Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 12 (1914)
- Issue
- Heft 23 (12.6.1914)
- Date
- 1914-06-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2692297-2692872-2692895--08507-2703654- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
33. >en ist, Duischrhaft r des r j'üdimseren »ezeichreralcn is vermokrar der e ihre langrungschtiges voller treffen 'o erallem r Zivie Inmitten, ndienst che im sequciiiewahlwnrde, n, daß ihrem schichte f)t die ef, das s der «er Rcchcbendcr zu h wird Anges libek. .wie d Bern qejon der c cndjre und die Al>- dabei Daß st NlNI »ittcrter diesen - Kopfe tterlmid lvingcn. mi Panszcniceinigc aqadol" Mmnic ge Bebra uchk dem r samt qeffihrt. Gestalt hatte, tun der ert, das ese im- ) fand pellicrtc nivlari- Uvl'schen ,cn cr- Jndcn ffchlaae- Juden. Jte 23 lntersuchung anordnete und die Lächerlichkeit der ,anzen Sache, die- -auf nichts ftlßte, zu Tage trat, Winten die Jüden aufatmen. Aber weit davon ntferirt, die Urheber dieser ruchlosen Inszenierung;it bestrafen, fährt man .fort, die dortigen Juden ils Verletzer der herrschenden Religion anzüschwär- M, und die antisemitischen Zeitungen machen darms ein gutes Hetzmittel. Wie kaum in einem anderen Lande steht hier ser kulturelle Antisemitismus auf der höchsten Stufe. Angefangen von den Volksschulen, ju denen Judenkinder nur in äußerst beschränkter^ Zahl, und gegen erhebliche Taxen Zutritt haben, ivährcnd sonst der Unterricht unentgeltlich ist, über die Nüttel- und bis zu den Hochschulen herrscht überall eine erstickende, sudenseindliche Atmosphäre. Aber man gewöhnt sich mit der 'Zeit an alles, and auch die rumänischen Juden haben . sich der Sklaverei angepaßt. Reiche Juden Haben in einigen größeren Städten sogen, „jüdische Gymnasien" errichtet, damit die ansgestoßenen Jüdenkiirder die Möglichkeit haben, Mittelschulbildung zu erlangen. Als Lehrer werden in diesen Schulen Rumänen angestellt, und zwar Antisemiten, weil diese „Nationalisten" dann bei den Prüfungen vor den staatlichen Kommissionen einflußreich sind. Und so haben wir es diesen Winter erlebt, daß ein Lehrer des jüdischen Gymnasiums in Galatz der Anführer bei Judenausschreitungen war. Darauf streikten mehrere natio- »alempfindcnde jüdische Schüler dieses Lehrers; letzterer legte dann sein Amt nieder, — doch die Leitung des jüdischen Gymnasiums bat ihn, wieder in den Dienst eittzütreten und bestrafte gleichzeitig die frechen jüdischen Schüler! Nicht erfreulicher steht es an den Universitäten: die rumänischen Studenten fanatische Judenfeinde, die Über ihre jüdischen Kollegen stolz hiiiwegtr'eteü; letztere kriecherisch und selbstverleugnend. Diesen Winter machten die Hörer der Universität Ezernowitz eine Exkursion nach Jassy. Ink Bewußtsein, bei den J'ässyer Studenten keinen angenehmen Empfang zü haben,, blieben die jüdischnationalen Hörer von dieser Veranstaltung fern. Die Studenten beider Hochschulen inachten dann einen gemeinsamen Besuch bei den Kollegen in Konstantinopel. Was geschah nun? Im Gegensatz zu ihren Kollegen von Ezernowitz drängten sich die jüdischen Studenteir von Jassy den Rumänen zur Teilnahme. auf, wurden jedoch znrückgewiesen. Die „in ihren rninänischen Gefühlen" verletzten Inden appellierten an den Rektor, und dieser, der bekannte Antisemit Stere, gab ihnen eine seltsame, wenn auch folgerichtige Antwort/ Er sagte, daß, da die Exkursion mehr eine Kundgebung nationaler Syinpathic seitens der rumänischen Studenten den türkischen gegenüber sei. Und da der Staat die Kosten der Reiff bestreite,' nür Rumänen zu ihr Zutritt haben. Auf diese zynische, aber doch Wahre Entscheidung erhoben nun die jüdischen Studenten Protest und erklärten durch ein in kriecherischem Töne abgefaßtes Memorandum. sie seien gute Ru- »länen, haben keine andere Sprache und 'kennen kein anderes Vaterland als das rumänische nsw. Doch blieb diese Kriecherei unbeachtet. Die türkischen Hochsckniler wurden von dieser Unbill in Kenntnis gesetzt, nnd nun kennen wenigstens die asiatischen Dttoulairen, welche nicht verstehen, wie Juden so behandelt werden können, die 'Studenten des „Belgien des Ostens" in ihrem wahren Lichte. . . In politischer 'Hinsicht sind die Juden bislang nicht nur. einen "Zoll breit? vorwärts gekommen. Es mutet seltsain cm. wie der „Verband...eingeborener Juden" srucbtlos Energie verschwendet und immer wieder Gesuche und Denkschriften der Krone und dem Parlamente unterbreitet und leise den Staat an seine noch nicht einaelöste Schuld erninert. Diese erfolglose Tätiakeit. die seit zwei Jahren den Zionismus in Rumänien saü ganz zum Stillstand gebrächt hat. hat jetzt eine Leere in den Herren der Führer. eine bittere Verzweiflung >»> Volke, zurückaelasscn. Die indischen Massen m'eisen zum Manderüab und verlassen in großer Aurabl das Stiefvaterland, für welches sic im Boriahre' bereit waren, z'n sterben. Y, strenge Frankfurter Israelitisches FamilienAatt. Leite 3. Cafe Kaisergarten am Opernplatx Erstklassiges Eamilien-Cate =■■ ---- -- Nachmittags Konzerte. —- -- Fr« Hanselmann, Besitzet. Sitzung des Großen Aktionskomitees üer Zionistischen Organisation. i. . Prof. Marburg eröffnet die Sitzung mit 'einer kurzen Ansprache. Dr. Tschleuow. erstattet den Bericht des E. A.-C. Durch den Sprachcnkampf in Palästina habe die Organisation eine neue Arbeit, die kulturelle, übernommen. Der Beschluß, das Kapital der Palestine Land Development Company (P. L. D. C.) zu ergänzen, wurde vorläufig in der Weise ausgefilhrt, daß in Moskau agitiert und Lstr. 1640 dort gezeichnet wurden. Das E. A.-C. hofft zuversichtlich, im Laufe eines Jahres 1 Million Francs anszNbringen. Mit dem Anwachsen des Bodenbesitzes in Palästina nehnren auch die Schwierigkeiten der Arb eiterfrage zu. Ist Sedjera ist seit Monaten ein Streik. Die weitere Einwanderung von Jeminiten Und von etwa 100 Arbeitern aus Saloniki einerseits und die Vergrößerung der 'Möglichkeiten zum Uebergang vom Arbeiter zstm Häusler und zur Klein- Kolonisation, die Schafffmg von Arbeitersiedelungen bei den neueren größeren Erwerbungen dürften die Schwierigkeiten der Arbeiterfrage vermindern. Die Informationsbüros für Palästina in Wien und Triest wurden vergrößert und in direkte Verbindung mit dem 'Zentralbüro gebracht. 'Die Mitteilungen über das Schulwerk in Palästina sind erfreulich. Die Schulen sind als o t t o m anische I u st i t n t i o n e n legalisiert worden. Für das S.chulwerk sind bis jetzt 210,000 Mark eingegnngen. Das Rcinergebnis bis zum Schluß des Finanzjahres (30. Juni) wird die Möglichkeit geben, sämtliche Kosten der Einrichtung und das Budget der Schulen für dieses Jahr sowie einen Teil der Ausgaben für das nächste Jahr zu decken.' Der Ke dem hat jetzt ein eigenes Büro eingerichtet. Er bereitet die Herausgabe von hebräisschen Lesebüchern vor. Seine Einnahmen betrugen bis zum 1. Jstui 47,334 Mark. Zstm Schluß verbreitet sich der Bericht über die Reisen der Mitglieder und der Sekretäre d e s E. A.-C., über Broschüre n. Über Landestagn u q e n und über die in verschiedenen zionistischen.Institutionen vorgeuommene und erst zum Teil zu Ende geführte Zweckrevision, die in Intervallen Von 2—3 'Jahren wiederholt werden soll. - » Sodann erstattet Dr. S. Jacobson einen äiissührlichen Bericht über die. politischen Arbeiten. Den Referaten schließt sich die Generaldebatte an. Nachmittags findet die Sitzung des Vordere i t c n d e n Komitees ' b c r hebräischen Universität statt, in der der folgende B c - schloß einstimmig angcnonrmen wird: ..Dos Vorbereitende Konlitee zur Kründunc, einer hcbräisckicn Universität in Zernialem dankt dem?lrbcitsaussckniß für die geteistcten Arbeiten und billigt die von,ih»i. aeplanten weiteren Schritte.' Das Vorbereitende Komitee fordert den 'Arbeitsanssch'nh/auf. die Arbeiten i znrl'Herstellimä'- der 'Pläiie - für eine »ledizinische und. j andere in Betracht Wmniende'Fakultäten forszuscpen unl> t auf,fi)rund der.gcsa»irv,clten Matqrialipn ihin.ein Aefer.at. darüber zu unterbreikcm" ' ' Die Abendsitzung war der Palestine Laild Development Company gewid'mät. Hey Mann. Goldberg und Lev in waren der Ansicht, daß der Jüd. dtationalfonds sich ist seiner Arbeit allzu sehr von bodeureformerisckien Prinzipien leiten lasse, so in einseitiger Weise privatkapitalistische Nnternehmstngen vernackstässige. Denigegenüber värteidigen Dr. Klee, 'Dr. B'odenheimer, M'ohkin die Prinzipien der Arbeit des Jüd. Nationalfonds. Simon und Tschleuow empfehlen cknen vermittelnden Stauddiinkt. Indem sie sich für eine verschiedenartige Behandlung der ländlichen und städtischen Kolonisation aussprechen. Eine städtische Kolonisation sei vhne die Möglichkeit der Beräußerlichkeit des Grundeigentums undurchführbar.' " lieber die Palestine Land Development Company wird folgender Beschluß gefaßt: „Das Große Aktions-Komitee beauftragt das Engere . Alktionskomitee in Gemäßheit des in seiner letzten Sitzung gefaßten Beschlusses, gemeinsam mit dem Direktorium der PLDC mit der Aktion zur Ergänzung der Mittel der PLDC zu. beginnen. Das Aktions-Komitee macht - die Organisation auf die außerordentliche. Wichtigkeit dieser Aktion aufmerksam und fordert sie aus, die Aktion uiit allen Kräften durchzusetzen."; II. In der Generaldebatte, die am Mon- - tag Vormittag fortgesetzt wurde, kamen noch:' Bodenheimer, Jacobson, Fischer, Motzkin rmd Dr. Tschlcnow zu Worte. Aus Antrag des Engeren Mions-Comites wurde folgender Beschluß gefaßt: Das Große Aktionskomitee schließt sich dem Antrag . des Engeren Aktionskomitees über die Heranziehung von -Vertrauensmännern in verschiedenen Ländern für politische Arbeit an und überträgt ihm das Recht zu ihrer Ernennung. Das ''Aktionskomitee erwartet mit Bestimmtheit, daß sämtliche Mitglieder des Mtionskomitecs, die vom Engeren Aktionskomitee zu dieser Arbeit hermcgezogen werden, das Engere Aktionskomitee tatkräftigst ■' . | unterstützen werden.;; . , Es folgte alsdann eine eingehende Ans- | spräche über wichtige palästinensische Arbei-^ - ten. ' ' ß - Sodann wurde folgender Antra-g Ktee-Pod- » lischesky einstnmnig angenommen: ' Das Große Mtionskomitec nimmt mit Befriedigung ,; davon Kenntnis, daß der Kulturfonds .K'edem"' - nach Erledigung der erforderlichen organisatorischen Vor- - arbeiten nunmehr seine Arbeit ausgeuonuneir hak und-' ° ersucht die Landes- und Sonderverbände, dieser Jnstitu-; tion ihre dauernde tatkräftigste Unterstützung zuzüweccheu. In der Nachnnttagssitzstng wurde zunächst be-, I schloffen; die Jahreskonferenz 1914 auf best 30. Llugust und die folgenden Tage nach Berlin; einzstberufen. Es folgte alsdann eine Aussprache; über das hebräische Schulwerk imd es; wurde folgende Resolution einstimmig ang^- z nommen: | Das Aktionskomitee bat mit Befriedigung von ^der . / Entwickelung des Schnlnetzes in Palästina Kenntnis ge--' - -j nommen und fordert die Organisation auf. durch encri gische Werbung von Jahresbeiträgen den Etat zu sicherm x Hierauf erstattete Dr. Hstntke einem ansz führlichen Bericht Über die letzten organisa-' k torischen Maßnahrnren des E. A.-C. in enrer^; Reihe von Landesverbänden.? Jm Nainen des LlktionskoMitees dankte sodann s Jnstizrat Dr. Bodcnhcinrcr dem E. .A.-C. für die ersprießliche Tätigkeit in den letzten Monaten j und Dr. Tschlmokv für die umsichtige Leitimg dieser Tagung, dereil Berattmgen sich durch Ruhe ustd i Sachlichkeit ausgezeichnet Kttcn. , Dr. Tschlenow hielt sodann die Schluß-^ ansprache. FRANZÖSISCH. Jede 3ame kann niest an dem2V‘J monatig. GRATIS “KURSUS am Tage oder abends beteiligen.; Weserstr. 7 HOPlPal SchODl SvviMll. Ta». 1.12428. Aus crllar Mell. Deutsches Reich. BreSla«. Im dergangenm Jahre wurden in der medizinische Abteilung der I s r. K r a n k c n v e r p f l e g u n g s a n st a l t . 1266 Personen ausgenymmen und in der Poliklinik 2875 Personen behandelt. Die chiurgischc Abteilung nahm 764 'Personen ans, die gynäkologische 237,' die. Zlngciiabteilnng' >117,- imd es wurde,r sii den. PolitlinYtzn dieser Abteilung^' WS2 Personen behändest. ,.,»L \ Von^den insgesamt 6256' Personen waren ööTÜAudeÄ« Wer Rest'Ehristen. "' Oesterreich-Mtgar». Kismarton lEisenstadtt. Die ungarländischen Ghettis drohe» auch äußerlich dem Verderben zu verfallen.- In der altbekannten Gemeinde Eisenstadt, dem'einstigen Rabbinatssitze Dr. Jsr. Hildesheimer, brach vorigen Freitag in den späten Rachmittagsstuiiden ein Großfeuer aus. dem in dem mit Hvlzschiiideln gedeckten Ghetto bald 20 Häuser zum Opfer fielen. Bloß die Fcuermgner der Synagoge hat dem Wüteir des Elementes Schranken gesetzt. Auch so brannten mehrere historisch bedeutende Gebäude ab. die sogenannte- . Werthei.mcr'sche -Synagoge, des einstigen berühmten HoI-7 saktors Samson W.. kam mit verkohlten Fensterläden davon. Auch das interessante Wolf'sche Aluseuin, das eine! ii naci