dadurch tome (unrein). Die Asche der Kuh, die in Urnen aufbewahrt wird, dient aber zur „Reinigung" der Unreinen (Unrein ist jeder, der einen Toten berührt, mit ihm unter einem Dache geweilt, ein Grab, einen Knochen, oder sonstige Teile eines Toten berührt hat nsw.). Man warf von der Asche in ein Gefäß mit lebendigem Duellwasser und besprengte die.„Unreinen" damit am 3. und 7. Tage. Erst dann .dursten sie wieder ins Heiligtum treten oder verschiedene Opferteile genießen. — Mirjams Tod j« Kadesch. Die Gemeinde murrt wegen Wassermangels. Mosche soll dem Volke Wasser geben, indem er einen Felsen anredet. In seinem Zom schlägt er jedoch zweimal den Felsen. Er verscherzt sich, so, das gelobte Land betreten zn dürfen. Ebenso sein Bruder Ahron. — Ahron stirbt auf dem Berge Hör. — Das Volk will dmch Edom ziehen. Es erhÄt hierzu nicht die Erlaubnis und macht nun einen

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