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Neue jüdische Presse · 1914-06-12 · Heft 23 (12.6.1914) · p. Seite 2

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
12 (1914)
Issue
Heft 23 (12.6.1914)
Date
1914-06-12
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. "' Frankfurter Israelitisches FamAienvlait. Augen zü schauen, Zeugen von dieser fortschreitenden SWGülg des Palästinensischen Gedankens inner- HM des deutschen Zionismus. So wird der Leipziger DelEiertentag, wenn er RLHchau halten wird auf die verflossenen Mei Zühre, alles in allem durchaus zufrieden sein und der in Posen gewählten Leitung mit Dank und Anerkennung Decharge ertellen können. Mit dieser günstigen BilarWiehung wird sich der Delegiertentag oder nicht genügen lassen dürfen; seine Hauptaufgabe wird vielmehr darin bestehen müssen, aus den reichen Erfahrungen dieser Kvei Jcchre die Lehren zu ziehen und an ihrer Hpnd die Bahn für die nächste Zukunft festzulegen. Nach außen: Fixierung der Methoden der zionistischen Tocktik und Agitation und Festlegung eines Berhältiriffes zu den anderen Mischen Organisationen Deutschlands'; nach innen:: Aufstellung eines Programms für eine intensivere Beteiligung 8er deutschen -Zionisten an der PalastüMrdeit und damit für eine fortschreitende Verwurzelung des pakästinensischen Gedanftns in jedem einzelnen Zionisten. Beide Pmckte,' die im Mittelpunkte der Beratungen in LeiWg stehen werden, werden Wohl keinen Anlaß zu starken Differenzen bieten können. Den» in beiden.Fragen ist sich die überragende Majorität des deutschen Zionismus durchaus im Karen. Was Las Verhältnis zu den Änderen O'Wlnisationen und die Bestallung der Propaganda betrifft, so ist nach der Resolution des Zenkralvereins, nach dem Verhalten der Verbandsbeitung und dem letzten Dälegiertentage dtS Verbandes der Zugendvereine und nach dem antizionistischen Inserat der Standpunkt von selbst gegeben. Daß die deutschen Zionistennach all' diesen Dingen schwerlich mehr in diesen Organisationen Mitarbeiten können, ist wohl Kar. Die Hinaüsdrängung der Zionisten aus dem 'Zentralverern und dem Verband der Fngevdvereiire liegt.auch ganz in der Absicht der Führer dieser zwei sich recht nahestehenden Organisationen; uNd "die Zionisten.werden Vom Standpunkts der Agitation wohl keinen Nutzen, vom Gesichtspunkte ihres 'zionistischen EhrenLewußtseins ccher ein Unbedingtes Verbot darin erblicken,' iwch weiterhin sich dort Aktiv zu betätigen. Die Agitation des Zwnisnrus in Deutschland wird eben in ZAkunft ganz allein durch eigene positive Arbeit und durch eigene Drganifationen vor sich gehen müssen. An Kräften dazÜ wird es ihm nicht schleN. ' ' ' Fe Nwhr aber der ^Zionismu s zu 8er positiven Methode der Propaganda übergehen wird, desto vornehmer noch wird seine Ägitativnsart werden. Fm Mampf kann m!au nicht penibel sein, da ntuß schon manches Härte Wort fallen. Wer durch positive Arbeit wirft, kann auf das Demagogisch- Unfeine des Kanchfgeschreies verzichten. So wird die Agitation des Zionismus in Zukunft immer vorne^ner, ' positiver werden. lind bas ist nur natürlich. Nur die 'Bewegung kann positiv operieren, die ein positives Programm, ein begeisterndes Ideal hat. Eine Mchtung Uber, die innerlich so rein negativ ist. wie die bewußte Assimilation, kann nur durch Verhetzung, durch unsachliche KAnchfeswerse Propaganda treLben. Fe fester sich die zionistische Agitation fundieren, je mehr Methodik Und Zielsicherheit sie erhallen wird, um so deutlicher wird der Üim'mielweite 'llnkerschied Mischen. Zionismus und Assimilation Aller Welt Kar werben. Um so eher werden alle deutschst ZU8en, die noch wahre positive Mische Werte besitzen tüü> erhalten wollen/ von .der Assimilation zum Zionismus komüten. AffA: Ausbau der Orgamfation,' Schaffung eigener Propaqandainstituke, Grimdung von Jngendbereinen. Vertiefung und damit Verfeinerung der Aaitationsmethodän' unter voller Betonung der nationAl-NllMsiwnsischen Grundideen. ..in dieser Richtung wird die Fixierung der zionistischen Agitation und' Politik in LeWg erfolgen «Äffen. Nach innen bin aber wird' 8er DelegierteN- . tag die bereits ongeÜabNte EnÜmckkuNg saUktionieren, systematisieren and mit neuen Impulsen b'eleben'"Ünd beschleunigen nrüsscn. Dm "Vertiefung nach der Seite des nationalen 'Gedankens Warf wohl keiner blonderen Pflege mehr, fsie ist bereits tief verwurzelt und kann ruhig ihrer Weiterentwicklung überlassen bleiben. Um .so mehr Sorgfalt muß der Bertiefuug des palästinensischen .Gedankens innerhalb des deutschen Zionismus zugewandt werden. Bor allem müssen die Wege zur praktischen Mitarbeit der deutschen Zionisten an der Palästinaarbeit gesunden werden. Die Leitung scheint die große zentrale Bedeutung dieser Frage auch in vollem Maße cdkumt Kr haben, und die zwei Referate von Motzkin und Zlocisti, die sie für die Behandlung dieses Problems angesetzt hat,. bieten durch die Persönlichkeiten der Referenten 'die Gewähr, daß die Beratungen, des Delegiertentags in diesem Punlle nicht in Resolutionen und Proklamationen versanden, sondern zü praktischen, konkreten Resultaten führen werden. Der Leipzig«: Delegiertentag hat viele - und gewichtige Arbeit zu leisten. Aber er wird sie gern leisten, er wird feine Verhandlungen in dem freudigen Bewußtsein führen können,' daß es sich diesmal nicht um die Austragung innerer Zwistigkeiten, sondern u'm die Leistung positiver, fruchtbarer Arbeit handelt. Innerlich geschlossen tritt der deutsche Zionismus in die Beratungen des Leidiger Delegiertentages,. und .es ist wohl zu hoffen, daß er durch ihn nur eine erneute Stärkung und innere Kräftigung erfahren und seine 'Geschlossenheit und Aktionskrast für die Zukunft größer sein wird/ als sie es bisher schon gewesen. ' ' 2. Sine erfreuliche Entscheid«»«. Vor kurzem ist eine Rechtsfrage zur Entscheidung gebracht worden, die seit einiger Zeit die jüdische Oeffentlichkeit in.Deutschland/ insbesondere aber in Preußen/ beschäftigt und Anlaß zU erregten Kampf«! gegeben hat: die Frage des Gemeindewahlrechts der ausländischen Inden. r Bekanntlich hat die Duisburger Gemeinde, oder richtiger gesagt, haben die Duisburger liberalen Juden das traurige Verdienst, diese'Frage überhaupt zur Entstehung gebracht zu haben, indem die liberale Ma/orität des dortigen Gemeindevorstandes ans Rache wegen des ihnen Nicht günstigen Wahlausgangs beschloß, den ausländischen Gemeindemitgliedern das Wahlrecht zu entziehen. Gegen diesen Beschluß ivurde natürlich Beschwerde cingereicht, und Man weiß, mit welch verwerflichen Mitteln 'die Duisburger Liberalen ihren Beschluß dürchzüsetzen sich'bemüht haben. Sie scheuten nicht davor zurück,. die ausländischen Mitglieder . als imehrlich, als Mitglieder der Sekte der Chassidim in den Augen 8er Rmierung zu entwürdigen und aNKrKagen. Me Daktiken aber haben nichts genützt; vor kurzem ist der endgültige Entscheid des preußischen 'Ministers des Innern ergangen/ in dem er den Beschluß des Duisburger Gemeinde- Vorstandes als Ungesetzlich aufyeb't Und erklärt, daß laut preußischem Rechte den aüskändischeu Gemeindemitgliedern das Geinleindewahtrechk nicht entzogen werden kaNü. Diese Entscheidung ist von iveitgeyender Bedeutung. Den» viele Anzeigen Machen dafür/ daß man in den führenden 'Kreisen' des liberalen Judentünls gesonnen war. den Duisburger Beschluß Nicht Einzelfall bleiben Kl lassen', sondern dcük guten Beispiel zu folgen und Lurch den Wahlrechtsraüb an den aüsländifchen Gemeindemitgliedern .Ke Position des orthodoxen und konservativen' Fuddn'tums, dem die ausländischen Juden ja überwiegend laügehören. zü schwachen. Durch dieses beauemeMfttel wollte man die imüür nÄchfend'c OWosition geqen die liberalen -Gewalthaber/ - die bisher die Gemeinden nach ihrem Gutdünken geleitet haben, künstlich ziiruckdammen Und' die im'ntcr schwankender werdende eiaene Position Wtzen. Daß "die Rücklicht a»k die Mische Solidarität, daß die elementarsten Postulate der Demoftatie und des wahrhaften Liberalismus eine solche Wahlrechtsentzichnna unbedinqt verbieten/ dies scherte die Herren nicht in, geringsten: .und die Duisburger Liberalen erfreuten sich in ibremVorhaben der Sympathie und' Unterstützung all ihrer /Gesinnungsgenossen m Preuße«. ' -. ' 1 ' Die Entscheidung des preußischen Ministers macht all diesen Versuchen imd /Absichten ein für alle Mal ein Ende. Nunmehr, da eine solche Wähl- Nr. 23. 9x rechtsentziehüng als migesetzlich erklärt worden ist, wird wohl niemand mehr daran denken, den Duisbinger Versuch zu wiederholen. Es ist wahrhaft traurig genug, daß der preußische Minister des Innern sich als .der Hort und Schutzherr der jüdischen Solidarität erweisen nruß gegenüber unseren liberalen GemeindenotabelN; es ist aber bezeichnend für die liberale . Gesinnung der liberalen Juden, daß ein Herr v. Dallwitz sich weitaus verständnisvoller .für die Forderungen der Demokratie zeigt als sie, die begeisterten Anhänger der liberalen Parteien. Es hat lange gedauert, bis die Frage ihre endgültige Erledigung gefunden hat. Es hat langwieriger Bemühungen und schwieriger Aufklärungsarbeiten bedurft, bis die Regierung ein richtiges BW von der Situation erlangt hat und in voller Würdigung der Sachlage ihre Entscheidung treffen konnte. Daß diese Aufklärungsarbeit mit so erfreulichem Erfolge geleistet wurde, ist vor allem dem „Reichsverein der deutschen Juden"/ den Zionisten und der „Freien Vereinigung ffir die Interessen des orthodoxen Judentums" zu verdanken, die sich damit ein bleibendes historisches Verdienst nur das Judentum überhaupt, üM das deutsche im besonderen erworben Haben. Denn die Konsequenzen, Kr denen die Entziehung des Gemeindewahlrechts der ausländischen Juden geführt haben wurde, > wären so weittragend und verderblich gewesen, daß sie sich in ihrer vollen?lusdehnung und in ihrem ganzen Verhältnis garnicht übersehen /lassen. Es ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte des deutschen Judentums, über das nunmehr die Men geschlossen worden sind. Das Schauspiel, das ivir mit der Frage des Gemeindewahlrechts der ausländischen Juden der Well/ vor allem der Regierung, gegeben haben, ist wahrlich kein erhcben- . des gewesen. Welchen Respekt kann die Regierung vor lins haben, wenn sie sieht, wie Juden krampfhaft sich bemühen, ihre ausländischen Brüder zu entrechten und zu entrvürdigen. Hoffentlich wird jetzt, nachdem die traurige, beschämende Angelegenheit erledigt ist, auch den Führern des liberalen /Judentums die Erkcnrntnis aufgehen, . wie Nßlich und entwürdigend das Bentühen und Verhallen ihrer Duisburger Gesinnungsgenosscn gewesen ist und werb'pn sic für die Zukunft von der Wiederholung solcher imd Ähnlicher Versuche endgültig Absehen, im Interesse der jüdischen Ehre und der jüdischen Solidarität. Brief aus Rumäuien. Bekamltlich würde vergangenen Winter die Abänderung der Verfassung beschlossen, ohne dabei die Jü'denftage irgendwie zu berücksichtigen. Daß dies kein Versehen, .fond'enr ein lange überlegtes politisches Manöver war, ist bekannt. Es ist mm interessant, daß die Jagd aüf die Juden erbitterter .als se fortgesetzt wird, vielleicht eben, imt diese» armen „Fremden" den Mdänken Aüs dem! Kopfe zü treiben/ Rumänien könnte j'e ihr Vaterland werden und um sie zür Ausümnderuug zu zwingen. Es hat diesen Pesach nicht viel Kl. einem Pogrom gefehlt: wir waren Zeugen einer Inszenierung, wie sie in RüMmrd üblich ist. Als einige Judenkinder in Burdüseni am „Sabbat häqadol" nach altem Braüch auf den Gaffen eine Mnmic herumtrugen.' überfielen sie zwei rachsüchtige Bcanrtc des Städtchekls, die ffir Ostern Geld brauchten. schlugen sie mrd verhafteten sie niik dem Spielzeug. Am nächsten Tag würden Kinder samt Väter in Ketteil nach der BezirkshAilptstadt geführt, / auch.die Muiüie, die na chtsüber' die Gestalt eines' Kreuzes ang enommen hatte, wurde mitgeführt, und die Armen wurden mm der Behörde unter der Beschuldigung aüsgeliesert, das llristliche Stffnbol geständet zu haben! Diese imerbörte Lüge 'verbreitete sich sckinell und kaud Glauben, nt soaar der Metropolit interpellierte den Kultusminister und verlanate eine ercmvlarische Bestrafuna der ..frechen Juden". Inzwischen tvar der reliaiöle Fanatismus im Städtchen erwacht. »nd es hat wenig gefehlt, daß hie Juden dort massakriert würden: cs blieb bei eingeschlaaenen Fanstern ünd einigen arg geschlagenen Juden. Der Pesach verlief in Schrecken ffir die Mischr Bevölkermtg, und erst als der Minister eind strenge lntersu ganzen bunten mtfern! best ils Be >en, io ms ci W )er kr höchster zu den Z ahl, i ntährcu über d überall Aber i und a Sklave gen g n a s i e linder erlang« Riiinäi weil d gen r ein fl Riiitci iiasnin schreitr iialems letztere Lcitun in der die fr A Li tat Inden hinlvec »end. versitä Beivus genchi nation Die C einen Konstc zu il) die ff zur T Die , Jid'cu bekam wenn da di Syiiip türkisc Koster tritt Entsch Protc Tone manei kein Doch scheu Kennt astatis Iüdei ten! Lichte c nicht Es ,t boren iniiiie »nd Staat inner Jahr, ziini! den .< im nreifr Dvrjc

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